Zitat: Dringend benötigte Medienkompetenz für Menschen Ü60

In meinem KI-Workshop an der E21-Konferenz sparte ich nicht an klaren Worten zur kaum thematisierten Gefahr der Neuen Medien für Rentner:

Digitale Prägung ist kein Jugendproblem, sondern betrifft jede Generation. Hören wir also auf, auf die Jugendlichen zu zweigen. Gerade der Ruhestand kann neue Gefährdungen schaffen, weil plötzlich viel unverplante Zeit entsteht und YouTube, Social Media oder Messenger unmerklich den Tagesrhythmus die Herrschaft übernehmen können.

Entscheidend ist nicht nur, wie viel Zeit ältere Menschen online verbringen, sondern was diese Inhalte mit ihrer Aufmerksamkeit anstellen und ihr Begehren umzuformen beginnen. Wer sich täglich stundenlang von Empörung, Angst, Nostalgie, Verschwörungserzählungen oder seichter Zerstreuung füttern lässt, wird innerlich geformt, oft ohne es zu merken.

Der Aufbau von Medienkompetenz ist unerlässlich: Quellen prüfen, Reizmechanismen erkennen, Pausen einüben statt digitale Inhalte ungefiltert ins Herz einzulassen. Besonders wichtig ist die leibliche Gegenbewegung: reale Begegnungen, Gemeinde, Spaziergänge, Besuche, gemeinsames Essen, Gebet und Gespräche dürfen nicht durch Bildschirmkonsum ersetzt werden.

Eine christliche Medienethik fragt deshalb nicht zuerst: „Darf ich das schauen?“, sondern: „Wohin zieht es mein Herz? Welche Gewohnheiten entstehen daraus?“ KI und digitale Medien können auch für Ältere ein Segen sein, etwa zur Kommunikation, zum Lernen, zur Bibelarbeit oder zur Verbindung mit anderen Menschen. Sie werden aber gefährlich, wenn sie Einsamkeit nur betäuben, statt echte Gemeinschaft zu fördern.