Blogjubiläum (16): Hilfreiche Wegweiser auf dem Weg der Berufung

Os Guinness? Wo habe ich diesen Namen schon einmal gelesen? Richtig, Hanniel hat ihn häufiger zitiert. Zumindest der Name Guinness klingt verdächtig nach einer Bierdose, die ich vor Jahren mal in der Hand hielt.

Unser örtlicher christlicher Buchhändler hatte zu meiner großen Freude einen Bücherbasar aufgebaut, um das Lager von Ladenhütern zu räumen. Zwischen Stapeln von Büchern lag irgendwo ganz unscheinbar und etwas angestaubt das Buch von Os Guinness Von Gott berufen – aber zu was? Drei Dinge veranlassten mich dazu das Buch aus dem Regal zu greifen und mit nach Hause zu nehmen:

  1. Der Autor: Hanniel schien viel von Guinness zu halten und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, Bücher anhand von guten Autoren zu kaufen.
  2. Der Titel: Wer möchte nicht mehr Klarheit über seinen persönlichen Lebensweg finden? Zumal das Thema der Berufung für mich brandaktuell war und ich für jeden weisen Ratgeber dankbar war (vgl. Sprüche 24:5-6)
  3. Der Preis: Lediglich 0,50 Euro sollte das Buch kosten. Selten habe ich so wenig Geld für so viel Inhalt ausgegeben.

Nachdem ich zu Hause einen kurzen Blick in das Buch geworfen hatte, verschwand es für einige Zeit im Bücherregal und wartete geduldig, bis es an die Reihe kam. Doch ein paar Tage später stieß ich bei Hanniel auf die Buchbesprechung von Guinness´ Werk über die Berufung.

Diese Buchbesprechung hatte mich so neugierig gemacht, dass ich andere Bücher liegen ließ, um mich Os Guinness zuzuwenden. Ich habe es nicht bereut. Es war ganz anders, als ich erwartet habe, und doch hat es mir Dinge über mein Leben und meine Berufung aufgezeigt, die ich in keiner Predigt, Bibelstunde oder theologischen Ausbildung gehört habe. Ich bin mit diesem Buch immer noch nicht fertig und mit der Thematik als solcher ohnehin nicht.

Interessant fand ich, was Guinness zum vollzeitlichen Dienst schreibt. Er selber wurde von anderen Christen, als er gläubig wurde, gedrängt, in den geistlichen Dienst zu gehen. Er probierte es aus und gab nach neun Monaten auf, weil es nicht sein Ding war. Dabei schätzte er die Leute in der Gemeinde, aber es war nicht das, was er tun wollte und sollte.

Ich stelle mir eher die Frage, ob ich mich selber in diese Richtung getrieben habe? Als Kind wollte ich nie in den vollzeitlichen Dienst. Erst auf einer Missionskonferenz verspürte ich den Impuls Gott auch beruflich zu dienen. Praktisch hieß das für mich Missionar, Pastor oder Bibellehrer, also ein „klassischer“ geistlicher Dienst. Doch dieser Weg führte mich nicht dahin, wo ich gehofft hatte anzukommen – einem erfüllten Dienst und dem Wissen am richtigen Ort zu sein. Guinness schreibt dazu:

Unnötig ist es wohl zu erwähnen, dass, wenn wir wissen, wer wir nicht sind, wir auch schon zugleich den ersten Schritt zu dem hin getan haben, wer wir wirklich sind. (S.15)

Ich ringe immer noch mit der Frage meinen Platz in dieser Welt zu finden und Guinness dient mir dabei als guter Mentor. Die eigene Berufung herauszufinden ist etwas Spannendes. Ich kann jedem Suchenden das Buch von Guinness empfehlen, denn er beleuchtet Aspekte der Berufung, die ich überhaupt nicht in Erwägung ziehen würden. Er zerstört Illusionen und macht Mut sich herausfordernden Fragen zu stellen. Der wichtiste Wegweiser für ihn ist dabei dieser: Hören Sie auf Jesus von Nazareth und folgen Sie seinem Ruf! Das möchte ich tun.

Andreas Münch ist 30 Jahre alt und lebt in Lage, Lippe. Er ist Ehemann, Autor, Pastor, Theologiestudent und neuerdings stolzer Vater eines Sohnes. Auf andreas-muench.com bloggt er zu den Themen Schreiben, Theologie und Kultur.