Predigt: Gottes Zorn – weshalb?

Nachdem ich zum Auftakt des Reformationsjahres zu Römer 1,1-16 in der Reformierten Kirche zu Leutwil predigen durfte, knüpfte ich am selben Ort gegen Jahresende mit einer Predigt "Gottes Zorn – weshalb?" (Römer 1,18-23) an. Hier geht es zum Mitschnitt (Mundart).

Kerngedanke

Lernen über Gott: Jeder weiss mehr von Gott, als er sich denkt, und wenn er ihn ablehnt, als ihm lieb ist.

Lernen über uns selbst: Uns Menschen wird nicht zum Verhängnis, dass wir etwas zu wenig lieben, sondern dass wir es zu viel lieben. Nämlich einen Ersatz anstelle von Gott.

Wo dieser Abschnitt steht

Paulus beginnt mit etwas, wovon uns die Psychologen dringend abraten würden: Er beginnt mit einer gigantischen Anklagerede von fast drei Kapiteln (Römer 1,18 – 3,20). Er malt ihnen vor Augen: “Ihr seid von euch aus gesehen absolut chancenlos!“ (Römer 3,9+20)

Was uns dieser Abschnitt lehrt

  1. Wer Gottes Zorn ausblendet, lebt an der Wirklichkeit vorbei.
  2. Zornig? Warum denn? Weil Ihm durch Dienst am Selbst die Ehre geraubt wird.
  3. Unser Problem ist nicht das Wissen, sondern das Wollen.
  4. Die vermeintliche Freiheit ist Teil von Gottes Gericht.
  5. Das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden.

Wie wir diesen Abschnitt auf unser Leben anwenden

Götzendienst ist Kult am Ich. Das kann vielfältige Formen annehmen:

  • Sich selbst ins Zentrum setzen (Stichworte: Perfektionismus – eigene Erwartungen, Dominanz in Beziehungen, Gefühlszustände)
  • Andere vergöttern (Personen aus der Familie; aus der Arbeit; aus der Medienwelt, z. B. auf Instagram; andere Kulturen)
  • Materielles vergötzen (Besitz in jeder Form, Tiere)
  • Ideen anhängen
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