Buchempfehlung: Evangeliums-zentrierte erste Predigtserie eines jungen Schweizer Pfarrers

Michael Freiburghaus hat seine erste Predigtserie über den ersten Johannesbrief in Buchform gefasst. Ich habe die Predigten gelesen und ein Grusswort an die Kirchgemeinde Leutwil-Dürrenäsch verfasst.

Ihr Pfarrer Michael Freiburghaus hat mir seinen frisch gedruckten Predigtband zukommen lassen. Er lag an einem Donnerstag in meinem Briefkasten. Ich habe ihn am gleichen Abend in einem Zug durchgelesen. Das ist aussergewöhnlich nach einem zwölfstündigen Arbeitstag, auch für einen Vielleser wie mich.

Michael hat Sie mit zehn Predigten aus dem ersten Johannesbrief beschenkt. Ich reagiere darauf mit zehn Bemerkungen: Drei zum Autor, drei Prüfkriterien, drei inhaltlichen Aspekten und zum Schluss einem Wunsch.

Zum Autor

Der Autor ist jung. Es ist sein erstes Pfarramt und es ist seine erste Predigtserie. Der Autor ist reformierter Pfarrer, das heisst er ist den Wiederentdeckungen der Reformatoren verpflichtet. Er hält sich an den Wirkungsstätten zweier berühmter Schweizer Theologen des 20. Jahrhunderts auf: Emil Brunner war 1912 Vikar in Leutwil, Eduard Thurneysen Pfarrer von 1913 – 1920.

Nach welchen Gesichtspunkten sollten Sie eine Predigt beurteilen?

Das erste und wichtigste Kriterium lautet: Prüfen Sie genau nach, ob die Botschaft der Predigt der Botschaft des Bibeltextes entspricht. Ich kann Ihnen bestätigen, dass dies in den vorliegenden Predigten der Fall ist.
Zweitens sollten Sie immer darauf achten, ob das Wesentliche erwähnt wird: Das Elend des Menschen, die Erlösung durch Christus und das Leben in Dankbarkeit, wie es der Heidelberger Katechismus, Frage und Antwort 2, so schön zusammenfasst. Auch hierin kann ich dem Autor ein gutes Zeugnis ausstellen. Er spricht nicht nur von der Liebe, sondern auch vom Licht Gottes. Er redet nicht pauschal von guten Menschen, sondern nennt seine Sünde und Erlösungsbedürftigkeit. Und er betont, dass wir uns von selbst aus weder über Kraft noch Möglichkeit verfügen, ein ihm wohlgefälliges Leben zu führen.
Drittens ist wichtig zu überlegen: Ist es verständlich formuliert? Ich meine ja. Die Sätze sind schnörkellos und klar. Zur Verständlichkeit gehört auch, dass die Hauptbegriffe der Bibel wie „Gerechtigkeit“ oder „Herz“ erklärt werden. Auch diesen dritten Punkt kann ich bestätigen.

Nun zu den inhaltlichen Aspekten.

Im Inhaltsverzeichnis entdeckte ich etwas Wichtiges. Gott ist das Subjekt jeder Predigt. Er ist der „archimedische Punkt“, an dem sich alles ausrichtet. Wie wichtig ist dies in einer Zeit, die dazu tendiert, den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken.
Der Autor hangelt sich zweitens nicht einfach entlang von Bibelversen, sondern setzt klare Akzente. Ich empfehle Ihnen, die einzelnen Aspekte nach der Predigt zuhause und in den Hauskreisen zu überdenken.
Drittens: Gottes Wort lässt den Menschen nie unverändert zurück. Er verändert ihn in sein Bild oder lässt ihn in seinem selbst gewählten Stolz.

Ich bin bei meinem Wunsch. Ich habe geweint, als ich diese Predigten las. Weshalb? Weil ich mir wünsche, dass noch viele junge Männer aufstehen und diese Erlösungsbotschaft in unsere Gesellschaft und in unsere Zeit hineinsprechen würden. Ich wünsche Ihnen, dass diese Botschaft auch Ihre Kirchgemeinde erfasst.

Es grüsst Sie herzlich aus der Reformationsstadt Zürich
Hanniel Strebel, PhD (USA)

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