Predigt-Empfehlung: Gott sucht vor allem sich selbst

Ich habe mir die Werktagspredigt (wunderschöner Begriff) von Stefan Beyer zu 3. Mose 9,1 – 10,5 angehört.

Die Tatsache, dass wir dem alttestamentlichen Opferdienst befremdet gegenüber stehen, hängt – neben der kulturellen und zeitlichen Distanz – vor allem damit zusammen, dass wir dem Gedanken des Opfers und der Sühne entwöhnt sind. Stefan beispielhaft: Weshalb wenden sich manche Gottesdienstbesucher innerlich schon bei der Textlesung ab? Weil sie der Text (scheinbar) nicht unmittelbar angeht. Weit gefehlt! Es gibt nichts Wichtigeres als Gott zu erkennen. Dies ist unser eigentlicher Lebenszweck.

Beyer zitiert passend Geerhardus Vos zum Begriff der Heiligkeit (in Theology Proper, Frage 87 und 88):

Wie können wir die Heiligkeit Gottes beschreiben? Sie ist die Eigenschaft Gottes, durch die er sich selbst als das höchste Gut sucht und liebt, und die als vernünftige Güte von den Geschöpfen verlangt, ihm geweiht zu sein.

Kann man rechtmäßig die Liebe Gottes die zentrale Eigenschaft seines Wesens nennen, nach der alle anderen klassifiziert werden müssen? Nein, denn alle Eigenschaften sind Gottes Wesen. Ferner tun Theologen, welche die Liebe Gottes zur zentralen Eigenschaft machen, dies zu Lasten anderer Eigenschaft, z.B. Heiligkeit, als ob Gott nichts anderes wäre als reine aufopfernde Liebe. Die Schrift lehrt uns, dass es solch eine aufopfernde Liebe in Gott gibt, aber gleichzeitig lehrt sie, dass es mehr als diese Liebe gibt und dass sie auch dem höchstes Gesetz des rationellen Lebens von Gott untergeordnet ist, nämlich dass er vor allem sich selbst will und sich verherrlichen will.

Ich kann die Reformed Dogmatics von Geerhardus Vos übrigens zum Lesen empfehlen. Sie ist durchgehend im Frage-/Antwort-Modus aufgebaut.

Kolumne: Was katholische Messe und manche freikirchliche Gottesdienste gemeinsam haben

Anlässlich einer Exkursion nach Wien hatte ich am Sonntagmorgen die Gelegenheit, einer katholischen Messe beizuwohnen. Dieses Interesse war massgeblich dadurch getrieben, dass wir die Wiener Sängerknaben singen hören wollten. Sie führten Schuberts Messe in C-Dur auf.

Zusammen mit 100 anderen Touristen hauptsächlich aus dem asiatischen Raum wurde uns im hintersten Abschnitt der Wiener Hofburgkappelle Einlass gewährt. Den zahlenden Besuchern konnten vorab ihre Plätze einnehmen. (Es irritierte mich, dass für die Sitzplätze stattliche Beträge von bis über 50 Euro genommen wurden, dies neben der Kollekte.)

Nach dem feierlichen Einzug von über einem Dutzend jüngerer und älterer Männer, dem Verbeugen vor dem Bildnis und dem Kruzifix und dem Opfern von Weihrauch wurden zwei Texte aus dem Neuen Testament, aus Hebräer 4 zum Hohepriesterdienst von Jesus sowie der Predigttext aus Markus 12 zum Doppelgebot der Liebe in deutscher Sprache vorgelesen. Der Rest der Liturgie setzte sich aus in lateinischer Sprache gesprochenen Elementen und dem (wunderschönen) Gesang des Sängerknaben-Chores zusammen.

In diesem Beitrag geht es mir nicht um die Bewertung der Liturgie. Zum Hintergrund empfehle ich meinen ausführlichen Review-Essay, der mit Ausführungen zur Natur-Gnade-Kontinuität beginnt. Dieses Verständnis ist grundlegend auch für die katholische Gottesdienstpraxis.

Gespannt erwartete ich die kurze Predigt zum Doppelgebot der Liebe. Rhetorisch gekonnt, in kernigem Wiener Dialekt, wurde eine kurze Erläuterung vom weisshaarigen Magistraten vorgetragen. Die Botschaft, die am Ende in italienischer und englischer Sprache zusammengefasst wurde, bestand aus drei Teilen. Zuerst wurde betont, dass es im Prinzip nur ein Gebot sei (exegetisch begründet an der Einzahlform im Griechischen). Zweitens wurde die Liebe negativ definiert als etwas, das mehr sei als Gefühlsduselei. Es war dem Hörer überlassen zu mutmassen, ob er Liebe mit Willensakten gleichzusetzen habe.

Der dritte Punkt war theologisch der schwergewichtige. Die Liebe müsse täglich in jede Situation hinein appliziert (angewandt) werden. Wiederum folgte keine Erklärung, wie dies zu geschehen habe. Hingegen erging ein klarer Appell an den menschlichen Willen. Wer nämlich diese Liebe täglich lebe, sei nicht weit entfernt vom Reich der Himmel. Damit endigte die kurze Ansprache – und meine Geduld. (Lies: "Achte dich mal bei der nächsten Predigt, ob…")

Also: Kein Hinweis auf die Sünde und Erlösungsbedürftigkeit des Menschen; keine Erwähnung des stellvertretenden Opfertods von Jesus; kein Ruf zur Umkehr. In theologischen Begriffen ausgedrückt: Es wurde ausschliesslich das Gesetz verkündigt. Der Mensch muss täglich versuchen, die Liebe gegenüber Gott, dem Nächsten und sich selbst auszuleben. (Lies: "Ein Fundament aus Gnade, Wahl und Verdienst")

Ich wechsle die Szene. Wie oft habe ich einem freikirchlichen Gottesdienst beigewohnt und dieselbe Meta-Botschaft vermittelt bekommen! Will heissen: Der Mensch hat ein Problem. Er ist destabilisiert (schlechter Selbstwert) und kämpft mit mühevollen Beziehungen. Dann tritt Jesus als Freund in dein Leben, und alles wird besser. Der dritte Schritt besteht in einigen konkreten Tipps zur Verbesserung der Beziehungsfähigkeit. Denn die tiefste Bewertung der Gottesdienstbesucher besteht in der kurzen Meldung: „Es war nicht praktisch.“

Die Parallelen zwischen beiden Gottesdiensten sind, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind, verblüffend. Nein, es geht mir nicht um Weihrauch oder den Dampf der Nebelmaschine. Die Hauptbotschaft, die der Predigtbesucher über die Zeit eingehämmert bekommt, besteht in der Aufforderung ein besseres Leben zu führen! Kein Wort vom biblischen Evangelium. Zustände wie vor der Reformation.

Zitat der Woche: Jedes Ästlein der Bibel abgeklopft

Zwei Aussprüche Luthers über die Heilige Schrift (mir von meinem Dritten vorgelesen)

(Die Bibel sei) wie ein sehr großer weiter Wald, darinnen viel und allerlei Bäume stünden, davon man könnte mancherlei Obst und Früchte abbrechen. … Aber es wäre kein Baum in diesem Walde, daran er nicht geklopft und ein Paar Aepfel oder Birnen davon gebrochen und abgeschüttelt hätte.

Ich zwar hab nun etliche Jahr her die Bibel jährlich zweimal ausgelesen; und wenn sie ein großer mächtiger Baum wäre, und alle Wort wären Aestlein und Zweige, so hab ich doch an allen Aestlein und Reislein angeklopft und gerne wissen wollen, was daran wäre und was sie vermöchten, und allezeit noch ein paar Aepfel oder Birnlein heruntergeklopft.

Zur Sammlung der Tischreden geht es online hier, zur Reclam-Ausgabe hier.

Zitat der Woche: Luther im Galater-Kommentar zu guten Werken

Martin Luther wird (und wurde schon von seinen Gegnern) fälschlicherweise zugeschrieben, dass er die guten Werke abgelehnt hätte. Hören wir auf einige Stellen aus seinem Kommentar zu Galater (1531):

Wenn ich diese Gerechtigkeit in mir habe, steige ich von dem Himmel gleich wie ein Regen, der das Land befeuchtet, d. h. strebe hinaus in das andere Reich und tue gute Werke, so wie sie mir entgegenkommen. Wenn ich Diener am Wort bin, predigte ich, tröste die Kleinmütigen, verwalte die Sakramente; bin ich Hausvater, regiere ich mein Haus, die Familie, erziehe die Kinder zur Frömmigkeit und Ehrbarkeit; wenn ich Amtsperson bin, führe ich das mir von Gott anbefohlene Amt; bin ich Knecht, dann besorge ich treulich des Herren Sache. (27)

Nachdem wir den Glauben an Christus gelehrt haben, lehren wir auch von den guten Werken. Weil du im Glauben Jesus Christus angenommen hast, durch den du gerecht wirst, so gehe hin und liebe Gott und den Nächsten, rufe ihn an, sage Dank, predigt, lobe, bekenne Gott, tue wohl und diene dem Nächsten, tue deine Pflicht. Das sind wahrhaft gute Werke, die aus diesem Glauben und aus der empfangenen Heiterkeit des Herzens fliessen, da wir umsonst die Vergebung der Sünden durch Christus haben. (92)

Den Nächsten aber so heftig lieben, dass man bereit ist, für sein Heil Geld, Sachen, die Augen, das Leben und alles einzusetzen, schliesslich alle Widerwärtigkeiten geduldig zu ertragen etc., das alles sind sicher Kraftwirkungen des Hl. Geistes. (136)

Man wird leicht einsehen, dass das Gesetz nicht erfüllt ist, wenn es äusserlich und zum Anschauen getan ist, es kann nur im Geist erfüllt werden, d. h. es gilt in Wahrheit und vollkommen das zu vollbringen, was im Gesetz geschrieben ist. (153)

Wir müssen den Hl. Geist empfangen; durch ihn erleuchtet und erneuert, fangen wir an das Gesetz zu erfüllen, Gott und den Nächsten zu lieben. (154)

Der ist der wahre Täter des Gesetzes, der den Hl. Geist durch den Glauben an Christus empfangen hat und anfängt Gott zu lieben und dem Nächsten wohlzutun, so dass das Tun zugleich den Glauben einschliesst. (155)

So fordert in der Theologie das Handeln im voraus den Glauben. … Das gläubige Handeln ist ein anderer Kreis und sozusagen ein neues Reich gegenüber dem moralischen Handeln. (158)

Es muss also zuerst die Gesinnung erleuchtet sein durch den Glauben, bevor das Werk geschehen kann. Wenn aber die rechte Meinung und Erkenntnis Gottes zuteil geworden ist, gleichsam als neue richtige Gesinnung, dann werden diesem Glauben Fleisch und Körper des Werkes zuteil, so dass, was dem Glauben zugeschrieben wird, nachher auch den Werken zugeteilt wird, aber allein wegen des Glaubens. (161)

Buchrezension: J. I. Packer für eine neue Generation

Viktor hat eine wertschätzende Rezension zu meiner Einführung in Leben und Werk von J. I. Packer geschrieben. Danke!

Man merkt, dass Hanniel sich mit Packer nicht nur theoretisch auseinandergesetzt hat, sondern auch praktisch von Packer geprägt ist: er beschreibt im vorletzten Kapitel, was er persönlich von Packer gelernt hat.

Das trifft voll zu. Besonders geprägt hat mich sein kurzes Buch Finishing Our Course With Joy (meine Rezension), das mich zur Predigt "Mit Freude an der Ziellinie ankommen" angeregt hat.

Eine Kurzfassung meines eBooks ist als Artikel erschienen.

Ich kann auch das Buch Packer on the Christian Life  (meine Rezension) sehr empfehlen.

Online gibt es in englischer Sprache die gut lesbare Systematik Concise Theology.

Einige Werke sind antiquarisch in deutscher Sprache erhältlich; der Bestseller Gott erkennen wurde neu übersetzt und herausgegeben.

Kolumne: 19 Jahre Personalentwicklung

Heute vor 19 Jahren startete ich in der Personalentwicklung als „junger Schösel“. Ich wollte unbedingt in der Erwachsenenbildung arbeiten. Dazu bekam ich von meinen beiden damaligen Vorgesetzten über den Direkteinstieg eine hervorragende Gelegenheit in der Finanzbranche. Sie nahmen mich trotz einer Viertelstunde Verspätung im Vorstellungsgespräch, nachdem ich im vorhergehenden Gespräch zuvor die Zeit vergessen hatte. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen und musste ab sofort Projekte wie die Entwicklung eines Computer Based Trainings vorantreiben.

Meinen eigentlichen Einstieg in die Ausbildung von Erwachsenen machte ich bei Lernenden und Maturanden, wo ich fachliche Kurse geben durfte. Ich erinnere mich, wie ich hypernervös und glücklich meinen ersten Tag gestaltete und fundierte Rückmeldung bekam. Einige Flipcharts hatte ich ohne Titel „gefüllt“. Seitdem gehört es zu meiner Gewohnheit, die Flipchart zuerst zu „beschriften“.

Über die Organisation von Ausbildungsanlässen kam ich mit vielen selbständigen Beratern in Berührung. Einige Jahre später durfte ich die Verkaufsausbildung für das Unternehmen neu aufbauen und alle Module auch selbst geben und Trainer einführen. Über diesen Weg merkte ich bald, dass die Art und Weise der Kommunikation eine zentrale Rolle spielte und dass neben fachlichen Lücken viele persönliche Dinge mitwirkten. Deshalb absolvierte ich nach der Ausbildung in Erwachsenenbildung vor 15 Jahren eine erste Ausbildung in der Beratung von Einzelpersonen.

Über die fachlichen Themen und den Verkauf kam ich so in den Bereich der Persönlichkeits- und Führungsentwicklung. Bei mir meldeten sich Führungskräfte, mit denen ich in der Beratung dem Fluss entlang wanderte. Nach wenigen Gesprächsmomenten waren plötzlich die Frage nach Sinn, Probleme in der Familie und anderes auf dem Tisch.

Gott führte mich in dieser Zeit dazu, nebenberuflich ein Theologiestudium zu absolvieren. Im Rahmen dieser intensiven Jahre untersuchte ich einige Konzepte und Ansätze wie die konstruktivistische Haltung, das Menschenbild von Carl Rogers und den sinnzentrierten Ansatz von Viktor F. Frankl. Ich führte komplexere Projekte, die Fach, Verkauf und Führung zusammen brachten. Ich moderierte strategische Tagungen, weil ich mich auch vor fachlichen und strategischen Fragen nicht scheute. Es interessierte mich einfach.

Während meines PhD-Studiums wechselte ich dann in die Gesundheitsbranche. Ich sehe noch heute die zwei Dutzend Frauen vor mir, die ich im Rittersaal eines alten Schlosses durch einen schwierigen Führungswechsel begleitete. Es begeistert mich bis heute, dass in der Frage von Gesundheit und Krankheit die prinzipielle Sinngebung anders als in der Finanzbranche nie ein Thema war. Die Führungskräfte sind durchs Band dankbar, wenn jemand vor Ort mit ihnen Fragestellungen durch-denkt und sie sich die wichtigen Fragen selbst zu stellen beginnen.

Durch die Erziehung der eigenen Kinder kombinierten sich viele berufliche Fragen mit familiären Themen. Ich forschte über die Bildungsphilosophie aus christlicher Weltsicht. Daraus entstanden Arbeiten wie das Buch über Home Education oder „Lernen und Sünde“. Bei bestimmten Gelegenheiten versuche ich die Erkenntnisse zusammenzufassen (wie an dieser Konferenz 2014).

Ich untersuchte meinen eigenen Standort im Aufsatz „Personalentwicklung aus christlicher Weltsicht betreiben“, wobei ich diesen Berufskollegen vorstellen durfte. Ich erhalte immer wieder Anfragen zum Thema Lernen. So bin ich daran eine kurze Serie zum Thema für Josia – Truth for Youth zu schreiben.

Einer meiner Vorgesetzten meinte einmal: „Weisse Haare sind bei Beratern von Vorteil.“ Gott öffnet Türen vor allem unter vier Augen – oft dann, wenn das "Feigenblatt der Selbstrechtfertigung" weg ist, schrieb ich vor zwei Jahren.

Zitat der Woche: Luthers Reformationsschrift “Von den guten Werken”

Luther hebt in der Schrift "Von den guten Werken" (1520) im ersten Abschnitt "Vom ersten guten Werk nach dem ersten Gebot" zweierlei hervor:

1. Ohne Glauben sind alle Werke nutzlos.

Erstens muss man wissen, dass es keine guten Werke gibt außer denen, die Gott selbst geboten hat, so wie es auch keine Sünde gibt außer der, die Gott verboten hat.

Zweitens: Das erste, höchste und alleredelste gute Werk ist der Glaube an Christus.

Es ist eben kein Glaube, kein gutes Gewissen Gott gegenüber vorhanden. Darum fehlt den Werken der Kopf, und alles Leben und gutes Handeln nützt nichts.

…nun siehst du, weshalb ich den Glauben so hoch erhebe, alle Werke ihm einverleibe und alles andere verwerfe, was nicht daraus fließt.

2. Aus dem Glauben fliessen gute Werke.

(D)ie Werke sind nicht ihretwegen, sondern des Glaubens wegen angenehm, der auf gleiche Weise und ohne jeden Unterschied in allen und jeglichen Werken anwesend ist, wirkt und lebt…

Da kennt er (der Glaubende) keinen Unterschied in den Werken, tut das Große, Lange, Viele so gern wie das Kleine, Kurze, Wenige und umgekehrt und all das mit fröhlichem, friedlichem, sicherem Herzen – als freier Mensch.

(Er tut es) nicht um Verdienste und Werke anzusammeln, sondern weil es ihm eine Lust ist, Gott auf diese Weise zu gefallen.

Auf der Seite "Die Glaubensstimme" ist der Text ganz online verfügbar.

Zitat der Woche: Gottes Einfachheit

Ich liebe die Serie der Cambridge Companion, den Nachschlagewerken für Autoren, wichtige Werke und Epochen aus der Geistes-/Literaturgeschichte. Zu Barth, Lewis und Calvin habe ich bereits Rezensionen geschrieben.

Zur Zeit liegen die Companion zu Kants "Kritik der reinen Vernunft" und zu von Aquins "Summa Theologiae" bei mir. Ich beginne bei den einführenden Aufsätzen und wähle mir dann weitere aus. Der Aufsatz zur Gotteslehre ("God" von Brian Davies) ist sehr zu empfehlen. Ich zitiere Auszüge zu den Erklärungen für Gottes Einfachheit (S. 89-93, Hervorhebungen von mir):

For Aquinas, the most striking difference between God and his effects (i.e., his creatures) lies in the fact that God is simple, not composite.

Here Aquinas means that certain ways in which creatures can be thought of as having parts cannot be attributed to God.

there are beings (entia) which can be distinguished into two kinds. There are entia per se – which Aquinas takes to be naturally occurring units (like people or trees). There are also entia per accidens – artificial units composed of parts with an independent existence of their own (like computers or houses), things with respect to which the parts precede the whole.

substances have distinct natures or substantial forms. But they can also possess properties or qualities which they can lose without altering what they are by nature. A cat, say, can become lighter or heavier without ceasing to be what it is by nature (i.e., a living cat). Aquinas calls these non-essential properties accidental forms, and he therefore distinguishes between substances and accidents. He also distinguishes between substantial change and accidental change. For him, something undergoes a substantial change when it ceases to exist as the kind of thing it is (as is the case with, for example, a cow that is slaughtered). An accidental change, by contrast, is a modification in something that does not prevent it from being what it is…

For Aquinas, as well as having intelligible or understandable forms, some things can have an unintelligible/non-formal factor with which we can only acquaint ourselves physically. This he calls matter, and he takes it to be the principle of individuation when it comes to things belonging to kinds. …

Now with all that behind us we can return to God and Aquinas’ claim that God is not composite. For part of this amounts to the insistence that God is (a) not something having form and matter, (b) not something capable of having accidental forms, and (c) not a substance belonging to a kind to which others can be thought of as belonging. There is no form and matter in God, says Aquinas, because God is immaterial. For Aquinas, material things are bodily things while ‘God is in no way a body’. There can, says Aquinas, be no accidental forms in God since there can be no change in God. And, holds Aquinas, God is no instance of a kind (or cannot intelligibly be thought of as such) since he is immaterial. Given that we distinguish between instances of a kind by virtue of their materiality, we cannot, Aquinas reasons, think of God as one of a kind if he is nothing material. In fact, Aquinas also wants to say, we cannot distinguish between the individual that God is and the nature that he has. …

for Aquinas it is just as true to say that, for example, God is goodness as it is to say that God is good. And, for him, this means that, though we use different predicates when speaking of God (though we say, for example, that God is powerful, wise, knowing, and so on), the predicates in question (though not synonymous considered as pieces of language) do not signify properties that are really distinct in God. For Aquinas, God just is, simply and in an undivided way, all that we truly say that he is insofar as we state what he is essentially. Aquinas thinks that all that is in God is God.

Blog-Rückblick: Prägende Ideen zur Erziehung

In der Anfangsphase des Blogs veröffentlichte ich zahlreiches Material zur Erziehung. Diese Seiten werden noch heute oft besucht:

  1. Bücher, die mich präg(t)en: Bernhard Bueb, Michael Winterhoff, Wolfgang Bergmann
  2. Ein Zitat, das mir bleibt: Erziehung ist Charaktererziehung (Buber) 
  3. Lernen mit Kindern: Lies täglich vor, Eltern fragen ihre Kinder, Kinder reflektieren den Tag, Eltern bitten ihre Kinder um Vergebung, die öffentlichen Verkehrsmittel benützen, kämpfe um massvollen Konsum
  4. Gesellschaftskritik: Leitwerte 'Friede' und 'Wohlstand', das Sinnvakuum der modernen Überflussgesellschaft, Temperaturunterschiede als Stimulans

Hanniel hirnt (111-116): Die Pädagogik der Neuen Linken

Vor einiger Zeit habe ich sechs Beiträge zur "Pädagogik der Neuen Linken" (total ca. 70 Minuten) aufgenommen.

  1. Wie beschreibt der Autor Wolfgang Brezinka den gesellschaftlichen Nährboden?
  2. Wie kommt es zum Begriff der Neuen Linken und worin bestand ihre Absicht?
  3. Mit welcher Taktik und welchen Instrumenten arbeitete die Bewegung?
  4. Welches Menschbild steht dahinter?
  5. Welche Ziele wurden für die Pädagogik formuliert?
  6. Mit welchen Mitteln strebten sie nach der Verwirklichung dieser Ziele?

Wehe dem Lehrenden, der diese Philosophie nicht durschaut! Er rezipiert und trägt sie in der Regel weiter. Man kann dies sogar unter "frommen Vorzeichen" tun.

Ich empfehle das scharf formulierte, kompakte Buch (ca. 200 Seiten Haupttext) zur Lektüre.