Hanniel hirnt (293): (Er)finde dich selbst und bleibe dir treu?

Wir lieben Geschichten von Menschen, die jeder Widerwärtigkeit des Lebens trotzen, um ihrem Traum nachzustreben. Eines Tages blicken sie uns von ihrem Golfresort, vom Landgut in der Toscana oder aus dem Zelt im Himalaya lächelnd entgegen und machen uns so richtig eifersüchtig. Sie haben es (scheinbar) geschafft, die gesellschaftlichen Konventionen zu durchbrechen und ihren eigenen “Lifestyle” durchzuziehen. Wer die sozialen Medien durchforstet, wird den Eindruck nicht los, dass die meisten Beiträge der Selbstdarstellung dienen. Es wird um den Like-Button gebuhlt. Welches Selbstverständnis steckt dahinter? Termin Wax hat dieses oft unbewusste Lebenskonzept in Worte und in ein einfaches Modell gepackt. Hier spreche ich darüber (15 Minuten).

Zitat der Woche: Der bevorzugte Modus zur Selbstwahrnehmung

Trevin Wax fasst den bevorzugten Modus zur Selbstwahrnehmung wie folgt:

Es gibt einen roten Faden, der sich durch unsere Gesellschaft zieht: Der Sinn des Lebens besteht darin, nach innen zu schauen (zuallererst), sich dann umzusehen (für Unterstützung und Bestätigung) und dann nach oben zu schauen (für Inspiration). So funktioniert es. Sie definieren sich selbst, verfolgen Ihre Wünsche, stellen sich anderen zur Schau und entwerfen dann gelegentlich, wenn nötig, ein neues Selbst, während Sie sich durchs Leben bewegen. (in: Rethink Your Self)

Input: Zur Krise der Evangelikalen

Hilfreiche Anmerkungen von Thomas Jeising:

Die Symptome der Krise sind mit Händen zu greifen. Die Rolle und das Verständnis der Bibel wurden über Jahre beständig aus dem innersten Kreis evangelikaler Leiter solange problematisiert, bis es ein Fehler sein sollte, dem Wort der Bibel zu vertrauen. Bekehrung zu Christus und Glauben an die Vergebung der Sünden soll nur noch eine Randnotiz des Christseins darstellen gegenüber dem Kampf für eine bessere Welt. Das Festhalten an einer biblischen Sexualethik wird aus der Mitte der Evangelikalen gleich zur Sünde erklärt. Dass dann die Spannungen innerhalb der Bewegung zunehmen, kann nicht verwundern.

Publikation: Calvin als Seelsorger und Leid-Erfahrener

Andreas Münch hat einen lohnenden Artikel über Calvin als Seelsorger verfasst.

Calvin ist weithin als Dogmatiker bekannt, was insbesondere seinem Hauptwerk, der Institutio, zu verdanken ist. Wenn man an den Menschen Calvin denkt, kommt einmal nicht als erster der Begriff der Seelsorge in den Sinn, obwohl Calvin als Genfer Pfarrer natürlich seelsorgerlich tätig war. Aus naheliegenden Gründen liegen uns heute keine Gesprächsprotokolle vor, wie sie zeitgenössische Seelsorger anfertigen, anhand derer wir Calvin als Seelsorger kennenlernen könnten. Dennoch besitzen wir heute eine ergiebige Quelle, um Calvin als Menschen und Seelsorger besser kennenzulernen, nämlich sein umfassendes Briefwerk.

An dieser Stelle weise ich gerne auf meine Einführung zu Calvin hin.

Was erwartet den Leser? Im ersten Teil werfe ich einen Blick auf die Biografie Calvins. Es geht um seine Treue in Leid und Widerstand. Jedes Mal, wenn ich ein Vorbild im Glauben nicht aus der Distanz, sondern aus der Nähe betrachte, fällt das Urteil ähnlich aus: Er musste durch viel Leid in Gottes Reich eingehen (vgl. Apostelgeschichte 14,23). Diese Rundschau ist durchzogen von Ausschnitten aus Briefen des Reformators. Sie enthüllen einen überraschend feinfühligen Charakter.

Der zweite Teil soll beispielhaft einige Berührungspunkte mit dem weit verzweigten Werk des Reformators schaffen. Es sind nicht die bekanntesten Abschnitte aus seinem Werk, sondern beleuchten absichtlich unterschiedliche Aspekte seines Wirkens in Kirche und Gesellschaft. Ich hoffe, dass sich der Leser dadurch den Weg zum Original weisen lässt.

Zitat der Woche: Wenn der Pädagoge in seinen eigenen Erfahrungen hängenbleibt

Der deutsche Pädagoge Winfried Böhm (* 1937) “dekonstruiert” indirekt das postmoderne Ansinnen aus der Gegenwart bzw. vom einzelnen Akteur aus wirksam ein Feld weiter entwickeln zu können.

Schon das Wort Konzeption verweist auf die Grundüberzeugung der Geschichtstheorie, wonach geschichtliche Tatsachen überhaupt nur festgestellt und eingesammelt werden können, wenn man über ein konzeptuelles Wissen verfügt. Was man in Bezug auf die Geschichte der Pädagogik als wesentlich und daher berichtenswert und was man als unwesentlich und daher als vernachlässigenswert betrachtet, hängt entscheidend von dem Begriff von Pädagogik ab, den man seinem historiographischen Bemühen zugrunde legt. (in: Geschichte der Pädagogik, S. 7)

Warum untersucht man alte Konzepte/Ideen zur Bildung und Pädagogik?

Besonders peinlich gestaltet sich diese Situation dort, wo eine geschichtslos gewordene Erziehungswissenschaft das früher erreichte Niveau des Denkens und Argumentierens unterschreitet und emsig um Problemformulierungen und Problemlösungen ringt, die in der Scheune des historischen Wissens längst bereitliegen und auf Abruf warten. Ohne Geschichte fängt jede Generation wieder von vorne an und könnte meinen, die Erziehungswissenschaft oder sogar die Erziehung neu erfinden zu müssen.

… Viel schwerer mag es noch wiegen, wenn den praktisch Erziehenden und Lehrenden die historische Tiefendimension ihres Handelns verschlossen bleibt und sie sich möglicherweise der Zufälligkeit und Beschränktheit ihrer eigenen Erfahrungen – wobei sich diese häufig nur auf schicksalhafte Erlebnisse und passiv erlittene Widerfahrnisse reduzieren und oft gar keine aktiv gemachten Erfahrungen einschliessen – ausgeliefert sehen oder sie sich hilflos an didaktisch-methodische Rezeptanweisungen klammern. (ebd. S. 8f)

VD: KS

Gastbeitrag: Anschwellender Bullshit

Eine absichtlich tendenziöse Medienkritik von Lars Reeh

Provokanter Titel (ich weiß); jedoch verbirgt sich dahinter ein hochrelevantes Konzept, welches von einem Philosophen formuliert wurde, dessen Nachname synonym mit der Geburtsstadt Goethes ist.[1] Die Essenz des Bullshits ist nicht die Lüge, sondern eine unbekümmerte Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit UND der Lüge – “this indifference to how things really are.”[2] Ich unterscheide in dieser Medienkritik zwischen Inhalt und Form und werde beide im Kontext der Postmoderne beleuchten.

Inhalt: Bullshit!

Um es kurz zu machen: In der Postmoderne wird nicht mehr an Wahrheit geglaubt.

Die Ideengeschichte der Wahrheit ist die Erzählung eines Verlustes. In der Vormoderne glaubte man im Westen an Gott, Wahrheit und Absolute. In der Moderne wurde Gott dann durch die Vernunft ersetzt, wobei an (moralischen) Absoluten vorerst festgehalten wurde. Das Konzept der Wahrheit war in dieser Phase bereits beschädigt, da in der Abkehr von der Offenbarung die Vernunft vom Mittel der Erkenntnis zur Erkenntnisquelle verdreht wurde, wobei der Objektivitätsanspruch bestehen blieb (z.B. Kants „kategorischer Imperativ“). In der Postmoderne wurde der Überrest an Absolutheitsansprüchen aufgegeben.[3]

Geblieben ist nichts. Diese Entwicklung führte zum Nihilismus und schließlich zum Bullshit.[4] Laut dem linguistic turn konstruiert Sprache Realität. Dieser Post-Truth-Diskurs ist mittlerweile eine übliche Form der politischen Kommunikation, was eindrucksvoll durch Donald Trump belegt wurde.[5] „Postfaktisch“ war immerhin das Wort des Jahres 2016; Politik wird im Wesentlichen durch Emotionen vermittelt; die Wahrheit hat ausgedient.

Form: The Medium is the Message!

Die Form, also die Art und Weise der Vermittlung, hat in sich selbst bereits eine Botschaft – und zwar unabhängig von dem jeweiligen Inhalt der Übertragung: Das ist die Ideologie der Form! Der kanadische Medientheoretiker Marshall McLuhan schrieb bereits 1964:

Denn der „Inhalt“ eines Mediums, ist wie ein saftiges Stück Fleisch, dass ein Einbrecher benutzt, um den Wachhund unseres Verstandes abzulenken.“[6]

Das Bilderverbot in der Bibel (2. Mose 20,4) impliziert einen ethischen Zusammenhang zwischen Formen menschlicher Kommunikation und der Qualität einer Kultur.[7]

Bildmedien (Internet, TV, Kino) sind geprägt von Schnelligkeit und Diskontinuität; die Flüchtigkeit der Eindrücke wechselt sich ab mit einem Ansturm an Zerstreuung.[8] „Es herrscht der Drill des Vorübergehenden, gegen den keine Instanz der Erde sich noch auflehnen kann. Dieser wird im Wesentlichen mit “Schnitten” ermöglicht; (…).“[9] Die durchschnittliche Einstellungslänge bei Spielfilmen (die Zeit von einem Schnitt bis zum Nächsten) lag im Jahr 1980 bei 10 Sekunden, 2003 bei 6 Sekunden[10] und 2010 schließlich bei 2.5 Sekunden.[11] Im Jahre 2014 lag die durchschnittliche Länge eines Online-Videos bei 4 Minuten und 40 Sekunden.[12] Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2015 von 12 Sekunden auf 8 Sekunden gesunken und liegt damit unter der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches.[13] Unsere Gehirne sind plastisch und werden durch die Medien geformt.[14] Deswegen heißen Formen ja auch Formen, weil sie uns eben formen. Diese digitale Demenz[15]führt zu intellektueller Rastlosigkeit („kognitives Nomadentum“).[16] Der weit verbreitete Gebrauch des Smartphone beschleunigt diese Entwicklung.[17] Medien sind epistemologisch; sie vermitteln einen Zugang zum Sein.[18]

Wer immer noch meint, es käme ausschließlich darauf an, wie man mit Medien umgeht, hat  Wesentliches verkannt und ist, laut Marshall McLuhan, ein „technologischer Idiot“.[19]

Praxis: Bildersturm?

Welche Handlungsempfehlung folgt aus dieser Analyse? 

Trotz des McLuhan’schen Vorwurfs der technologischen Idiotie könnte der kritische Konsum dennoch eine Konsequenz sein. Man konsumiert z.B. Serien und hinterfragt deren Weltanschauung. Eine weitere Möglichkeit wäre der Gebrauch in “homöopathischen Dosen” – die Reduktion der bewegten Bilder auf ein absolutes Minimum (z.B. für berufliche Zwecke).[20] Da wir uns allerdings in dem Übergang in eine Bildkultur befinden (wobei Medien also solche – ich wiederhole – nicht neutral sind), und die bewegten Bilder unsere Aufnahmefähigkeit für das Wort Gottes möglicherweise empfindlich stören, bleibt noch eine letzte Option: der Bildersturm 2.0.


[1] Frankfurt

[2] On Bullshit. The Importance of What We Care About. (Cambridge: Cambridge University Press, 1988) S. 4. Harry G. Frankfurt.

[3] vgl. Ron Kubsch. Die Postmoderne: Abschied von der Eindeutigkeit (2007)

[4] On Bullshit. The Importance of What We Care About. (Cambridge: Cambridge University Press, 1988) S. 4. Harry G. Frankfurt.

[5] siehe die Darstellung von Donald Trump in der Dokumentation HyperNormalisation (2016) von Adam Curtis https://www.youtube.com/watch?v=kwglZTNhMNE (18.01.2021)

[6] Understanding Media: The Extensions of Man (1964). S. 17. Marshall McLuhan. Eigene Übersetzung. Original: „For the “content” of a medium is like the juicy piece of meat carried by the burglar to distract the watchdog of the mind.“

[7] Amusing Ourselves to Death: Public Discourse in the Age of Show Buisiness (1985). S. 9. Neil Postman.

[8] Das Fernsehen bedroht die Demokratie. Von Albrecht Müller. 16.12.1985. DER SPIEGEL 51/1985. https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13516144.html (28.01.2021)

[9] Botho Strauss. Anschwellender Bocksgesang, Der Spiegel 6/1993. https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681004.html (28.01.2021)

[10] https://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=4064 (28.01.2021)

[11] https://www.wired.com/2014/09/cinema-is-evolving/ (28.01.2021)

[12] https://www.comscore.com/Insights/Press-Releases/2014/2/comScore-Releases-January-2014-US-Online-Video-Rankings(28.01.2021)

[13] https://time.com/3858309/attention-spans-goldfish/ (28.01.2021)

[14] Is Google Making Us Stupid? What the Internet is doing to our brains. The Atlantic (2008). Nicholas Carr. https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2008/07/is-google-making-us-stupid/306868/ (28.01.2021)

[15] vgl. Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer. (2012)

[16] vgl. Das Babylon Gefühl der digitalen Nomaden (2014). Lars Reeh. https://www.josia.org/2014/08/das-babylon-gefuehl-der-digitalen-nomaden/ (28.01.2021).

[17] https://www.josia.org/2019/06/buchrezension-wie-dein-smartphone-dich-veraendert-tony-reinke/ (28.01.2021)

[18] Amusing Ourselves to Death: Public Discourse in the Age of Show Buisiness (1985). S. 17. Neil Postman.

[19] Understanding Media: The Extensions of Man (1964). S. 17. Marshall McLuhan.

[20] Diese beiden Optionen schließen sich gegenseitig nicht aus. Wichtig zur Differenzierung ist noch, dass z.B. Predigten online, ganz ohne bewegte Bilder, angehört werden können, was ein immenser Segen ist  („Der Glaube kommt aus der Verkündigung“- Rom. 10,17).


Input: Luther und die Schweizer Reformatoren zur Kirchenmusik

Aus der Vorlesung von Didier Erne “Die Schönheit der Musik in der theologischen Betrachtung der Dreieinigkeit”

Nach Zwingli war die Musik eine rein menschliche Kunst. Zwingli selbst war ein genialer Sänger und Musiker, beschränkte es jedoch auf die Hausmusik zur persönlichen Freude. Er warnte vor der Musik als weltlichen Sinnesgenuss; Singen bringe nicht nach innen, sondern nach aussen. Sie lenke deshalb ab.  Für Zwingli war der Gottesdienst eine Art der Zweisamkeit; der Pastor durch durch die Hilfe des Geistes im Wort helfe, diesen Zugang zu öffnen. Die Musik wanderte deshalb in die collegia musica, in die Kammermusik und ins Volksschauspiel. In Zürich und Bern wurde 100 Jahre nicht mehr gesungen.

Für Calvin war Musik menschliche Kunst. Wie Zwingli verbannte er Orgel, gregorianische Gesänge und Mehrstimmigkeit aus der Kirche. Er anerkannte jedoch die grosse pädagogische Kraft der Musik. Dies wusste er durch sein Studium der Kirchenväter, insbesondere Augustin. Er befürwortete deshalb einen einstimmigen Psalmengesang zur Verstärkung der Worte. Durch die Musik würde die Lauhheit des Herzens und Kälte des Gebets gebrochen. Der Missbrauch der Kunst sei die Sinneslust, ein ‘ästhetischer Missbrauch’. Rein musikalisches Gotteslob sei nicht möglich, Gott müsse durch das Wort geehrt werden. Folge: Es gibt keine grossen reformierten Komponisten.

Für Luther hingegen war die Musik ein Geschöpf Gottes zum dessen Lob und zur Freude der Mitmenschen. Satan hasse die Musik; dies kam aus seiner persönlichen Erfahrung der Überwindung des Bösen durch die Musik. Mehrstimmige, instrumentale Musik zur Ehre Gottes sei Gottesdienst, heilsame Musik eine Geistesgabe und mache empfänglich für das Wort. Musik hat deshalb eine komplementäre Funktion. Der Gemeindegesang ist Teil der Predigt, sie ist gegenseitiges Verkündigen des Evangeliums und trägt explizite katechetische Funktion Für Luther war ein Pastor, der nicht singen konnte, kein Pastor. Polyphonie war bei Luther Auslegung. Johann Sebastian Bach war ein Erbe Luthers; ja deshalb gewann seine Musik erst ihre Tiefe.

Insgesamt war dies jedoch ein Nebenschauplatz der Reformation, da diese Frage keinen heilsentscheidenden Charakter beinhaltete. Dahinter lag nicht zuletzt eine unterschiedliche Herangehensweise: Luther behielt bei, was gut war. Zwingli und Calvin versuchten alles von der Schrift her neu zu definieren und das zu entfernen, was darin nicht vorkam.

Input: Schreckliche Enthüllungen über ein Doppelleben

Ein Freund von mir äußerte sich zu den schrecklichen Enthüllungen um den 2020 verstorbenen Apologeten Ravi Zacharias. Sein Fazit: “Ich bin schockiert. RZIM bringt es gut auf den Punkt: 

‘Our prayer has been that the truth would be known. For this answer to prayer we are thankful, even though we express this gratitude through tears.’ 

Es ist für mich wirklich unglaublich, wie ein Mann so ein Doppelleben führen konnte. Die Ergebnisse sind schlimmer als gedacht. Selbst geistlicher Missbrauch lag vor. Leute in seinem Team hätten ihn gewarnt, dass er keine private Masseuse bei sich haben sollte, er reagierte hingegen nur schroff und brachte das klassische “Du bist dämonisiert.”-Argument. Hier aus dem finalen Bericht (S. 6):

‘Another former RZIM staff member reported similar treatment from Mr. Zacharias when he raised questions about Mr. Zacharias’s conduct in and solo travel to Asia. As a result, he was “demonized” by Mr. Zacharias, who accused him of spreading rumors.’ 

Ravi Zacharias hat selbst so viel über Unreinheit geredet und über das Böse im Menschen. Gleichzeitig über den Wert jedes einzelnen Menschen. Und jetzt zeigt sich, dass er genau entgegengesetzt gehandelt hat. Die Anschuldigungen aus dem Jahr 2017 haben sich auch als wahr erwiesen. Warum hatte er diese Situation nicht genutzt, um reinen Tisch zu machen? Ravi hat großen Schaden auf das Evangelium und die Gemeinde Jesu gebracht und es ist nicht schönzureden. Mir fällt es schwer darüber zu schreiben, denn ich habe seine Lehren sehr geschätzt, aber die Wahrheit muss für einen Christen heilig sein. 

Es sollte ein Warnschuss für alle geistlichen Leiter sein, wie wichtig es ist, Rechenschaft abzulegen und wie umkämpft der Dienst an forderster Front ist. Schließen möchte ich mit den Worten von RZIM: 

‘The findings of this investigation have convinced us more than ever of the necessity and sufficiency of the gospel. No one is without the need for a savior. Sin resides in the heart of every human being. Jesus is the only person who is exactly who he says he is and the only savior worthy of our ultimate trust and worship. Jesus is fully committed to truth and to justice, and he unqualifiedly stands with victims.’

Weiterlesen:

Es geht mir nicht um Fingerpointing, sondern um den Aufruf, dass wir täglich um Schutz für uns selbst und unsere Ehen bitten. In meinen Worten: “Herr, stärke die Freude an DIR und an meiner Frau.”

Zitat der Woche: Abgesperrt vom lebendigen Strom der Verkündigung

Gerhard Meier zur alt-neuen Unsitte der Verunsicherung:

Die Exegeten können das NT nicht mehr als Einheit begreifen, sondern nur noch als Sammlung verschiedener Zeugnisse, die unter sich widersprüchlich sind … Es steht für sie fest, dass der formale Kanon nicht gleichzusetzen ist mit dem Wort Gottes. Bis heute hat die Semlersche Scheidung von Schrift und Wort Gottes unumstrittene Bedeutung. … Das feine Gewebe der historisch-kritischen Methode ergab eine neue babylonische Gefangenschaft der Kirche. Sie wurde mehr und mehr abgesperrt von dem lebendigen Strom der biblischen Verkündigung und deshalb immer unsicherer und blinder, sowohl was ihren eigenen Gang betrifft, wie auch in Beziehung auf das Wirken nach außen. … Die Vertreter der historisch-kritischen Methode sind in einen scharfen Gegensatz zu den orthodoxen Gedanken von der Klarheit und der Genügsamkeit der Schrift getreten. Sie haben die Klarheit durch den von ihnen geführten Nachweis der Widersprüchlichkeit beseitigt und die Unklarheit durch die vergebliche Suche nach einem Kanon im Kanon festgehalten und vertieft. Sie haben die Genügsamkeit der Schrift aufgehoben, indem die historisch-kritische Arbeit nötig wurde, um die Schrift zu begreifen. Soweit ihre Anschauungen sich durchsetzten, kam es zu einer Trennung von Schrift und Gemeinde. Da es bei der Schrift jedoch nicht sein Bewenden hat, sondern die Schrift uns Gott begegnen und kennenlernen lässt, ist durch die Aufhebung der Klarheit und Genügsamkeit der Schrift auch die Gewissheit des Glaubens zerstört. Ist unsicher, WO der lebendige Gott redet, dann weiß ich auch nicht mehr, WER da redet. Damit ist Vertrauen unmöglich geworden. … Es wäre ein großer Fehler, die Schuld an solcher Entwicklung der Dinge etwa im Unvermögen der METHODIKER zu suchen. Vielmehr ist es die Schuld der METHODE, die man gewählt hat. Die Methode musste scheitern, weil sie ihrem Gegenstand nicht entsprach.

Gerhard Maier, Das Ende der historisch-kritischen Methode, S. 44/45
VD: MT

Input: Selbstmitleid hat Bestseller-Status

Selbstmitleid ist eine überaus grosse Plage.

Wenn sich das Mitleid nach innen wendet, vermindert es das Mitgefühl für andere und erschwert die Selbstlosigkeit.

Leider hat sie Kultstatus erreicht.

Sich selbst zu bemitleiden hat sich zu einer Kunstform entwickelt. Das Jammern und Wehklagen, das klügere Generationen mit Satire verspotteten, hat bei uns Bestseller-Status.

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