Hanniel hirnt (59): Wenn das Christentum nicht mehr trägt

In der zweiten Folge der Serie über Günter Rohrmosers Vorlesungen zu Nietzsches "Unzeitgemässe Betrachtungen" geht es um die zentrale Frage von Nietzsches Lebenswerk.

  • Das zentrale Thema bei Nietzsche ist die Auseinandersetzung mit dem Christentum, das sich selbst aufgibt. Die Krise ist also durch das Verschwinden des Christentums verursacht (Nietzsche als Diagnostiker der Gegenwart, S. 57).
  • Aus diesem Kulturzusammenbruch sieht er chaotische, ungebändigte, wilde Kräfte und Mächte hervorgehen (69), die in Barbarei münden.
  • Das Übel der modernen Kultur sah er in ihrer Besinnungslosigkeit. „Die Gesellschaft hat Angst davor, sich zu besinnen. Würde sie sich besinnen, so würde sie dabei des Nihilismus ansichtig werden.“ (54)
  • Der innere Entwurf des Werks bestand darin, sich der erbarmungslosen, grausamen Natur zu stellen und nach Quellen einer möglichen Rettung der Menschheit zu suchen (63).
  • Seine Grundfrage lautete demnach: Was tritt an die Stelle, wenn das Christentum nicht mehr trägt und nicht mehr geglaubt wird? (83)
  • Nietzsches wechselnde Antworten auf seine eigene Grundsatzfrage haben sich allerdings nicht bewahrheitet.
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