Take-off Neujahr 1: Hinweise und Empfehlungen zum Lesen

Letztes Jahr beendete ich die Beiträge mit meinen beiden Hauptbeschäftigungen: Lesen und Schreiben. Das neue Jahr fahre ich fort mit dem Lesen.

  1. Streiche dir täglich eine Zeit ab um zu lesen. Beginne lieber mit einer kleinen Dosis, zum Beispiel 10 oder 15 Minuten, die du erhöhen kannst.
  2. Halte diese Dosis mindestens 90 Tage, als bis Ende März, durch. Reflektiere, an welchen Tageszeiten das Lesen am besten geht und wo sich ungeahnte Lücken zum Lesen aufgetan haben.
  3. Lies mit dem Bleistift und mit offenem Tage- bzw. Notizbuch. (Ich benutze Leuchtturm1917, der Grafiker und Verleger Peter Voth die schicken Field Notes.)
  4. Lies langsam und reflektierend. Wenn du einen wichtigen Abschnitt nicht verstanden hast, lies ihn nochmals und nochmals.
  5. Wenn du den Überblick verloren hast, orientiere dich anhand des Inhaltsverzeichnisses, dem Überblick im Eingangskapitel oder an den Kapitelenden.
  6. Lies regelmässig alte Bücher vergangener Zeiten. C. S. Lewis empfiehlt, dass mindestens jedes dritte Buch ein altes Buch sein sollte. Sie reissen aus der Gegenwartsfixierung heraus und fördern unsere blinden Flecken und falschen Prioritäten zu Tage.
  7. Variiere die Genres. Ich für mich mische aus theologischen Klassikern, literarischen Klassikern, Detektivgeschichten, Biografien, geschichtlichen Werken und aktueller theologischer, philosophischer und psychologischer Literatur.
  8. Setze dir Leseempfehlungen von geübten Lesern auf eine Liste. Dazu gehören auch Hinweise aus Fuss- und Endnoten in Büchern.
  9. Fasse Gelesenes zusammen. Das kann mündlich innerhalb des Familien- und Freundeskreises geschehen. Vielleicht raffst du dich zu einer schriftlichen Zusammenfassung auf. Das können drei bis sechs Sätze ins Tagebuch sein!
  10. Teile Erkenntnisse mit anderen. Erzähle in den Arbeitspausen, am Esstisch, im Gespräch mit Freunden vom Gelesenen.

Dazu 7 Leseempfehlungen für 2017:

Vishal Mangalwadi. Das Buch der Mitte. Die Bibel ist das Herzstück der westlichen Kultur. Es ist höchste Zeit, sie wiederzuentdecken.

Alexander Solschenizyn. Archipel Gulag (gekürzte einbändige Fassung). Ideen haben Konsequenzen. Wir dürfen nie vergessen, welche realen Folgen der gelebte Marxismus im 20. Jahrhundert hatte. Solschenizyns Schilderung der sowjetischen Lager gehört zur Weltliteratur.

James I. Packer. Heiligkeit. Der grosse Theologe des 20. Jahrhunderts beklagt den Mangel an Heiligung unter Frommen und entwirft das grosse biblische Bild zu diesem Thema.

Francis Schaeffer. Kirche am Ende des 20. Jahrhunderts. Schaeffer schrieb diese Analyse aufgrund der Umwälzungen durch die 1968er-Revolution. Es ist Zeit zu überlegen, was davon Wirklichkeit geworden und bereits in unsere fromme Kultur integriert worden ist.

C. S. Lewis. Wunder. Die Vorannahmen des Naturalismus, der die Welt der Fakten und der öffentlichen Meinung seit über 100 Jahren beherrscht, werden gründlich hinterfragt.

Ulrich Herbert. Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Es ist eher ungewöhnlich, dass sich Schweizer für Deutschland und deutsche Geschichte interessieren. Mich hat diese Geschichte von Kindsbeinen an fasziniert. Deutschland ist mein Nachbarland, zehnmal grösser und bevölkerungsreicher. Ich bin oft in Deutschland unterwegs und habe viele deutsche Freunde.

Dorothy Sayers. Lord Peter Wimsey. Diese elfteilige Detektivserie kann man sich auf den Kindle herunterladen und zur Entspannung lesen. Doch Achtung: Die Weltanschauung hinter den Büchern hat es in sich!

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