Buchbesprechung: 20 Dinge, die ich von der Reflexion der Southern Baptists lerne

Angeregt durch den Vortrag von Albert Mohler über die Reformation der Southern Baptists habe ich mich mit einer Aufsatzsammlung der Southern Baptists "Southern Baptist Identity: An Evangelical Denomination Faces the Future" beschäftigt, in der sich Leiter über die Zukunft der Denomination Gedanken machen. Dabei habe ich mir diese 20 Punkte notiert:

  1. Sie können benennen, welche 5 – 7 Themen innerhalb der Southern Baptists zur Zeit am heftigsten diskutiert werden und weshalb.
  2. Sie haben ein Bekenntnis, dessen Bindung bei den Dozenten der Seminare, den Pastoren und auch den Missionaren eingefordert wird.
  3. Sie sind sich bewusst, dass nicht nur der untheologische Pragmatismus, sondern ebenso der unversöhnliche Separatismus eine dauernde Gefahr darstellt.
  4. Es ist ihnen ein Anliegen, dass das Evangelium in jeder Predigt klar verkündigt wird – und dass stets die Gefahr besteht, dass auch dabei Clichés entstehen und gepflegt werden.
  5. Die (vor-)letzte Autorität liegt bei den Gemeinden und nicht beim Senior Pastor.
  6. Sie betonen die Mitgliedschaft sowie das Eingebundensein in die Ortsgemeinde bei evangelistischen Bemühungen.
  7. Sie behalten im Auge, woraus die Denomination hervorgegangen ist (Geschichte, Lieblingsthemen).
  8. Sie können benennen, was künftige Herausforderungen sind (z. B. finanzielle Gewohnheiten der Babyboomer, brach liegende Potenziale der Pensionierten, Merkmale der städtischen und multiethnischen Gemeinden, sexualethische Themen, Veränderungen durch die Neuen Medien).
  9. Sie sind sich bewusst, dass sich die Gemeindeglieder ihre Informationen zur Hauptsache übers Netz beziehen.
  10. Sie definieren nicht nur das Zentrum (hohe Sicht der Schrift, orthodoxes Verständnis der Trinität/Christologie, evangelisches Verständnis der Errettung, baptistisches Verständnis der Ekklesiologie), sondern ringen auch um die Definition der Grenzen.
  11. Sie stellen sich die Frage: Bewahren wir eine demütige Haltung auch bei Uneinigkeit?
  12. Sie investieren viel Zeit und Energie in theologische Fragen, weil sie sich bewusst sind, dass sie andernfalls bald von der säkularen Umgebung "aufgesaugt" würden.
  13. Sie betreiben theologische Triage durch die Überlegung: Welche Menschen in welcher Verfassung betreten unsere Gemeinden?
  14. Sie sind sich der Gefahr der Verwirrung bewusst, wenn Gemeinden und Gemeindebund zu stark wie ein Unternehmen geführt werden.
  15. Sie fragen sich, was die Auswirkungen einer neuen Generation von theologisch konservativen Pastoren sein könnten.
  16. Sie unterscheiden zwischen gemeinsamen Überzeugungen inhaltlicher Art und den Merkmalen einer gemeinsamen (Sub-)Kultur ("tribal identity").
  17. Sie wachen über den theologischen Seminaren.
  18. Sie sind sich den möglichen Auswirkungen bewusst, wenn Gemeindezucht nicht geübt wird oder es bei formalen Bekenntnissen genügen lässt (anstatt auf Anzeichen echter Bekehrung zu achten).
  19. Sie verschliessen nicht die Augen davor, dass nur ein kleiner Teil der nächsten Generation der Denomination treu bleibt.
  20. Sie wissen um die Möglichkeit, dass das Einreden "weltoffen" und "aufgeschlossen" zu sein schnell in eine Haltung des Vermeidens schwieriger Fragen abdriftet.
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