Kolumne: 10 Wege zur Beschleunigung der Lebens-Unzufriedenheit

  1. Orientiere dich innerlich an einer Gruppe Gleichaltriger und reagiere, wenn diese reagieren. Passe dich ängstlich jeder versteckten Aufforderung an, bevor du offiziell zu etwas aufgefordert wirst.
  2. Nimm die Aufforderung „Du musst dir endlich mal etwas gönnen“ ernst. Bleibe dir bewusst, dass du ein Anrecht auf innere Harmonie und Nicht-Gestört-werden hast.
  3. Lebe von Wochenende zu Wochenende und von Urlaub zu Urlaub. Sorge vor, dass du gedanklich mit einem nächsten Freizeitvergnügen absorbiert bist.
  4. Nähre dich durch die Handreichungen der säkularen Medienelite. Schalte in jedem Moment der Langeweile dein Smartphone ein und sorge dafür, dass du eine aktuelle Gratiszeitung in deiner Tasche dabei hast.
  5. Vermeide Verbindlichkeit in jeder Form. Dies gilt vor allem für Beziehungen. Ruhe dich auf der Behauptung aus: „Das hat noch Zeit.“
  6. Vermeide das Nachdenken über Rückschläge und leidvolle Erfahrungen. Flüchte in Urlaub, Medien oder wenn es sein muss in Medikamente oder Alkohol.
  7. Sorge für die angemessene Abstufung deiner Anschaffungen. Sei alarmiert, wenn du kein neues Projekt nennen kannst.
  8. Lies die neusten Ratgeber. Wechsle dabei alle 2-3 Jahre die Linie, dann verpasst du nichts.
  9. Passe deinen Kirchgang deinem Freizeitprogramm an. Geh nur zur Kirche, wenn du dazu Lust verspürst.
  10. Ignoriere Fragen von Menschen, die dir unangenehme Fragen stellen. Gehe ihnen aus dem Weg. Halte dich bei solchen auf, die dir das Nachdenken ersparen, indem sie Spässe und zynische Bemerkungen fallen lassen.
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