Was die Ersatzgötter des Herzens mit Psychologie zu tun haben

Der Götzendienst ist ein zentrales Thema der Bibel. Götzendienst wird zu einem Begriff, der die Komplexität sowohl der individuellen Motivation als auch der sozialen Konditionierung umfasst. David Powlison schreibt in seinem wichtigen Aufsatz „Ersatzgötter des Herzens“ (dt. Übersetzung):

Die Bedeutung vieler gewaltiger Einheiten der Schrift hängt von unserem Verständnis von Götzendienst ab. Doch lassen Sie mich die Frage auf einen speziellen Vers im Neuen Testaments lenken, der mich lange Zeit beunruhigt hat. Die letzte Zeile des 1. Johannesbriefes empfiehlt und befiehlt uns am Ende: „Geliebte Kinder, hütet euch vor den Götzen“ (1. Joh. 5,21). Wie um alles in der Welt verdient es solch ein unerwarteter Befehl in einer über 105 Verse langen Abhandlung über ein Leben in der lebendigen Gemeinschaft mit Jesus, dem Sohn Gottes, das letzte Wort zu haben?

Die letzte Zeile von Johannes

stellt uns … vor die grundlegendste Frage, die Gott jedem menschlichen Herz andauernd stellt: Hat etwas oder jemand neben Jesus Christus das Recht auf deines Herzens Vertrauen, Priorität, Treue, Dienst, Ehrfurcht und Freude bekommen? Die Frage zielt auf die unmittelbare Motivation für unser Verhalten, unsere Gedanken und Gefühle.

Johannes hat über drei Dimensionen unserer Motivation geschrieben.

Die innere Natur der Motivation wird von den ungeordneten und stolzen Begierden des Fleisches (1. Joh. 2,16), von unserem trägen auf uns selbst Konzentriertsein, von unseren Wünschen, Hoffnungen, Ängste, Erwartungen und Bedürfnissen, die unser Herz füllen, gefangen genommen. Die von aussen beeinflusste Motivation wird von der Welt erobert (1. Joh. 2,15-17; 4,1-6). Sie lädt uns ein, prägt, formt, bestärkt und programmiert uns mit grossem Beharrungsvermögen und lehrt uns Lügen. Die dämonologische Dimension der Motivation zeigt sich in der verhaltensbestimmenden Herrschaft Satans (1. Joh. 3,7-10; 5,19), der als Herrscher über seinem Königreich des Fleisches und der Welt thront. Im Gegensatz dazu meint ‚Haltet euch von Götzen fern‘, mit einem ungeteilten Herzen voll Vertrauen auf Jesus zu leben. Es heisst, von all dem bestimmt zu werden, was hinter der Anrede ‚Geliebte Kinder‘ steht (siehe v.a. 1. Joh. 3,1-3; 4,7 – 5,12). Die Alternative zu Jesus – jede Alternative zu Jesus, sei sie nun durch die Linse des Fleisches, der Welt oder durch den Bösen selbst näher gekommen – ist Götzendienst.

Wir sind mit der psychologischen Deutung von Verhaltensweisen aufgewachen. Doch aufgepasst: Sie klammern Gott aus den Überlegungen aus.

Die Sozial- und Verhaltenswissenschaften haben diese Absicht nicht, weil sie selbst durch (ein System von) Ersatzgöttern motiviert sind. Es ist eine extreme Ironie, dass sie in ihrer Satzung und Methodik eine Blindheit für das Wesentliche ihres Forschungsgegenstandes fördern.

Das führt in der Seelsorge zu fatalen Verstärkungen:

Viele christliche Seelsorger setzen ein Bedürfnis oder eine Sehnsucht nach Liebe absolut. Als beobachtende Menschen sehen sie genau, dass gefallene und verdammte Leute angetrieben werden, Stabilität, Liebe, Annahme und Bestätigung zu suchen, und dass wir derartigen Segen in leeren Ersatzgöttern suchen. Als entschiedene Christen wollen sie oft Menschen dahin führen, dass sie Jesus Christus mehr als ihren eigenen Göttern vertrauen. Doch sie setzen fälschlicherweise ein a priori und allgemeines Beziehungsbedürfnis, eine eingebildete Sehnsucht oder einen leeren Liebestank als Untermauerung der daraus folgenden Herzensaufteilung zwischen Glaube und Götzendienst ein.

VD: LR