Aus den Medien: Die Kosten des ethischen Relativismus

Die unselige Trennung zwischen Fakten und Werten

Unsere Generation bekommt mit der Muttermilch eingeimpft, dass sie zwischen überprüfbaren Fakten und individuellen Werten unterscheiden müsse. Niemand würde daran zweifeln, dass eine Person x Meter und Zentimeter im Weitsprung geschafft hat. Wenn es jedoch darum geht, ob sich ein Heranwachsender ab 12, 13 Jahren eine Sexualpartnerin an der anderen zulegen sollte, dann antworten wir reflexartig: "Das muss jeder selbst wissen." Wenn es um Moral geht, dann behaupten wir, dass dies eine irrationale Angelegenheit sei, in der jeder seine eigenen existenziellen Entscheidungen treffen müsse. Es gilt das Gesetz, dass man kein übergeordneten Gesetzmässigkeiten annehmen dürfe.

Eine Kolumne der NY Times hat dieses doppelte Denken beschrieben und als unzureichend entlarvt. Die Schulen impfen den Kindern einen realitätsfremden doppelten Standard ein.

Our schools do amazing things with our children. And they are, in a way, teaching moral standards when they ask students to treat one another humanely and to do their schoolwork with academic integrity. But at the same time, the curriculum sets our children up for doublethink. They are told that there are no moral facts in one breath even as the next tells them how they ought to behave.

Der Realitätstest: Es braucht moralische Normen

Es ist heilsam, diese Annahmen in der Realität zu überprüfen. Robert Putnam, einer der renommiertesten US-Politikwissenschafter, hat dies getan. Im "Our Kids" analyisierte er die Bedingungen von US-Amerikanern, die einen Highschool- bzw. einen College-Abschluss haben. Er stellt fest, dass die Schere gewaltig auseinandergeht. In welcher Hinsicht? Die Bedingungen des Elternhauses korrelieren hochgradig mit dem späteren Erfolg. Während nur 10 % der College-Abgänger in einem Einelternhaushalt aufgewachsen sind, können 70 % auf ein Elternhaus mit beiden Elternteilen zurückblicken.

Roughly 10 percent of the children born to college grads grow up in single-parent households. Nearly 70 percent of children born to high school grads do. There are a bunch of charts that look like open scissors. In the 1960s or 1970s, college-educated and noncollege-educated families behaved roughly the same. But since then, behavior patterns have ever more sharply diverged. High-school-educated parents dine with their children less than college-educated parents, read to them less, talk to them less, take them to church less, encourage them less and spend less time engaging in developmental activity.

Hoch interessant ist die Schlussfolgerung des NY Times-Kolumnisten David Brooks. Es brauche wieder anerkannte gesellschaftliche Normen!

It’s not only money and better policy that are missing in these circles; it’s norms. The health of society is primarily determined by the habits and virtues of its citizens. In many parts of America there are no minimally agreed upon standards for what it means to be a father. There are no basic codes and rules woven into daily life, which people can absorb unconsciously and follow automatically.

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