Die Doppelbotschaft der Mütter an ihre Söhne

Die kritische Fachliteratur geht im allgemeinen davon aus, dass die traditionelle Erziehung Mädchen sehr benachteiligt, sie in ihrer Entwicklung eingrenzt und sie einengt. Söhne hingegen, so wird angenommen, werden gefördert und gestützt, haben viel mehr Freiheit. Doch das ist ein Trugschluss.

Moderne Frauen wollen ihre Söhne zeitgemäss erziehen. Sie sollen dazu fähig sein, später partnerschaftlich zu leben. Tatsächlich geben viele Mütter ihren Söhnen das Beispiel einer starken, selbständigen und intelligenten Frau mit auf den Lebensweg. Doch parallel dazu vermitteln sie eine zweite verhängnisvolle Botschaft. Indem sie ihre Söhne verwöhnen – heillos verwöhnen -, bringen sie ihnen bei, die Liebe einer Frau mit mütterlicher Hingabe, weiblicher Selbstlosigkeit und freundlichem Diensteifer.

Aus: Cheryl Benard. Edit Schaffer. Mütter machen Männer. Heyne: München 1994.

20 Jahre später ist sich die Fachliteratur einig, dass Buben benachteiligt sind. Nur: Es ist keine Trendwende absehbar.

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