Eine enge Bindung im Kindesalter ist Voraussetzung für eine gesunde Loslösung.

Ich bin daran, die finale Version des Buches „Home Education – Verteidigung eines alternativen Bildungskonzepts und Lebensstils“ zu korrigieren, das in Kürze im VKW als wissenschaftliche Publikation erscheinen wird. Im letzten Teil verbinde ich die (normativen) Vorgaben Gottes mit aktuellen Ergebnissen der Bindungsforschung:

Erziehung und Lernen sind … untrennbar mit Gott verbunden. Die Bibel, Gottes besondere Offenbarung an den Menschen, hat die Funktion, die Menschen „für jedes gute Werk“ zu erziehen (2Tim 3,16+17). Erziehung zielt damit auf den Lebensvollzug, und Lernen bezieht sich auf die von ihm geschaffene Wirklichkeit und seine Ordnungen. Das bedeutet: Der Mensch soll nicht in erster Linie als Bürger einer Gesellschaft erzogen werden, indem er deren aktuelle Werte und Konventionen verinnerlicht, sondern als Geschöpf Gottes die ihm verliehenen Gaben entwickeln. 

Home Education ist eine Möglichkeit, einen Menschen während seiner ersten Lebensphase in diese Berufung hineinzuführen – im Wissen darum, dass dieser sukzessive die Verantwortung für sein Leben und Sein vor Gott übernimmt. Da die Eltern Sünder sind, kann dieser Prozess Beeinträchtigungen erfahren, etwa wenn Eltern ihr Kind über Gebühr an sich binden wollen. Aus biblischer Sicht gilt bezüglich Bindung folgende Grundregel: Je enger die Bindung (Abhängigkeit) in der Kindheit, umso grösser die Selbständigkeit als Erwachsener. Die optimale Bindung beinhaltet eine ungeheure Intensität der Beziehung im Kindesalter.