Das Ende der Männer

Das Buch „Das Ende der Männer“ ist vor kurzem in deutscher Übersetzung erschienen. In den USA hat es für grossen Wirbel gesorgt (hier geht es zu einer Rezension der NYT).

Die 42-jährige Autorin, 3-fache Mutter und Ehefrau eines Journalisten sagt der Welt im Interview:

Die Welt: Warum fangen die Probleme der Männer schon in der Schule an?

Rosin: Anders als Mädchen finden Jungs es uncool, gut in der Schule zu sein. Doch entscheidend ist etwas anderes: Früher konnte man in den USA auch ohne weiterführende Ausbildung ein gutes Mittelklasse-Leben führen. Diese Zeiten sind vorbei. Zudem haben traditionell als weiblich geltende Charaktereigenschaften wie emotionale Intelligenz inzwischen Konjunktur.

Die Welt: Was ist davon zu halten, wenn Mädchen früh dazu getrimmt werden, gehorsam und strebsam zu sein?

Rosin: Das ist nicht gut, das sehe ich bei meinen eigenen Kindern. Ich versuche, gegenzusteuern, indem ich meiner Tochter zeige, dass Rebellion wichtig ist, und meinem Sohn beibringe, sich in andere Menschen einzufühlen. Offensichtlich jeweils nicht ihre angeborenen Talente.

Die Welt: Sie bezeichnen Frauen, die alles auf einmal wollen – Kinder, Karriere, Beziehung – als „Mutantinnen“. Was meinen Sie damit?

Rosin: Das beste Beispiel dafür ist Marissa Meyer, Vorstandsvorsitzende von Yahoo. Sie ist nach der Geburt ihres Kindes sofort wieder arbeiten gegangen und erzählt allen, wie großartig das ist. Ich verstehe, dass das viele Frauen ärgerlich finden, denn es ist nicht easy. Doch wenn man eine Welt möchte, in der Frauen Kinder und Macht haben können, braucht man solche hyperehrgeizigen Frauen.

Die Welt: Ist es denn wünschenswert, dass Frauen alles an sich reißen, während immer mehr Männer arbeitslos auf dem Sofa sitzen?

Rosin: Die Frauen haben sich sehr schnell gewandelt, während die Männer sich schwer tun, mitzuhalten. Studien zeigen, dass Frauen trotzdem nicht glücklicher sind als in den Siebzigern. Noch einmal: Es ist nicht das Paradies, das ich beschreibe. Es ist nun einmal so, wie es ist.