Ausblick: Meine Söhne im neuen Schuljahr begleiten

Bei uns beginnt nächste Woche das neue Schuljahr. Wie in den vergangenen zwei Jahren habe ich mich hingesetzt und mir Ziele und Schwerpunkte überlegt. Dieses Jahr lege ich den Fokus auf meine Rolle als Vater. Die Betonung liegt nach wie vor auf der Charakterbildung.

  1. Herzliche Nähe: Ich bin von Natur aus eher distant, weil denkend eher als handelnd. Kleinkinder nimmt man automatisch in den Arm, tröstet sie, erzählt ihnen Geschichten, ermahnt sie.Auch meine älteren Söhne sollen spüren, dass ich sie lieb habe. Natürlich geschieht das mehr auf kameradschaftlicher Ebene: Ein aufmunternder Klaps, eine herzliche Gratulation, Anteilnahme bei einer Niederlage oder Rückschlag.
  2. Zum Herzen sprechen: Mein zweites Anliegen ist direkt mit dem ersten verbunden. Die Buben müssen mir nicht alles offenbaren. Ich werde sie jedoch immer wieder mal fragen: Was geht in deinem Herzen vor? Was bewegt dich so zu reden und zu handeln?
  3. Doppelleben ansprechen: Wer "fromm" aufwächst, steht in der Gefahr, ein Doppelleben aufzubauen. Zeige deine Eltern ein nettes Gesicht, dann gibt es keinen Ärger. Was sich jedoch innerlich abspielt, steht manchmal auf einem ganz anderen Blatt geschrieben. Ich freue mich jedes Mal, wenn die Jungs auch Einwände und Zweifel äussern können. Am meisten bin ich dankbar, wenn sie auch ihre Anfechtungen mit mir teilen!
  4. Neid und Konkurrenzdruck thematisieren: Meine fünf Buben haben einen schönen Zusammenhalt. Dazu gehört aber auch der Konkurrenzdruck. Es ist wichtig, solche Vorgänge zu reflektieren, zur Nachsicht zu mahnen und zu helfen, dass auch mal die Perspektive des Bruders zumindest nachvollzogen werden kann.
  5. Anregen, nicht schieben: Ich bin von Natur aus eher ängstlich. Was wäre, wenn…? Deshalb neige ich dazu, die Dinge in die eigenen Hände nehmen zu wollen. Ich möchte besonders acht geben, meine Söhne nicht zu schieben oder zu gängeln, sondern sie im passenden Moment anzuregen. Als sehr hilfreich empfinde ich die Momente, in denen die Buben mit mir über ihre Erwartungen und Ziele reden. Ich hole mir die Erlaubnis ein, sie an ihre eigenen Vorhaben zu erinnern.
  6. Ausserplanmässige Ideen realisieren: Manchmal kommt eine Idee auf, die sich im gewohnten Alltagstrott nicht umsetzen lässt. Ich möchte sie deshalb nicht einfach sausen lassen, sondern immer wieder etwas ausserhalb des Fahrplans realisieren. Als besonders wertvoll betrachte ich die Zeiten, in denen sie den Vater in Aktion erleben können, also etwas von meiner eigenen beruflichen Tätigkeiten miterleben.
  7. Meine Frau entlasten: Dieser letzte Punkt wird am anspruchsvollsten in der Umsetzung. Ein denkender Mann, der dauernd 10 Ideen mehr mit sich herumträgt als sich realisieren lassen, steht in der Gefahr, seiner Frau zu viel zuzumuten. Sie trägt die Hauptlast in Haushalt und Unterricht. Hier ist also Rücksichtnahme angezeigt!
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