Ein Rollenprofil für Männer

In meiner fortlaufenden Bibellese bin ich im 1. Kapitel des Titusbriefes vorbei gekommen. Zugegeben: Ich lese an manchen Morgen meinen Abschnitt und ärgere mich über mein mangelhaftes Griechisch. Ich versuche die Sätze zu übersetzen und konzentriere mich dann auf die Aussagen, die ich im ersten Zug überlesen habe. Neulich blieb ich bei den Aussagen über die Ältesten stecken. Die Adjektive des Charakterbeschriebs sind mir im Griechischen nicht alle geläufig. So war ich gezwungen, jedes einzelne näher anzuschauen.

Für das Ältestenamt` kommt nur jemand von unbestrittener Integrität in Frage, der seiner Frau treu ist und dessen Kinder gehorsam sind und nicht durch ungehöriges und rebellisches Verhalten Anlass zur Klage geben. Ja, weil ein Gemeindeleiter ein von Gott eingesetzter Verwalter ist, muss er ein untadeliges Leben führen. Er darf nicht selbstherrlich sein, nicht jähzornig, nicht alkoholsüchtig, nicht gewalttätig und nicht darauf aus, sich zu bereichern. Vielmehr soll er gastfreundlich sein, das Gute lieben, sich verantwortungsbewusst und gerecht verhalten, sich in allem von der Ehrfurcht vor Gott leiten lassen und sich durch Selbstdisziplin auszeichnen.  Er muss an der vertrauenswürdigen Botschaft festhalten, wie sie ´von Anfang an` gelehrt worden ist; denn mit Hilfe dieser gesunden Lehre ist er imstande, ´die Gemeinde im Glauben` zu stärken und die, die sich der Wahrheit widersetzen, zurechtzuweisen. (Titus 1,6-9)

Jetzt mal langsam: Welcher Mann entspricht heute diesem Profil? Oder umgekehrt: Was für ein Reifepotenzial liegt da für mich drin! Zweimal steht, dass ein Ältester „unbescholten“ sein soll. Das heisst, sein Ruf müsste tadellos sein. Ich frage mich: Was sagen andere über mich? Und dann kommt das nächste: Mann einer Frau und gläubige Kinder. Also zuerst soll ein Mann im „eigenen Laden“ Ordnung haben. Er soll zuerst nach innen investieren, erst dann nach aussen. Die Kinder sollen sich ihm unterordnen. (Dasselbe Wort wird nachher nochmals verwendet, wenn Paulus Menschen beschreibt, die sich nicht unterordnen wollen und ganze Familien mit ihrer Lehre durcheinanderbringen, siehe Vers 10ff). Ich kenne einige wenige solcher Männer. Und ich wünsche, dass dies auch in meiner Familie Realität werden kann. Gott stehe mir bei.

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