Warum ich der informellen Liturgie überdrüssig bin

Die Evangelisch-Presbyterianische Kirche Berlin hat heute ihren ersten Gottesdienst abgehalten. Hier kann man einen Blick in die Liturgie werfen. Mit knapp 40 Jahren Erfahrung in Freikirchen kann ich nur sagen: Ich bin der „informellen Liturgie“ überdrüssig geworden. Unter dem Deckmantel der Spontanität und der Nähe zum Alltag etablieren sich dabei oftmals verkrustete, vorhersehbare und banale Programme. Zudem fällt mir auf, dass über die Zeit das Lesen von Gottes Wort sich schrittweise reduziert. Oftmals dauert es 40, 50 Minuten, bis das erste Mal aus der Bibel gelesen wird, und dann auch nur einige wenige Happen.

Wer zudem nicht auf den inhaltlich reichhaltigen Schatz aus der Geschichte der Kirche zurückgreifen kann (wir wollen ja nicht altmodisch sein), verirrt sich leicht im Dschungel der Alltagserfahrung. Gerade diese möchte ich jedoch wenigstens für ein, zwei Stunden am Sonntag hinter mir lassen. Die mensch-zentrierten Berichte  werden eintönig. Ein Gottesdienst ist, wie es der Name schon sagt, in erster Linie für seine Belange und seine Ehre geschaffen.