E21 LiveBlog „500 Jahre Reformation“: Herr, belebe uns neu!

#8 Predigt: Herr, belebe uns neu! (Psalm 85) – Matthias Lohmann

Schlüsselaussagen

  • Wer wären wir, wenn Gott nicht eingegriffen hätte?
  • Die geistliche Situation unseres Landes kann zu einem heiligen Zorn oder zu einem verächtlichen Herabschauen führen. Doch der Psalmist geht auf die Knie und fleht Gott an. Unsere Kirchen und Gemeinden brauchen dringend unser Gebet. Auch wenn wir sie verlassen haben.
  • Wir müssen immer wieder auf den Zuhörmodus umschalten und in unserer Not auf Gott hören. Das wird uns nicht immer gefallen.

Struktur

  • Ein Blick zurück: Dankbarkeit dafür, was Gott getan hat
  • Ein Blick in die Gegenwart: Flehen für die momentane Situation
  • Ein Blick in die Zukunft: Stärkung und Trost

Wichtige Aussagen

Der Psalm lässt sich historisch nicht genau zuordnen. Wahrscheinlich handelte es sich um die Rückkehr Judas aus dem Exil. Gott griff ein und führte sein ewig untreues Volk zurück. Wir feiern in diesem Jahr 500 Jahre Reformation. Luther sah damals enge Parallelen zur Rückkehr aus dem babylonischen Exil. Er sprach von der Gefangenschaft der babylonischen Kirche. Überlegen wir für uns selbst: Wer wären wir, wenn Gott nicht eingegriffen hätte?

In neuerlicher Not wendet sich der Psalmist an den Gott seines Heils. Das Volk ist zurück in Jerusalem, diente Ihm jedoch nicht treu. Es war schnell dabei zu klagen und sich Gott bestenfalls halbherzig hinzugeben. Das zeigt uns der Prophet Maleachi. Wie bei uns: Noch gibt es einen äusserlichen christlichen Anstrich. Doch die Menschen haben sich weit vom Evangelium abgewandt. Sie meinen, sie hätten es selber gut im Griff. Gottes Aussagen sind aussortiert worden. Das kann zu einem heiligen Zorn oder zu einem verächtlichen Herabschauen führen. Doch der Psalmist geht auf die Knie und fleht Gott an. Unsere Kirchen und Gemeinden brauchen dringend unser Gebet. Auch wenn wir sie verlassen haben.

Heute reden wir alle über einen gnädigen Gott. Doch wir haben das Problem aus dem Blick verloren. Bete darum, dass er deine Familie, deinen Hauskreis, deine Gemeinde, dein Land neu belebt.

Der Psalmist trifft eine Entscheidung: Ich will hören, was der Herr reden wird. Dieses Reden Gottes wird als etwas Zukünftiges beschrieben. Doch der Schreiber weiss bereits, um was es sich handeln wird: Er verspricht Frieden. Wir müssen immer wieder auf den Zuhörmodus umschalten und in unserer Not auf Gott hören. Das wird uns nicht immer gefallen. Denn er weist uns auf unsere Sünde hin. Die Zuversicht entsteht durch das, was geschehen würde: Gott würde vollkommen gerecht richten und Menschen gleichzeitig gnädig annehmen.