Systematische Theologie für die Familienandacht (9): Gott, der Schöpfer

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner; denn Er hat ihn gegründet… Psalm 24,1-2

Herr, wie sind deine Werke so viele! Du hast sie alle in Weisheit gemacht, und die Erde ist erfüllt von deinem Besitz. Psalm 104,24

Nachdem wir uns in den ersten Abschnitten überlegt haben, wie wir überhaupt etwas von Gott in Erfahrung bringen können, wenden wir jetzt ihm selbst zu. Die gesamte Theologie, wie es der Name schon sagt, dreht sich ja um ihn selbst. Deshalb ist die Beschäftigung damit, wie sich Gott in der Bibel offenbart hat, das erste grosse Hauptstück.

 „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ Mit diesen Worten beginnt die Bibel. Gott schuf aus dem Nichts heraus, ohne bestehendes Material. Das Wort für „schaffen“ wird im Alten Testament nur für ihn selbst verwendet. Er rief die Schöpfung ins Dasein (Psalm 33,6; 148,5; Joh 1,1-3; Kol 1,15-16; Hebr 1,2; 11,3). Sie hängt von seinem Willen ab. Es gibt einige Aspekte, die aus dieser Tatsache hervorgehen:

  • Gott ist unterschieden von seiner Schöpfung. Er steht ausserhalb von ihr und wirkt gleichzeitig in sie hinein. Das steht im Widerspruch zu vielen Menschen, die glauben, dass sie ein Teil Gottes darstellen.
  • Der Akt der Schöpfung bleibt für uns ein Geheimnis. Wir können nicht auf dieselbe Art und Weise schaffen. Wir sind von Material und zum grössten Teil von Ideen anderer abhängig.
  • Zeit und Raum sind Teil der geschaffenen Ordnung. Die Ewigkeit steht ausserhalb dieser Kategorien und ist für uns ebenfalls nicht fassbar.
  • Die Schöpfung ist nicht nur punktuell von Gott ins Dasein gerufen und nachher sich selbst überlassen worden. Nein, Gott selbst erhält sie jeden Moment (Kol 1,17; Hebr 1,3). Deshalb kann Paulus sagen: „In ihm leben und weben und sind wir.“ (Apg 17,28)
  • Wenn Gott der Urheber allen Geschaffenen ist, dann darf es uns auch nicht überraschen, dass er schaffend in diese Schöpfung eingreift: Durch Wunder, wovon die zwei grössten die Schaffung neuer Menschen und die Wiedergeburt geistlich toter Menschen sind.

Zu realisieren, dass die Erde und wir Menschen ihm gehören, hat eine enorme Auswirkung auf unser Leben. Wir Menschen sind zu seiner Ehre geschaffen und nicht wegen uns selbst (Röm 11,36; Offb 4,11). Das bedeutet, dass unser Lebenszweck darin besteht ihn in Worten und Taten zu loben. Wir tun das, wenn wir beten. Gebet, so sagt es der Heidelberger Katechismus, ist die vornehmste Übung der Dankbarkeit. Wir bringen das auch zum Ausdruck, wenn wir sein Wort lesen und darüber singen. Umgekehrt heisst das aber auch: Jeder Mensch, der dies nicht anerkennt, hat ein grundsätzliches Problem.

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