Aus den Medien: Demokraten der Spätmoderne, verunsicherte Ukrainer, verwöhnte Deutsche

Wie sich ein Demokrat der Spätmoderne zu benehmen hat

Alexander Kissler in einem Beitrag für Cicero:

Egal, wie lange ein Gedankenverbrechen zurückliegt, da ist immer jemand, der es findet, der es ausgräbt, der es verwenden wird gegen den Delinquenten. Und Delinquent kann jeder werden, der von seinem zivilbürgerlichen Recht auf freie Meinung und politisches Engagement in einem Sinne Gebrauch macht, der vom Common Sense abweicht. Es ist also nicht länger der Schutz abweichender Meinungen, an dem sich die Vitalität einer Demokratie bemisst. Nein, der Demokrat der Spätmoderne muss ein Gesinnungstäter sein, und über die öffentlich erlaubten Gesinnungen ist immer schon entschieden.

Beten für die Ukraine

Ich las einige Berichte in der FAZ über die Vorkommnisse in der Ukraine. Grotesk. Weiterbeten für die Ukraine!

Der Unterschied dieser ukrainischen Soldaten zu den geschniegelten „Nichtrussen“ von Slawjansk war mit Händen zu greifen. Die Ukrainer waren verschmutzt und unrasiert, ihre Stiefel starrten vor Schlamm. Waffen, Fahrzeuge, Helme waren zerbeult und zerkratzt, die Männer wirkten verunsichert und antworteten nur widerwillig auf Fragen. Werden auch sie die russische Fahne hissen wie ihre Kameraden? Wieder war langes Schweigen die Antwort, und erst nach einer kleinen Ewigkeit hat einer der Männer die Hand gehoben und müde in eine ganz bestimmte Richtung gewiesen – dorthin wo an einem Führungsfahrzeug die blaugelbe ukrainische Fahne wehte. „Das ist unsere Flagge.“

Uns geht es zu gut

Solche Artikel wie dieser aus der WELT verschreibe ich mir regelmässig:

Die Überflussgesellschaft kreiert Probleme und macht zugleich Angebote zu ihrer Lösung, von denen Menschen in Albanien und Zimbabwe nicht einmal wissen, dass es sie gibt, weil sie damit beschäftigt sind, ihre primären Bedürfnisse zu sichern. Das täglich Brot und ein Dach über dem Kopf. Wer auf der Straße lebt, wird sich kaum um einen Platz im „Dschungelcamp“ bemühen.