Basis des geistlichen Lebens (4): Wir übertreten immer zuerst das erste und das letzte Gebot

Jesus betonte, dass nicht die Dinge, die von aussen kommen, den Menschen verunreinigen. Die Quelle der Unreinheit ist das eigene Herz. Schaeffer betont dieses biblische Prinzip:

Nun geht es allerdings beim christlichen Leben letztlich gar nicht um äußerliche, sondern um innere Dinge. Den Höhepunkt der Zehn Gebote bildet das zehnte Gebot in 2 Mo 20,17: »Du sollst nicht begehren nach dem Hause deines Nächsten: du sollst nicht begehren nach dem Weibe deines Nächsten, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, nach seinem Rinde oder seinem Esel, nach irgend etwas, was dein Nächster hat.« In diesem Gebot, nicht zu begehren, geht es ganz und gar um eine innere Haltung. Die Begehrlichkeit oder Gier ist von ihrer Na­tur her niemals eine Äußerlichkeit. Es ist aufschlußreich, daß dies das letzte der Zehn Gebote Gottes ist, also gewissermaßen der Abschlußstein. Am Ende gelangen wir zu einer inneren Haltung und nicht nur zu äußerlichem Verhalten. Ja, tatsächlich übertreten wir dieses letzte Gebot, das Gebot, nicht zu begeh­ren, bevor wir irgendeines der anderen übertreten. Und sobald wir eines der übrigen Gebote übertreten, übertreten wir gleichzeitig dieses letzte Gebot. Welches der übrigen Zehn Gebote man Übertritt, man Übertritt immer zwei: das Gebot selbst und das Gebot, nicht zu begehren. Dies ist der springende Punkt.

Francis Schaeffer. Geistliches Leben – was ist das? S. 13

Interview: Die haben das Gefühl, die Wahrheit gepachtet zu haben

In meinem Warendorfer Seminar haben wir viel Raum für Diskussion und das Nachdenken von Lebensfragen eingeplant. Für mich war der intensive Austausch mit Thomas, der in die Rolle eines “authentischen Zweiflers” schlüpfte, eine Bereicherung. Es ging mir darum, die Denkvoraussetzungen an die Oberfläche zu holen. Es gibt einen Unterschied zu Live-Gesprächen – ich gehe da viel sanfter vor.

Nur wer durch eine Krise gegangen ist und grundsätzlich alles in Frage gestellt hat, hat den Beweis für die Echtheit seines Glaubens erlangt – auch wenn sein Glaube dadurch gelitten hat. Wer so etwas nicht hatte, zeigt nur, dass er bisher nicht wirklich hinterfragt hatte und kritisch war

Ich begann mit der Gegenfrage “kannst du mir dieses Dogma biblisch herleiten?” Zentrale Fragen:

  • An welcher anderen Autorität wird Mass genommen?
  • Was waren die ungeschriebenen Leitsätze deiner Eltern?
  • Was ist Wahrheit?
  • Welche Teilwahrheit hast du für dich erkannt?
  • Was hat sich seither in deinem Alltag verändert?

Hier geht es zur Diskussion (15 Minuten).

Zum Weiterhören: Apologetische Gesprächsführung (20 Minuten).

Basis des geistlichen Lebens (3): Der Wandschirm der eigenen Gebote

Wir Menschen neigen dazu, uns selbst «Listen» aufzustellen, die wir äusserlich einhalten können, um uns selbst ein gutes Gefühl zu geben. Francis Schaeffer räumt mit dieser Gesetzlichkeit gründlich auf. Er bezeichnet diese Listen als «Wandschirm», die uns vor der Realität abschirmen.

Wenn wir uns mit der Beziehung äußerlicher Dinge zum wahren geistlichen Leben beschäftigen, dann dürfen wir ja nicht nur irgendeinen kleinen Katalog sehen, sondern dann stehen die ganzen Zehn Gebote und alle übrigen Gebote Gottes vor uns. Mit anderen Worten: Wenn ich die Liste als Wandschirm betrachte und zu der Überzeugung gelange, diese Liste sei trivial, tot und billig, daraufhin den Wandschirm wegräume, dann habe ich nicht auf einmal mehr Freiheiten, sondern dann sehe ich mich auf einmal den Zehn Geboten mit all ihren Folgerungen gegenüber. Und vor mir steht außerdem noch das Liebesgebot, also die Tatsache, daß ich Gott und meine Mitmenschen lieben soll.

Die biblischen Massstäbe sind weitaus umfassender und zielen vor allem auf das menschliche Herz.

Selbst wenn es »nur« um Gebote geht, die unser äußerliches Verhalten betreffen, gelangen wir also nicht zu einem ungebundeneren Leben, sondern wir erhalten Kriterien und Wertmaßstäbe, die weitaus tiefgründiger sind und unser Herz besser erforschen als alle menschlichen Tabus. Ja, wenn wir vor Gott aufrichtig um echte Normen gerungen haben, werden wir oft feststellen, daß wir zumindest einige der Tabus jener Listen auch weiterhin respektieren werden. Allerdings achten wir sie aus völlig anderen Motiven, weil wir nach dem tieferen Sinn gefragt haben. Seltsamerweise kehren wir häufig nach der Zügellosigkeit und der Beschäftigung mit dem, was die Bibel eigentlich meint, zu bestimmten Tabus zurück, die wir nun aber halten wollen.

Was nach aussen auf den ersten Blick gleich aussieht, erfolgt durch den Glauben aus neuen Beweggründen!

10 Hinweise … für radikal gewöhnliche Gastfreundschaft

Ich bin nachhaltig beeindruckt über die Perspektive, die Rosaria Butterfield über Christus-zentrierte Gastfreundschaft entfaltet.

Radikal gewöhnliche Gastfreundschaft zeigt dieser skeptischen, nachchristlichen Welt, wie echtes Christentum aussieht.

  1. Sie reduzieren eine Person nicht auf eine Kategorie oder ein Label (und korrigieren sofort, wenn es passiert).
  2. Sie nehmen ihre eigene Sünde ernst – einschließlich der Sünde des Egoismus und des Stolzes.
  3. Diejenigen, die eine radikal gewöhnliche Gastfreundschaft ausleben, sehen ihre Häuser nicht als ihre, sondern als Gottes Geschenk an, das sie zur Förderung seines Reiches nützen können.
  4. Radikal gewöhnliche Gastfreundschaft führt keine pingeligen Listen und macht keine große Sache aus Einladungen.
  5. Wir machen uns keine Sorgen darüber, was die ungläubigen Nachbarn denken, denn die ungläubigen Nachbarn sitzen hier an unserem Tisch, und sie sind mehr als glücklich, uns zu sagen, was sie denken.
  6. Radikal gewöhnlichen Gastfreundschaft auszuleben setzt viele Mittel frei, denn wir leben bewusst unter unseren Verhältnissen.
  7. In der radikal gewöhnlichen Gastfreundschaft sind Gastgeber und Gastgeber austauschbar. Wenn du zum Abendessen zu mir nach Hause kommst und bemerkst, dass ich einem Kind immer noch eine Mathematikstunde gebe und meine Wäsche auf dem Esstisch ausgebreitet bleibt, krempelst du deine Ärmel hoch und legst meine Wäsche zusammen. Oder deckst den Tisch. Oder räumst die Geschirrspülmaschine ein. Oder fütterst die Hunde.
  8. Wir vertrauen mehr auf Gottes Kraft als auf unsere Grenzen, und wir wissen, dass er nie einen Befehl gibt ohne die Gnade, ihn auszuführen.
  9. Die wirklich Gastfreundlichen sind nicht verlegen, Freundschaften mit Menschen zu pflegen, die anders sind. … Sie wissen, dass es einen Unterschied zwischen Akzeptanz und Zustimmung gibt.
  10. Der Gastfreundliche weiß, dass die Menschen aus ihrer Sünde gerettet werden müssen, anstatt aufmunternde (anbiedernde) Vorträge über gute Entscheidungen mitzunehmen.

Basis des geistlichen Lebens (2): Die Geburt ist nur der Anfang

Francis Schaeffer gibt in seinem Buch über geistliches Leben zu bedenken:

Wenn wir diesen Beginn des christlichen Lebens auch betonen müssen, müssen wir uns doch gleichzeitig klarmachen, daß die neue Geburt zwar als Beginn notwendig ist, daß sie aber eben nur der Anfang ist. Wir dürfen nicht meinen, das Leben als Christ erschöpfe sich darin, Christus als Retter anzunehmen und dadurch Christ geworden zu sein. In einer Hinsicht ist die körperliche Geburt das wichtigste Ereignis unseres physischen Lebens, weil wir vorher ja gar nicht in dieser Welt leben. Andererseits ist sie jedoch der unbedeutendste Aspekt unseres Lebens — sie ist nur der Anfang und gehört der Vergangenheit an.

Nach der Geburt beginnt es erst. Manche Kirchgemeinden scheinen sich jedoch (gelebt, nicht bekannt) mit der Wiedergeburt begnügen zu wollen.

Nach unserer Geburt kommt es einzig darauf an, unser Leben mit all seinen Beziehungen, Möglichkeiten und Fähigkeiten zu verwirklichen.

Das mag uns trivial vorkommen. Doch Hand aufs Herz: Wie wird im Gemeindeleben das Leben in der Heiligung thematisiert?

Nachdem wir geistlich geboren sind, müssen wir uns auf das Leben konzentrieren. Das ist der Prozeß der Heiligung, der mit der neuen Geburt beginnt und sich fortsetzen muß, bis Jesus wiederkommt oder wir sterben.

In der Gemeinderealität gibt es einen gelebten Katalog an Forderungen, an welchen sich “Frischlinge” orientieren:

Wenn jemand nach seiner Wiedergeburt fragt: »Was soll ich nun tun?«, nennt man ihm oft einen — gewöhnlich sehr begrenzten und in erster Linie negativen — Katalog von Vorschriften. Häufig vermittelt man ihm die Vorstellung, wenn er sich an diese Vorschriften halte, dann sei er »geistlich« (wobei dieser Negativkatalog von Land zu Land, Ort zu Ort und Zeit zu Zeit verschieden ist). Diese Vorstellung aber ist falsch. Christliches Leben erschöpft sich nicht darin, daß man sich einer begrenzten Reihe von Dingen enthält.

Dieser Katalog sieht je nach Subkultur und gesellschaftlichen Aktualitäten verschieden aus. Oftmals geht es um einen ungenannten Kodex für einen bestimmten Lebensstil (z. B. Kleidung, Urlaubsplanung, Flugscham, Vegetarismus)!

Schaeffer warnt:

Weil das so ist, kann man fast sicher sein, daß sich bald eine andere Gruppe von Christen erhebt und gegen einen solchen Verbotskatalog zu arbeiten beginnt. Folglich besteht in christlichen Kreisen die Tendenz zum Streit zwischen denen, die bestimmte Tabus aufstellen, und denen, die aus dem Gefühl heraus, daß das nicht richtig ist, fordern: »Weg mit allen Tabus! Weg mit allen Vorschriften!«

Basis des geistlichen Lebens (1): Bist du überhaupt Christ?

«Zunächst einmal müssen wir betonen, daß nur der als Christ zu leben beginnt, ja überhaupt wissen kann, was wahres geist­liches Leben bedeutet, der wirklich Christ ist. Und Christ wird man nicht, indem man irgendwie »christlich« zu leben versucht oder sich um irgendwelche religiösen Erfahrungen bemüht, sondern indem man Christus als Retter annimmt.» So beginnt Francis Schaffer sein nach eigenen Aussagen wichtigstes Buch «Geistliches Leben» (engl. «True Spirituality»).

Diese Botschaft wird in vielen Kirchgemeinden entweder schlicht vergessen, ignoriert oder sogar aktiv uminterpretiert. Hier sind fünf Zugänge, die ich als Gottesdienstbesucher schon erlebt habe:

  1. Ich höre während einem gesamten Gottesdienst nie, dass wir ohne Ihn verloren sind und dringend Busse tun müssen, um gerettet zu werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Angeredeten dies schon alle wissen.
  2. Noch häufiger höre ich die Metabotschaft, dass Jesus als unser Freund unser Leben optimieren möchte, um eine erfülltere Ehe zu führen, bessere Partner unserer Kinder zu werden oder am Arbeitsplatz beliebter zu sein. Jesus wird die Rolle eines Coaches für die Selbstoptimierung zugewiesen.
  3. Eine andere verkürzte Variante lautet: «Jesus liebt die Versager. Er nimmt sie in seine Arme.» Alle Erfolgreichen sind damit schon mal ausgeklammert. Jesus blickt nur die krassen Versager an. Diese sind schon ihres Status wegen bei Ihm angenommen.
  4. Ebenso präsent ist die Metabotschaft, dass Sünde eine Beziehungsstörung (und nur dies) ist. Das ist sie auch. Es entsteht jedoch der Eindruck, dass es um die Beseitigung einer nachteiligen Beeinträchtigung geht, nicht um die Rettung unserer Todesverfallenheit.
  5. Manchmal höre ich auch die Botschaft, dass am Ende wirklich alle gerettet werden. Der Effekt ist bemerkenswert: Es geht dann um rein diesseitige Verbesserung von uns selbst und/oder der gefährdeten Umwelt.

Schaeffer fährt mit einer kompakten Präsentation des Evangeliums fort:

«Gott existiert, er hat ein Wesen, er ist ein heiliger Gott, und wenn ein Mensch sündigt (und wir alle müssen zugeben, daß wir nicht nur versehentlich, sondern sogar bewußt gesündigt haben), steht er mit wahrer moralischer Schuld vor dem Gott, der existiert. Mit »Schuld« sind hier nicht nur Schuldgefühle gemeint, sondern wirkliche moralische Schuld dem unendlich-persönlichen, heiligen Gott gegenüber. Nur das vollbrachte stellvertretende Werk Christi, der als das Lamm Gottes in unserer Geschichte in Raum und Zeit am Kreuz starb, kann diese Schuld von uns nehmen.»

Der Reihe nach:

  • Der heilige Gott hasst Sünde.
  • Dadurch gibt es wirkliche moralische Schuld.
  • Es braucht die stellvertretende Sühne von Jesus.
  • Jesus, Gottes Sohn, starb in Raum und Zeit am Kreuz.

Ich will Ihn nicht. Ich suche Ihn nicht. Er schickt sich mir nach.

Warendorfer Nachgedanken (7): Ich will es hören, auch wenn es das ist, was ich befürchtet habe

“Wascht mich ohne mich nass zu machen.” Dies ist ein oft angemeldetes Begehren, das ich in meinem beruflichen Umfeld der Personalentwicklung antreffe. Hilf mir die Störfaktoren auszuschalten – ohne dass ich mich dabei verändern muss.

Manche Rückmeldungen hören wir gerade dann, wenn sie uns wehtun, nämlich während heissen Konflikten. Unsere Nächsten, die uns rund um die Uhr erleben, nehmen dann kein Blatt (mehr) vor den Mund. Die entnervte Ehefrau sagt’s ebenso glasklar wie das enttäuschte Kind. Vielleicht auch der Vorgesetzte oder der ehrliche Freund.

Für mein Warendorfer Seminar prägte ich den Ausdruck “heiliger Bammel”. Eigentlich fürchte ich mich selbst vor Veränderung. Gleichzeitig werde ich mir bewusst, dass gerade dieser Weg Wachstum bedeutet. Lasst mich ein oft gelebtes (nicht bekanntes) Missverständnis klären: Wir gehen damit keinen Deal mit Gott ein im Stil “wenn du …, dann werde ich…”. Vielmehr lautet die biblische Reihenfolge: “Weil Er… deshalb antworte ich dankbar mit…”

Ich empfehle mit Nachdruck das (Hör-)Buch “True Spirituality” von Francis Schaeffer (in deutscher Sprache zur Zeit vergriffen).

Modell: Wenn Töchter ihre Väter durch Gefühle steuern

Ich hätte auch schreiben können: Wenn Frauen ihre Männer…. oder Wenn Mütter ihre Söhne…

In der Kirchengemeinde Warendorf redete ich darüber (Vortrag: Als Familie vor Gott leben, 45 Minuten), was es heisst vor Gott zu leben: Ermöglicht durch das Opfer, geprägt vom Selbstgespräch vor Gott und erschwert durch die Tatsache, dass wir (zu) oft auf das sehen, was vor Augen ist.

Dann schob ich drei wichtige Beobachtungen ein:

  1. Ich bin Kampfgefährte, kein Experte und damit Retter. Ich gebe keine Tipps, weil nur der Eine Zuschauer retten kann.
  2. Wasch’ mich, aber mach mich nicht nass. Dies ist vom untergründigen Begehren gesteuert, so weiter zu machen wie bisher.
  3. Die Reaktionen des alten Menschen sind: Entweder Stolz (sich distanzieren, lächerlich machen, verachten) oder Verzweiflung (wie soll ich denn nur…?)

Von da aus ging ich auf das säkulare Dogma “Ich muss meine (Enkel-)Kinder glücklich machen” (25 Minuten) ein. Der Ablauf, wobei ich nur 1-5 besprochen habe:

  1. Erwartung aufbauen
  2. Erfüllung (Übererfüllung oder Enttäuschung)
  3. Druck, Drohung
  4. Liebesentzug (Manipulation)
  5. Rollenumkehr
  6. Fixierung der Rollenumkehr
  7. Vermeidung durch Distanz (z. B. Kind abgeben)

In diesem eBook habe ich 50 solche Beobachtungen in Worte zu fassen versucht.

Warendorfer Nachgedanken (6): Was ich täglich (anders) tue, zahlt sich aus

“Was soll ich tun?” Diese Frage kommt in der Bibel nach der Frage “Was muss ich tun, um gerettet zu werden?” (Apostelgeschichte 16,30) So fragten die Menschen, die sich bei Johannes taufen liessen: “Was sollen wir denn tun?” (Lukas 3,10)

Ein Mann meinte: “Ich möchte künftig meinen Feierabend zur Ehre von Jesus gestalten.” Dieses ernsthafte Anliegen hat mich tief gefreut. Es steckt viel Kraft in der Veränderung, die wir täglich umsetzen.

Einmalige Vorhaben verpuffen schnell. Wer jedoch eine einzige Gewohnheit täglich ändert, wird nach Jahren an einem anderen Ort landen. Stelle dir vor, du berieselst dich nicht mehr mit Medien, wenn du nach Hause kommst, sondern…

setzt die Zeit zum Ruhen, zum Dienst an deinem Ehepartner und deinen Kindern und zum nachdenklichen Lesen eines Bibelabschnitts ein. Wie es genau aussieht, kann ich dir nicht sagen. Ich kann dich nur ermutigen, darum zu beten und mit deinen Nächsten (Familie und Freunden) auszuloten, was als nächstes dran ist.

Warendorfer Nachgedanken (5): Druck – ein Selbstgespräch vor Gott

Ich merke, dass ich an-gespannt bin.
Weshalb?
Es klafft eine Lücke zwischen Erwartungen und Wirklichkeit.
Wer gibt denn die Latte vor?
Ich selbst.
Wie lange schon?
Schon Jahre. Es ist zur Gewohnheit geworden.
Wer ist König?
Ich bin selbst König meiner Erwartungen.
Wer ist der einzige König?
Ich habe gesündigt vor Dir, denn du bist König.
Wann wird diese Anspannung wieder hochkommen?
Wenn ich nicht zufrieden bin.
Wovon ist der Friede abhängig?
Von meinen Gefühlen.
Deinen Gefühlen?
Hilf mir, Druck zu reduzieren.
Das geht nicht von heute auf übermorgen.
Ja, das merke ich auch.
Wohin möchtest du reifen?
Bereit zu sein, durch unangenehme Momente zu gehen und mich zu enttäuschen.
Wofür wirst du die gewonnene Energie einsetzen?
Zuerst um dir zu danken, dann für meinen Nächsten.