Ergebnisse der empirischen Glückforschung: Wir haben immer mehr und werden nicht glücklicher.

Mathias Biswanger, seines Zeichens Volkswirt, hat wichtige Ergebnisse der ökonomischen Glücksforschung zusammengetragen:

  • Die Menschen sagen, dass sie glücklich sind, weil man das von ihnen erwartet und weil sie es auch selbst von sich erwarten. (23)
  • Einkommen macht glücklich, solange die Menschen eines Landes arm sind. Wenn aber der Schwellenwert von 15000 Dollar Durchschnittseinkommen pro Kopf erreicht ist, gilt das nicht mehr. (26)
  • Seit dem 2. Weltkrieg zeigt sich folgendes Bild: Steigende durchschnittliche Einkommen, konstantes Glück. (29)
  • Die Krux: Selbst wenn das Einkommen absolut ansteigt, bleibt immer ein Prozentsatz der Bevölkerung relativ arm (unter dem Durchschnitt), so sehr sich dieser auch Mühe gibt und sich dafür abrackert, reicher zu werden. (33)
  • Menschen sind dann glücklich, wenn sie mit anderen Menschen zusammen sein können (und das Zusammensein nicht durch ökonomische Interessen bestimmt ist). (38)
  • Menschen mit hohem Einkommen haben weniger Freizeit und damit auch weniger Zeit, das zu tun, was Menschen glücklich macht (41).
  • Höheres Einkommen bedeutet mehr Stress. (44)

Aus: Matthias Biswanger. Die Tretmühlen des Glücks. Herder: Freiburg i. Br. 2010.

Kinder als Agenten des Materialismus

Kinder und Jugendliche sind zu sogenannten „Agenten des Materialismus“ geworden, die ihren Eltern helfen, ihr sauer verdientes Geld loszuwerden.

R. Wuthnow, zitiert in: Mathias Biswanger. Die Tretmühlen des Glücks. Herder: Freiburg i. Br. 2010.

Lernerlebnis Nr. 14: Scherben sammeln

Familienausflug zur Brätlistelle: Die Feuerstelle ist übersät mit Scherben. Papi und Mami sammeln in der ersten Viertelstunde die Scherben der Bierflasche zusammen. Mein Ältester nach vollbrachtem Werk: “Ich bin mir fast ganz sicher, dass ich dies nicht tun werde als Erwachsener, wenn ich so erzogen worden bin.”

Menschenbilder (5): Neutrale Fakten.

Aus der christlichen Weltsicht gibt es kein neutrales Faktum. Jedes Fakt ist ein interpretiertes Fakt. Wissen ist keine Datensammlung; alle Daten stehen in Beziehung zum souveränen Gott. Er hat die Definitionshoheit aller Daten. Es gibt deshalb keine “Rohdaten”.

Aus: R. J. Rushdoony. Intellectual Schizophrenia. Ross House: Vallecito 2002.

Zeichen einer höheren Wirklichkeit

Wir leben in einer Welt, in der eigentlich an allem gezweifelt wird und in dem in gewisser Hinsicht Zweifel einen viel höheren Stellenwert bekommt als Gewissheit.

Ich kann gar nicht anders, als dasjenige, was ich glaube, anhand der Wirklichkeit zu überprüfen. Dafür bieten sich zwei Bereiche an:

  1. Die Struktur der Welt um uns herum: Die Wirklichkeit ausserhalb unserer selbst weist über sich selbst hinaus.
  2. Die Wirklichkeit in mir: Nach Peter Berger gibt es fünf Zeichen, die auf eine höhere Wirklichkeit hinweisen: Eine Mutter, die ihr Baby tröstet (Worte in Richtung einer letztendlichen, alles umfassenden Harmonie); spielende Menschen (sie schaffen sich eine Welt, in der andere Regeln gelten); das Phänomen der Hoffnung; die Radikalität, mit der jeder Mensch Formen des Bösen verurteilt; Humor – zwei Wirklichkeiten, die in einem Vorfall miteinander zusammenstossen.

Aus: Wim Rietkerk. In dubio – Handbuch für Zweifler. VKW: Bonn 2010.

Gefühl ist Folge, nicht Ursache des Glaubens

Der christliche Glaube beruht nicht auf Gefühl, auch nicht auf unbewussten Sehnsüchten, sondern auf historischen Tatsachen. Gefühl, Erfahrung und Empfinden sind Folge und nicht die Ursache des Glaubens.

Es ist eine der auffälligsten Dinge, dass die Bibel Glaube nicht an Bedürfnisse oder deren Befriedigung knüpft, sondern an historische Geschehnissen. Der christliche Glaube steht und fällt mit historischen Geschehnissen.

Aus: Wim Rietkerk. In dubio – Handbuch für Zweifler. VKW: Bonn 2010.

Die Ranking-Manie

Es reicht nicht mehr aus, irgendetwas zu tun, sondern man muss immer auch wissen, wie gut man es im Vergleich zu anderen tut.

Aus: Mathias Biswanger. Die Tretmühlen des Glücks. Herder: Freiburg i. Br. 2010.

Eine kleine Ethik des Alltags (12)

“Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” (3. Mose 19,18)

Thomas Schirrmacher hat eben einen Blogbeitrag zum Thema Selbstliebe aufgeschaltet:

Einige verstehen diesen Satz – meist mit Hilfe psychologischer Überlegungen – als generelle Aufforderung, dass man sich zunächst selbst lieben müsse, bevor man andere lieben könne. Andere sehen jede Selbstliebe als das Ende der von Jesus geforderten Selbstverleugnung (Mt 16,24; Mk 8,34; Lk 9,23) an und verstehen das „wie dich selbst“ als Zugeständnis an den leider immer vorhandenen Egoismus. Wer hat recht?

Eine kleine Ethik des Alltags (11)

„Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld trägst.” (3. Mose 19,17)

Die Alternative zum Hass ist nicht: Wegleugnen ‚um der lieben Harmonie willen’, sondern „ernstlich zurechtweisen“. Gott fordert zu einer gesunden Streitkultur auf, denn eine offene Aussprache ist besser als untergründiges Wuchern.