Publikation: Sexualität – Alltag aus biblischer Weltsicht

Hanniel Strebel. Sexualität (Alltag aus christlicher Weltsicht, Band 2). ceBooks.de: Langerwehe, 2019. 94 Seiten (eBook).

Die Ausgangslage: Heimlich eingesackt

In der Reihe „Alltag aus christlicher Weltsicht“ gehe ich Tätigkeiten nach, die bedeutenden Raum einnehmen. Viele Christen, und mögen sie das frömmste Bekenntnis haben, werden durch zwei gesellschaftliche Wandlungen „eingesackt“: Die pornografische Epidemie und die in jeden Winkel unseres Lebens vordringende Webtechnologie. In der vorliegenden Abhandlung geht es um unseren Umgang mit der Sexualität in verschiedenen Lebensphasen.

Zum Inhalt

Der Auslöser: Ich schrieb diese Zeilen, weil so viel von Sex und so wenig über Sex gesprochen wird. Menschen sind weniger an Selbstbeherrschung und viel mehr an unmittelbarer Lustbefriedigung interessiert.

Die Absicht: Ich behandle Sexualität im Zusammenhang eines gelingenden Lebens („Ethik“), versehen mit einem entscheidenden Zusatz: Die Betrachtung geschieht aus der Perspektive der biblischen Weltsicht.

Der Inhalt: Es geht um vielmehr als den Geschlechtsakt, nämlich um Ehe, Familie, Kinder, aber auch um Geschlechterrollen, Geburt und Tod.

Zuerst überlegen wir uns, welche (unhinterfragten) Annahmen in unseren Breitengraden gelten.

Dann erarbeiten wir uns den Denkrahmen aus der Sicht der Bibel. Dabei stellen wir fest, dass es nicht einfach um moralische Aufrüstung geht.

Von dort aus blicken wir auf Beispiele aus der Bibel, die Antworten auf heutige Fragen geben, zum Beispiel auf Männlichkeit und Weiblichkeit, Scheidung, Mehrfach-Ehe und Homosexualität.

Wie sollen wir denn leben? Im vierten Teil geht es um die weise Anwendung in verschiedenen Lebensphasen und unterschiedlichen Rollen auf der Grundlage biblischer Prinzipien.

Ich schliesse ab mit sieben Statements, die in Kürze drängende Fragen beantworten sollen.

Aufbau/Schreibweise

Jeder Abschnitt umfasst ca. 200 Worte kann in einem ruhigen Moment gelesen werden. Er folgt einem einheitlichen Aufbau: Zentraler Gedanke, eine kurze Ausführung dazu sowie ein, zwei Fragen zur persönlichen Reflexion. 

Aufsatz: Zugang zum Buch Hiob finden

Für das Timotheus Magazin #33 verfasste ich einen einführenden Artikel.

Der heutige gesellschaftliche Umgang mit Leid ist von Vermeidung geprägt. Leid erscheint als ungewünschte Unterbrechung in der dauernden Suche nach dem nächsten erfüllenden Moment. Wie ist mit unliebsamen Störungen umzugehen? Man muss sie ausblenden. Schon der französische Universalgelehrte Blaise Pascal (1623 – 1662) sprach von der ununterbrochenen Ablenkung des Menschen. Umso nötiger wird das Lesen des Buches Hiob. Es gehört zur Weltliteratur.

In Aidlingen habe ich zwei einführende Vorträge zum Buch Hiob gehalten (Teil I, Teil II).

Hanniel hirnt (136-137): Inhaltsangabe zu jedem Bibelbuch

Im Bemühen meiner Familie mehr "Futter" für ihr Bibelstudium bereitzustellen, habe ich in einigen Sätzen zu jedem Bibelbuch eine Inhaltsangabe vorgenommen. Es fällt mir auf, dass wir dazu neigen, uns in Details zu verlieren und die grossen Linien ausser Acht zu lassen. Zur Zeit greife ich dies am Familientisch auf. Ein Familienmitglied schlägt ein Bibelbuch vor. Dann versucht jeder, das Buch in einigen Sätzen zusammenzufassen, wobei ich beim Jüngsten anfange (der um keinen Preis ausgelassen sein will).

Wie für die anderen Podcasts gilt: Sie sind nicht unter "Studiobedingungen", sondern im Tageskampf des Vaters einer Grossfamilie entstanden. Mein Tipp: Versuche auf einem Spaziergang dir selbst (laut) oder noch besser einer anderen Person von jedem Bibelbuch zu erklären, worum es dort geht. Eine nächste Aufgabe würde darin bestehen, den Beitrag des Buches zum biblischen Kanon festzustellen.

Im ersten Durchgang habe ich den dritten Teil des AT (die Ketubim) ausgelassen und es nachgeholt.

Input: Was Busse bedeutet und was gute Werke sind

Der dritte Teil des Heidelberger Katechismus Von der Dankbarkeit stellt nach der Frage, warum der erlöste gute Werke tun soll, die Frage nach dem Kennzeichen der wahren Busse:

  1. Das Absterben des alten Menschen (Frage 89)
    a) die Sünde von Herzen bereuen (ich füge hinzu: anstatt nur die unliebsamen Konsequenzen für sich selbst zu bedauern)
    b) sie je länger je mehr hassen (statt sie zu entschuldigen oder sie insgeheim zu mögen)
    c) der Sünde zu fliehen

Der christliche Glaube begnügt sich niemals mit dem "weg-von", sondern sieht das Ganze nur aus einem Grund: Einer Hinwendung zu Christus.

  1. Das Auferstehen des neuen Menschen (Frage 90)
    a) herzliche Freude in Gott durch Christus haben und Lust und Liebe
    b) nach dem Willen Gottes in guten Werken zu leben

Was sind gute Werke, lautet die 91. Frage. Es sind solche, die

  • aus wahrem Glauben (Motivation) / nach dem Gesetz Gottes (Standard) / ihm zur Ehre geschehen (Ziel)
  • und nicht solche, die auf unser Gutdünken oder auf Menschengebote gegründet sind

Das beobachte ich bis heute: Wo sich der Mensch nicht an Gottes Gebote hält, hat er neue nach seinem eigenen Gutdünken zu finden. Dies führt zu einer harten Knechtschaft – oftmals von sich selbst.

Zitate für das neue Jahr (6): Die drei Wege der Todesverdrängung

Im Essay "Schrecklich amüsant" des postmodernistischen Schriftstellers David Foster Wallace (1962-2008) schildert dieser ehrlich drei verschiedene Wege, um das untergründige Wissen sterben zu müssen zu verdrängen.

Zielgefühl „Verwöhntwerden“ (= Götze)

Das gewünschte Gefühl beruht auf einer Mischung aus Entspannung und Stimulation, stressfreiem Relaxen in Kombination mit einem touristischen Rahmenprogramm, das es in sich hat, kompromisslosem Service und Bevormundung, die unter dem Begriff »verwöhnen« läuft. (110, Kindle-Position)

Ein Urlaub bedeutet Schonung vor den Unannehmlichkeiten des Lebens. (170)

Die untergründige Daseins-Angst

Man möchte sterben, um der Wahrheit nicht ins Auge blicken zu müssen, der Wahrheit nämlich, dass man nichts weiter ist als klein, schwach und egoistisch – und dass man mit absoluter Sicherheit irgendwann sterben wird. (128)

Der erste Weg der Verdrängung: Ertüchtigung

Eine Methode des Siegs über den Tod besteht in eiserner Ertüchtigung; … Diät, Fitnessübungen, Megavitamin-Nahrungsergänzungs-Schnickschnack, kosmetische Chirurgie, Frank-Quest-Zeitmanagement-Seminare usw. (173)

Der zweite Weg der Verdrängung: Vergnügen

Nicht durch Ertüchtigung, sondern durch Erregung. Nicht durch harte Arbeit, sondern durch gnadenloses Vergnügen. … Allerdings wird die Todesfurcht nicht so sehr überwunden als ausgeblendet. … Spätestens nach dem begeisterten Applaus wird jemand aus Ihrem Freundeskreis die Frage stellen: ›Und was machen wir jetzt?‹ (176)

Der dritte Weg der Verdrängung: Geniessen

EINFACH DIE SEELE BAUMELN LASSEN oder ENTSPANNUNG WIRD IHNEN ZUR ZWEITEN NATUR … oder DEN ALLTAGSSTRESS VERGESSEN. Solche Versprechungen weisen auf einen dritten Weg metaphysischer Todesverdrängung. (201)

Input: Zehn Ausreden, die eigene Gemeinde nicht finanziell zu unterstützen

Pastor Wolfram Wobig hat einen für den Jahresanfang passenden Beitrag veröffentlicht. Er schreibt zum Einwand, knapp bei Kasse zu sein:

Es gibt ein gravierendes Problem an dieser Stelle: Der Tag, an dem die Gemeinde wirklich finanziell unterstützt wird, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nie kommen. Denn nachdem das Auto abbezahlt ist und die Zahnbehandlung finanziert wurde, muss vielleicht eine neue Küche angeschafft werden oder am Auto muss eine dringende Reparatur vorgenommen werden. Kurz gesagt: Wer diese Einstellung hat, auf denen werden immer neue Dinge zukommen, die bezahlt werden müssen und die wichtig und unaufschiebbar erscheinen.

Oder zum geistlich "verbrämten" Argument zu spenden, "wenn der Herr etwas aufs Herz legt":

Paulus legt Wert darauf, dass regelmäßig und auch geplant gespendet werden soll. Darüber hinaus ist es gar nicht nötig, auf einen besonderes Impuls des Geistes zu warten. Schließlich hat uns Gott in seinem Wort doch bereits zum Geben aufgerufen.

Leseempfehlung! Dies betrifft auch die Buchempfehlung "Geld, Besitz und Ewigkeit" von Randy Alcorn.

Weiterlesen: Die Ausgaben im Griff behalten – 10 Hinweise; 10 Hinweise zum Umgang mit meinem Besitz

 

Hörempfehlungen für das neue Jahr: Krimi, Fantasy, Gesellschaftskritik, Musik, Klassiker, Bibel

Ich durfte einem Berufskollegen Empfehlungen für die Fahrt nach Hause einige Hörempfehlungen aussprechen. Hier meine Empfehlungen für zwischendurch:

Und natürlich:

Buchempfehlungen: Lesen Sie dieses Jahr eine systematische Theologie!

Systematische Theologie – etwas für verstaubte Kopfmenschen? Nein, es handelt sich um eine gefährliche Lücke unter Evangelikalen. Kevin DeYoung empfiehlt eine Reihe von Büchern. Er ermutigt: Wer ein Jahr täglich dran bleibt, kommt mit 10-15 Minuten durch! Ich habe einen Teil der Bücher übernommen und mit eigener Bewertung des Schwierigkeitsgrades versehen.

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Historisch

Zeitgenössisch

Auffällig: Es fehlt eine zeitgenössische deutsche Ausgabe

Hanniel hirnt (135): Wie ich lernen gelernt habe

Aus einem längeren Gespräch in der Familie heraus nahm ich diese Sequenz auf, in der ich berichte, wie ich lernen gelernt habe.

Die Grundfertigkeit des Zuhörens, indem ich das Wesentliche heraushörte und festhielt, kann ich bis heute bestens gebrauchen. Ich habe es auch meinen Söhnen beigebracht. Ich habe mein Vorgehen ausführlich festgehalten.

Meine Fähigkeit zu lernen resultierte letztlich – wie könnte es anders sein – aus einer Niederlage. Ich realisierte erst mit der Zeit, dass es drei Bereiche der Vorbereitung gibt:

  • Wissensaufbau: Regeln, Ausnahmen, einzelnen Wissenshappen
  • Verstehenszusammenhang: Frage nach dem Warum, nach den Zusammenhängen (sprachlich: Sätze, Abschnitte, Texte, Werke).
  • Übungsgelegenheiten: Anwendung in neue Situationen hinein (z. B. Umwandeln des Lernstoffes in mögliche Fragen)

Hier geht es zum Podcast.

Zitate für das neue Jahr (5): Bäume und das Prinzip von Einheit und Vielfalt

Gottes Schöpfung verkündet seine Herrlichkeit, weil sie seine Handschrift trägt. Etwas vom schönsten darin ist meines Erachtens die Vielfalt an Bäumen. Es spiegelt sich darin das Schöpfungsprinzip von Einheit und Vielfalt. Abgesehen von den Baumwesen, den Ents, lässt Tolkien immer wieder wunderschöne Baumszenen in seine Meistererzählung „Der Herr der Ringe“ einfliessen. Meine Suche ergab rund 500 Treffer! In der Tolkien-Biografie erzählt Humphrey Carpenter, dass Tolkien einen Teil seiner Jugend in der Nähe von wunderschönen Bäumen verbrachte, die später Gebäuden weichen mussten.

Hier einige Szenen aus den ersten Kapiteln:

Alles sah frisch aus, und die Felder und die Zweigspitzen der Bäume schimmerten in jungem Grün. (1233, Kindle-Positionen)

(Er sah) nicht mehr um die Hügelkuppen, das Laub an den Bäumen oder die Blüten, wenn sie sich im Licht öffneten: Sein Kopf war vorgebeugt, sein Blick abwärts gerichtet. (1390)

Er wird sich einfach gefreut haben, glaube ich, einmal wieder eine freundliche Stimme zu hören, an Wind und Bäume erinnert zu werden, an Gras im Sonnenschein und lauter Dinge, die er schon vergessen hatte. (1436)

Selten hatte das Auenland einen so herrlichen Sommer und einen so satten Herbst gesehen. Die Bäume waren schwer von Äpfeln, der Honig tropfte aus den Waben, und das Korn stand hoch und dicht. (1727)

Die Wälder zu beiden Seiten wurden dichter; die Bäume waren nun jünger und standen enger beisammen, und als der Weg in eine Senke zwischen den Hügeln hinabführte, waren die Hänge zur Rechten und zur Linken dick mit Haselsträuchern bewachsen. (2057)

Am Morgen wachte Frodo erfrischt auf. Er lag in einer Art Laube, die aus dem Stamm eines Baumes und seinen ineinander verflochtenen, bis zum Boden herabhängenden Zweigen bestand, und gebettet war er auf eine dicke, weiche Schicht von seltsam duftenden Farnen und Gräsern. Die Sonne schien durch das raschelnde Laub, das noch grün am Baum hing. (2147)

Die Blätter glänzten an den Bäumen, und von allen Zweigen tropfte es; kalter Tau lag auf dem Gras wie eine graue Decke. Es war sehr still. Geräusche aus einiger Entfernung schienen nah und deutlich heranzurücken: Federvieh gackerte in einem Hof; in einem Nachbarhaus schlug jemand eine Tür zu. (2698)

Kein Baum wuchs hier, nur struppiges Gras und allerlei schnell aufschießende Pflanzen: hochstängeliger, verblühter Schierling, Eberwurz und wilde Petersilie, deren Samen zu flaumiger Asche zerfielen, wuchernde Nesseln und Disteln. Ein trübseliger Ort, doch nach dem dichten Wald kam er ihnen wie ein freundlicher Garten vor. (2759)