Input: Sich an der Glut des intensiven Nachdenkens wärmen

David Mathis in seinem Buch Geistliche Gewohnheiten (Kapitel 3) beschreibt, was Meditation im christlichen Sinne ist und wie sie eine Brückenfunktion in unserem geistlichen Leben innehat.

Was christliche Meditation ist

  • Biblische Meditation ist “tiefes Nachdenken über die Wahrheiten und geistlichen Wirklichkeiten der Schrift zum Zweck des Verstehens, der Anwendung und des Gebets” (D.S. Whitney).
  • Sie unterscheidet sich grundlegend von östlicher Meditation: Nicht Gedankenleere, sondern Gedankenfülle – das langsame Kauen der Worte Gottes, bis deren Bedeutung im Herzen spürbar wird.
  • Christliche Meditation ist von Evangelium geleitet, durch Schrift geformt, auf den Heiligen Geist angewiesen und im Glauben vollzogen.

Biblische Belege und Kirchengeschichte

  • Jos 1,8 verbindet Gottes Auftrag zur Standhaftigkeit direkt mit der Meditation: “Du sollst über dieses Buch des Gesetzes nachsinnen Tag und Nacht.”
  • Ps 1,1-2 und Ps 119 bezeugen, dass Meditation nicht Ausnahme, sondern Grundlage des gottseligen Lebens ist – “sein Gebot ist meine Betrachtung den ganzen Tag” (Ps 119,97).
  • Die Puritaner erkannten Meditation als das “fehlende Glied” zwischen Bibelinput und Gebet: “Das Wort nährt die Meditation, die Meditation nährt das Gebet.” (Thomas Manton).

Meditation als Brücke

  • Die Funktion der Meditation: Man erwärmt sich an der Glut der göttlichen Wahrheit und überbrückt damit den Übergang vom Hören Gottes (Wort) zum Sprechen zu Gott (Gebet).
  • Praktisch geschieht das so: Zunächst Bibellesen, eine Phrase oder einen Vers auswählen, mit Stift oder Tastatur vertiefen, das Gefühl für die Bedeutung cultivieren, und aus der Meditation heraus ins Gebet übergehen.
  • Der Autor empfiehlt die Meditation als Höhepunkt der täglichen Andacht und als primäre Brücke zu allem weiteren.