Sommerlektüre: Menüplan 2024

Ich lasse mir meine Jahreszeit-Gewohnheit auch 2024 nicht nehmen (Menuplan 2023).

Lesen

O’Malley, Trent: What Happened at the Council: Faszinierendes Zusammenspiel von … Gruppenzusammensetzung und -dynamik, prägenden Figuren, Tauziehen zwischen Herrschern, Abfolgen von Diskussionen, Herausbildung von Argumentationssträngen
The Theology of Heinrich BullingerSummatives Zusammentragen der beleuchteten Aspekte in sämtlichen Schriften über den Lebens- und Dienstverlauf; oftmals mitgesteuert durch zeitgeschichtliche Ereignisse und Auseinandersetzungen mit Gegnern (Katholiken, Täufern)
Joakim Garff, Sören KierkegaardHochspannender Vergleich mit dem Vorgang der Publikation in Kopenhagen im 19. Jahrhundert; minuziöse Aufstellungen über Kosten und Erträge; Eigen- und Fremdeinschätzung
Peter Gay, FreudZusammenspiel von biografischen Einzelheiten (Wien um 1900), intensivem Arbeiten und Forschen und dem weltanschaulichen Hintergrund. Die Biografie ist ungeheuer dicht, literarisch hochstehend und birgt eine Vielzahl von Konzepten, Begriffen und Beispielen aus der Praxis der Psychotherapie.
The Daily StoicVerblüffende Parallelen zur christlichen Weltsicht, bei genauerem Hinsehen ebenso markante Unterschiede. Ich habe 100 Hinweise zusammengetragen.
Ayaan Hirsi Ali, Beute: Warum muslimische Einwanderung westliche Frauenrechte bedrohtNüchternes Zusammentragen vieler Zahlen – die leider nur in grosser zeitlicher Verzögerung verfügbar werden; angereichert mit vielen Fallstudien; immer wieder eine selbstkritische Reflexion. Inhaltlich war ich immer wieder angewidert und musste mit dem Lesen pausieren.
Tom Holland, HerrschaftVor einiger Zeit habe ich eine Zusammenfassung erstellt. Ich wandte mich erneut der Einleitung zu, wo Holland die Zentralität des Kreuzes für den Westen herausarbeitet. Dann wandte ich mich den letzten Kapiteln (1. Weltkrieg, 68er-Bewegung, Merkel & Flüchtlingskrise) zu. Eindrücklich: Alle diese Entwicklungen und Wendungen wären ohne die weltanschauliche Grundlage des Christentums – wenn auch “weiterentwickelt” – unmöglich!
Julian Schütt, Max Frisch: Biografie eines AufstiegsMeine Erwartungen sind deutlich übertroffen. Man sitzt fast mit dem Betrachter hinter der Kamera. Viele Zitate, ein literarisches Festmahl. Einmal mehr: Eine bewegende Vater-Geschichte, viel Talent, Förderer und ein Vortasten Werk um Werk, Genre und Genre. Und: Umbrüche und Umwege.
Christopher Watkin, Biblical Critical Theory: Mittlerweile bin ich durch gewisse Teile zum dritten Mal hindurch – in der Kombi zwischen HörbucheBuch und Hardcopy. Nachhaltig geprägt haben mich die Kapitel zur Sünde sowie zur Eschatologie. Rezension und Aufsatz publiziert.
Tolkien DogmaticsKreeft hat schon den Versuch unternommen, 50 philosophische Themen aus Tolkiens Werk herauszufiltern. Diese Systematik, die aus dem Gesamtwerk in erstaunlicher Gründlichkeit die systematischen Aspekte zusammensammelt und darstellt, füllt eine Lücke in der Landschaft der Sekundärliteratur. Ja, Ekklesiologie und Soteriologie sind defizitär, doch es gibt so viel von Tolkien zu lernen.
DeRouchie, How To Understand and Apply the Old TestamentDiesem Werk folge ich entlang den Abbildungen (figures), ein durchaus spannendes Unterfangen. Zweimal (hier und hier) habe ich Erträge zusammengestellt.
Al Fuhr und Gary Yates, The message of the twelveUm diesen Bibelteil besser zu verstehen, nahm ich mir die vier einleitenden Kapitel vor (historischer Hintergrund; Propheten als Botschafter des Bundes; literarische Genres; kanonische Einheit). Meine Erfahrung: Dieser Impuls hilft beim erneuten Lesen dieses Bibelteils.

Hören

Rick Riordan, Percy JacksonNach der Lektüre von Gilbert Chesterton, Dorothy Sayers, C. S. Lewis und J. R. R. Tolkien bin ich ultra-kritisch bei neuen Mystery-Serien. Diese Serie hat mich überrascht: Kluge Verknüpfung der Lebenswelt des beginnenden 21. Jahrhunderts (ADHS, alleinerziehende Mutter, Schulerfahrungen, Technologie, Verstädterung) und den antiken Göttererzählungen (Charakterzüge). Hier habe ich einen kurzen Einblick gegeben.
Dorothy Sayers, Mord braucht ReklameNeben dem phantastischen Sprecher habe ich noch kaum eine Erzählerin angetroffen, die mit solcher Präzision innerbetriebliche Spiele mit Leichtigkeit skizzieren kann. Vor 100 Jahren geschrieben, könnte sich heute abspielen (Gruppenbildung, innerer Kreis, private vs. berufliche Lebenswelt, Tratsch).
C. S. Lewis, Der silberne SesselJa, ich lasse mich zum x-ten Mal auf Narnia ein. Joe Rigney hat mir den Schlüssel dazu gegeben. Der Moorwackler Puddlelgum fasziniert mich auch dieses Mal wieder.
Feiert Jesus (alle Lieder)Ab und zu lasse ich mich auf musikalische Reisen. Es gibt die Momente, in denen ich mich über allzu platte Interpretationen aufrege. Generell gilt: Ich bin dankbar über diese Produktion. Sie hilft mir meine Gedanken auf das Wesentliche zu lenken: Unseren Gott.
Great Courses: ExistenzialismusAugustins “Vom Gottesstaat”30 Minuten konzentriert einer Vorlesung folgen, z. B. während einem Spaziergang in der Mittagspause. Diese Gewohnheit pflege ich nun seit einigen Jahren. Die passende Ergänzung ist das PDF-Skript, um Learnings zu sichern und nicht gleich erfasste Zusammenhänge zu konstruieren.
Podcast “Grace in Common”Nathaniel Gray Sutanto belegt Platz Nr. 1 der jungen Forscher, von denen ich in den letzten drei Jahren am meisten gelernt habe. Der Podcast ist spitze, ich höre jede Folge, manche davon zwei-, dreimal. Zudem gibt es seit einiger Zeit die Option des Transkripts zum gründlichen Erarbeiten von Zusammenhängen.
Podcast “Help Me Teach the Bible”Der Durchgang durch jedes Buch der Bibel an der Hand mit einem Kommentarschreiber. Auch hier greife ich auf die Transkripte zurück. Es ist wunderbar, durch solche Produktionen in den Kopf bzw. die Überlegungen anderer Zugang zu erhalten. Nancy Guthrie nervt zwar manchmal etwas mit ihrer Stimme und dem (US-amerikanischen) Fragestil; ich nehme dies jedoch ebenfalls als Anstoss vermehrt selbst Fragen an den Text zu formulieren. 

Hörhinweis: Hilf mir die Kleinen Propheten verstehen

Die Serie “Help Me Teach the Bible” war mir schon oft eine Hilfe beim Bibelstudium. So gerade auch bei den 12 Kleinen Propheten. Ich zitiere einige Ausschnitte:

(Hosea) Der ermutigende Charakter des Buches

Ich liebe das Buch Hosea. Ich finde, es ist einfach so reich an Evangelium. Es zeichnet ein düsteres Bild von unserer Sündhaftigkeit. Aber es zeigt auch ein so herrliches Bild von seiner souveränen Gnade und Liebe. Es ist eine sehr bewegende Geschichte. Die Hosea-Gomer-Geschichte, die dann auf die Beziehung zwischen Gott, Christus und seinem Volk angewandt wird, ist real. Und ich habe sie als wohltuend für meine eigene Seele empfunden… Ich denke, es ist eine Botschaft, die so voller Ermutigung für Christen ist, die rückfällig geworden sind oder ihre erste Liebe verloren haben. 

Ich weiß nicht, ob es ein anderes Buch in der Bibel gibt, das sich so gut für einen Christen eignet, der vom Weg abgekommen ist. Nicht unbedingt in eine schreckliche Sünde, aber einfach nur verirrt. Wir alle irren ungewollt und unversehens. Und ich denke, wir brauchen diese Botschaft ständig.

Über die anspruchsvollen Kapitel 4-14

… In den Kapiteln 4 und 5 geht es eigentlich um den Mangel an Gotteserkenntnis und den Aufruf zur Umkehr, in den Kapiteln 6-11 um einen Mangel an Barmherzigkeit oder Freundlichkeit, gefolgt von einem Aufruf zur Umkehr. Und dann der letzte Teil, dort steht ein Mangel an Wahrheit oder Treue im Vordergrund. Wieder erfolgt ein Aufruf zur Umkehr.

Es ist also ein Kreislauf von Bundesbruch, Disziplinierung, aber immer auch Bundeserneuerung. Und wie bei vielen Propheten, wenn man die Verse des Gerichts im Vergleich zur Barmherzigkeit zählen würde, überwiegen die Verse des Gerichts. Ich denke, das macht die Botschaften der Barmherzigkeit noch willkommener, noch erfrischender, noch überraschender und erstaunlicher für uns.

Metaphern für JHW und das abtrünnige Bundesvolk

… Gott wird als ein eifersüchtiger Ehemann dargestellt, ebenso als frustrierter Hirte (4,16), als zerstörerische Motte (5,12), als wilder Löwe (5,14), Fallensteller (7,12). Aber es gibt auch viele Bilder der Barmherzigkeit: ein verzeihender Ehemann (Kapitel 3), ein heilender Arzt (6,1-2), ein belebender Regen (6,3), ein liebender Elternteil (Kapitel 11,3-4), ein beschützender Löwe (11,10-11), lebensspendender Tau (14,5), fruchtbarer Baum (14,8). Auch für Israel werden Metaphern verwendet: Sie ist untreue Frau, ein schnell verschwindender Morgennebel (6), ein heisser Ofen (7), eine dumme Taube (7), einen missratener Ochse und ein wilder Esel. 

(Joel) Der Prophet als antike nahöstliche Figur

Die israelischen Propheten waren nicht die Einzigen. Es gab Propheten in Assyrien und Babylon sowie weiteren Nationen. Wir wären heute ziemlich überrascht oder misstrauisch, wenn wir jemandem begegnen würden, der behauptet, ein Prophet zu sein. In der antiken Welt wäre das weniger exotisch gewesen. Das hieße also zunächst einmal, dass es sich nicht um merkwürdige Leute handelte, bei denen man vermuten müsste, dass sie versuchten, aus jemandem Geld herauszupressen. Es gab solche Leute, aber letztlich waren Propheten ein ziemlich normales Phänomen. Prophetie war zudem eine alte nahöstliche Literaturform. Propheten schrieben Prophezeiungen. 

Die gemeinsamen Themen der biblischen Prophezeiung sind, dass Gott, der Schöpfer, einen Bund mit Israel geschlossen hat und dass es ein Licht für die Völker hätte sein sollen. Die Propheten wandten sich an die Völker und an Israel.

Der Prophet diente in erster Linie als Korrektiv. Die Propheten sprachen über Sünde, Bundesbruch, Beziehungsbruch zwischen Gott und seinem Volk in sehr persönlichen Worten, Hosea in Bezug auf die Ehe und Joel in dem Sinne, dass ihr Gott, der sie liebt, andere Sünden anprangert. Die Propheten predigten Sünde und Gericht aus demselben Grund, aus dem die Menschen des Neuen Testaments Buße tun und sich ändern wollen.

Der Bezug zur Torah als Hintergrund des Buches

… Es beginnt in Deut 28,20-24 mit allen Arten von landwirtschaftlichen Katastrophen. Die Natur ist Gottes Verbündeter. Das nächste, was auf der Tagesordnung steht, wenn es keine Umkehr gibt, ist eine militärische Invasion. Wenn wir also Joel lesen, beginnen wir mit einem Kapitel über die Notwendigkeit, Buße zu tun und zu trauern, weil die landwirtschaftliche Situation katastrophal ist. Wir haben einen schrecklichen Befall von Heuschrecken. Wir haben Dürreperioden. Die Tiere fangen an zu sterben und ihr habt alle. … Dies bildet gewissermaßen den Hintergrund Joel 1,1 bis 2,11. Aber auch hier erwartet Joel, dass Sie ihm folgen, dass Sie wissen, was ein Prophet ist und wie er Mose verkündet. Der nächste Text in 2,12-17 erscheint besonders kostbar. Dort zitiert Joel Exodus 34,5-7. Gott ist gnädig und barmherzig, langmütig , aber er wird die Schuldigen nicht freisprechen. … Exodus 34 erscheint mehrmals in den kleinen Propheten. Es ist der Grund, warum Gott dem Volk von Ninive, den Heiden in Jona 3 und 4, vergibt. Micha 7 zitiert ihn, Nahum 1 beruft sich auf ihn. 

(Zephanja) Alttestamentliche Bezüge

  • In Zephanja 1,2-3 sehen wir eine Umkehrung von Genesis 1, in der Zephanja die Schöpfung in umgekehrter Reihenfolge als Bild für Gericht und Zerstörung anführt. Während Genesis 1 den Ursprung aller Dinge in Gottes schöpferischem Werk beschreibt, prophezeit Zephanja ein universelles “Wegfegen” aller Dinge im Gericht.
  • In Zephanja 1,9 ist die Rede davon, dass Gott diejenigen bestraft, die “über die Schwelle springen”. Hier bezieht sich Zephanja auf die Anbetung der Philister im Tempel Dagons (1Sam 5,5) und beschreibt, wie das Volk Gottes ihn auf ähnliche Weise anbetet und die Anbetung des einen wahren Gottes mit heidnischen Praktiken verbindet.
  • In Zephanja 2,15 behauptet Assyrien von sich “Ich bin, und es gibt keinen anderen”, was auf einen Refrain in Jesaja 40-48 zurückgeht, wo JHW sich als der vorstellt, von dem es keinen Ihm gleich gibt (siehe Jes. 44,6; 45,5.6.14.18.21; 46,9).
  • In Zephanja 2,4-15 bezieht sich ein großer Teil von Zephanjas “Orakel gegen die Völker” auf die Völkertafel in Genesis 10. In Zephanja 3,9-12 ist die Erlösung eine Umkehrung von Babel (Gen 11,1-9).

(Sacharja) Stellung in der Heilsgeschichte

Sacharja prägt unser Verständnis vom Tod Jesu, der das Herzstück unseres Glaubens ist. Wenn man also das Buch studiert und diese Passagen in den Kontext des Buches stellt, lernt man sie umso mehr zu schätzen… Es ist auch schwierig, und ich mag Herausforderungen und das Ringen mit Gottes Wort. Wenn man sieht, wie sich alles zusammenfügt, dann ist das auch spannend. Sacharja steht am Ende der Propheten, am Ende des Alten Testaments, wird aber auch im Neuen Testament zitiert. Er steht an diesem Übergangspunkt.

Zum geschichtlichen Zusammenhang

Die Perser waren noch immer an der Macht. Sie mussten Steuern zahlen, und die Ernten fielen aus… Die Situation war also ganz anders, als die Propheten gesagt hatten, und in diesem Kontext stehen Sacharja und auch das Buch Haggai. Sie kommen mit Gottes Wort, um zu sagen: „Ja, nein, die frühere prophetische Erwartung, die frühere prophetische Hoffnung auf Segen, Wiederherstellung und Überfluss, das ist immer noch das, was Gott für euch vorgesehen hat. Aber ihr müsst zu ihm zurückkehren, zu ihm zurückkehren, zu der Arbeit zurückkehren, die er euch zu tun gegeben hat, den Tempel wieder aufbauen, zurückkehren, um eure Bundesbeziehung mit dem Herrn zu leben und ihm zu vertrauen und zu warten und zu beten, dass er seinen Messias sendet, der schließlich sein Reich hereinbringen wird.“

Zum Gedankenfluss des ersten Teils

Das Herzstück des ersten Teils (Kapitel 1-6) sind acht Nachtvisionen. Es wird uns berichtet, wo Zacharias diese Visionen hat und ein Engel sie für ihn auslegt. Am Ende dieses Abschnitts gibt es auch eine prophetische Zeichenhandlung, zu der Zacharias aufgerufen wird: Er nimmt etwas von dem Silber und Gold der zurückgekehrten Exilanten und macht daraus eine Krone für den Hohepriester. Josua ist der Name des Hohepriesters, und er krönt ihn symbolisch mit der Hoffnung auf das Kommen des Zweiges oder des Sprosses, des Messias. Und damit endet der erste Abschnitt.

… Die Visionen sind eigentlich Bilder, die mit Worten gemalt werden. Wenn Sie sich also vorstellen können, was vor sich geht, wird Ihnen das helfen. Eine Sache, die ich mit meinen Studenten unternehme, ist, dass ich sie bei einigen der Visionen dazu bringe, sie zu zeichnen. Die Menora-Vision in Kapitel 5 zum Beispiel, wo Zacharias einen Lampenständer sieht, und es gibt Rohre und andere Dinge, die vor sich gehen.

Zitat der Woche: Puddelglum, der Moorwackler

Als Spiegelung für den eigenen “Katastrophen-Perfektionismus” dient mir Puddelglum, der Moorwackler aus C. S. Lewis’ Narnia-Chroniken “Der silberne Sessel”; siehe auch auch der Beitrag “Die Zeichen Aslans”).

So führt ihn Lewis ein:

Als sie näher kamen, drehte die Gestalt den Kopf und wandte ihnen ein langes, schmales, bartloses Gesicht mit ziemlich eingefallenen Wangen, fest zusammengepresstem Mund und scharfkantiger Nase zu. Er trug einen hohen, spitzen Hut wie eine Turmspitze mit enorm breiter, flacher Krempe. Das Haar, wenn man es Haar nennen wollte, das ihm über die großen Ohren herabhing, war grünlich grau und jede Strähne war flach, nicht rund, sodass es aussah wie kleine Schilfhalme. Seine Miene war düster, seine Hautfarbe schlammig und man sah ihm sofort an, dass er das Leben von der ernsten Seite betrachtete.

Wie diese Sichtweise des Lebens aussieht, wird im unmittelbar folgenden Dialog sichtbar:

»Guten Morgen, meine Gäste«, sagte er. »Obwohl ich mit gut nicht sagen will, dass es nicht wahrscheinlich Regen geben wird oder vielleicht Schnee oder Nebel oder ein Gewitter. Ihr habt überhaupt nicht schlafen können, nehme ich an.« … »Doch, haben wir«, erwiderte Jill. »Wir haben wunderbar geschlafen.« »Ah«, sagte der Marschwiggel und schüttelte den Kopf. »Wie ich sehe, macht ihr das Beste aus der schlimmen Lage. So ist es recht. Gut erzogen seid ihr, jawohl. Ihr habt gelernt, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.«

Wie geht Puddelglum damit um, dass seine Erwartungen übertroffen werden?

… Die Finger an seinen Händen hatten Schwimmhäute wie die eines Froschs und ebenso die Zehen an seinen bloßen Füßen, die im schlammigen Wasser baumelten. Seine Kleider waren erdfarben und hingen ihm lose am Körper. »Ich versuche ein paar Aale zu fangen, um uns zum Essen eine Aalsuppe zu machen«, sagte Puddelglum. »Sollte mich aber nicht wundern, wenn ich keine erwische. Und wenn, werdet ihr sie sicher nicht besonders mögen.« »Warum nicht?«, fragte Scrubb. »Nun ja, man kann nicht erwarten, dass ihr die Sachen mögt, die wir essen, wenn ihr sie auch zweifellos wacker über euch ergehen lassen werdet.

Obwohl er gar nicht damit gerechnet hatte, Aale zu fangen, hatte er ein Dutzend oder so erwischt und sie bereits gehäutet und ausgenommen.

… Als das Essen fertig war, war es köstlich und die Kinder verputzten je zwei große Portionen. Zuerst wollte der Marschwiggel nicht glauben, dass es ihnen wirklich schmeckte, und als sie so viel gegessen hatten, dass er es schließlich doch glauben musste, griff er darauf zurück, zu sagen, dass ihnen wahrscheinlich furchtbar schlecht davon werden würde.

Auf der Ebene des Handelns erweist sich Puddelglum dann als loyaler, unerschrockener Begleiter:

»Kannst du uns helfen Prinz Rilian zu finden?« Der Marschwiggel sog die Wangen ein, bis sie hohler aussahen, als man es für möglich gehalten hätte. »Nun, ich weiß nicht recht, ob man es helfen nennen kann«, sagte er. »Ich bin mir nicht sicher, ob überhaupt irgendjemand da wirklich helfen kann … Und es sollte mich nicht wundern, wenn irgendein Feind uns angreifen würde. Denkt an meine Worte.«

Seine Ermahnung angesichts der bevorstehenden (wirklich harten) Reise:

Immer schön gute Miene machen. Aber wir müssen alle sehr aufpassen, dass wir nicht die Beherrschung verlieren angesichts der schweren Zeiten, die wir zusammen werden durchmachen müssen. … »Also, wenn du so wenig Hoffnung siehst«, unterbrach ihn Scrubb, »dann glaube ich, du solltest lieber zu Hause bleiben.

Er offenbart seine (Peer-)”Sozialisierung” als Pessimist:

Alle sagen – ich meine, die anderen Wiggel sagen alle –, ich sei viel zu leichtsinnig und nähme das Leben nicht ernst genug.Markierung(gelb) – Ach, wie oft haben sie mir das gesagt! ›Puddelglum‹, haben sie gesagt, ›du bist viel zu übermütig und hast lauter Flausen im Kopf. Du musst lernen, dass das Leben nicht nur aus Froschfrikassee und Aalpasteten besteht. Du brauchst etwas, was dich mal wieder auf den Boden herunterbringt. Wir sagen dir das nur zu deinem eigenen Besten, Puddelglum.‹ Das sagen sie mir immer.

Input: Auslegungsfallen beim Lesen der AT-Propheten

Getrieben vom Bedürfnis “sofort etwas für den Alltag profitieren” zu wollen, sind Bibelleser geneigt, in eine oder mehrere dieser Fallen zu tappen:

  1. Durcheinander von antiken und modernen Nationen: Der Versuch, alttestamentliche Prophezeiungen mit bestimmten aktuellen politischen Regimen zu verbinden. Der moderne, säkulare Staat Israel unterscheidet sich nicht nur von jenem Israel der Bibel, sondern es ist auch äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich, nicht näher spezifizierte alttestamentliche Prophezeiungen mit bestimmten zeitgenössischen Ereignissen oder Völkern in Verbindung zu bringen.
  2. Konfusion bezüglich Genre: Die Annahme, dass die Auslegungsregeln für eine Gattung auch für eine andere gelten. Da die Literatur so vielfältig ist, muss sich der Ausleger von der Absicht der beiden Autoren leiten lassen und wörtliche Aussagen von Redewendungen, Symbolen und Metaphern unterscheiden, die alle in den Propheten häufig vorkommen.
  3. Vergeistlichen: Das Herauslösen einer Aussage aus der historischen Wahrheit, auf die sie Bezug nimmt, um eine „tiefere“ oder „geistliche“ Anwendung zu finden, die im Kontext nicht vorhanden ist.
  4. Personalisierung: Die Annahme, dass ein Text auf dich oder deine Gruppe in einer Weise zutrifft, wie er auf niemanden sonst zutrifft.
  5. Allegorisieren: Die Annahme, dass Teile eines Textes nur als Symbole für christliche Wahrheiten Bedeutung haben. Normalerweise wird bei diesem Ansatz die Absicht des biblischen Autors überhaupt nicht berücksichtigt.
  6. Verallgemeinern: Etwas Einzigartiges oder Ungewöhnliches so behandeln, als ob es für alle gleichermaßen gelten würde.
  7. Moralisieren: Die Annahme, dass sich aus jeder Bibelstelle Grundsätze für das Leben ableiten lassen. Manche Texte sagen uns nicht, wie wir leben sollen, sondern für wen wir leben sollen.
  8. Beispielcharakter als Norm benützen: Die Annahme, dass die Bibel, weil sie eine Handlung aufzeichnet, immer ein Beispiel ist, dem wir folgen sollten. Es wäre zum Beispiel falsch, aus der Tatsache, dass David mit Batseba sexuelle Unzucht trieb, zu schließen, dass wir berechtigt sind, dasselbe zu tun.
  9. Oberflächliches Christologisieren oder Typologisieren: Die Behauptung, dass eine Person, ein Ereignis oder eine Institution auf Christus hinweist, ohne dass dies exegetisch oder theologisch begründet ist. Wir wollen Christus finden, aber nur dort, wo er nach Gottes Willen zu finden ist.

Quelle: Jason S. DeRouchie, How to Understand and Apply the Old Testament: Twelve Steps from Exegesis to Theology (Phillipsburg, NJ: P&R Publishing, 2017), 57-58.

Input: Bundessegen und -fluch, von den Schriftpropheten aufgegriffen

Diese Aufstellung war für mich hilfreich beim Lesen der Schriftpropheten. Sehr oft wird implizit Bezug auf den Bundessegen bzw. -fluch genommen.

Segnungen

  • JHWHs Gegenwart / Gunst / Treue (Lev 26,11-12)
  • Bestätigung des Bundes (Lev 26,9)
  • Seid ein heiliges Volk für JHWH (Deut 28,9)
  • Regen zur rechten Zeit (Lev 26,4; Deut 28,12)
  • Üppiger Wohlstand und Produktivität
    a.      Allgemein (Deut 28,12)
    b.      Frucht des Mutterleibs (Lev 26,9; Deut 28,4+11)
    c.      Frucht des Viehs (Deut 28,4+11)
    d.      Früchte des Bodens (Lev 26,4-5+10; Deut 28,4+8+11)
  • Allgemeines und Unbestimmtes (Deut 28,2, 6, 8, 12-13)
  • Frieden und Sicherheit im Lande ohne Furcht:
    a.      Allgemein (Lev 26,5-6)
    b.      Vor schädlichen Tieren (Lev 26,6)
    c.      Vor Feinden (Lev 26,6)
  • Sieg über Feinde (Lev 26,7-8; Deut 28,7)
  • Freiheit von der Sklaverei (Lev 26,13)
  • Weltweiter Einfluss und Zeugnis (Deut 28,1+10+12)

Fluch

  • Zorn und Verwerfung durch JHWH (Lev 26,17, 24, 28, 41; Deut 4:24-25; 29:20, 24, 27-28; 31:17-18, 29; 32:16, 19-22, 30)
  • Ablehnung und Zerstörung des Kultes (Lev 26,31)
  • Krieg und seine Verwüstungen:
    a.      Allgemein (Lev 26,17, 25, 33, 37; Deut 28,25, 49, 52; 32,23-24, 30, 41-42)
    b.      Belagerung (Lev 26,25-26, 29; Deut 28,52-53, 55, 57)
  • Furcht, Schrecken und Entsetzen (Lev 26,16-17, 36-37; Deut 28,66-67; 32:25)
  • Besatzung und Unterdrückung durch Feinde und Fremde (Lev 26,16-17, 32; Deut 28,31, 33, 43-44, 48, 68; 32,21)
  • Landwirtschaftliche Katastrophen und Unfruchtbarkeit
    a.      Allgemein (Lev 26,20; Deut 28,17-18, 22, 40; 29,23)
    b.      Dürre (Lev 26,19; Deut 28,22-24)
    c.      Ernteschädlinge (Deut 28,38-42)
  • Hunger / Hungersnot (Lev 26,26, 29, 45; Deut. 28,53-56; 32,24)
  • Krankheit, Pestilenz und Ansteckung (Lev 26,16; Deut 28,21-22, 27-28, 35, 59-61; 29,22; 32,24, 39)
  • Verwüstung
    a.      Von heiligen Stätten (Lev 26,31)
    b.      von Städten und Dörfern (Lev 26,31, 33)
    c.      des Landes (Lev 26,32-35, 43; Deut 28,51; 29,23)
  • Zerstörung durch Feuer (5. Mose 28,24; 32,22)
  • Schaden durch wilde Tiere (Lev 26,22; Deut 32,24)
  • Dezimierung und Unfruchtbarkeit
    a.      In der Familie (Lev 26,22; Deut 28,18, 59)
    b.      Vom Vieh (Lev 26,22; Deut 28,18, 51)
    c.      Von der Bevölkerung im Allgemeinen (Lev 26,22, 36; Deut 4,27; 28,62; 32,36)
  • Exil und Gefangenschaft
    a.      des Volkes (Lev 26,33-34, 36, 38-39, 41, 44; Deut 4,27; 28,36-37, 41, 63-64, 68; 29,28; 30,4; 32,26)
    b.      des Königs (Deut 28,36)
  • Erzwungener Götzendienst im Exil (Deut 4,28; 28,36.64)
  • Vergeblichkeit (Lev 26,16, 20; Deut 28,20, 29-31, 33, 38-41)
  • Schande und Erniedrigung (Lev 26,19; Deut 28,20, 25, 37, 43-44, 68)
  • Verlust des Besitzes und Verarmung (Deut 28,31)
  • Verlust der Familie (Deut 28,30, 32, 41; 32,25)
  • Hilflosigkeit und Straucheln (Lev 26,36-37; Deut 28,29, 32; 32,35-36, 38-39)
  • Psychische Bedrängnisse (Deut 28,20, 28, 34, 65-67)
  • Mangel an Frieden und Ruhe (Deut 28,65)
  • Verweigerung des Begräbnisses (Deut 28,26)
  • Sie werden wie die Städte in der Ebene (Deut 29,23)
  • Tod und Verderben (Lev 26,36, 39; Deut 4,26; 28,20-22, 44, 48, 51, 61; 29,20; 30,15, 18-19; 31,17; 32,25-26, 35, 39, 42)
  • Allgemein und unbestimmt (Deut 4,30; 28,20, 24, 45, 59, 61, 63; 29,19, 21-22; 31,17, 21, 29; 32,23, 35)
  • Allgemeine Strafe, Fluch und Rache (Lev 26,41, 43; Deut 28,16, 20-21, 27; 30,19; 32,35, 41, 43)
  • Mehrfache Bestrafungen (Lev 26,18, 21, 24, 28)

Wiederherstellende Segnungen

  • Erneuerung von JHWHs Gegenwart, Gunst und Treue (Lev 26,42, 45; Deut 4,29, 31; 30,3, 9)
  • Erneuerung des Bundes (Lev 26,42, 44-45; Deut 4,31)
  • Wiederherstellung der wahren Anbetung und der Fähigkeit, treu zu sein (Deut 4,30; 30,6.8)
  • Vermehrung der Bevölkerung (Deut 30,5.9)
  • Landwirtschaftliche Fruchtbarkeit (Lev 26,42; Deut 30,9)
  • Wiederherstellung von allgemeinem Wohlstand, Wohlergehen und Reichtum (Deut 30,3, 5, 9; 32,39)
  • Rückkehr aus dem Exil und Wiederinbesitznahme des Landes (Deut 30,3-5)
  • Wiedervereinigung (Deut 30,3-4)
  • Macht über Feinde und Fremde (Deut 30,7)
  • Freiheit und Wiederherstellung von Tod und Verderben (Lev 26,44; Deut 30,6; 32,39)

Quelle: Jason S. DeRouchie, How to Understand and Apply the Old Testament: Twelve Steps from Exegesis to Theology (Phillipsburg, NJ: P&R Publishing, 2017), 48–49.

Buchhinweis: Andachtsbuch des Stoizismus

Nach dem Kleinen Handbuch des Stoizismus lege ich mit ca. 100 Impulsen aus “The Daily Stoic: 366 Meditations on Wisdom, Perseverance, and the Art of Living” nach.

Überblick

  • These: Es ist unsere Wahrnehmung der Dinge – und nicht die Dinge selbst -, die die meisten unserer Probleme verursacht.
  • Es geht um … die Disziplin der Wahrnehmung (wie wir die Welt um uns herum sehen und wahrnehmen)
    … die Disziplin des Handelns (die Entscheidungen und Handlungen, die wir treffen – und zu welchem Zweck)
    … die Disziplin des Willens (wie wir mit den Dingen umgehen, die wir nicht ändern können, ein klares und überzeugendes Urteil erlangen und zu einem wahren Verständnis unseres Platzes in der Welt gelangen)
  • Die Stoiker sagen uns, dass wir geistige Klarheit erlangen können, indem wir unsere Wahrnehmungen kontrollieren. Indem wir unsere Handlungen richtig und gerecht lenken, werden wir effektiv sein. Indem wir unseren Willen einsetzen und ausrichten, finden wir die Weisheit und die Perspektive, mit allem umzugehen, was die Welt uns vorsetzt.
  • Trainingsfelder: Zuerst müssen wir überlegen, was wir uns wünschen und was wir ablehnen sollten. Als Nächstes müssen wir unsere Handlungsimpulse, d. h. unsere Motivationen, untersuchen. Schließlich kommt unser Urteil.

Klarheit

  • These: Wissen – insbesondere Selbsterkenntnis – ist Freiheit.
  • Zentrale Fragestellung: Was sind Äußerlichkeiten, die nicht unter meiner Kontrolle stehen, und was hat mit den Entscheidungen zu tun, die ich tatsächlich kontrolliere?
  • Kontrolle: Wir kontrollieren unsere Meinung, unsere Wahl, unseren Wunsch, unsere Abneigung, mit einem Wort, alles, was wir selbst tun.
  • Äußerlichkeiten (externals) sind nur das Rohmaterial für unsere überlegte Wahl.
  • Seien Sie rücksichtslos gegenüber unwichtigen Dingen.
  • Legen Sie sich Rechenschaft über deine Absichten ab.
  • Pflegen Sie einen Katalog der Dankbarkeit.
  • Halten Sie einen einfachen Lebensstil, mache dich nicht von einem hohen Einkommen abhängig.
  • Entgegne Sie der 24/7-Medien-Welt: “Ich weiß es nicht.” Oder, noch provokanter: “Es ist mir egal.”
  • Deine Probleme werden dir folgen, wohin du auch läufst und dich versteckst.
  • Überprüfen: Haben Sie sich von den Prinzipien und Überzeugungen, die Ihnen wichtig sind, entfernt? Wir können jederzeit zu ihnen zurückkehren und sie umarmen.
  • Überprüfen: Welche schlechte Angewohnheit habe ich heute trainiert?

7 Prüfkriterien

  • Die Wahl, das Richtige zu tun und zu denken
  • Sich der Versuchung verweigern
  • Streben besser zu werden
  • Ablehnung von Negativität, schlechten Einflüssen, Unwahrheiten
  • Vorbereitung – auf das, was vor uns liegt oder was auch immer passieren mag
  • Ziel – unser Leitprinzip und höchste Priorität
  • Zuversicht – frei zu sein von Täuschung über das, was innerhalb und außerhalb unserer Kontrolle liegt (und bereit zu sein, Letzteres zu akzeptieren)

Emotionen

  • Leitsatz: Erinnern Sie sich im Leben daran, dass Ihre Pflichten die Summe der einzelnen Handlungen sind. Denken Sie daran, dass die Werkzeuge und Ziele unserer Ausbildung von den Turbulenzen des Augenblicks unberührt bleiben.
  • These: Situationen erfordern unsere Beteiligung, unseren Kontext und unsere Einordnung, um “schlecht” zu sein.
  • These: Wir sind keine Marionetten, die man auf diese oder jene Weise tanzen lassen kann, nur weil wir Lust dazu haben.
  • Priorität Selbstkontrolle: Verinnerlichen Sie sich, wie wichtig es ist, sich selbst unter Kontrolle zu halten.
  • Bescheidenheit: Wir können nicht alles und gleichzeitig haben, was wir wollen.
  • Paranoia: Die Paranoiker zerstören sich oft schneller und spektakulärer als jeder Feind.
  • Zorn: Zorn ist schlechter Treibstoff.
  • Hass: Hass ist eine zu große Last, um sie zu tragen.
  • Versuchungen: Erinnere dich an beide Zeiten, erst wenn du das Vergnügen genossen hast und später, wenn du es bereuen und dich hassen wirst.
  • Eifersucht: Hast du dich jemals gefragt, was Gott über Geld denkt? Sieh dir nur die Menschen an, denen er es gibt.

Wahrnehmung

  • Leitfrage: Was beeinflusst die herrschende Vernunft, die Ihr Leben leitet?
  • Selbstauferlegte Gefangenschaft: Wie viel Zeit viele Menschen im Laufe eines Tages damit verbringen, Dinge zu tun, die sie tun “müssen”. “Keine Sklaverei ist schändlicher”, witzelte er, “als eine selbst auferlegte.”
  • Verpflichtungen: Machen Sie von Zeit zu Zeit eine Bestandsaufnahme Ihrer Verpflichtungen.
  • Vorräte: Es gibt einen versteckten Preis für all das, was sich anhäuft, und sei es nur das, was wir dafür bezahlen, es zu lagern – in unseren Garagen und in unseren Köpfen.
  • Leben in der Blase: Wir neigen dazu, unzusammenhängende Ereignisse aus der Vergangenheit zu Geschichten zusammenzufügen. Versuchen Sie, diese Fantasieblase zu vermeiden – leben Sie in der Realität.
  • Soziale Prägung: Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.
  • Kleinräumiges Denken: Wir sind so sehr auf unseren Plan konzentriert, dass wir vergessen, dass es vielleicht einen größeren Plan gibt, den wir nicht kennen.
  • Gegenwart: Das Geschenk der Gegenwart ist in unserem Besitz – aber es hat ein Verfallsdatum.
  • Anlass für den Ärger: Der Grund für meine Verärgerung liegt nicht in dieser Person, sondern in mir.
  • Innere Ruhe: Der beste Rückzugsort ist hier drinnen, nicht da draußen.
  • Planlosigkeit: Menschen ohne Plan sind wie eine Reihe von Infanteristen ohne einen starken Anführer; sie werden viel eher überwältigt und fallen auseinander.

Unvoreingenommenheit

  • Ständige Gedanken: Ihr Geist wird die Form dessen annehmen, was Sie häufig in Gedanken festhalten.
  • These: Wir schauen uns ständig die Welt um uns herum an und bilden unsere Meinung darüber. Diese wird jedoch oft von (religiösen oder kulturellen) Dogmen, Ansprüchen, Erwartungen und in manchen Fällen auch von Unwissenheit geprägt.
  • Fokus: Analysieren Sie Ihre eigenen Sinne, hinterfragen Sie deren Richtigkeit.
  • Innerer Einlass: Wir haben die Fähigkeit, uns zu wehren und zu entscheiden, was wir tatsächlich zulassen.
  • Meinungen und Misstrauen: Die arrogante Meinung erwartet, dass es nichts weiter braucht, und das Misstrauen geht davon aus, dass es unter der Flut der Umstände kein Glück geben kann.
  • Lernbereitschaft: Man sollte bereit sein, von jedem und jeder zu lernen, unabhängig vom Stand im Leben.
  • Kritikfähigkeit: Wenn jemand auf einen legitimen Fehler in Ihrem Glauben oder in Ihrem Handeln hinweist, kritisiert er Sie nicht. Sie stellen eine bessere Alternative vor.
  • Unabhängigkeit: Wenn du kein Geld nimmst, können sie dir nicht sagen, was du tun sollst.

Richtige Handlungen

  • Motto: Lassen Sie den Charakter zu Ihrem wichtigsten Argument werden.
  • Jede Gewohnheit und Fähigkeit bestätigt sich und wächst in ihren entsprechenden Handlungen.
  • Letztlich bestimmen unsere Handlungen, ob wir an einem Ort ankommen oder nicht.
  • Beobachten Sie diejenigen, die Sie loben, ohne Vorurteile.
  • Denken Sie an all die kleinen Entscheidungen, die sich heute vor Ihnen ausbreiten werden.
  • Lassen Sie sich nicht inspirieren, seien Sie inspirierend.
  • Freundlichkeit ist immer die richtige Antwort.
  • Zähle deine Segnungen.
  • Schwitze für die vielen kleinen Dinge.
  • Arbeit ist Therapie.
  • Frage: Was wäre, wenn Sie die wenigen guten Bücher gründlich lesen würden, anstatt alle neuen Bücher kurz zu überfliegen?
  • Selbstprüfung: Was für ein Boxer sind Sie, wenn Sie gehen, weil Sie einen Schlag erhalten haben?

Vorlesung: Die Plünderung Roms – Grundlage für die apokalyptische Vorstellung des Westens

Seit einiger Zeit greife ich zum besseren Verständnis von Augustins monumentalen Werk “Vom Gottesstaat” (siehe “Die bedeutendste christliche Geschichtsphilosophie”, “6 Lektionen aus einem theologischen Klassiker für eine Kulturanalyse”) auf die Vorlesungsserie Books That Matter: The City of God zurück.

Charles Mathewes (* 1968) erläutert die Reaktion der Römer auf die Ausbreitung des Christentums (siehe S. 63-65 des Skripts):

  • Der Aufstieg des Christentums war etwas wirklich Neues: das Aufkommen einer imperiumsweiten Religion, die sämtliche Völker aller verschiedenen Nationalitäten – die gentes – und, was noch erschreckender war, alle sozialen Klassen zu einer neuen moralischen und geistigen Haltung bekehren wollte, die den traditionellen römischen Sitten und pietas grundlegend fremd war.
  • Die Römer konnten sich mit dem Gedanken an verschiedene Völker mit ihren unterschiedlichen Ritualen und Glaubensvorstellungen anfreunden, und sie waren bestrebt, neue Arten menschlicher Kulturen in ihr Reich einzugliedern; Vielfalt war schließlich die Würze des Lebens. Aber sie verlangten von allen, dass sie in die römischen Kategorien passten und nicht die Bedingungen in Frage stellten, unter denen Rom die Welt verstand. Und das wollten die Christen nicht tun.
  • Auch die Christen waren radikale Monotheisten, aber sie schienen der Meinung zu sein, dass ihr Gott der Gott für alle sein sollte – und zwar jetzt und nicht zu einem fernen Zeitpunkt in der unklaren Zukunft.
  • Die Christen waren sich darüber im Klaren, dass ihre Loyalität gegenüber dem Imperium weniger wichtig war als ihre Loyalität gegenüber ihrem Christos, und dass Christus ihnen gezeigt hatte, was sie tun sollten, wenn die beiden Loyalitäten in Konflikt gerieten.
  • Das zentrale christliche Symbol, das Kreuz, war ein Zeichen für die staatlich sanktionierte Todesstrafe. Wäre das Christentum heute in Amerika geboren, könnte man sich vorstellen, dass das Symbol ein elektrischer Stuhl wäre.
  • Nichts ist einer hegemonialen politischen Macht weniger willkommen als eine Ideologie, die besagt, dass die moralische Gestalt des Kosmos dazu bestimmt ist, dieses Imperium zu zerstören.

Es war nicht gerade die Plünderung Roms im Jahr 410, die Augustinus dazu veranlasste, sein Buch zu verfassen, sondern der Schock, den diese der christlichen und heidnischen Elite bereitete. Um diese Plünderung ranken sich viele Legenden. Die Plünderung Roms im Jahr 410 ist in der Tat grundlegend für die apokalyptische Vorstellung des Westens (siehe Skript S. 55-63).

  • Zum Zeitpunkt der Plünderung war Rom seit über einem Jahrhundert nicht mehr die eigentliche Hauptstadt des Imperium Romanum – im Sinne der Hauptstadt des Kaisers – gewesen.
  • Bei den Westgoten, die die Stadt plünderten, handelte es sich nicht um riesige, unwissende Höhlenmenschen, die Tierfelle trugen und mit gezückten Schwertern und massiven Äxten bewaffnet in schäumender Wut über die Grenzen gestürmt waren und direkt auf Rom zusteuerten. Vielmehr waren sie mit ihren Familien als Flüchtlinge auf der Flucht vor den Hunnen in das Reich gekommen … In den 400er Jahren waren sie selbst arianische Christen und gut über die Zivilisation und ihre vielen Attraktionen informiert.
  • Die Westgoten plünderten die Stadt drei Tage lang. Der Schaden an Heiligtümern und öffentlichen Plätzen sowie an den großen Stadthäusern der Reichen war groß, aber soweit wir wissen, kam die Stadt als Ganzes ansonsten glimpflich davon. Die Westgoten trafen nur die Wohlhabenden und schöpften den Rahm ab, während sie die Mehrheit – solange sie ihnen nicht in den Weg kamen – weitgehend unbehelligt ließen.
  • Als arianische Christen behandelten sie die katholischen christlichen Kirchen, die in den letzten Jahrzehnten zu Stätten von bemerkenswertem Reichtum geworden waren, als No-Go-Zonen bzw. Zufluchtsorte für alle, die dorthin flohen.
  • Die Menschen, für die die Plünderung am verheerendsten war – und die bei der Aufzeichnung der Einzelheiten für die Nachwelt das größte Mitspracherecht hatten – waren die Überlebenden und Opfer der Oberschicht, die bei der Plünderung selbst am meisten verloren hatten. Tausende dieser Menschen verließen Rom und gingen nach Nordafrika. Vielleicht besaßen sie dort Land – viele wohlhabende Bauernhöfe in Nordafrika befanden sich im Besitz von abwesenden Grundbesitzern – und beschlossen daher, nach dem Verlust ihrer opulenten römischen Paläste in ein Land zu ziehen, das weit weg von den Barbaren und näher an den Quellen ihres Reichtums lag.
  • Für die meisten Menschen, selbst in Rom selbst, hatte die Plünderung kaum direkte Auswirkungen auf ihr Leben. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass die gesamte römische Welt einen schweren Schock erlitt.
  • Wie Virgil es ausdrückte, besaßen die Römer ein imperium sine fine, ein Reich ohne Ende. Und diese Endlosigkeit war nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich. Im Jahr 410 n. Chr. sahen sich die Römer in einer Zeitspanne von etwa 1163 Jahren seit der Gründung der Stadt.
  • Dieses Reich ließ keine Rivalen zu. Es fiel ihnen leicht, von imperium als “unter unserem Befehl” zu “unter unserem Gesetz” und dann zu “unter dem Gesetz selbst” zu sprechen.
  • Für die Römer gab es viele gentes – Völker oder Nationen – innerhalb des Reiches, und sie konnten bleiben, solange sie einige grundlegende Gesetze befolgten und dem Imperium einen gewissen Mindestdienst leisteten. Ihr humanitäres und kosmopolitisches Selbstverständnis zeigte sich in der Art und Weise, wie sie diese eroberten Völker regierten; kurz gesagt, mit einer fast schizophrenen Kombination aus Liberalität und Brutalität.
  • Die Barbaren entpuppten sich als etwas anderes als das, was die Römer selbstgefällig von ihnen erwartet hatten. Und so wandelte sich die ignorante Verachtung, die die Römer typischerweise für alle Menschen außerhalb ihres Imperiums empfanden, mit dem Einzug der Barbaren im späten 4. Jahrhundert von einer milden Belustigung, wie man sie gegenüber eingesperrten Tieren im Zoo empfindet, zu einer zunehmend paranoiden Beunruhigung.
  • Ihre Erfolgsgeschichte hatte in ihrer Vorstellungskraft die Idee des Scheiterns ausgelöscht. Im wahrsten Sinne des Wortes hatten sie keine historische Entsprechung für das, was auf sie zukam.

Vorlesung: Philosophischer Existenzialismus

Von Robert Solomon (1942-2007), dessen Nietzsche-Vorlesungen ich vor einigen Jahren genossen habe (siehe “Nietzsche-Klischees – und was davon zutrifft”), gibt es eine weitere empfehlenswerte Vorlesungs-Serie “No Excuses: Existentialism and the Meaning of Life”. Hier einige wertvolle Grundlagenimpulse aus der ersten Vorlesungseinheit:

Grundlage: Verantwortung des Individuums

(Der philosophische Existenzialismus) beruht darauf, dass jeder von uns als Individuum verantwortlich ist – verantwortlich für das, was wir tun, verantwortlich dafür, wer wir sind, verantwortlich für die Art und Weise, wie wir der Welt gegenübertreten und mit ihr umgehen, verantwortlich dafür, wie die Welt letztlich ist. Es ist, kurz gesagt, die Philosophie des “Keine Ausreden!” Das Leben mag schwierig sein; die Umstände mögen unmöglich sein. Es mag Hindernisse geben, nicht zuletzt durch unsere eigene Persönlichkeit, unseren Charakter, unsere Emotionen und unsere begrenzten Mittel oder unsere Intelligenz. Aber dennoch sind wir verantwortlich. Wir können diese Last nicht auf Gott, die Natur oder die Wege der Welt abwälzen. Wenn es einen Gott gibt, entscheiden wir uns für den Glauben. Wenn die Natur uns auf eine bestimmte Art und Weise geschaffen hat, liegt es an uns, zu entscheiden, was wir mit dem tun, was die Natur uns gibt – ob wir mitziehen oder uns wehren, ob wir die Natur verändern oder über sie hinausgehen.

Anspruchsvolle Form

(D)ie Schriften der Existenzialisten sind keineswegs einfach und geradlinig. Kierkegaard und Nietzsche schreiben wunderschön, aber in so anspruchsvollen, oft unzusammenhängenden Ermahnungen, dass der Versuch, ihre Gedanken zusammenzufassen oder zu systematisieren, ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Heidegger gehört zu den schwierigsten Autoren in der gesamten Geschichte der Philosophie, und selbst Sartre – ein klar verständlicher literarischer Autor, wenn er will – imitiert einige der schlimmsten Elemente von Heideggers berüchtigtem Stil. Ein großer Teil der Herausforderung dieses Kurses besteht daher darin, die aufregende und revolutionäre Botschaft des Existentialismus von ihren oft furchterregenden textlichen Umschließungen zu befreien.

Keine anti-religiöse Philosophie(?)

Wir sollten also wissen, dass der Existenzialismus entgegen manchem populären Missverständnis keineswegs eine antireligiöse oder geistlose Philosophie ist. Er kann Gott einbeziehen und tut dies oft auch, ebenso wie eine Vielzahl von Visionen von der Welt, die wir ohne Entschuldigung “spirituell” nennen können. (Wir werden sehen, dass sowohl Nietzsche als auch Heidegger solche Visionen vertreten, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise).

Hauptinhalte

Drei Themen durchdringen den Existenzialismus:

  • Eine starke Betonung des Individuums (obwohl dies unterschiedlich definiert und verstanden wird). Viele dieser Autoren waren wirklich exzentrisch. Jeder von ihnen führt die Individualität in eine andere Richtung.
  • Die zentrale Rolle der Leidenschaften, dies im Gegensatz zur üblichen philosophischen Betonung von Vernunft und Rationalität. Die Betonung liegt vielmehr auf dem leidenschaftlichen Engagement. Für den Existentialisten bedeutet Leben, leidenschaftlich zu leben.
  • Die Bedeutung der menschlichen Freiheit. Existentialisten befassen sich mit der persönlichen Freiheit, sowohl der politischen Freiheit als auch dem freien Willen. Für Kierkegaard und Sartre ist dies von zentraler Bedeutung, für Nietzsche und Heidegger hingegen nicht so offensichtlich. Die Beziehung zwischen Freiheit und Vernunft ist besonders problematisch. Traditionell gilt als frei, “rational” zu handeln, während das Handeln aus dem Gefühl heraus als “Sklave der Leidenschaften” gilt. Die Existentialisten meinen, dass wir am besten leben und am meisten wir selbst sind, wenn wir aus der Leidenschaft heraus handeln. Kierkegaards Begriff der “leidenschaftlichen Hingabe” ist von zentraler Bedeutung.

Zum Begriff Existenz

Die besondere Bedeutung des zentralen Begriffs “Existenz” wird von Kierkegaard zunächst so definiert, dass er sich auf ein Leben bezieht, das von Leidenschaft, Selbsterkenntnis und Engagement erfüllt ist. Für Nietzsche bedeutet “wirklich existieren”, seine Talente und Tugenden zu entfalten – “der Mensch zu werden, der man wirklich ist”. Das Schlüsselelement der allgemeinen “Sensibilität” des Existentialismus ist die auffällige Erkenntnis der eigenen “Kontingenz” (Kontingent bedeutet: weder notwendig noch unmöglich)

Buchhinweis: Percy Jackson und ein ehrlicher neuer Anfang der Welt

Mit Interesse höre (Marius Claren) und lese (Gabriele Haefs) ich die Mystery-Serie Percy Jackson. Es geht um eine Serie, die griechische Mythologie mit der Welt des 21. Jahrhunderts fusioniert. Ein überaus gelungenes Unterfangen, natürlich u. a. von Tolkiens Herr der Ringe inspiriert.

Luke Castellans als Verführter von Chronos ist ein faszinierender (Gegen-)Charakter zu Percy Jackson.

»Ich habe da draußen in der Welt sehr viel gesehen, Percy« , sagte Luke . »Hast du es nicht gespürt – die Dunkelheit , die sich zusammenballt, die Ungeheuer, die stärker werden? Ist dir nicht aufgegangen, wie sinnlos alles ist? Dieses ganze Heldentum – als Spielfigur der Gottheiten. Die hätten schon vor Jahrtausenden gestürzt werden müssen, aber sie haben durchgehalten und das verdanken sie uns Halbbluten.« Ihre kostbare ›abendländische Zivilisation‹ ist die Pest, Percy. Sie bringt die Welt um. Wir können dem nur ein Ende setzen, indem wir alles abfackeln und einen ehrlichen neuen Anfang machen.« (Bd. 1, S. 428)

Aus den Begegnungen bleibt mir Circe, die Annabeth Chase (weiterer Hauptcharakter, Freundin Percys) und Percy mit dem Versprechen verführt, das heute über die sozialen Medien allgegenwärtig scheint:

(Circe mit Annabeth) »Du hast einen guten Geschmack, meine Liebe. Ich freue mich sehr, dass du gekommen bist. Ich heiße C.C.« … »Na ja, so wie du bist, bist du bestimmt nicht glücklich. Bei den Göttern, kein Mensch ist das. Aber mach dir keine Sorgen. Wir können hier in unserem Wellness-Center wirklich jede verbessern. Hylla wird dir zeigen, was ich meine. Du, meine Liebe, musst dein wahres Ich freisetzen.« Annabeths Augen leuchteten jetzt sehnsüchtig…

(Circe mit Percy) »Verstehst du , Percy … um deine Möglichkeiten freizusetzen, brauchst du effektive Hilfe. Der erste Schritt besteht darin zuzugeben, dass du so, wie du bist, nicht glücklich bist.« … Ich zappelte vor dem Spiegel hin und her. Ich fand es schrecklich, über mein Aussehen nachdenken zu müssen – wie über den ersten Pickel, der zu Anfang des Schuljahrs auf meiner Nase aufgetaucht war, oder die Tatsache, dass meine beiden Vorderzähne nicht ganz gleichmäßig waren oder dass meine Haare einfach nie glatt liegen wollten. C.C.s Stimme machte mir das alles klar, als ob sie mich unter ein Mikroskop gelegt hätte. Und meine Klamotten waren auch nicht gerade cool. Das wusste ich. Na und?, dachte ein Teil von mir. … (in Circes Spiegel) Auf dem Stoff schimmerte eine coolere Version von Percy Jackson – mit genau der richtigen Kleidung und einem selbstsicheren Lächeln. Meine Zähne waren gerade. Keine Pickel. Eine perfekte Sonnenbräune. Sportlicher als sonst. Vielleicht ein paar Zentimeter größer. Ich sah mich ohne meine Schwächen. … »Ich kann dir eine komplette Generalüberholung anbieten«, sagte C.C . »Aber was ist der Haken an der Sache?«, fragte ich. … »Warum Fragen stellen? Ich meine, willst du nicht gleich dein perfektes Ich sehen?« (Bd. 2, S. 205)

Input: Studie zur digitalen Kompetenz

Die Schweizer Studie Digital-Barometer 2024 habe ich mit Interesse gelesen. Mir fiel auf:

Digitale Grundkompetenzen (S. 14):

  1.  Informations- und Datenkompetenz (z.B. im Internet nach Informationen suchen)
  2. Kommunikation und Zusammenarbeit (z.B. eine Nachricht über WhatsApp verschicken)
  3. Erstellung digitaler Inhalte (z.B. mit dem Smartphone ein Foto machen),
  4. Problemlösung (z.B. eine App installieren)
  5. Sicherheit und Privatsphäre (z.B. ein Update durchführen).

Zugang vs. Komptenzen (S. 12): Fast die gesamte Schweizer Bevölkerung verfügt nach eigenen Angaben zu Hause über einen Internetzugang (98 %). Mehr als neun von zehn Personen nutzen das Internet im Jahr 2023 täglich (BfS Omnibus IKT 2023). … In der Schweiz sind ganze 31 % der Bevölkerung von solchen Kompetenzlücken betroffen. Mehr als drei von zehn Personen haben demnach Mühe, im zunehmend digital werdenden Alltag zurechtzukommen.

Einstellung zu KI (S. 20f): Im Schnitt geben gleich viele Befragte eine positive (35 %) bzw. negative (34 %) Grundhaltung zu KI-basierten Technologien an. 27 % stehen diesen Technologien neutral gegenüber. … Während lediglich ein Viertel der Personen mit obligatorischem Schulabschluss (24 %) eine positive Grundhaltung aufweist, ist es bei Menschen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss bereits die Hälfte (50 %).

Als grösste Gefahr nimmt die Schweizer Bevölkerung die Beeinflussung der öffentlichen Debatte wahr (von 59 % genannt), dicht gefolgt von der Abnahme sozialer Kontakte (56 %). An dritter Stelle stehen die flächendeckende Überwachung und mögliche Arbeitsplatzverluste ( je 52 %).