Zitat der Woche: Ein funktionierendes System zu verschlechtern entweiht die Perfektion

Ab und zu “grase” ich beim Lesen links und rechts. Nach 50 – 100 Seiten habe ich oft genug von solchen Berichten. Aus Google – Mitarbeiter Nr. 59 (S. 12f):

(Die Gründer von Google) glauben nicht an die Methode, der tatsächlich benötigten Information unnötigen Mist beizufügen. Deshalb gab es bei Googles Suchergebnissen auch keine blinkenden Werbebanner. Die Google.com Homepage ist auch nicht zugekleistert mit Links zu anderen Serviceleistungen von Google. Und wir vermischen die Suchergebnisse nicht mit Anzeigen, wie es unser Wettbewerber … zu tun pflegte. Ein funktionierendes System zu verschlechtern entweiht die Perfektion.

… (als Beispiel) ‘Vielfliegerprogramme sind teuflisch … sie bieten Geschäftsreisenden einen Anreiz, nicht die preisgünstigsten und direktesten Flüge zu nehmen, damit sie mehr Punkte sammeln können. Den Arbeitgebern entstehen dadurch höhere Kosten und die Mitarbeiter verschwenden Zeit beim Fliegen.’ …. Effizienz. Sparsamkeit. Integrität. Hätte man das auf eine Flagge gestickt, hätten die meisten Googler vermutlich salutiert.

Zitat der Woche: Fette Pferde wollen manchmal nicht arbeiten

Meine Frau las mir den Ausschnitt aus der Predigt “Und David blieb in Jerusalem” von Charles Spurgeon vor (in Wachet und betet, S. 52f):

Ach, liebe Freunde, wenn es einem Christen gut geht, ist es eine schlimme Zeit für ihn, falls er nicht auf seinem Wachtturm steht. ‘In allen Zeiten unseres Wohlstandes erlöse uns, Herr, unser Gott.’ Wenn ein Mann arm ist, wenn er krank ist, wenn seine Vermögensverhältnisse unsicher sind, so hat er Gnade nötig. Aber wenn er reich ist, wenn sein Geschäft blüht, seine Familie gesund ist und alles gut geht, dann hat er Gnade auf Gnade nötig. Es ist schwer, an hohen Orten zu stehen. Der Kopf wird schwindlig, wenn man hinabblickt. Es ist nicht leicht, einen vollen Becher mit einer festen Hand zu tragen. Sanfte Pfade sind schlüpfrige Pfade. Hüten wir uns, damit wir nicht, wie Israel, wenn wir satt und fett werden, uns von Gott abwenden und seinen Bund brechen. Sommerwetter erzeugt Fliegen, und schönes Wetter in der Seele bringt die Übel und Schäden unserer Natur hervor. Die Wärme brütet die Basiliskeneier aus, und die Wärme des Wohlergehens bringt die jungen Schlangen der Sünde zum Vorschein. Sehet zu, dass ihr nicht wie David euch weigert, in die Schlacht zu ziehen, weil es euch in der Welt gut geht.

Was die Gefahr noch grösser machte: David hatte jetzt die Gelegenheit, allen Luxus des Lebens zu geniessen. Er war nicht mehr der einfache Hirte, der eine Brotrinde aus seiner Hirtentasche zog, nicht mehr der Anfänger einer verachteten Schar, der den Beistand von so filzigen Landbesitzern wie Nabal suchen musste. Das Fett des Landes war sein. Das Öl wie Wasser, die Weinberge Ephraims, das Korn Judas und die Köstlichkeiten, die aus der Ferne, von Tyrus und Sidon gebracht wurden, alles gehörte ich. Er konnte sich in Purpur und feine Leinwand kleiden und alle Tage herrlich und in Freuden leben: und das war’s, warum seine Seele mager wurde, während sich das Fleisch gütlich tat. Fette Pferde wollen manchmal nicht arbeiten. Zu gut gefütterte Vögel wollen nicht singen, und so geschieht es, dass, wenn wir die Reichtümer der Erde frei geniessen können und die Segnungen aus dem Füllhorn göttlicher Freigebigkeit ausgeschüttet sind, wir uns weigern, das Werk des Herrn zu tun und wie David nicht in den Krieg zu ziehen.


Predigt: Der gestrenge Gott und die Hoffnung auf Erneuerung (Jesaja 63-65)

Bewegt hörte ich mir gleich zweimal die Predigt von D. A. Carson über Jesaja 63,15-65,12, enthalten in der wunderbaren Bibliothek von The Gospel Coalition, an. Was spricht mich an?

  1. Die sorgsame, packende Lesung des Textes; man merkt, dass der Autor die Bibel liebt und Gottes mächtiges Wirken erwartet.
  2. Das aufmerksame Paraphrasieren des Textes: Was sind wiederkehrende Themen, Begriffe, Argumentationsstränge?
  3. Angekündigte und begründete Exkurse zur biblischen Heilsgeschichte bzw. zum AT im NT (Mt 11) ab Minute 20.
  4. Die unmittelbaren, treffenden Anwendungen (Minuten 30, 40, 46, 50). Es handelt sich Brücken, die aus der Auslegung des Textes heraus entstehen und im Kontext des 21. Jahrhunderts platziert werden.
  5. Der Umgang mit den Metaphern: Unvergesslich bleibt mir der Ausdruck “Eichen der Gerechtigkeit”, die in Kontrast zum “Rohr im Winde” gesetzt wird.
  6. Der wiederkehrende feinsinnige Humor, der nicht um des Sprechers, sondern des Textes willen angebracht werden (um die Pointen herauszuarbeiten).
  7. Die seltenen, aber passenden Sprechpausen, um das Argument wirken zu lassen.

Vortrag: Depression und fehlendes Werterleben

Alfried Längle gehört zu den weltweit erfahrensten Therapeuten mit den meisten Therapiestunden. Er beschreibt in seinem Vortrag zur Depression feinfühlig (ab Minute 28):

Je depressiver ich bin, desto mehr verliert das Leben an Wert. Ich mag nicht mehr leben. Dadurch sprechen mich die Werte weniger an und erreichen mich nicht mehr. Der schwer Depressive erträgt nicht einmal mehr die Sonne und den schönen Frühlingstag. Er schliesst die Läden, weil es ihn schmerzt. Er kann sich nicht mehr von Werten nähren. Es geht also stets um eine Reduktion des Werterlebens.

Das Erleben mit Werten macht nur noch agressiver, weil es so unerträglich ist. Es ist – im Vergleich – so, wie wenn man kalt gefrorene Hände mit heissem Wasser behandelt. Es bringt in Aufruhr, Empörung, Ablehnung. Dies ist wichtig für Angehörige zu wissen. Sie wollen dem Depressiven etwas Gutes tun und erreichen genau das Gegenteil: Sie fügen ihm Leid zu.

Es ist für den Depressiven also schwierig, eine positive Beziehung in Empfang zu nehmen. Er weiss, dass die fehlende Lebensfreude eine schwere Last ist und möchte nicht, dass aus dem Unglück in der Umgebung noch mehr Unglück entsteht.

Input: Der dünne Anstrich von Wissenschaftlichkeit

Thomas Schirrmacher zeigt anschaulich auf, weshalb der emotional und rhetorisch besetzte Ansatz von Siegfried Zimmer mich nicht im Ansatz überzeugt. Ich lese lieber “richtige” wissenschaftliche Werke aus diversen Fachbereichen.

  1. Zimmer argumentiert meist sehr emotional, nicht mit belegten Argumenten oder Forschungsergebnissen.
  2. Zimmer stellt seine Sicht immer als die reine Sicht der Wissenschaft dar, für die Gegenposition zitiert er aber nie Wissenschaftler, die sie vertreten, sondern lässt verängstigte ‚Laien‘ auftreten.
  3. Zimmer stellt Andersdenkende pauschal als ungebildete, unwissende und fromme Angsthasen dar.
  4. Lange bevor eine solche Sprache in den Kommentarspalten der Internetmedien Alltag wurde, benutzte Zimmer eine große Bandbreite spöttischer Formulierungen gegenüber Andersdenkende.
  5. Zimmer tut so, als wäre seine jeweilige Sicht die eine, wahre Sicht der Wissenschaft und alle Andersdenkenden teilten sie nicht, weil sie unwissend seien und mit der Wissenschaft auf Kriegsfuß stünden. Er wird damit der Vielfalt der Positionen auch im Bereich der nicht-bibeltreuen Theologie nicht gerecht, denn zumeist ist seine Position auch im nicht-bibeltreuen nur eine Position unter vielen.
  6. Zudem sind Zimmers Positionen zumeist die Standardpositionen aus den Jahrzehnten seiner Studienzeit und anfänglichen Dozentenzeit, nicht aber der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion.
  7. Siegfried Zimmer springt in seiner Argumentation ständig zwischen verschiedenen Themen hin und her, statt bei den Argumenten pro und contra zum Thema zu bleiben, und vermischt gerne die Diskussion über den Befund der Evangelien mit modernen Fragestellungen und Forderungen.

Ich weise zudem auf Markus Tills Analyse verschiedener Worthaus-Vorträge in GuDh 1/2020 hin.

Es gibt mittlerweile eine ganze Anzahl von Analysen zu Vorträgen; dass sich emotional Besetztes besser absetzen lässt, erstaunt mich nicht. Die “evangelikale Konditionierung” der letzten Jahre war eindeutig “Emotionalismus”.

VD: JT

Publikation: Kommentar zum Heidelberger Katechismus

Es ist vollbracht. Nach meiner Serie zu sämtlichen Bibelbüchern (“Vogelflüge”) habe ich zu den 129 Fragen und Antworten des Heidelberger Katechismus einen 75-teiligen Kommentar (total 18 Stunden) aufgenommen. Meine Vogelflüge startete ich übrigens auf einer Wanderung im Berner Oberland; die ersten Folgen meines Heidelberger Kommentars entstanden an einem regnerischen Tag in der Garderobe einer Badeanstalt am Zürichsee. Mit einigen Unterbrüchen arbeitete ich rund ein Jahr daran.

Dem Netzwerk Josia – Truth for Youth habe ich anlässlich der Fertigstellung ein Interview unter dem Titel “Was glaubt ihr Christen eigentlich?” gegeben. Darin erwähne ich eine – erschreckende – Fehleinschätzung, die uns unbewusst vor den Schätzen der Vergangenheit “bewahrt” bzw. uns des Zugangs beraubt:

Eine versteckte Vorannahme der heutigen Zeit ist die Meinung, dass wir uns gegenüber früher weiter entwickelt hätten. Das mag z. B. in technischen Belangen zutreffen. Doch wie C. S. Lewis in seiner Antrittsvorlesung in Cambridge 1954 treffend bemerkt hat, erleben wir eine beschleunigte Verabschiedung vom Christentum. Wir sind faktisch zum Neuheidentum zurückgekehrt. Das macht die Auseinandersetzung mit den christlichen Grundlagen umso dringender.

Blogger Sergej hat den Kommentar übrigens auf Spotify (Stichwort “Heidelberger Katechismus”) und Apple Podcasts verfügbar gemacht.

Hanniel hirnt (278): Fromme Ignoranz

«Ich kenne keine Bibelstelle, die uns zur ‘ideologiekritischen Ertüchtigung’ oder Medienkomeptenz anleitet.» Gefährlich-fromme Argumentationsfigur, behaupte ich. In diesem Podcast (13 Minuten) liefere ich eine kurze Begründung.

Wer so argumentiert, 

  1. vernachlässigt die Lehre der Schöpfung (er trennt letztlich die Gnade von der Natur)
  2. überschätzt und unterschätzt zugleich den Einfluss der Sünde, wenn er sich einerseits zurückzieht und sich andererseits in «frommer Ignoranz» übt
  3. klammert Lebensbereiche weitgehend von der Heiligung aus

Fromme Ignoranz weicht nur zu bald der Wucht der Überforderung. Die «offene Hintertür» wird zum «Einfallstor des Feindes». Der dreieinige Gott stellt Menschen durch seine Gnade wieder her. Als Erstlingsfrüchte ist unsere Wiederherstellung erst unvollständig, doch trotzdem sichtbar.

In meinem Grundsatzvortrag «Wie das Smartphone unser Leben verändert» (60+ Minuten) begründe ich, weshalb Christen Charakterführerschaft (im Sinne der Heiligung) übernehmen sollten. Wie sich das im Laufe eines Jahres durch das Etablieren neuer Gewohnheiten bemerkbar machen könnte, habe ich in meinem Ebook «Smartphone» beschrieben.

Input: 20 Fakten über das Leben von Karl Marx

Der bedeutende Historiker Paul Johnson über Marx (in Intellectuals, S. 52-81):

a) Werk

  • «Wissenschaftlich» war die stärkste Ausdrucksweise, um sich von seinen vielen Feinden abzusetzen.
  • Sein gesamtes Werk trägt die Kennzeichen einer Studie des Talmud: Es ist im Wesentlichen ein Kommentar, eine Kritik am Werk anderer in seinem Feld.
  • Der Poet in Marx war wichtiger als gemeinhin angenommen wird. … Marx war, kurz gesagt, ein eschatologischer Autor vom Anfang bis zum Ende.
  • Für Marx war die Planung, selbst das Schreiben eines bedeutenden Buches nicht nur schwierig, sondern eine Unmöglichkeit. Sogar Das Kapital besteht aus einer Serie zusammengeschweisster Essays ohne echte Form.
  • Seine grösste Gabe war der polemische Journalismus.
  • Journalistische Aphorismen sind die Highlights seines Werks, akademischer Jargon sein Ballast.
  • Marx’ Erklärung darüber, was an der Welt falsch ist, kann man als eine Mischung aus Studenten-Café-Antisemitismus (seiner Tage) und Rousseau zusammenfassen.
  • Marx schaffte es selbst beim Politisieren von Ereignissen philosophischen Jargon zu benützen.
  • Marx hatte eine ambivalente Haltung zu Fakten, so wie er sie zu Hegels Philosophie hatte.
  • Er war unwillig die Arbeitsbedingungen der Industrie aus erster Hand zu untersuchen – warum sollte er auch?
  • Er verwendete Erst- und Zweithandquellen mit grosser Nachlässigkeit. … (Man kann von einem) systematischen Missbrauch von Quellen (sprechen).

b) Person 

  • Der Unterton von Gewalt innerhalb des Marxismus war eine Projektion des Mannes selbst.
  • Marx stritt sich mit jedem, mit dem er sich verband.
  • Viel Zeit verwendete er dafür, Dossiers über seine politischen Rivalen und Feinde zu sammeln.
  • Er tendierte dazu zu denken, dass moralische Gesetze auf ihn keine Anwendung finden würden.
  • Er führte ein ungesundes Leben: Wenig Bewegung, Verschlingen von scharfem Essen in grossen Mengen, starkes Rauchen, häufiges Trinken. Er wusch sich selten. 
  • (Ein britischer Gesandter in Berlin um 1850) Er hat keinen geregelten Tagesablauf, liegt oft mittags bekleidet auf dem Sofa. Es gibt kein sauberes und solides Stück im Haushalt.
  • Zentral für seinen dauernden Hass und seine Frustration war sein inkompetenter Umgang mit Geld.
  • Er nahm jeden Menschen in seinem Umfeld aus, vorab seine Familie und seinen Freund Engels (von dessen Einkünften mehr als die Hälfte an Marx ging).
  • Er beutete seine Töchter aus; alle drei hatten enorme Probleme mit Männern. Die zwei Töchter nahmen sich als Erwachsene das Leben. Zudem hatte Marx (höchstwahrscheinlich) eine uneheliche Beziehung zur Hausangestellten, die der Familie lebenslang diente. Den Sohn aus dieser Beziehung sah er lebenslang nie.

Hanniel hirnt (277): Grundangst – Rückblick auf drei Monate Corona-Krise

Was habe ich in den letzten Wochen nicht alles gelesen: Zeitungsartikel, Einschätzungen von medizinischen und wirtschaftlichen Experten; ich verfolgte einige engagierte Diskussionen unter Christen. Hier meine 10 Cents im Rückblick. Ich sehe die Reaktion auf die Krise als Spiegelbild unserer Grundangst.

  1. Ein kleiner Käfer mit grosser Wirkung: Die Krise stimuliert Verbesserungen auf breiter Front (dank Gottes allgemeiner Gunst); gleichzeitig offenbart sie die Tendenz zu Hybris (Überheblichkeit). Meine Lesetipp: Hesekiel 26-28.
  2. Drei Beobachtungen (“wie es mir erscheint”): Spitäler z. T. voll, z. T. leer; 1400 Personen holen Gratis-Lebensmittelpakete ab; Patienten mit Todesängsten, Rüstige sterben.
  3. Die Überraschung: Der Staat verteilt in nie gekannter Geschwindigkeit Gelder zur Leidminderung; Spiegel der Anspruchsgesellschaft?
  4. Heute angezapft, übermorgen berappt: Wir verteilen die Substanz zukünftiger Generationen.
  5. Staatenlenker handeln – scheinbar – unter Gruppendruck.
  6. Experten übernehmen sichtbar die Rolle von Rettern.
  7. Ich nehme mit eigenen Entscheiden dauernd Stellung zum Geschehen.
  8. Manchen erscheint das Verhalten der christlichen Gemeinden als symptomatisch: Vorauseilender Gehorsam, kein Rückgrat. Der Staat greife ohne Widerstand auf das Hoheitsgebiet der Kirchen ein. (Ich äussere zwei Einwände.)
  9. Wir haben uns an widersprüchliche Argumente gewöhnt. Konsistenz ist zur Ausnahme geworden.
  10. Ich bin gefordert in Demut zu wachsen – als ängstlicher Typ, Angehöriger der Risikogruppe und Mitarbeiter in Spitälern.

Zum Beitrag (23 Minuten).

Unbedingt zum Lesen empfohlen auf diesem Hintergrund: “Wie der Westen (wieder) erreicht werden kann”. Tim Keller hebt das “Angebot” des christlichen Glaubens hervor:

  • einen Sinn im Leben, der nicht durch Leid zerstört (wohl aber vertieft) werden kann;
  • eine Erfüllung, die nicht von den Umständen abhängt;
  • eine Freiheit, die wahre Gemeinschaft und Liebesbeziehungen nicht zu oberflächlichen Transaktionen macht;
  • eine Identität, die nicht fragil ist und nicht auf Leistung oder Ausgrenzung basiert;
  • eine Möglichkeit, mit Schuld umzugehen und ohne einen anhaltenden Beigeschmack von Bitterkeit oder Scham zu vergeben;
  • eine Grundlage für das Streben nach Gerechtigkeit, ohne selbst zum Unterdrücker zu werden;
  • eine Möglichkeit, nicht nur der Zukunft, sondern sogar dem Tod mit Gelassenheit und Frieden entgegenzugehen.

Zitat der Woche: Wenn alles eine Frage der Meinung ist

Robert Maynard Hutchins (1899–1977), zitiert im lesenswerten Buch “The Year of Our Lord 1943: Christian Humanism in an Age of Crisis” von Alan Jacobs:

Was ist die Basis der Prinzipien von Recht, Gleichheit und Gerechtigkeit? Um überhaupt an diese Prinzipien glauben zu können, müssen wir zunächst einmal glauben, dass es so etwas wie Wahrheit gibt und dass wir sie in diesen Dingen entdecken können. …

Positivismus und Pragmatismus hinterlassen bei uns “ein kolossales Durcheinander von Mitteln und Zielen”. Reichtum und Macht werden zum Zweck des Lebens”, denn der Bereich des Wertes ist der Bereich der Meinung, in dem ich nichts anderes als einfache Rechtfertigungen für meine Wünsche suche. …

Wenn alles eine Frage der Meinung ist und wenn jeder Mensch ein Recht auf seine eigene Meinung hat, wird Gewalt zum einzigen Weg, Meinungsverschiedenheiten beizulegen. Und natürlich, wenn der Erfolg der Prüfstein der Richtigkeit ist, steht das Recht auf der Seite der stärkeren Bataillone.