Wir wissen gar nicht mehr, was wir eigentlich da messen

Der Bonner Erziehungswissenschaftler Volker Ladenthin sagt im Hinblick auf PISA:

PISA misst, aber kaum jemand fragt, was überhaupt gemessen wird. Wir fragen, ob denn alles erreicht wird, aber wir fragen nicht mehr, was denn erreicht werden soll. Wir messen, aber wir wissen gar nicht mehr, was wir eigentlich da messen.

Aus: Volker Ladenthin. Homeschooling – Fragen und Antworten. VKW: Bonn 2010.

Geistige Heimatlosigkeit

Emil Brunner schreibt in der Einleitung zu seinem Werk “Die Mystik oder das Wort” ( J. C. B. Mohr: Tübingen 1924):

Mit jenem Tohuwabohu unseres Denkens über Gott und ewige Dinge haben wir es zu tun, mit der Besinnungslosigkeit, aus der heraus heute neue Religionen fabriziert und konsumiert, und mit der alte modernisiert und den Bedürfnissen des europäischen Bildungsmenschen angepasst werden.

Schon die Mannigfaltigkeit als solche bedeutet Not, denn vielerlei Wahrheit ist gleichbedeutend mit: keine Wahrheit. In dem Wirbel der vielerlei Wahrheiten umgetrieben zu werden, nicht zu wissen, was die Wahrheit des Lebens ist, ist die grösste aller Nöte, die geistige Heimatlosigkeit.

Lernerlebnis Nr. 62: Vor-Freude.

Etwas vom Schönsten ist die Vorfreude. Im Hinblick auf die bevorstehenden Herbstferien haben wir uns immer wieder kleine Geschichten erzählt: “Weisst du noch…?” Es ist unglaublich, an welche Details sich unsere Söhne erinnern. Das Zuhause prägt, das werden wir uns in solchen Momenten wieder bewusst.

Was bedeutet männliche Führung in der Ehe?

Die Unterschiede zwischen Mann und Frau reichen bis an die Wurzel unserer Persönlichkeit. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft unter einer Geschlechter- und Rollenkonfusion leidet. Eine Folge ist (die auch von zahlreichen säkularen Forschern erkannte und vielfach beschriebene) Destabilisierung des Mannes. Piper beschreibt Männlichkeit wie folgt:

Das Wesen reifer Männlichkeit ist ein Bewusstsein wohlwollender Verantwortung, Frauen zu führen, für sie zu sorgen und sie zu beschützen in einer Art und Weise, die für die unterschiedlichen Beziehungen des Mannes passend und angemessen ist.

Die einzelnen Elemente dieser Definition sind natürlich anfällig für Fehl- und Missinterpretationen. Die Führungsrolle des Mannes schreibt Piper so:

  1. Sie ist Stärke, zum Wohl der Frau zu dienen und sich zu opfern (statt sich bedienen zu lassen).
  2. Sie übernimmt nicht die Autorität Christi über die Frau, sondern empfiehlt sie (denn Männer sündigen).
  3. Sie setzt keine Überlegenheit voraus, sondern mobilisiert die Stärken anderer (Nichtbeachtung von Ideen und Wünschen anderer ist ein Zeichen falsch verstandener Führung).
  4. Sie muss nicht alles Handeln initiieren, sondern fühlt die Verantwortung, ein Grundmuster zur Initiative zu bereiten.
  5. Sie akzeptiert die Last des letzten Wortes bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Mann und Frau, setzt aber nicht voraus, das bei jeder Gelegenheit zu nutzen.
  6. Sie drückt ihre Führung in romantischen sexuellen Beziehungen durch eine Atmosphäre starken und zärtlichen Verlangens aus.
  7. Sie übernimmt die Initiative, um die Kinder zu disziplinieren, wenn beide Eltern da sind.
  8. Sie ist einfühlsam gegenüber der Art, wie sich Männlichkeit in einer Kultur ausdrückt und passt sich ihr an (wo keine Sünde im Spiel ist).
  9. Sie anerkennt, dass die Berufung zur Führung eine Berufung zur Busse und Demut und Risikoübernahme ist.

John Piper. Eine Sichtweise biblischer Ergänzung – Mannsein und Frausein anhand der Bibel definiert. Aus: John Piper. Wayne Grudem (Hrsg.) Zweimalig einmalig – eine biblische Studie. 3L Verlag GmbH: Friedberg 2008. (englische Version)

Die Mythen der Adoleszenz (5)

Sieh zu, wen du dir als Freund auswählst, schreibt Harris:

To walk with the wise is to walk with those who are older, wiser, and godlier than we are.

If we truly wish to walk with the wise, we must choose the media we read, watch, and listen to, with the same care we apply to the selection of our friends… Because, they are our friends.

Hier geht es zum Beitrag.

Wenn klares Denken nicht mehr gefragt ist

Theologen schreiben oft ausladend und unpräzise. Diese Kritik nehme auch ich mir zu Herzen. Richard Swinburne (*1934), englischer Religionsphilosophe aus Oxford, schreibt:

It is one of the intellectual tragedies of our age that when philosophy in English-speaking countries has developed high standards of argument and clear thinking, the style of theological wirting has been largely influenced by the continental philosophy of Existentialism, which, despite its considerable other merits, has been distinguished by a very loose and sloppy style of argument.

Aus: Richard Swinburne. The Coherence of Theism. Oxford University Press: Oxford 1993.

Vier Grundauffassungen über die Moral

Mackie unterscheidet vier Auffassungen, wobei er selbst der vierten Auffassung zuneigt.

  1. Befehle oder Forderungen von Gott, deren Geltung durch die Aussicht auf Belohnung bzw. Bestrafung entweder im irdischen oder im jenseitigen Leben sichergestellt wird.
  2. Moralische Prinzipien sind objektiv geltende Vorschriften, die von der menschlichen Vernunft aufgestellt oder entdeckt werden und, unabhängig von jedem göttlichen Willen, eine autonome Verpflichtung erzeugen.
  3. Objektive geltende Prinzipien (wie 2), die in irgendeiner Weise von Gott geschaffen und aufrecht erhalten werden
  4. Moralische Begriffe, Prinzipien und Verhaltensweisen sind Resultat eines biologischen und gesellschaftlichen Entwicklungsprozesses.

Aus: John Leslie Mackie, Das Wunder des Theismus, Reclam: Stuttgart 1985.

Lernerlebnis Nr. 61: Die Natur hat immer Recht.

Mit diesem Slogan wirbt zur Zeit der Schweizer Detailhändler Migros. Ein Flyer lag auf unserem Küchentisch; die Gelegenheit zu einer kleinen Analyse mit meinen Kindern. Wir stellten fest, dass die Natur personifiziert und zudem als normative Kraft angesehen wird.

Wie Calvin treffend schreibt, wird die Natur nur mit der Brille der Schrift wieder zur Offenbarung. In der Bibel wird uns nämlich dargelegt

was man von ihm zu denken hat, damit wir nicht auf unseren Irrwegen irgendeine Gottheit suchen. (Johannes Calvin, Institutio I,6,1)

Ohne die Schrift würde sich

der Sinn für das Göttliche vom rechten Weg in den Götzendienst verirren (Johannes Calvin, zitiert nach Susan E. Schreiner in J. Selderhuis. Calvin Handbuch.)

AHDS – eine fiktive Epidemie?

Ken Robinson zeigt anschaulich (im wahrsten Sinne des Wortes) auf, dass unser Schulsystem auf den Paradigmen der Aufklärung bzw. der Industrialisierung aufbaut. Doch – so seine These – die Paradigmen haben sich gewandelt.

Hier geht es zum Film.

AB: Vielen Dank für den Link!