Aus den Medien: Flugscham, Kinderfrei & die christliche Weltsicht

Passendes Buch:

„Klimaschutz hat in großen Teilen der Gesellschaft den Rang einer Ersatzreligion.“ (FAZ vom 1.2.19)

Die Klimadebatte wogt hin und her. NZZ hat die häufigsten Einwände gesammelt (NZZ vom 27.3.19). Justin Taylor hat auf die Art und Weise des Herangehens hingewiesen. „I post this not to debate the subject of his essay, but rather to point to it as an example of how to divide or untangle a complex cluster of issues.” (TGC vom 25.4.17)

Ich stelle Fragen und ziehe Aussagen aus den Medien zusammen:

Was sind die Drahtzieher hinter der Bühne? Was treibt sie an?

„Die 16 Jahre alte Klimaaktivistin Greta Thunberg ist zu einem internationalen Phänomen geworden. Nun wird bekannt, dass ein schwedischer Geschäftsmann mit ihrem Namen um Investoren geworben hat. Wie unabhängig ist sie wirklich?“ (FAZ vom 12.2.19)

„Die völlig irrealen Forderungen einer 16-Jährigen, die nach eigenen Bekundungen den Menschen die Angst einjagen will, die sie täglich selbst empfindet, werden von den Medien gehypt, als wären sie Offenbarungen. Greta rettet nicht das Klima, sondern die Klimaindustrie, von der auch ihr Vater als Klimaaktivist profitiert.“ (The European vom 4.3.19)

Weshalb trägt die Bewegung religiösen Charakter?

„Mich erinnern die Freitagsdemos ein wenig an die biblische Szene vom Einzug Jesu in Jerusalem“, erklärte der Bischof in seinem Wort am Samstag im RBB-Hörfunk mit Blick auf die kommende Karwoche, an deren Ende die Christen Karfreitag den Tod von Jesus am Kreuz erinnern.“ (sputnik vom 16.4.19)

„Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg hat am Mittwoch an der Generalaudienz von Papst Franziskus auf dem Petersplatz teilgenommen. Sie zeigte ihm ein Plakat mit der Aufschrift: «Join the climate strike».“ (kath.net vom 17.4.19)

Weshalb werden Menschen idealisiert und zu Ikonen erhoben?

„In ihren Augen – und ganz im Vertrauen – zeige Greta sehr deutliche Merkmale des Autismus-Spektrums. ‘Asperger-Syndrom mit perfektionistischem Anspruch‘, sagt sie.“ Dieses Originalzitat stammt aus „Szenen aus dem Herzen“, verfasst von der Familie von Greta Thunberg. Darin wird beschrieben, dass Greta mit dem Klimaschutz ein Thema gefunden habe, durch welches sie dann ihre Depression überwinden konnte. Das kann sich durchaus so zugetragen haben. Dass eine sinnvolle Beschäftigung zur psychischen Stabilisierung wesentlich beträgt, ist ein nahezu normalpsychologisches Phänomen.“ (cicero vom 5.5.19)

Welche Ängste werden adressiert?

„Das Massensterben findet statt, tagtäglich und überall. Die UN haben 2010 zum Jahr der Artenvielfalt ausgerufen, und die Großen dieser Welt beteuern, wie bedeutend das Thema ist. Sie appellieren daran, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. Doch wie viele Arten sind tatsächlich ausgestorben? Eine Spurensuche.“ (Die Welt vom 27.1.2010)

„Die ‘Flugscham’ scheint in dem skandinavischen Land eine besondere Wucht zu entfalten. Vielleicht auch, weil die Schweden die Folgen des Klimawandels offenbar besonders deutlich spüren. Das Meteorologische Institut des Landes erklärte vergangene Woche, dass die Temperatur dort doppelt so schnell ansteige wie im globalen Schnitt.“ (Spiegel vom 12.4.19)

Keine Religion ohne Gesetze.

 „Wir müssen weniger werden, wenn es den Planeten noch länger geben soll. Also muss man weniger neue Leute zeugen.“ (Die Welt vom 9.5.19)

„Zug statt Flugzeug: Die SBB bauen ihre internationalen Verbindungen aus – zudem soll eine neue Kampagne ihr «Umweltimage aufwerten».“ (Aargauer Zeitung vom 8.5.19)

„’Flugscham’ heisst das Wort der Stunde – auch in der Zürcher Stadtverwaltung. Mit Flugverboten wollen Politiker den Energieverbrauch senken. Doch eine breite politische Allianz hat noch viel radikalere Ziele.“ (NZZ vom 6.5.19)

„Sollten die Bürger zu dem Schluss gelangen, dass die Politiker keine stichhaltigen Beweise anführen können für diese massiven Eingriffe in ihr Vermögen und ihre Freiheit, wäre das eine Katastrophe für die Politiker und eine Industrie, die mittlerweile nicht mehr von Kunden lebt, sondern sich von Steuergeldern und Regulierung ernährt: Von Windrädern über Elektroautos bis hin zu Leuchtmitteln und Styropor-Wärmedämmplatten – und den Klimakonferenzen selbst.“ (Ludwig von Mises Institut, 22.11.17)

Wie sollen wir als Christen Stellung nehmen? Zuerst als Lernende.

„Immerhin buchstabiert Greta den Aufruf zur Umkehr der Menschheit auf ihre säkularisierte Lesart mit einer Radikalität durch, von der deutsche Kirchenkreise lernen können.“ (Die Tagespost vom 20.4.19)

„Offensichtlich befinden wir uns nicht in dem Idealzustand, den Gott für uns vorgesehen hatte, denn durch unsere Sünde leben wir Menschen normalerweise von Gott getrennt. Als Erlöste leben wir in einer unerlösten Welt. Sein Auftrag an uns bleibt dennoch bestehen. Auch wenn wir nicht den Auftrag haben, die Welt elementar zu verbessern, sollte uns Christen klar sein, dass Jesu Ebenbild in unserem Lebenswandel und Charakter zu erkennen sein soll.“ (Josiablog vom 5.5.19)

„So How Should Evangelicals Think about the Environment? … We must always bear in mind that This is My Father’s World. Genesis 3 records the rebellion of God’s image bearers, and one part of the resulting curse is that the land yields thorns; the land is affected by our sin. … While we are responsible before God to rule over the earth, we are to rule over it under God. We are stewards or vice-regents, not despotic emperors. If we take his gift of good land and pervert it in our autonomous pride and rebellion, surely God can allow us to reap certain consequences. In other words, one may deny that climate change is actual, but one cannot believe on the basis of some theological a priori that negative climate change is impossible.” (The Gospel Coalition vom 8.2.18)

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