Zwei Irrtümer über die Teufel

Es gibt zwei Irrtümer über die Teufel, in die das Menschengeschlecht leicht verfällt. Sie widersprechen einander und haben doch dieselbe Auswirkung. Der eine ist, ihre Existenz überhaupt zu leugnen. Der andere besteht darin, an sie zu glauben und sich in übermässiger und ungesunder Weise mit ihnen zu beschäftigen. Die Teufel selbst freuen sich über beide Irrtümer gleichermassen. Sie begrüssen den Materialisten wie den Anhänger der schwarzen Magie mit demselben Vergnügen.

Aus: C. S. Lewis. Dienstanweisung an einen Unterteufel.

Lernerlebnis Nr. 51: Sieben Learnings im Tagesablauf mit Kindern (2)

2. Halte dich an eine Grobstruktur.

Nicht jede Minute muss durchgeplant sein (denn es kommen ja genug unerwartete Momente mit Kindern). Doch eine Grobstruktur des Tages vereinfacht den Ablauf ungemein: Essenszeiten, Ruhezeiten. Zeiten, in denen die Kinder angeleitet werden – und Momente, in denen sie sich selbst beschäftigen. Dieser Rhythmus ist zur eigenen Erholung unabkömmlich.

Säkularisierte Gottesbilder

Die Gottesbilder der modernen Philosophie, Psychologie und Dichtung sind mannigfaltig, zum Beispiel

  • ein schwebendes, vieldeutiges und letztlich gesichtsloses Numen, das sich in tausend Masken chiffriert (Jaspers)
  • Ruf des Gewissens aus der Ferne in die Ferne (Heidegger)
  • die Welt ist voll Anlage zu etwas, Tendenz auf etwas, Latenz von etwas (Bloch)
  • Über-Ich (Freud)
  • kollektives Unbewusstes (Jung)
  • Existenzform des Seins (geben, teilen, opfern; Fromm)
  • Wille zum Sein (Frankl)
  • öffentliches Gewissen, Stimme des Man (A. Peters)
  • auf Leben und Tod ausgeliefert (Kafka)
  • Stimme hinter dem Vorhang (Benn)
  • der dunkle Unbewusste, Rätselhafte (Rilke)
  • tauber Gott (Andersch)
  • Gnadenbild (Handke)

Andere Decknamen Gottes sind das Schicksal, der Zufall, die höhere Macht, die Fügung, der Sinn des Lebens, die Ordnung, das Gewissen, die innere Stimme, das Gute im Menschen, der letzte Halt, das utopische Totum der Erfüllung all seiner Wünsche und Hoffnungen.

Aus: Horst Georg Pöhlmann. Abriss der Dogmatik. Chr. Kaiser Gütersloher Verlagshaus: Gütersloh 20026.

Wenn Männer nicht erwachsen werden

Bettina Weber schreibt im Tages-Anzeiger über die Überlegenheitsgefühle von Frauen über ihre „Bubis“, die Mitte Dreissig sind. Es sind Männer, die

die beruflich durchaus erfolgreich sein können, aber irgendwie mitten in der Adoleszenz stecken geblieben sind. Die sich immer noch mit dem grössten Vergnügen jedes Wochenende betrinken, im Rudel versteht sich, stundenlang kiffen, fernsehen oder Computerspiele spielen. Deren Wohnung immer noch dem Provisorium aus Studentenzeiten ähnelt, in dem es keinen Staubsauger gibt. Und bei den ganz schweren Fällen kommt Mama vorbei und putzt und wäscht und entsorgt die leeren Bierflaschen.

Weber nimmt Bezug auf den renommierten amerikanischen Soziologen Michael Kimmel und dessen Buch «Guyland – The Perilous World Where Boys Become Men». Dieser beurteilt die Lage nicht als harmlos. Er spricht

von den Männern, die sich als Väter aus ihrer Verantwortung stehlen, und von der verheerenden Wirkung einer vaterlosen Gesellschaft. Fachleute sind sich über deren negative Folgen, gerade für kleine Jungen, längst einig. Und auch darüber, dass ein ewiges Bubenleben kein gesundes Leben ist, was wiederum die Allgemeinheit belastet.

Eigentlich sei das Phänomen aber auf die Ratlosigkeit bezüglich der eigenen Rolle zurückzuführen:

Den Mann als Ernährer im herkömmlichen Sinn gibt es nicht mehr, Frauen verdienen selbst genug Geld, sie sind sogar oft besser ausgebildet als Männer und verdrängen diese aus ihren angestammten Hoheitsgebieten. Es herrscht unter dem einst starken Geschlecht offenbar Ratlosigkeit bezüglich der eigenen Rolle, und solange man die nicht findet, verharrt man sicherheitshalber in der, die so viel Spass macht: in der des ewigen Buben.

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Lernerlebnis Nr. 50: Sieben Learnings im Tagesablauf mit Kindern (1)

Wer liegt morgens nicht noch gerne einige Minuten länger auf dem Ohr? Oder liest den Abschnitt noch fertig? Oder hängt noch ein weiteres Telefon an?

Manchmal ist das für mich ein Weg, um mich aus der Familie “auszufädeln”. Solche “Aussetzer” bringen mich allerdings sofort in den Rückstand. Die Kinder haben die Momente genutzt, und ich bin nur noch am Reagieren.

Zwischen D-Day und V-Day (2): Sei ohne Furcht, du kleine Herde!

Der Evangelist, Schriftsteller und Theologe Jakob Kroeger (1872-1948) schrieb 1946 eine sehr gute Abhandlung zu diesem Spannungsfeld:

Niemand besass die Zukunft bereits so in der Gegenwart wie Jesus. (…) Das Gegenwärtige machte ihn nicht irre an dem Kommenden und Zukünftigen. Das Reich des Vaters und dessen Zukunft war ihm gewisser als das Reich des Menschen und dessen Gerichte. Nicht der Mensch und die zersetzende Herrschaft der Sünde, sondern Gott und die neu schaffende Herrschaft der Gnade werden das letzte Wort behalten.

Aus: Jakob Kroeker. Verhüllte Segenswege. Brunnen-Verlag: Giessen/Basel 1967.

Hier gibt es einen Abriss der Biografie Kroekers.

Einsamkeit lässt sich nicht verwalten

Die letzten Tage hat das Drama um den verwirrten Bieler Mathematiker auch unsere Familie beschäftigt. Im Nachhinein wissen viele, was man hätte tun sollen.

So kommentiert der Tages-Anzeiger die Reaktionen von Medien und Bevölkerung. Erstaunlich ist dann die kritische Note am Schluss des Beitrags:

Je älter die Menschen werden, desto stärker nimmt die Vereinsamung zu, vor allem der Kollateralschaden einer Gesellschaft, die den Individualismus liebt. Und die für jene, die nicht damit klarkommen, bestenfalls das Altersheim oder die Klinik vorsieht. Und schlimmstenfalls das Gefängnis. Oder, in letzter Not, den Fangschuss.

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Über den Sinn des Geldes

Geld ist „technical substitute“ für Gott. … Das Profitmotiv funktioniert wie der Eine Gott als universale Quelle der Motivation.

Auf die Liebe zum Geld ist Verlass – hier entfaltet sich ein ruhiges Begehren nach Reichtum.

Geld hat den einzigen Sinn, ausgegeben zu werden, weil es keinen eigenen Wert hat. Deshalb stösst es in den Kunden eine Dauerreflexion auf Konsummöglichkeiten an.

Aus: Norbert Bolz. Das konsumistische Manifest.