Rückkehr in die Familie (6): Ich möchte jetzt deine Hand nehmen.

Trotz feucht-kaltem Wetter lautet die Devise: Tägliche Bewegung draussen. „Wer möchte mit Papi mitgehen?“ fragte meine Frau. Mein Vierter erhebt strahlend seinen Arm und macht sich bereit. Wir stapfen durch den Regen, und mein Sohnemann erfrischt mich mit seiner klaren Stimme, seinen scharfen Beobachtungen und seinen Fragen. Wir kommen durch ein Waldstück. Etwas zögerlich folgt er mir dicht auf den Fersen. Plötzlich sagt er: „Ich möchte jetzt deine Hand nehmen.“ Er ergreift sie mit kräftigem Druck. Einige Momente später: „Ich weiss nicht mehr, wo wir wieder herauskommen.“ Noch einige Momente später: „Ich habe Angst.“ – Ich packe die Gelegenheit beim Schopf: „Meinst du, Papi hat auch schon Angst gehabt?“ – „Nein.“ – „Doch, ich habe mich schon oft gefürchtet. Als Kind hatte ich Angst vor der Dunkelheit oder allein in den Keller zu gehen. Als Erwachsener habe ich mich vor Vorgesetzten gefürchtet.“ – „Also, ich habe mich auch schon oft gefürchtet.“ – „Jesus weiss, dass wir uns fürchten. Er sagt uns: Fürchtet euch nicht. Wir dürfen ihm unsere Ängste sagen.“ – Der Wald lichtet sich vor uns und wir treten auf eine breitere Strasse. Diese kleine Begebenheit spiegelt doch exakt Schlüsselmomente unseres Lebens wider. Plötzlich finden wir uns in einem „Waldstück“ wider, die sichere asphaltierte Strasse ist verlassen. Wir bekommen es mit der Angst zu tun. Wir wissen nicht mehr, wo und wann das Wegstück enden wird. Wie gut ist es in solchen Momenten zu wissen, wen wir um Hilfe anrufen und wessen Hand wir ergreifen dürfen!