Letztens wurde ich anlässlich meines E21-Workshops in Hamburg über KI interviewt. Hier meine Antworten:
Interviewer: Künstliche Intelligenz verändert unsere Gesellschaft rasant. Warum sollten Christen lernen, KI für Gemeinde und Mission zu nutzen?
Hanniel Strebel: Weil Gott auch dieses Potenzial in seine Schöpfung hineingelegt hat. In seiner Vorsehung liess er diese technologische Innovation über Generationen schrittweise entstehen.
Christen gehören oft zu den ersten, die neue Technologien einsetzen. So bringen Satelliten seit Jahren tonnenweise gutes Material in Regionen, in denen viele Christen verfolgt werden. Theologische Apps transportieren Tausende Schätze der Kirche direkt aufs Smartphone. Und jetzt helfen Sprachmodelle, die Bibel und christliche Klassiker in andere Sprachen zu übertragen. In unseren Gottesdiensten lassen sich chinesische, ukrainische und iranische Besucher Gespräche per Audio in ihre Muttersprache übersetzen.
Ich selbst nutze KI täglich für Gemeinde und Mission: Nach der Bibellese greife ich auf exegetische Quellen zu, forme komplexe philosophische Texte in sokratische Dialoge um oder transkribiere eigene Podcasts, Predigten und Vorträge.
Interviewer: Gleichzeitig macht KI es schwerer, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Was können Christen dagegen setzen?
Hanniel Strebel: Ich setze grundsätzlicher an. Wir Menschen sind empfänglich für Spektakel. Unsere Aufmerksamkeit wird davon magnetisch angezogen. Das beginnt schon beim Baby, das jeder Bewegung folgt.
Darum ist Aufmerksamkeitslenkung eines der Schlüsselthemen unserer Zeit – für alle Generationen. Wir brauchen eine Gegenkatechese, die dauerhafte gesunde Speisung unseres Inneren. Wir müssen täglich bewusst füttern, was wir denken, fühlen, begehren und lieben.
Theologisch ausgedrückt: Es braucht die Heiligung unserer täglichen Gewohnheiten und eine Ernährung mit gesunden Inhalten. Das ist der beste Schutz gegen Unwahrheit.
Moderator: Wie viel Smartphone und KI ist denn überhaupt ratsam?
Hanniel Strebel: Die Frage nach dem „Wie viel?“ ist leicht messbar, aber oft nur eine Verlegenheitsantwort auf neue Technologien.
Die tiefere Frage lautet: Wohin zieht mich mein Herz? Danach: Für wen tue ich es? Dient es nur mir selbst? Dann: Was konsumiere ich? Und erst danach kommt die Frage nach der Menge.
Wer diese Reihenfolge umkehrt, läuft viel eher Gefahr, sich zu verlieren.