Väter (1): Beruflich Profi, privat Amateur

Muss Ihr Beruf alles bekommen, was Ihnen an Zeit, Kraft und Zuwendungspotenzial zur Verfügung steht?

So fragt Günter F. Gross am Anfang seines Longsellers „Beruflich Profi, privat Amateur?“ Er beobachtet bei den wirklich Erfolgreichen vor allem die Disziplin in der Umsetzung:

Der Erfolgreiche und Professionelle liefert keine Idee nach der anderen. … Seinen Erfolg bringt die Konzentration auf die Realisierung.

Welche Projekte jemand in Angriff nimmt, spielt eine wesentliche Rolle. Gross empfiehlt:

Lassen Sie sich von Ihrem Ehepartner mehr als bisher bei der Überlegung des Einsatzes und der Zuordnung Ihrer zeitlichen Ressourcen helfen.

Und er gibt zu bedenken, dass der Ehepartner der wichtigste Kunde ist.

Lebensqualität ist ‚Zusammenlebens-Qualität’.

Die Realität zeigt aber, dass das ‚traute Heim’ für den beruflich Beeindruckenden zum Erholungsheim wird. Direkt hinter der Türe verwandelt er sich und wird zum Heiminsassen.

Ist Ihr Beruf die grosse Charme-Arena und Ihr Zuhause das berühmte Nörgelheim an der Mecker?

Die Ehe ist aber kein Abladeplatz für Befürchtungskataloge noch ein Gerichtssaal, wo Recht vor Spass gilt. Gelassenheit wegen Lappalien, gepaart mit Entschlossenheit, wirklich Unerträgliches nicht jahrelang hinzunehmen, zeichnen nach Gross eine gute Ehebeziehung aus. Als Risikofaktoren sieht er hingegen an: Routine, Unterwerfung, Unterforderung, Geltungssucht, Angst, Beherrschungssucht, Hektik, Monologe. Gross rät zur Ressourcenfreigabe in der Gegenwart:

Geben Sie Reserven frei, um die Zukunft zu sichern und nicht in der Gegenwart zusammenzubrechen.

Der perfekte Zustand ist Illusion:

Auf der untersten Stufe der Lebenserfahrung tummelt sich der Glaube an die Existenz der Perfektion.

Warten Sie nicht auf andere Verhältnisse. Die Verhältnisse sind fast immer weniger günstig, als Sie sich das wünschen.

Der Augenblick ist der einzige Zeitpunkt, an dem jemand aktiv handeln kann, und Reden ist kein Ersatz für Handeln.

Günter F. Gross. Beruflich Profi, privat Amateur? Verlag moderne industrie: Landsberg/Lech 199917.

Lernerlebnis Nr. 30: Ich höre nur auf Mami.

Mein Ältester geht mit Rollerblades an den Füssen (er hat keine Schuhe zum Wechseln) auf die Rutschbahn. Er wird von einer älteren Dame zurecht gewiesen. Seine Antwort: „Ich höre nur auf Mami. Wenn sie etwas sagt, mache ich es auch.“

Ich bestärkte meinen Sohn in dieser Haltung. Er soll seinen Eltern gehorchen, nicht jeder beliebigen Person. (Dazu gehört natürlich auch, dass er in seinen Antworten den richtigen Ton findet.)

Sexualethik (8): Sexualität braucht ein Zuhause.

…und sie werden zu einem Fleisch werden. Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander. (1. Mose 2,24b+25)

Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain. (1. Mose 4,1)

Sex lässt sich heute günstig einkaufen – virtuell und über die Gasse. Das Konzept der Bibel verbindet mit der Sexualität viel mehr als den reinen Geschlechtsakt. Wenn du eine ältere Bibel-Übersetzung aufschlägst, wird dir das Wort „erkennen“ begegnen. So steht von Adam, dass er seine Eva „erkannte“. Das Wort ist das absolute Gegenteil eines „Quickie“. Es meint die soziale, geistige, geistliche und körperliche Lebensgemeinschaft. Wahre Intimität entsteht in einem geschützten Rahmen über einen längeren Zeitraum. Punkt. Wir können es uns auch anders besorgen. Ich kann dir aber versichern: Es ist zweit- und drittklassig.

Passendes Buch: Making All Things New: Restoring Joy to the Sexually Broken

Sexualethik (7): Ich will, und ich will es jetzt.

Die Frucht des Geistes aber ist … Selbstbeherrschung. (Galater 5,23)

Unsere Gesellschaft hat die Tendenz, auf alles eine Lösung zu haben. Und diese Lösung lautet oft: Hol’s dir! Dabei wäre manchmal die beste Lösung: Beherrsche dich. Aber die Menschen sind nicht mehr bereit Leid zu ertragen. Dabei würde uns das die Möglichkeit geben, wieder tiefer zu blicken. Der tiefste Wunsch des Menschen ist nicht Sexualität, sondern Zugehörigkeit und Geborgenheit.

Passende Bücher:

Happily Ever After: Finding Grace in the Messes of Marriage

The Purity Principle: God's Safeguards for Life's Dangerous Trails

This Momentary Marriage: A Parable of Permanence

Wüsten bewässern statt Dschungel auszuhauen

Die Aufgabe des modernen Erziehers besteht nicht darin, Dschungel auszuhauen, sondern Wüsten zu bewässern. Die richtige Abwehr gegen falsche Gefühle besteht in der Vermittlung echter. Wenn wir das Empfindungsvermögen unserer Schüler verkümmern lassen, machen wir sie zu einer umso leichteren Beute für Propagandisten. Denn die ausgehungerte Natur rächt sich, und ein hartes Herz ist kein unfehlbarer Schutz vor einem weichen Hirn.

Aus: C. S. Lewis. Die Abschaffung des Menschen. Johannes Verlag: Einsiedeln 2007.

Sexualethik (6): Manipulation vs. Dominanz

Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich herrschen. (1. Mose 3,16)

Das sündige Verlangen der Frau, ihren Mann zu kontrollieren und zu manipulieren steht der sündhaften Dominanz des Mannes über die Frau statt liebender Fürsorge gegenüber.

Aus: Andreas J. Kostenberger. God, Marriage and Family. Crossway Books: Wheaton 2004

Tod der Kultur und Tod des Subjekts

Richard Kämmerlings schrieb in der faz über den Kultroman “Unendlicher Spass”:

‘Infinite Jest’ ist ein moralisches, ja moralistisches Buch über den gegenwärtigen American way of life und damit über den Entwicklungsstand unserer Kultur. Es ist ein Buch über die Leere im innersten Zentrum unserer Gesellschaft, die der Einzelne mit Süchten, Zerstreuungen, Obsessionen und Unterhaltungen aller Art ersatzweise füllt und so verdeckt und verdrängt. Unendlicher Spaß ist das Codewort einer düsteren Zukunftsvision, als Endpunkt menschlicher Evolution bedeutet er den Tod der Kultur und den Tod des Subjekts – und zwar in einem ganz konkreten, nicht übertragenen Sinne. 

Hier geht es zur Rezension.

Sexualethik (5): Durch die Sünde wurde Gottes Plan pervertiert.

Auch wenn das Thema nicht Hauptfokus der Bibel ist, gibt sie uns – oft durch Erzählungen – einen reichen Fundus zum Thema. Der Sündenfall entfremdete den Menschen nicht nur von Gott, sondern auch voneinander. Die Folgen:

  • Polygamie statt Monogamie : „Lamech aber nahm sich zwei Frauen.“ (1. Mose 4,19)
  • Scheidung statt Dauerhaftigkeit: „Weil der Herr Zeuge gewesen ist zwischen dir und der Frau deiner Jugend, an der du treulos gehandelt hast, wo sie doch deine Gefährtin ist und die Frau deines Bundes.“ (Mal 2,14)
  • Ehebruch statt Treue: „Und es geschah zur Abendzeit, dass David von seinem Lager aufstand und sich auf dem Dach des Königshauses erging. Da sah er vom Dach aus eine Frau baden. Die Frau aber war von sehr schönem Aussehen…“ (2. Samuel 11,2)
  • Homosexualität statt Heterosexualität: „Wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Heraus mit ihnen, wir wollen mit ihnen verkehren.“ (1. Mose 19,5)
  • Geschlechterkonfusion statt Komplementarität: „Als Atalja, die Mutter Ahasjas, sah, dass ihr Sohn tot war, ging sie daran, die ganze Nachkommenschaft der königlichen Familie auszurotten.“ (2. Könige 11,1)

 

Aus: Andreas J. Kostenberger. God, Marriage and Family. Crossway Books: Wheaton 2004.

Lernerlebnis Nr. 29: Mit drei Kindern fängt es richtig an.

Immer wieder machen wir als Eltern die gleiche Feststellung: Nachbarskinder, die mit unseren vier Jungs spielen, ordnen sich mühelos in die Gruppe ein. Nach einer kurzen Orientierungsphase (Wer ist der Boss? Welchen Platz nehme ich in der Hierachie ein?) laufen sie problemlos mit. Schade, dass gegen 90 % der Schweizer, die Kinder haben, sich nicht mehr als zwei Kinder vorstellen können. Dabei beginnen sich viele Dinge erst beim dritten zu regulieren…