Zitat der Woche: Der in den Leiden verborgene Gott

Dieser Tage erinnert sich unsere Kirchgemeinde an die Heidelberger Disputation. Passend dazu ist Alister McGraths "Luther's Theology of the Cross". Martin Luther schreibt darin (Thesen 21 und 22):

  1. Aber der (verdient ein rechter Theologe genannt zu werden), der das, was von Gottes Wesen sichtbar und der Welt zugewandt ist, als in Leiden und Kreuz sichtbar gemacht begreift.

    Das uns zugewandte, sichtbare Wesen Gottes – d.h. seine Menschlichkeit, Schwachheit, Torheit – ist dem unsichtbaren entgegengesetzt, wie 1.Kor 1,25 von der göttlichen Schwachheit und Torheit sagt. Weil die Menschen nämlich die Erkenntnis Gottes aufgrund seiner Werke missbrauchten, wollte nun Gott aus dem Leiden erkannt werden. Er wollte solche «Weisheit des Unsichtbaren» durch eine «Weisheit des Sichtbaren» verwerfen, damit die, die Gott nicht verehrten, wie er in seinen Werken offenbar wird, ihn verehren als den, der in den Leiden verborgen ist (absconditum in passionibus), wie es 1.Kor 1,21 heisst: «Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen die, die daran glauben.» So reicht es für niemand aus, Gott in seiner Herrlichkeit und Majestät zu erkennen, wenn er ihn nicht in der Niedrigkeit und Schmach seines Kreuzes erkennt. So «macht er die Weisheit der Weisen zuschanden» (1.Kor 1,19), wie Jesaja weiter sagt: «Fürwahr, du bist ein verborgener Gott» (Jes 45,15).

    So auch Joh 14,8: Als Philippus in der Art der Theologie der Herrlichkeit sprach «Zeige mir den Vater», holte Christus ihn gleich zurück und konzentrierte seine Gedanken, die abschweiften, anderswo Gott zu suchen, auf sich zurück und sprach: «Philippus, wer mich sieht, sieht auch meinen Vater» (Joh 14,9). In Christus dem Gekreuzigten also ist die wahre Theologie und Gotteserkenntnis, wie es auch Joh 14,6 und 10,9 bestätigen: «Niemand kommt zum Vater denn durch mich»; «Ich bin die Tür» usw.

  2. Der Theologe der Herrlichkeit nennt das Schlechte gut und das Gute schlecht. Der Theologe des Kreuzes nennt die Dinge, wie sie wirklich sind.

    Das ist klar. Weil er doch Christus nicht kennt, kennt er auch nicht den im Leiden verborgenen Gott. Daher zieht er die Werke dem Leiden, die Herrlichkeit dem Kreuze, die Kraft der Schwachheit, die Weisheit der Torheit und überhaupt das Gute dem Schlechten vor. Das sind die, die der Apostel «Feinde des Kreuzes Christi» (Phil 3,18) nennt. Jedenfalls hassen sie das Kreuz und die Leiden. Sie lieben aber die Werke und ihren Ruhm, und so nennen sie das Gute des Kreuzes schlecht und das Schädliche des Werkes gut. Gott kann aber nur in Kreuz und Leiden gefunden werden, wie schon gesagt. Darum nennen die Freunde des Kreuzes das Kreuz gut und die Werke schlecht, weil durch das Kreuz die Werke niedergerissen werden und der lieber durch die Werke aufgerichtete «alte Adam» gekreuzigt wird. Es ist nämlich dem unmöglich, auf Grund seiner «guten Werke» nicht aufgeblasen zu werden, der vorher nicht durch Leiden und Schaden ganz leer und niedrig geworden ist, bis zu der Erkenntnis, dass man selbst nichts ist und die Werke nicht uns sondern Gott gehören.

Ich empfehle zum Einstieg in Luthers Schriften "Das grosse Lesebuch".

Buchbesprechung: Das Passivitäts-Problem der nachrückenden Generation – und ein Aktivierungsprogramm

Es geht um: Ben Sasse. The Vanishing American Adult: Our Coming of Age Crisis — and How to Rebuild a Culture of Self-Reliance. Macmillan, 2017.

Wie konnte es dazu kommen, dass ein grosser Teil der Einwohner der USA (wir könnten Europa ohne Zögern dazuzählen) den Frühling ihres Lebens in einer Art schlechtem Schwebezustand verbringen, ihre Pizza via Smartphone bestehen, während sie gerade Netflix streamen – wohlgemerkt in der Wohnung ihrer Eltern? Woher kommt die grassierende Passivität? Diese für die Zukunft unserer Länder entscheidende Frage stellt der US-amerikanische Historiker und aktuelle Senator von Nebraska, Ben Sasse. Erwachsenwerden zum endlosen Übergang gewoden anstatt wie früher ein klar definierter Zeitpunkt zu sein. Es existiert ein „Moratorium“ für das Erwachsenwerden. Sasse meint, dass der Staat endlos weitere Massnahmenpakete schnüren könnte, doch diese würden verpuffen, wenn sie auf eine Generation von überbehüteter, verwöhnter Menschen träfen, die nur noch an sich denken. Wie Recht er hat!

Ein Freund ergänzt: "Zunahme an Angst (siehe Medizin/Arzneimittelstatistiken USA) bei gleichzeitiger Abnahme der Resilienz, zusätzlich schwerwiegende und schnelle gesellschaftliche Veränderung (hohe Volatilität & Unsicherheit), menschliche Interaktion wird komplizierter (Teufelskreis, denn wer bis ins Anlter von 12-13 Jahren sein Freundeskreis über digitale Medien managt, dessen Gehirn hat reales Management von Beziehungen nicht gelernt; so etwas lernt unser Gehirn nur im echten zwischenmenschenlichen Kontakt im reallife und wird es damit sehr schwer überhaupt lernen). Durch postmoderne Weltanschauung brechen die Fundamente weg; Dinge, die Sicherheit versprechen, gibt es nicht mehr."

Sasse schlägt ein mehrteiliges Aktivierungsprogramm vor, und das nicht aus dem Elfenbeinturm. Er setzt es in der eigenen Familie um. Lest dazu meine kurze Rezension. Ich schreibe seit Jahren zum Thema:

Aufsatz: Die Benedikt-Option – Modell einer christlichen Gegenkultur

Es geht um: Rod Dreher. Die Benedikt-Option: Eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft. fe-medienvlg, 2018.

Die "Benedikt-Option", eine Buch, das in den USA einiges Aufsehen erregte (man lese Carl Trueman Replik oder die Konversation von Albert Mohler mit dem Autoren Rod Dreher), ist von Tobias Klein in die deutsche Sprache übersetzt und vom fe-Verlag aufgelegt worden (Blick ins Buch). Ich empfehle das Buch sowohl Eltern wie auch Kirchgemeinden zur Auseinandersetzung.

In der neuen Ausgabe von Bibel & Gemeinde 4/2018 bespreche ich das Buch ausführlich und stelle es in den Kontext des hilfreichen Metamodells von Timothy Keller (siehe sein Buch Center Church, Teil V). Meine Zusammenfassung ist kürzlich von Flowing Waters gepostet worden.

Ich führe den Schluss meines Artikels an, der meiner Meinung nach die Hauptbotschaft enthält:

Es gilt auch für uns, Abschied zu nehmen von einem bequemen Komfort, der durch falsche Kompromisse erkauft wurde. Dreher beschreibt die Konsequenzen so: „Junge Christen, die davon träumen, Anwalt oder Arzt zu werden, werden diese Hoffnung vielleicht aufgeben müssen und eine Laufbahneinschlagen, in der sie sehr viel weniger Geld verdienen. Vielversprechende christliche Akademiker werden sich vielleicht mit dem schmalen Salär und dem geringen Ansehen eines Lehrers an einer klassisch christlichen Schule [in den USA verbreitetes privates Schulmodell, das sich an der klassischen Bildung orientiert] abfinden müssen. Christliche Familien werden vielleicht gezwungen sein, ihr Geschäft zu verkaufen oder zu schließen, wenn sie sich bestimmten staatlichen Weisungen nicht beugen wollen. …Wenn man bedenkt, wie sehr wir in unserer Gesellschaft an Mittelklasse-Komfort, Freiheit und Stabilität gewöhnt sind, steht zu erwarten, dass Christen schwer versucht sein werden, alles dafür zu sagen und zu tun, dass wir behalten, was wir haben. Aber das ist der Weg zum geistlichen Tod.“ (307)

Hier geht es zu meinem Artikel.

Buchbesprechung: Erster Eindruck von Grudems Ethik

Ich habe bisher 300 Seiten von Wayne Grudems neuer Ethik gelesen und bin beeindruckt. Zu meiner Rezension geht es hier. Ein grosser Pluspunkt ist die transparente, nachvollziehbare Darstellung seiner theologischen Positionen. Bereits auf S. 23-24 kündigt er an (Aufzählung und Hervorhebungen von mir):

I think it is only fair to readers of this book to say at the beginning what my convictions are regarding several ethical issues that are disputed within evangelical Christianity.

  • I hold to a conservative view of biblical inerrancy, very much in agreement with the “Chicago Statement” of the International Council on Biblical Inerrancy (chap. 3).
  • While I agree that Christians are justified by faith alone and not by works, I also believe that our obedience is still important to God, that it brings us much joy and blessing, and that sin is still harmful in various ways (chap. 5).
  • I think that the Bible is the only absolute source of moral standards for us, but I also believe that, subject to Scripture, it is right to give consideration to subjective perceptions of the guidance of the Holy Spirit in our daily lives (chap. 6).
  • Because of God’s promises to us, I argue that we will never be put in a situation where we are forced to choose the “lesser sin” (chap. 7).
  • Regarding the use of the Old Testament for ethics, I argue that the entire Mosaic covenant has been abrogated and is no longer binding on us, but we can still gain wisdom from it if we bear in mind that it was God’s plan for the people of Israel for a previous era in history (chap. 8).
  • I conclude from many passages of Scripture that it is never right to lie, in the sense of affirming in speech or writing something we believe to be false (chap. 12).
  • I hold that men and women are equal in value before God, but that God has entrusted the husband with a unique leadership role in marriage (chap. 15).
  • I argue that capital punishment is morally right in some cases (chap. 18), that some wars are morally acceptable as “just wars” (chap. 19), that it is morally right to use physical force to defend ourselves or others from harm in many situations (chap. 20), that abortion is always morally wrong except to save the life of the mother (chap. 21), and that euthanasia is always wrong if it involves murdering a terminally ill patient, but that “letting die” is sometimes morally right (chap. 22).
  • I conclude that drunkenness is always wrong, but that Scripture does not prohibit moderate use of alcohol, though I recognize good reasons why some Christians may choose total abstinence; in addition, I am opposed to laws that would legalize recreational marijuana (chap. 27). I argue that some forms of birth control are morally acceptable (chap. 29) and that there are only two legitimate grounds for divorce, adultery and desertion, in which cases remarriage is morally acceptable (chap. 32). I argue that Scripture always views homosexual conduct as morally wrong, and that recent attempts to say that Scripture does not condemn contemporary, faithful homosexual relationships are unpersuasive (chap. 33).
  • I believe that God approves private ownership of property (chap. 34) and that he also intends that in the process of subduing the earth human beings will enjoy increased prosperity, but I disagree with the distinctive teachings of the “prosperity gospel” movement (chap. 36). Regarding solutions to poverty, I believe that charitable donations and government welfare programs are important to meet urgent needs, but the only long-term solution to poverty will come not through increased generosity but only by the poor being enabled to have productive jobs by which they can support themselves for life (chap. 37). I advocate wise use of the environment, not destructive misuse, and I also give reasons to think that all of the earth’s natural resources will continue to be abundant for the foreseeable future. I argue that we should continue to use fossil fuels (coal, oil, natural gas) as good gifts from God, and that the use of them will not cause dangerous man-made global warming (chap. 41).

Hanniel hirnt (110): Die Sackgasse des Ungehorsams – Vogelflug durch das Buch der Richter

Schon als Kind las ich dieses Buch sehr gerne, doch stets mit leichtem Schauern. Die Geschichten von mutigen und hauptsächlich weniger mutigen Richtern prägten sich mir durch die Bände „Die Bibel im Bild“ ein.

Das Buch besteht aus drei Teilen: Einer thematischen Einleitung (Kapitel 1 – 3,7), dem Hauptteil mit der Portraits mehrerer Richter (ergänzt durch summarische Berichte; 3,8 – 16) sowie einem moralischen Querschnitt (Richter 17-21).

Gerne verweise ich auf bestcommentaries.com für ein Rating der Kommentare.

Wie weist das Buch auf Christus voraus? Die Richter sind ein eindrückliches Beispiel für Sackgassen. Die Richter konnten dem Volk nur kurze Ruhepausen verschaffen. Für weitere Überlegungen verweise ich auf den ausgezeichneten Vortrag von Bryan Chappell.

Höre dir meinen Vogelflug zum Buch an – am besten mit geöffneter Bibel!

Kolumne: Fragen für den nächsten (Familien-)Spaziergang

Spaziergänge bieten sich für ein Gespräch an. Was für die Ehe gilt – siehe Die Wahrheit beginnt zu zweit -, lässt sich auch gut auf gemeinsame Wanderungen mit Familie, den Team oder als Reisegruppe anwenden. Fragen sind Impulse in Form von Ansprachen. Die Antwort des Einzelnen können sehr unterschiedlich ausfallen. Aus meiner Erfahrung richten die Antworten auch bei Personen etwas aus, die gar nicht direkt antworten. Hier ist eine Sammlung, die ich vor kurzem in der Familie gesammelt habe.

  • Was hat dich in letzter Zeit … richtig gefreut? … überrascht? …geärgert?
  • Wovon träumst du? Welcher Traum ist zerplatzt? Welcher ist immer noch da?
  • Was war eine Kleinigkeit, die du geschätzt hast?
  • Was hast du dir angeschafft, was du nachher gar nicht gebraucht hast?
  • Wofür hast du dich richtig geschämt?
  • Was sind deine aktuellen Anfechtungen?
  • Was sagen deine Nachbarn / Arbeitskollegen / Kunden über dich? Welche Geschichten erzählen sie über dich?
  • Wen nennst du dein Freund? Wer könnte dein Feind sein?
  • Was ist eine Predigt – ein Buch – eine Sendung, die dir nachgeht und dich prägt?
  • Wer sind deine Vorbilder, an denen du dich orientierst? Wer dient dir als Warnschild?
  • Vor was fürchtest du dich manchmal?

Weiterlesen

  1. 7 Grundfragen, auf die jeder Mensch eine gelebte Antwort gibt
  2. Fragen ans Innere und Ziele fürs Kommende
  3. 10 Fragen vor einer Anschaffung
  4. Im Fragen wachsen

Kolumne: Grossfamilie, Sonntagmorgen, zu spät aufgestanden

Ihr lieben Familienväter und -mütter: Kennt ihr eine solche Situation am Sonntagmorgen? Während der Woche hat sich unglaublich viel ereignet. Samstag war auch besetzt durch Besuch. Am Abend war man eher spät als früh ins Bett gekommen. Erschreckt fährt man dann am Sonntag hoch und sieht auf die Uhr. Schon so spät? Auf, beten als Ehepaar, die Kinder wecken, Frühstück machen. Der Morgen schickt sich an hektisch zu werden.

Da setzt sich meine Frau an den Küchentisch. Die Familie versammelt sich hungrig. Ich blicke auf die Uhr und wünschte mir, wir wären schon unterwegs in die Gemeinde. Die nächsten Minuten könnten durchaus turbulent, jede Sekunde eine weitere Gelegenheit für Konflikte werden.

Da nahm meine Frau den Heidelberger Katechismus zur Hand. Fasziniert unterbrach ich meine Überlegungen, meine Befürchtungen waren im Nu verflogen. «Ich habe die ganze Woche die Fragen 57 und 58 studiert und war so gesegnet.» Dann begann sie diese Fragen auf die Situation von mir und meinen Söhnen anzuwenden.

«Nehmt mal an … ihr fühlt euch ganz allein – das Projekt ist in die Hosen gegangen – ihr seid mit dem Rücken zur Wand…» Jeder Einzelne von uns sah sich lebhaft in eine reale Situation versetzt. Das ist bei solchen Dingen oft die Problematik: Wir hören eine Botschaft, doch wir fühlen uns nicht angesprochen. Wir vernehmen den Inhalt, doch beziehen ihn nicht unmittelbar auf uns selbst.

«Was tröstet dich die Auferstehung der Toten?» Hier werde ich höchstpersönlich angesprochen. Trost bedeutet eine unmittelbare Änderung und Heiligung meiner Gefühle. Dadurch verändert sich meine innere Disposition. Ich werde verfügbar, mein Wille wird bewegt.

«Nach diesem Leben werde ich durch die Kraft Christi auferweckt werden.» Ich werde aus meiner Augenblick-Fixierung herausgerissen. Meine Seele und mein Körper – so die alte Fassung – werden auferweckt werden. Dann: Ich werde zu Christus, meinem Herrn, kommen. Leibhaftig. «Er wird mir Anteil an seiner Herrlichkeit geben.»

Ich sah ihr Haar flattern, während sie der Haltestelle der S-Bahn zueilte. Mit blitzenden Augen meinte sie: «Es kann auch Freude machen zu eilen.» Wir stiegen ein. Gesegnet. Durch die Andacht meiner Frau. Herr, schenke in den Familien mehr solche erfrischenden Augenblicke!

Input: Ungesunde Gemeinde, falsche Sicherheit, Gemeinde verändern, Fokus Bibeltext, Ziele fürs Bibellesen

Das Netzwerk Evangelium21 schaltet wöchentlich mehrere übersetzte Beiträge zur Lehre der Gemeinde, der persönlichen Heiligung und der christlichen Weltsicht. Gerne weise ich auf diese wichtigen Ressourcen hin.

(Gemeinde) Fünf Wege, um ein gesundes Mitglied einer ungesunden Gemeinde zu sein: "Gebet verändert, nicht nur unsere Umstände, sondern uns selbst. Gebet hilft uns fokussiert zu bleiben, nicht auf unser Leid, sondern auf unseren Retter. Gebet hilft uns, weiter um unsere Gemeinden zu kämpfen, selbst wenn alles in uns aufschreit in Wut, Bitterkeit, Furcht und Gleichgültigkeit. Fang also an zu beten und hör nie damit auf."

(Gemeinde) Sechs Wege, wie man falsche Sicherheit fördert: "Zu schnell setzen wir voraus, dass Leute in unseren Gemeinden das Evangelium verstehen und glauben. Schließlich kommen sie am Sonntagmorgen in den Gottesdienst. Doch Tatsache ist, dass viele unserer Gemeinden die Botschaft und das Verständnis der Gemeinde davon für selbstverständlich halten. Das Ergebnis davon ist, dass unsere Gemeinden voller Leute sind, die einiges von den Implikationen des Evangeliums verstanden haben (z.B. wie man ein besserer Ehemann ist; wie man seinen Zorn in den Griff bekommt) und ein moralisches Leben führen, ohne das Evangelium auf sich selbst anzuwenden."

(Gemeinde/Lehre) Wie man eine Gemeinde verändert: "Zunächst sollten unsere Ideen für unsere Gemeinde aus der Schrift kommen. Das macht die Predigt zu dem wirkungsvollsten Instrument der Gemeindeveränderung. Die regelmäßige Auslegungspredigt der Schrift ist die Art und Weise, wie Gottes Geist normalerweise in Menschenherzen wirkt."

(Bibel/Predigt) Fünf Schritte, um die Hauptaussage eines Bibeltextes zu finden: Wie hat der Autor den Abschnitt aufgebaut? Warum hat der Autor den Abschnitt an diese Stelle des Buches platziert? Inwiefern bezieht sich mein Abschnitt auf das Thema des gesamten Buches? In welcher Verbindung steht der Abschnitt zum Evangelium?Was versucht der Autor seiner ersten Hörerschaft zu sagen?

(Bibel) Zehn Ziele fürs Bibellesen: John Piper wurde gefragt, was er tun würde, wenn er nochmals 22 Jahre alt wäre. „Ich würde den Entschluss fassen, jeden Tag für den Rest meines Lebens meine Bibel zu lesen.“

Blog-Rückblick: Drei Aufsätze zum Thema Menschsein

In meiner "Blogfrühzeit" habe ich drei Aufsätze zur biblischen Lehre über den Menschen geschaltet. Sie sind nach wie vor aktuell.

  1. Das biblische Menschenbild und der anthropologische Entwurf von Carl Rogers. Rogers war Hauptvertreter der humanistischen Psychologie im 20. Jahrhundert. Durch die Psychologiesierung der Gesellschaft sind Grundannahmen, die er wirksam vertreten hat, auch in christlichen Kreisen tief eingedrungen. Ich würde behaupten, dass viele Verkündiger die Version eines "therapeutischen Evangeliums" verkündigen, das sich nicht so stark von Rogers unterscheidet.
  2. Predigt "Was ist der Mensch?" Der Mensch ist Geschöpf und muss von Gott aus gedacht werden. Dazu sind zwei Aspekte zentral: Die Würde des Menschen ist in der Ebenbildlichkeit Gottes gegründet. Als gefallener Sünder kann er die Verantwortung hierfür nicht von sich weisen.
  3. Aufsatz "Warum ist Sex etwas Besonderes?" Mein Doktorvater Thomas K. Johnson beginnt den Aufsatz so: "Warum sollte Sex nicht wie jede andere Aktivität behandelt werden? Warum sollten wir es als moralisch einwandfrei betrachten, mit jemandem Tennis zu spielen, den wir nicht lieben, aber als unmoralisch, mit jemandem Sex zu haben, den wir nicht lieben? Warum sollten wir es als moralisch einwandfrei betrachten, mit einer Person des gleichen Geschlechts Mittag zu essen, aber als unmoralisch, mit der gleichen Person Sex zu haben? Warum sollte es uns erlaubt sein, aus reinem Vergnügen einen Film zu schauen, aber nicht, aus reinem Vergnügen Sex zu haben? Wodurch zeichnet sich Sex aus, dass solche besonderen Regeln dafür notwendig sind?“

Aufsatz: Die Beteiligten jedes Lernprozesses

Für Josia – Truth for Youth schreibe ich eine Serie zum Thema Lernen. Ich begann mit Lernen bedeutet: Über unser Denken nachdenken zu lernen. Jetzt geht es weiter mit der Überlegung, wer an einem Lernprozess beteiligt ist. Wir übergehen in der Regel den ersten Beteiligten, nämlich Gott selbst.

Aus der augustinischen Denktradition – der Kirchenvater Augustinus (354-430 n. Chr.) hat der Pädagogik viele wichtige Impulse gegeben – heraus stammt die Überlegung, dass es keinen Gedanken gibt, der nicht von Ihm zuvor gedacht worden wäre. Natürlich haben wir Menschen in unserer Sünde manche dieser Gedanken verkehrt und entstellt. Das ändert jedoch nichts daran, dass wir grundsätzlich nur Gottes Gedanken „nach-denken“ können. Wir sehen den dreieinigen Gott eher als Schöpfer des sichtbar Geschaffenen als den Urheber aller Gedanken. Für Lernprozesse ist dieses Letztere jedoch bedeutsam.

Hier geht es zum Aufsatz. Er geht auf einen Workshop zurück, den ich mit Lehrpersonen gemacht habe (Live-Ausschnitt).