Kinder in die Selbständigkeit begleiten (4): Wer ist verantwortlich für den Tages-Lernerfolg?

Unsere beiden Ältesten vereinbaren ihr tägliches Lernprogramm am Vorabend oder frühmorgens. Die einzelnen Schritte werden auf einer Tafel festgehalten. Es gibt Tage, an denen die Kinder müde sind. Sie finden Wege, ihre Aufträge hinaus zu zögern. (Das soll es übrigens auch bei öffentlich beschulten Kindern geben. Das Erledigen der Hausaufgaben geht ewig lange.)

Ungünstig

Mitte Nachmittag wird offensichtlich, dass das Tagesprogramm nicht erreicht werden kann. In einem geschickten Schachzug wird die Verantwortung für das Erreichen der Ziele auf die Eltern abgeschoben. „Du musst mir helfen.“ „Du hast mir nicht…“ Ab diesem Zeitpunkt ist der Druck verlagert. Vater und Mutter sind gefordert, das Kind über die Ziellinie zu schieben. Am besten geht dies, wenn sie das Kind nicht nur eng begleiten, sondern gleich auch inhaltlich „mithelfen“.

Alternative

Mitte Nachmittag gehen wir an die Tafel und besprechen mit dem Kind erneut den Lernstand. Es wird abgemacht, was bis zum Abendessen gemacht werden muss. Die verbleibenden Schritte werden mit einer Zeitangabe versehen (z. B. 20 Minuten). Wenn sich zeigt, dass das Programm überladen ist, wird gekürzt. Es gilt die Vereinbarung, dass selbständig gearbeitet wird, es sei denn, es zeigt sich ein unüberwindliches Hindernis.