Kleinkinderbetreuung: Der verschwiegene Stand der Forschung

Jede Stunde, die man mit Kindern spricht oder die sie Erwachsenen bei Gesprächen zuhören, gibt ihnen einen Startvorteil fürs Leben. Also müsste der Staat eigentlich daran interessiert sein, dass Kinder so viel Zeit wie möglich mit einem oder beiden Elternteilen verbringen und ausser halb dieser Zeit gewährleistet ist, dass die Betreuung von Kindern qualitativ sehr hochstehend ist.

Es ist unumstritten, dass in den ersten drei Lebensjahren verlässliche Bindungen und Strukturen von grösster Bedeutung für das spätere Leben sind und schon ein Umzug, geschweige denn ein Wechsel der Hauptbetreuungsperson oder etwa eine Scheidung, so weit wie möglich vermieden werden sollten.

Aus: Thomas Schirrmacher. Die Rolle des Staates und die der Familien. Eröffnungsvortrag auf der Konferenz “Betreuung der Kleinkinder zwischen Familie und Staat” des Ministeriums für Arbeit und Soziales der Tschechischen Republik.

Es ist Forschung- und Erfahrungswissen (und keine Ideologie), dass für die Entwicklung des kindlichen Sicherheitsgefühls, für die Entfaltung seiner Persönlichkeit und für die seelische Gesundheit eine verlässliche Beziehung zu den Eltern am förderlichsten ist. Gerade in den drei ersten Lebensjahren ist die emotionale und zeitliche Verfügbarkeit von Mutter und Vater von grösster Bedeutung.

Aus “Krippenausbau in Deutschland – Psychoanalytiker nehmen Stellung: Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung”

Ähnliche Beiträge