Zitat der Woche: Bankrotte Kirche verpflegt Egos

Passendes Buch:

Ich zitiere aus dem frisch übersetzten Buch von Rod Dreher "Die Benedikt-Option". Bald werde ich noch mehr dazu schreiben.

«Die Veränderungen, die den Westen in der modernen Zeit ergriffen haben, haben absolut alles revolutioniert – sogar die Kirche, die nicht mehr Seelen formt, sondern Egos verpflegt.» (26)

Es geht hauptsächlich darum, «das eigene Selbstwertgefühl und das subjektive Glückempfinden zu steigern und gut mit anderen auszukommen». (28)

Der Westen hat «das Begehren spiritualisiert und sich einem säkularen ‘Evangelium der Selbsterfüllung’ verschrieben.» (76)

«Immer unterwegs, nie beständig, sind sie Sklaven ihres Eigenwillens.» (Benedikt, 112)

«Die Wurzellosigkeit des zeitgenössischen Lebens hat Gemeinschaftsbindungen ausfransen lassen.» Die Konsumhaltung der Gemeinschaft gegenüber «reproduziert die Fragmentierung, die die Christenheit in der gegenwärtigen Welt erschüttert.» (115)

«Deine Kirche könnte im Begriff sein, Selbstmord zu begehen, und dabei gar nicht bemerken, was sie tut. Oberflächlich mag alles tadellos aussehen, aber tief im Innern bildet vielleicht ein Krebsgeschwür Metastasen in ihren Knochen, deren Brüchigkeit auf schmerzhafte Weise offenbar werden wird, wenn es zur Bewährungsprobe kommt.» (163)

 «Viele Kirchen, die weiterhin offen bleiben, werden von einer heimtückischen Art von Säkularismus ausgehöhlt, der dazu führt, dass dort eine Version von Christentum gelehrt wird, der jedwede Kraft und Lebensfähigkeit fehlt.» (27)

«Es ist nicht etwa so, dass das evangelikale Christentum die grundlegenden theologischen Schriften der frühen Christenheit ablehnen würde, … sie werden einfach nie erwähnt.» (168)

«Wenn keine wirklich Teilhabe am Ewigen stattfindet – das heisst, wenn wir die Materie, und letzten Endes auch die Zeit, nicht als fest verwurzelt in der Realität Gottes begreifen -, dann kann das Leben der Kirche schwerlich dem reissenden Strom der liquiden Moderne standhalten.» (175)

Wir leben in einer Zeit und an einem Ort «unvorstellbarer Annehmlichkeiten …, dem es aber zugleich an Bedeutung und Zusammenhang mangelt. Der Westen hat den goldenen Faden verloren, der uns mit Gott, der Schöpfung und einander verknüpft.»  (84)

«In dem Mass, wie die Kirche ihr kulturelles Ansehen verliert, wird sie frei, in ihrer Glaubenstreue radikaler zu werden.» (165; Für europäische Verhältnisse: In dem Mass, wie sie sich nicht mehr anzubiedern versucht.)

«Wenn die heutigen Kirchen das neue dunkle Zeitalter überleben wollen, müssen sie aufhören, ‘normal zu sein.’» (166)

«Ein Christ, der Askese praktiziert, übt sich darin, Nein zu den eigenen Begierden und Ja zu Gott zu sagen. Diese Einstellung ist in der modernen Zeit im Westen so gut wie verschwunden.» (109) (Ich füge aus der Perspektive des Evangeliums hinzu: Wer nicht bereit ist, um des Besseren und der wahren Freude willen Selbstbeherrschung zu üben, hat eine wichtige Dimension der Heiligung nicht erkannt.)

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