Vortrag: Reagan in einer Uni-Eröffnungsrede

Ronald Reagan war ein faszinierender Politiker; ich lese die kritische Biografie von William Inboden “The Peacemaker: Ronald Reagan, the Cold War, and the World on the Brink”. In einer Eröffnungsrede an der Notre Dame-Universität (1981) gab er den jungen Studenten folgende Anregungen:

Die Gründungsväter als historisches Modell

  • Die 56 Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung gelten als Vorbild für Selbstaufopferung: Viele verloren Leben oder Vermögen, doch alle bewahrten ihre Ehre.
  • Ihr Vermächtnis sei die Idee angeborener, von Gott verliehener Rechte und eines von den Bürgern geschaffenen Staates mit begrenzter Macht.

Fehlentwicklungen in der Gegenwart

  • Das föderale Gleichgewicht sei verzerrt; die Zentralregierung habe Kompetenzen an sich gezogen, die lokalen und staatlichen Ebenen zustehen.
  • Private und kirchliche Universitäten wie Notre Dame leiden unter einem Regeldickicht: hunderte Gesetze und Vorschriften bedrohen ihre Freiheit und Ressourcen.
  • Wirtschaftliche Stagnation sei Folge von Inflation, hohen Steuern und übermäßiger Regulierung; die menschlichen Kosten träfen besonders die Schwächsten.

Reformagenda der Regierung

  • Reagan betont, das Volk habe „genug“ gesagt und verlange weniger Staatseingriffe, geringere Steuerlast und einen Abbau überflüssiger Vorgaben.
  • Eine Task Force unter Vizepräsident Bush prüfe Hunderte von Verordnungen; deren Abschaffung werde Milliarden freisetzen für Innovation und Arbeitsplätze.
  • Richtige Aufgaben des Staates solle er gut erfüllen; alles andere könne die private Initiative effizienter und menschlicher leisten.

Appell an die Jugend

  • Die Absolventinnen und Absolventen sollen ihre Idealismen nutzen, um Missstände zu beseitigen, ohne bewährte Werte nur wegen ihres Alters zu verwerfen.
  • Reagan warnt vor Pessimismus: Jede Generation stehe höher, weil sie auf den Schultern der vorherigen stehe, und besitze dadurch größere Chancen.