Podcast: Gehirnwindungs-Training mit Bavincks Klassiker

Die von mir schon öfters genannten Theologen des Podcasts “Grace in Common” haben sich im letzten halben Jahr zwei Klassikern angenommen: Zuerst Kuypers “Abraham Kuyper: Calvinismus. Die Stone Lectures von 1898” (Podcast zu Kapitel 1), jetzt Herman Bavincks Stones Lectures von 1908 “Philosophie der Offenbarung” (Podcast zu Kapitel 1).

Dies sind Bavincks Argumente in der einführenden Vorlesung:

  • Christentum steht und fällt mit der Wirklichkeit der Offenbarung (nicht bloss als Menschenreligion, sondern als göttliche Selbstmitteilung).
  • Moderne Einsichten weiten unser Verständnis der Vermittlung von Offenbarung (Psychologie, Historiographie); dies ist eine Weiterentwicklung vom mechanischen zum organischen Denken.
  • Organische Inspiration der Schrift: Der Heilige Geist inspiriert in und durch die reale Persönlichkeit, Sprache und Geschichte der Autoren; Einheit von göttlicher Urheberschaft und menschlicher Vielstimmigkeit.
  • Allgemeine und Spezielle Offenbarung: Zentrum ist Christus; der Radius reicht „bis an die Enden der Schöpfung“. Natur/Geschichte stehen nicht isoliert neben Offenbarung, sondern sind von ihr durchwaltet.
  • Unterscheidung der Disziplinen: Theologie behandelt den Inhalt der Offenbarung (aus der Schrift heraus); Philosophie der Offenbarung reflektiert Form und Weltzugang im Licht der Offenbarung und prüft die großen Lebensgebiete (Selbstbewusstsein, Natur, Geschichte, Zukunft, Ethik, Recht).
  • Apologetische Stoßrichtung: Entweder es gibt Offenbarung oder nicht; doch gelebte Praxis zeigt, dass Menschen so handeln, als gäbe es sie – eine Einladung zum „kulturellen“ Umdenken.