Wie wird Gott recht geehrt?

Der Anfang des Genfer Katechismus (1545) beschäftigt sich mit der wichtigen Frage, was den Sinn unseres Lebens ausmacht.

7. In welcher Weise wird er (Gott) dann recht geehrt? (Antwort)

Wenn wir all unser Vertrauen auf ihn setzen,

wenn wir uns bemühen, ihm mit unserem ganzen Leben zu dienen, indem wir seinem Willen gehorchen,

wenn wir ihn in allen Nöten anrufen und unser Heil, und was wir sonst uns an Gutem nur wünschen können, bei ihm suchen,

und endlich, indem wir mit Herz und Mund ihn als alleinigen Urheber alles Guten anerkennen.“

Über diese reichhaltige Antwort lohnt es sich nachzudenken. Calvin buchstabiert aus, was unter „Gott ehren“ zu verstehen ist. Es beginnt damit, dass wir

(1) unser ganzes Vertrauen auf ihn setzen. In unserer Sprache haben wir dafür die Wendung „alles auf eine Karte setzen“.

(2) Unser ganzes Leben, unsere Herkunftsfamilie, unsere Arbeit, unser Lernen, unsere Ehe, unsere Gemeinde, unsere Freizeit findet vor Gott statt. Es geht darum, seinem offenbarten Willen in der Bibel zu gehorchen.

(3) Das Vertrauen und der Gehorsam werden besonders in Engpässen sichtbar: Wenn Gott uns keinen Ehepartner schenkt; wenn wir die Prüfung nicht bestehen; wenn er uns die Gesundheit oder die Arbeitsstelle nimmt; wenn Streit in der Gemeinde ausbricht. Dann zeigt sich ob wir alles, was wir uns wünschen, bei ihm suchen.

(4) Erst an vierter und letzter Stelle nennt Calvin das Bekenntnis. Das ist nicht von ungefähr. Ein Bekenntnis, das sich nicht sichtbar mit dem Bemühen in unserem Handeln deckt, bleibt wirkungslos.

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