Kolumne: Wie finde ich den Zugang zu Klassikern?

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Es ist mir sehr wohl bewusst, wie C. S. Lewis mit der falschen Vorstellung aufräumt, dass alte Bücher nur von Experten gelesen werden könnten. Wieviel stärker schlägt dies heute im “Youtube-Zeitalter” durch! Wer ist noch gewillt, sich durch 500 oder 1000 Seiten zu kämpfen? Ich nehme diese Herausforderung seit Jahren an, wobei ich zugeben muss, dass es mir einfacher fällt aktuelle Werke zu lesen. Über die Vorlesungshörbücher “The Great Courses” habe ich mich in den letzten zwei Jahren intensiver mit Platon und Aristoteles auseinandergesetzt. Es fällt mir auch nach dem Durchören eines 15-Stunden-Zyklus schwer, den Überblick und zentrale Gedankengänge so zu speichern, dass ich sie in einem Gespräch wiedergeben könnte.

Aus diesem Grund ging ich zum zweiten Mal an Joseph Koterskis “The Ethics of Aristotle” heran. Halblaut wiederholte ich die Erkenntnisse. Endlich wagte ich mich, einer spontanen Eingebung während einer Wanderung folgend, an die “Nikomachische Ethik” heran. Die Übersetzung von Eugen Rolfes ist umsonst für das Kindle-Lesegerät zu erwerben. Vom selben Autor ist übrigens eine Abhandlung der Gottesbeweise bei Aristoteles und Thomas von Aquin sowie ein Kompendium zur Philosophie von Thomas von Aquin zu erwerben.

Koterski gibt einen klasse Hinweis, wie er sich selbst die Inhalte solcher Werke angeeignet hat. Nach jedem Abschnitt schrieb er sich einen Satz auf. Zuerst schaute ich mir also jeden Abschnitt kurz an, um mir die Übersicht zu verschaffen. Dann begann ich das Werk zu lesen. Und o Wunder: Jetzt habe ich den Zugang erhalten – und finde es gar nicht (mehr) so schwierig.