Systematische Theologie für die Familienandacht (14): Gott regiert

Nun lobe und erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht; wer aber hochmütig wandelt, den kann er demütigen! Daniel 4,34

Diese Worte sprach einer der mächtigsten Regenten der Weltgeschichte aus, nachdem er von Gott empfindlich gedemütigt worden war. Er lebte nämlich sieben Jahre wie ein Tier, völlig verwirrt. In der Bibel wird oft das Bild des Thrones gebraucht, um Gott in seiner Regierung vorzustellen (z. B. in Jesaja 6, als der Prophet in seinen Dienst berufen wurde). In manchen Psalmen werden wir daran ausdrücklich daran erinnert, dass Gott als König regiert (z. B. Ps 47; 93; 96; 97; 99). Gottes Herrschaft ist unbegrenzt und umfassend. Was er will, dass geschieht auch. Niemand kann seinem Plan entgegenstehen.

Das löst natürlich eine Folgefrage aus: Sind denn die Menschen (und Engel) völlig gesteuert? Die Antwort lautet nein. Gott hat sie so ausgestattet, dass sie mit ihrem Willen Entscheide treffen können. Sie sind moralisch verantwortliche Wesen. Es kommt etwas dazu, dass über unsere Ratio hinausgeht: Gott übersteuert und regiert sogar unsere schlechten Entscheide (1Mose 50,20; Apg 2,23; 13,26-39). Das müssen wir einfach so stehen lassen und annehmen. Gott lässt Menschen schlecht entscheiden und schreitet oft nicht vordergründig ein. (Wir wissen allerdings auch nicht, was noch alles sonst hätte passieren können!)

Psalm 93 bestätigt, dass Gottes souveräne Herrschaft die Welt vor dem Chaos bewahrt (1-4), sowie seine Vertrauenswürdigket (5a). Der Psalmist ruft die Menschen zum Lob seiner Heiligkeit aufruft (5b). Der ganze Psalm ist in freudigem, bewunderndem Ton geschrieben – also nicht angstvoll oder unterdrückt.

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