Louis Markos beschreibt in Passing the Torch: An Apology for Classical Christian Education (S. 7-11) eindrücklich, wie wir Menschen geschaffen sind und was dies für seine Bildsamkeit bedeutet. Die einzelnen Punkte sind ergänzt mit biblischen Belegstellen.
1. Wir sind «nobel» – geschaffen im Bilde Gottes Der Mensch trägt göttliche Würde in sich, die jeden unabhängig von Leistung wertvoll macht. Bildung respektiert diese Würde, indem sie Schüler als Ebenbilder Gottes behandelt, nicht als zu formende Rohmasse.
Gen 1,27; Ps 8,5-7; Jak 3,9
2. Wir sind Verstandeswesen – zur Wahrheit berufen Als denkende Wesen können wir abstrakt denken, argumentieren und Wahrheit erkennen. Bildung muss kritisches Denken kultivieren und auf objektive Wahrheit ausrichten.
Joh 8,32; Röm 12,2; Spr 2,6
3. Wir sind emotional – mit trainierbaren Affekten Emotionen sind wesentlich für unser Menschsein. Bildung formt die Affekte, damit Schüler lernen, das Gute zu lieben und das Böse zu hassen. Literatur und Geschichten sind hierfür zentral.
Ps 97,10; Röm 12,9; Phil 4,8
4. Wir sind volitional – wählend und verantwortlich Willensfreiheit bedeutet moralische Verantwortung. Charakter entsteht durch wiederholte gute Entscheidungen. Bildung bereitet auf aktives, verantwortliches Leben vor, nicht auf passives Opferdasein.
Jos 24,15; Gal 6,7-8; 5Mose 30,19
5. Wir sind körperliche Wesen – Leib und Seele vereint Der Mensch ist verkörpertes Wesen. Ganzheitliche Bildung umfasst Körper und Geist; Handwerk, Kunst, Sport gehören zur vollständigen Bildung ebenso wie das Kognitive.
1Kor 6,19-20; Röm 12,1; 1Thess 5,23
6. Wir sind kreativ – Mitschöpfer nach Gottes Bild Menschen schaffen Ordnung, Harmonie und Schönheit aus Chaos. Diese kreative Kapazität spiegelt unsere Gottebenbildlichkeit. Bildung kultiviert diese schöpferische Dimension durch praktische Künste.
Gen 1,28; 2Mose 31,3-5; Kol 3,23
7. Wir sind sozial – Gemeinschaftswesen Der Mensch ist für Beziehungen geschaffen. Bildung geschieht in Gemeinschaft durch Dialog, gemeinsame kulturelle Tradition und wechselseitiges Lernen, nicht in Isolation.
1Mose 2,18; Hebr 10,24-25; Pred 4,9-10
8. Wir sind Mitschöpfer – In Gottes grosser Geschichte Menschen verstehen ihr Leben als Geschichte innerhalb der größeren Heilsgeschichte. Bildung nutzt die Macht des Narrativs, um Identität, Bedeutung und Zweck zu vermitteln.
Ps 78,3-7; Lk 24,27; Offb 21,5
9. Wir streben nach Gott – Unruhig bis wir in Ihm ruhen Der Mensch sehnt sich nach dem Transzendenten. Bildung formt die Seele zur Ausrichtung auf das Gute, Wahre und Schöne – letztlich auf Christus als deren Erfüllung.
Pred 3,11; Ps 42,2-3; Mt 5,6