Aufsatz: Wie das Smartphone unser Leben verändert

Wie angekündigt habe ich ein Andachtsbuch Ich wachte auf und griff zum Smartphone in der Pipeline. Ein von Tony Reinkes Buch 12 Ways Your Phone Is Changing You (Crossway, 2017) angeregter Artikel "Wie das Smartphone unser Leben verändert" ist in die E21-Ressourcenbibliothek aufgenommen worden.

Ich lebe in Sorge. Sie betrifft einen beträchtlichen Teil meiner täglichen Zeit: Den Stunden, die ich in der Welt online verbringe. Was beunruhigt mich?

Dass ich morgens oftmals den Drang verspüre, zuerst zum Smartphone zu greifen; dass ich es, wenn ich das Gerät in der Hosentasche halte, immer wieder hervorziehe; dass es meine Konzentrationsspanne verringert und meine Aufmerksamkeit auf unvorteilhafte Weise zerstückelt; dass es mich meinen Liebsten entfremdet, weil es Kontakt und Konversation verhindert; dass es sich einen Gott-ähnlichen Platz in meinem Leben erobert, also zum Götzen wird.

Dazu steigert die virtuelle Selbstdarstellung meinen Hang zur Selbstverliebtheit. Ein abschreckendes Beispiel von einem jungen Instagram-Modell bleibt mir im Gedächtnis haften. Um die halbe Million Follower täglich zu befriedigen, schaffte sie sich für jeden Auftritt neue Klamotten an. Für die Fotos wurden exklusive Orte aufgesucht. Das stürzte die Frau nicht nur in einen nie endenden Wettbewerb um Beachtung und noch ausgefallenere Selbstdarstellung, sondern auch in schnell ansteigende Schulden.

Damit ist meine tiefste Sorge formuliert: Dass mein geistliches Leben durch meine Gewohnheiten im Netz ernsthaft behindert wird und Schaden leidet.

Betanien bringt Reinkes Buch in der deutschen Sprache heraus. Sie haben das geniale Vorwort von John Piper online gestellt.

Ich wünschte, ich könnte jedem jungen Erwachsenen diesen Vorgeschmack der Ewigkeit vermitteln, der mit Eintritt ins achte Lebensjahrzehnt zunehmend stärker wird. Ein glückliches Bewusstsein der Wirklichkeit des Todes und des Lebens danach befreit wunderbar von Launenhaftigkeit und hohlköpfigem Displaytippen. Ich sage „glückliches Bewusstsein“, denn wenn du nur von Furcht bestimmt wirst, wird dein Smartphone mit Sicherheit nur zu einem der Mittel, den Gedanken an den Tod loszuwerden.

Aber wenn du deine Freude an der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes hast, weil deine Sünden durch Jesus vergeben sind, wird dein Smartphone eine Art freundlicher Packesel auf dem Weg zum Himmel. Esel werden nicht wegen ihres guten Aussehens gehalten. Sie erledigen nur ihren Job.

Unser Job ist nicht, jemanden zu beeindrucken. Unser Job ist, Christus groß zu machen und Menschen zu lieben. Dazu wurden wir erschaffen. Vergeude nicht dein Leben, indem du unentwegt deinen Esel striegelst. Lass ihn die Last tausendfacher Liebeswerke tragen. Lass ihn mit dir die Höhenwege in den Bergen der Anbetung wandern.

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