Input: Der weniger berühmte Bruder

Er stand viel weniger im Rampenlicht als sein Bruder C. S. Lewis. Von Kindheit an verband die beiden Brüder eine enge Freundschaft.

Beide kamen für eine Zeitlang vom christlichen Glauben weg – und wurden fast zeitgleich wieder dahin zurückgeführt. Joel D. Heck in seinem biografischen Aufsatz:

In December 1922, Jack‘s diary notes a comment from Warren, who had stated that day that reality never came up to our dreams. Here Warren was actually expressing what Jack later described as Joy, a longing for another world. During his Army service, while on his way home to settle his father‘s estate, Warren stood in front of the Great Buddha of Kamakura, Japan, and as a result became more deeply convinced of the truth of the Christian religion. Then, while on his first ever walking tour in January 1931, he commented to Jack that he was beginning to think that the religious view was true. On Christmas Day, 1931, Warren took Communion at the Bubbling Well chapel in Shanghai, the first time he had communed in many years and the same day that his brother communed for the first time since childhood. Less than a month later, he received a letter from Jack, which indicated that Jack had begun communing again. Jack traced his conversion to Christianity to September 28, 1931, about a week before Warren left for his last tour of duty in China. Thus, the two brothers returned to the Lord‘s Table at the same time.

Standpunkt: Theologische Reflektion zur Rassismusdebatte

Kevin DeYoung hat einige hilfreiche Überlegungen zur aktuellen Rassismusdebatte angestellt. Zunächst stellt er fest, wie komplex die Fragestellungen sind, z. B.

Are black men being killed at alarming rates by police officers, many of whom have been shaped by a policing culture of brutality and dehumanization? Or is there no evidence of anti-black disparities across shootings, and the basic premise that cops disproportionately kill black Americans is false? Or might the truth be somewhere in between, that the police use non-lethal force against blacks in greater numbers, but there are no racial differences in officer-involved shootings?

Dann fordert er zur theologischen Reflexion anstatt zum Pseudo-Expertentum auf.

My point is not to discourage Christians from caring about these things, becoming experts in these things, and working for change where change is needed. I am not calling for less engagement in the political and civic issues of our day. I am calling for more theological work to be done on a number of related issues. The issues swirling around us are not just about disputing policing data, about which the Bible says nothing. The issues are also about sin and guilt and holiness and justice, topics about which the Bible speaks an authoritative word.

Er stellt vier Themenkreise zur Diskussion:

  1. Die Bedeutung der Ebenbildlichkeit Gottes
  2. Die Realität der Sünde
  3. Die Wichtigkeit der Heiligung
  4. Das Leben in der christlichen Gemeinschaft

Ich hebe zwei Bemerkungen aus dem vierten Teil heraus, nämlich die Aufforderung zu einem stillen Leben (Punkt 4).

First Thessalonians 4:8–12 is a forgotten passage in our day. But in a world that sometimes encourages violent upheaval, we need to hear Paul’s exhortation that the Thessalonians “aspire to live quietly” and “to mind [their] own affairs” (4:11). Clearly, Paul does not mean “be an island unto yourself” when he says, “mind your own affairs.” He commends the Thessalonians for their brotherly love and urges them to serve one another more and more (4:9–10). He doesn’t want us unconcerned for the needs of the body. At the same time, you get the distinct impression that working hard, providing for your family, and caring for the body of Christ is a life well-lived. Sometimes quiet faithfulness is the most revolutionary thing we can do.

Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen Online-Aktivitäten und dem realen Leben (Punkt 7):

When younger people say, “You need to do something” (whatever that something may be), they are often thinking about doing something online (making a statement, joining a hashtag, posting a symbolic gesture), and that’s one way to do something. But praying is also doing something. Educating yourself is also doing something. Raising kids in the fear and admonition of the Lord is also doing something. Giving money in secret is also doing something. Correcting and encouraging others in private is also doing something. Teaching and preaching and praying in public is also doing something. Being salt and light in the work place is also doing something. We should not think that the digital world is the only one that counts or that it is most important.

Standpunkt: Liberales Abtreibungsrecht ist pures Heidentum

Holger Lahayne hat einen sauber recherchierten und mit wichtigen Belegen gespickten Aufsatz zur Abtreibungsfrage verfasst. Es beginnt mit einer Darstellung der biblischen Ausgangslage.

In der gesamten Bibel wird unterstrichen, dass nicht nur (geborene) Kinder, sondern auch schon die Leibesfrucht ein Segen ist (Ps 127,3; 128,3.6; Gen 49,25; Dt 7,13; 28,4). Kinder haben im Mutterleib eine Beziehung zu Gott (Ps 51,5; 58,4; 71,6; 139,13–16; Job 31,15; Jes 44,2.24; Jer 1,5; Ri 13,5.7; Lk 1,15.41); Kinder in der Gebärmutter werden genauso bezeichnet wie die geborenen Personen (Gen 25,22; 38,27f; Job 1,21; 3,3.11f; 10,18f; 31,15; Jes 44,2.24; 49,5; Jer 20,14–18; Hos 12,3), bis hin zur Zeugung (Ps 51,5). Vielfach wird die personale Kontinuität  des Lebens vor und nach der Geburt ausgesagt (David: Ps 139,13; Jer 1,5; Johannes d.T.: Lk 1,24.26).

Der Blick in die Kirchengeschichte zeigt eindeutig:

Auch wenn daher die Bibel die Abtreibung nicht expressiv verbis verbietet – Christen und Juden waren sich (bis ins 20. Jahrhundert) praktisch alle einig, dass sie abzulehnen ist, und dies aus guten Gründen. Die klassische christliche Position wurde von evangelischen wie katholischen Christen vertreten. … Der Schutz von Kleinkindern und Ungeborenen gehört zum Kern der jüdisch-christlichen Kultur. Der Vorwurf, die Verschärfung der gegenwärtigen Abtreibungspraxis sei unzivilisiert,  ist aus historischer Perspektive Unsinn.

Wer noch weiter zurückblendet, stellt fest:

Die Gebildeten bewundern heute – mit Recht – die Philosophie der Griechen, sie bestaunen die Architektur der alten Ägypter, schwärmen von der Höflichkeit der Chinesen, vergöttern die Stronomie der Babylonier und rühmen die römische Staatskunst. Darüber wird leicht vergessen, daß all diese Hochkulturen völlig bedenkenlos den Kindesmord als Mittel der Geburtenkontrolle anwandten. (zit. H. Stein)

Fazit:

Ein liberales Abtreibungsrecht entspricht überhaupt nicht unserem traditionellen zivilisatorischen Erbe; es befindet sich in der Tradition der griechisch-römischen Zivilisation und muß fast 2000 Jahre überspringen. Wer ehrlich ist, sagt klar: dies ist pures Heidentum, und das ist uns lieber als der Gott der Juden und Christen mit seinen kleinlichen Vorschriften. Auch hier sehen wir wieder, daß es letztlich um die Wahl zwischen Religionen und Weltanschauungen geht. Und es zeigt sich mal wieder, wie schnell die Erinnerung an die eigene Geschichte verschüttet werden kann – mit entsprechenden Folgen.

Standpunkt: Atomisierte Ethik, abgelöst von der Weisheit der Vergangenheit

In seiner Vorlesungsserie “Ethics: A History of Moral Thought” stellt Peter Kreeft zu Recht fest, dass wir uns heute in der Kasuistik (Situationen/Fälle) verloren haben. Es fehlt uns die Besinnung auf die Fundamente der Ethik.

Beim Studium der Ethik gibt es einen Prozess, den man als “Arguing Forward” (Vorwärts argumentieren) bezeichnen kann. Diese Form des Denkens beinhaltet die Anwendung von Prinzipien auf Situationen. Die Der Fachbegriff dafür lautet Kasuistik (engl. casuistry). Wir können darunter die Lösung spezifischer Fälle aufgrund des Gewissens, der Pflicht oder bestimmten Verhaltens durch die Anwendung ethischer Grundsätze vorstellen. Fragen, bei denen man “vorwärts” argumentieren könnte, sind solche wie: Sind bestimmte Kriege gerecht? Ist Abtreibung gerecht? etc. Auf der anderen Seite (gibt es das) “Rückwärts argumentieren”. Bei dieser Form des Denkens geht es darum, die Grundlagen unserer Prinzipien zu erforschen. … Der Prozess des “Vorwärts-Argumentierens” erfordert nicht das Studium der Geschichte des ethischen Denkens, während “Rückwärts Argumentieren” dies erfordert. (Course Guide, Lektion 1)

Der Blick zurück lohnt sich. Dabei fällt auf, dass sich wesentliche Verschiebungen ergeben haben:

Für die Alten rangierte die Ethik an erster Stelle. Sie sahen Ethik als die wichtigste Komponente für ein gutes Leben an. Tugend wurde von ihnen als wesentlich erachtet, während sie für den modernen Menschen oft zum Nebengedanken geworden ist. Für die Menschen des Altertums war Moral kein Mittel zum Zweck, sondern der Zweck selbst. … In der ” antiken Weisheit ” steckt tiefer Respekt vor Tradition und Autorität. Für die Alten war die Idee der Konformität mit der Tradition keine negative Idee. In den letzten 500 Jahren jedoch hat die westliche Kultur Konformität zu einem sehr unpopulären Wort werden lassen. Überall haben sich neue Moralvorstellungen herausgebildet. Der Mensch glaubt heute oft daran, seine eigenen Werte zu schaffen. Unterschiedliche Kulturen schaffen unterschiedliche Werte. Die Alten waren keine Kulturrelativisten. Sie dachten, man könne ebenso wenig eine neue Moral schaffen oder erfinden wie ein neues Universum oder eine neue Farbe. Die Alten glaubten an Gehorsam oder eine Übereinstimmung mit der Autorität nicht im Sinne von “Macht”, sondern von “Güte”. Sie glaubten, dass Recht Macht macht, nicht dass Macht Recht erst schafft. (Course Guide, Lektion 2)

Das Hörbuch ist zu empfehlen, auch wenn Kreeft in einigen Fragen der thomistischen Ethik folgt. Dies zeigt sich z. B. in der Frage, wie Ethik und Religion zusammenhängen.

Input: C. S. Lewis’ Briefe in einem schwierigen Lebensabschnitt

Vor einiger Zeit habe ich ausschnittsweise Einblick in den Alltag von Lewis mit 50 Jahren gegeben. Vor kurzem las ich erneut seine Briefe von 1950 (enthalten in Volume 3, Narnia, Cambridge, and Joy, Seitenzahlen in Klammern) und habe einige “Snippets” zusammengestellt.

(Neujahrsgruss 1950, in einer schwierigen Lebenskurve) «I’m not liking the new year much so far, but wish you very well in it.» (3)

(über ein geplantes, nie realisiertes Buch mit Tolkien) “My book with Professor Tolkien–any book in collaboration with that great but dilatory and unmethodical man…” (5)

(Häusliche Sorgen: Einschläfen des alten Hundes) “Minto has at last allowed Bruce to be euthanised.» (13) (Minto im Heim, der Bruder nach Alkoholexzessen in einem Erholungsheim) «Warnie is now quite restored again. My daily visits to Minto are v. grievous to me.» (37) “Warnie is back in the Nursing Home again.» (42) (über die vergangenen schlimmen Jahre zu Hause) “She was for many years of a worrying and, to speak frankly, a jealous, exacting, and angry disposition.” (45) “The old lady’s retirement to a Nursing Home has made me a good deal freer in a small way. I can plan my days and count on some domestic leisure as I have not been able to do these last fifteen years.» (66) (über den inneren Zwiespalt) «I visit her, normally, every day, and am divided between a (rational?) feeling that this process of gradual withdrawal is merciful and even beautiful, and a quite different feeling (it comes out in my dreams) of horror.» (78)

(theologisch spekulativ) «(As I hope) the new earth contains beasts they will not be a mere continuation of (the present) biological life but a resurrection, a participation (to their appropriate degree) in Zoe.” (21)

(liest keine Biografien) “Have I confessed to you that an inability to read biography is one of my defects?» (26)

(über das Unbehagen mit zeitgenössischen Poeten) “I think what really separates me from all the modern poets I try to read is not the technique, with all its difficulties, but the fact that their experience is so very unlike my own.» (46)

(wenn das Schreiben einem überkommt) «The right mood for a new poem doesn’t come so often now as it used to. There is so little leisure, and when one comes to that leisure untried–well, you know, Ink is a deadly drug. One wants to write. I cannot shake off the addiction.» (56)

(Reaktion auf Lob) «I should need to be either of angelic humility or diabolical pride not to be pleased at all the things you say about my books.» (60)

(Äussere Frucht und innerer Antrieb) «The bad (natural) tree cannot produce good fruit. But oddly, it can produce fruits that by all external tests are indistinguishable from the good ones: the act done from one’s own separate and unredeemed, tho’ ‘moral’ will, looks exactly like the act done by Christ in us. And oddly enough it is the tree’s real duty to go on producing these imitation fruits till it recognises this futility and despairs and is made a new (spiritual) tree.» (62)

(Gefühle) «Obedience is the key to all doors: feelings come (or don’t come) and go as God pleases. We can’t produce them at will and mustn’t try.» (69)

Input: Sieben Kinder, Grossstadt, Alleinverdiener

Christoph Sprich, angestellt im Verband Deutscher Industrie, spricht über das Auskommen als Grossfamilie (zum Artikel). Sehr ehrlich und getränkt von einer christlichen Weltsicht. Ich hebe einige Punkte heraus:

In der Vorläufigkeit statt aus sicherer Distanz: “Meine Erziehungsarbeit ist noch längst nicht abgeschlossen. Meine Kinder sind heute zwischen fünf und 14 Jahre alt, keines geht seine eigenen Wege, der Erfolg des “Projekts” steht also noch aus.”

Gewöhnlich statt aussergewöhnlich: “Ich wohne mit meiner Familie in einer Standard-Plattenbauwohnung in Ost-Berlin und wir haben keine Putzfrau, Kindermädchen oder Großeltern, die uns bei den täglichen Aufgaben unterstützen.”

Abhängig: “Ohne Jesus Christus im Kommandostand könnten wir nicht durchkommen. … (Die fordernde Arbeit) geht schnell auf Kosten der Substanz. Aber wir müssen – und dürfen – auf die Kraft Gottes zurück greifen.”

Zusammenarbeit: “Auf einem Schiff muss jeder seine Rolle kennen und seinen Platz einnehmen. Gerade im Sturm geht es nicht mehr darum, wer welchen Rang hat, sondern darum, nicht abzusaufen.”

Bildung als Teil der Erziehung: “Wir sollten aber zumindest unsere Möglichkeiten nutzen, eine möglichst gute Schule für unsere Kinder zu finden und dabei auch vor Wohnortwechseln nicht zurückschrecken.”

Verzicht auf Eitelkeiten und Luxus: “Auf Statussymbole dürfen wir also getrost verzichten, statt dessen sagt Gott uns: “sinnt nicht auf hohe Dinge, sondern haltet euch zu den Niedrigen” (Hebräer 13,5). Nicht aus Not, sondern aus Überzeugung wähle ich deshalb Lidl statt Bio, C&A statt Markenkleidung und Second Hand statt dem neueste Modell.”

Ich wünsche unseren Ländern mehr solche Männer!

Input: Wenn die Bibellese nichts mehr mit meinem Gebetsleben zu tun hat

Ed Welch schildert anschaulich, wie er beim Lesen der Geschichte Simsons Halt machen und sich die Begebenheiten näher an sein eigenes Leben rücken durfte:

Sein Vater Manoah kommt als Stümper daher. Simsons erste Worte drehen sich darum, was er sah und was er begehrte: Er begehrte eine Frau der Philister, gegen den dringenden Rat seiner Eltern. „Diese nimm mir“ forderte er, „denn sie ist in meinen Augen die Richtige!“ (14,3; rev. Elb.) In meinen Augen das Richtige, oder in Gottes Augen das Richtige – das ist im ganzen Buch ein vorherrschendes Motiv – Simson ist dabei die Kopie eines Menschen, der dem nachjagt, was in seinen Augen das Richtige ist. Das nimmt die Ereignisse voller Gier, Dummheit und Rache vorweg, die im Verlauf folgen. Simson macht seinem eigenen Volk das Leben so schwer, dass es ihn dem Feind ausliefert. Selbst sein letzter Kraftakt war ein Racheakt gegenüber den Philistern, die ihm die Augen ausgestochen hatten (was für ein treffendes und ironisches Gericht über jemanden, der alles das wollte, was er sah). 

Kolumne: 7 Trends, die mich und meine Familie beeinflussen

Sag nicht, dass es früher besser war, meinte der König Salomo (Prediger 7,10). Dessen eingedenk beobachte ich anhaltend Trends, die mich selbst und meine Familie beeinflussen. Die Krux ist dabei, dass ich selbst ein Kind meiner Zeit bin (und bleibe).

Was ich für (über)morgen erwarteWie ich heute darauf reagiere
Digitalisierung: Selbstverständliche Online-Sozialisierung, insbesondere Verehrung von nicht persönlich bekannten Rollenmodellen; Vorgehensweisen für den Alltag holen (Dr. Google), zusammenhangslose Datenfetzen und GeschichtsvergessenheitVolles Alternativprogramm in der zusammenhängenden Realität (Haushalt, Garten, Musik, Literatur, Beziehungen) in frühen Jugendjahren; begleitete Gewöhnung der Heranwachsenden; Förderung des Zusammenhangswissens
Zerstreuung: Bewegte Stimuli, präpariert als Bildabfolgen mit passenden Geräuschen und Musik; dauernd verfügbar und während 24*7 Stunden konsumiertSelbstführung täglich thematisieren, z. B. Müdigkeit, flacher Atem, Überlastung im Kopf. Tägliches Gebet, dass die mir Anvertrauten inkl. ich selber nicht abirren.
Erkaltete Beziehungen: Kurzfristige Absagen, allein stehen gelassen werden, kaum gemeinnützige Arbeit, dafür «ich nehme mir»-MentalitätKlare Ansagen und Training der Fähigkeit zur Rückmeldung; Augenmerk auf «sich ausnützen lassen»; umgekehrt aktive Beziehungspflege mit Menschen aller Generationen, die dies anders leben
Unverbindlichkeit: Geringer Stellenwert von Versprechen, Gefühlsvereinbarungen dauern so lange wie das Gefühl; grosse Enttäuschung und Verletzung, wenn selbst davon betroffenReduktion des Programms inkl. langfristige Absagen/Abmeldungen; Hingabe an den Moment und bewusste Konzentration in Gesprächen; stehen bleiben und hinsehen, wenn ich Unverbindlichkeit erlebe (Sensibilisierung)
Scham- statt Schuldorientierung:Solange es niemand merkt, ist es ok. Unehrlichkeit auch in den engsten Beziehungen mit dem Resultat der Brüchigkeit. Tägliche Beispiele aufgreifen und erklären; ich setze mich und andere bewusst unangenehmen Situationen aus (z. B. fahren wir fast nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln).
Verachtung des Alters: Alterung muss um jeden Preis gebremst/vermieden/versteckt werden; dementsprechende Kleidung und Tätigkeiten Persönliche Beziehungen zu allen Altersgruppen; Lektüre von Biografien; Auseinandersetzung mit der eigenen Alterung und zunehmenden Begrenzung
Vermögensschere: Die einen können es sich leisten, die anderen nicht; Neid und Missgunst; Überschuldung wegen Status-SymbolenMinimalismus (weglassen, was ich nicht brauche); nur was ich weitergegeben habe, besitze ich wirklich; Sparsamkeit und eigene Projekte

Standpunkt: Fortschritt – wohin denn?

Trevin Wax stellt das progressive Paradigma zu Recht in Frage:

Das Problem ist natürlich, dass nicht jede Form des Fortschritt mit der anderen identisch ist. Eine Ehe kann im Laufe der Zeit geschwächt werden und das Paar kann sich dem Scheidungsgericht nähern. Der Alterungsprozess des Körpers führt allmählich zum Zerfall. Die Darstellung des Fortschritts einer Gesellschaft kann Bereiche des gesellschaftlichen Verfalls aufzeigen. Ist der fortschreitende Zustand von etwas ein Zeichen von Evolution oder Devolution? Diese Frage wird nur selten gestellt. Solange wir uns nicht auf ein Ideal – eine aufstrebende Vision einer bestimmten Art – einigen, sind wir nicht in der Lage, etwas als “Fortschritt” oder “Rückschritt” zu definieren.

Für diejenigen, die sich selbst als “fortschrittlich” betrachten, hat der Fortschritt nur eine Richtung – nach oben. Es ist ein Fortschritt in die richtige Richtung, ein Zeichen moralischer und gesellschaftlicher Evolution. Wir könnten diesen Fortschritt als Fortschritt mit großem P (engl. Progression) bezeichnen, da er einer Ideologie entspringt, die im Verständnis der Aufklärung verwurzelt ist, dass die Welt in dem Maße, wie sich das menschliche Wissen erweitert, zunehmend von Gerechtigkeit und Fairness, Frieden und Wohlstand geprägt sein wird. Wir haben den albernen Aberglauben und die geistlosen Dogmen der Vergangenheit abgelegt, während wir uns auf dem Weg zu einem wissenschaftlich fundierten utopischen Zustand der individuellen Freiheit von den moralischen Zwängen anderer Menschen bewegen.

Wenn man so gesehen den Weg zum Fortschritt in Frage stellt, setzt man sich den Kräften des Rückschritts aus. Wenn Sie es wagen zu sagen, dass die vorgeschlagene Utopie am Ende des Weges zum Fortschritt in Wirklichkeit ein dystopischer Alptraum ist, oder wenn Sie glauben, dass die anhaltenden moralischen Mängel der Menschheit (Sünde, Egoismus und dergleichen) unsere Erwartungen an die Errichtung einer perfekten Welt zügeln sollten, verraten Sie die Sache.

Standpunkt: Enttäuschung ohne Respektlosigkeit

Trump-Bashing ist in. Gründe gibt es genug. Brett McCracken stellt die wichtige Frage, wie unsere Generation dann navigieren kann, wenn sie mit der Generation ihrer Eltern nicht einverstanden ist.

Wenn Sie von der Politik Ihrer Eltern oder älterer Führungspersönlichkeiten frustriert sind, fragen Sie sich selbst: Wie kann ich trotz meiner Frustration den biblischen Geboten (nicht den Vorschlägen) folgen, sie zu lieben, zu ehren und zu respektieren (z. B. Lev 19,32; Mt 15,4; Eph 6,1-4; 1 Petr 5,5)? …

Wenn es den Anschein hat, dass unsere Eltern in eine Richtung radikalisiert werden, sind wir dann selbstkritisch genug, um zu erkennen, ob wir in die andere Richtung radikaler werden? Wenn wir uns darüber beklagen, dass unsere Eltern der Politik den Vorrang vor dem Glauben gegeben haben, sind wir dann so sicher, dass wir nicht auf dem Weg sind, dasselbe zu tun, nur mit einer anderen Politik? …

Es geht nicht darum, dass wir unsere Älteren niemals zurechtweisen sollten, sondern dass wir eine harte, scharfe und respektlose Zurechtweisung vermeiden sollten. Leider sind die sozialen Medien nicht oft ein gutes Forum für liebevolle und respektvolle – das heißt biblische – Zurechtweisung.