Input: 7 Irrwege des Glücks

Passendes Buch:

Mit vielen christlichen Denkern bin ich der Überzeugung, dass der Mensch nach Glück strebt (siehe diese Übersicht). Die Problematik ist nicht das Streben an sich – es gehört zu Gottes ursprünglichem Design. Vielmehr ist das Streben nach zweitrangigen Dingen, nämlich einer Dimension von Gottes Schöpfung, das eigentliche Übel (siehe der ausgezeichnete Aufsatz von C. S. Lewis «First and Second Things»). 

Timothy Keller unterteilt das Leben des Westlers in zwei Grundkategorien: Diejenigen, die (unbewusst oder bewusst) vom menschlichen Glückstreben überzeugt sind. Die zweite Gruppe verneint dies aufgrund negativer Vorerfahrungen.

Mindset «Es gibt Glück in diesem Leben»

Hier gibt es wiederum vier Untergruppen:

  1. Der Junge … denkt, dass sich das Glück einstellen wird, wenn der richtige Partner gewonnen, die richtige Karriere eingeschlagen/verfolgt oder ein bestimmtes Niveau an Wohlstand erreicht wird.
  2. Der (erstmals) Enttäuschte … merkt, dass sich die ursprünglichen Pläne zerschlagen haben. Er beschuldigt andere (Partner, Vorgesetzte/Arbeitskollegen, Firmen, Staat), ihm für die Erreichung im Weg gestanden zu haben.
  3. Der Getriebene … strengt sich an, die Enttäuschung zu überbrücken durch Erhöhung des Tempos. In kürzeren Abständen werden neue Objekte des Glücks erworben und konsumiert.
  4. Der Verzweifelte… projiziert die Lücke zwischen Erstrebtem und Erreichtem nicht auf andere, sondern zieht sich selbst in Zweifel. Er sieht sich als Versager an.

Mindset «Es gibt kein Glück in diesem Leben»

Drei weitere Untergruppen sind

  1. Die Altruisten: Sie haben ihren Lebenssinn darauf verlegt, das Leben von anderen zu verbessern. Allerdings ist ihr Antrieb ein eigenes Zielgefühl. Es geht letztlich um sich selbst.
  2. Die Zyniker: Typischerweise in mittleren Alter wird auf eine vergangene Zeit zurückgeblendet, die sich als Illusion herausgestellt hat. Das Leben hat jedoch gezeigt, dass dem nicht so ist.
  3. Die Entkoppelten: Diese Gruppe zeigt sich unbeeindruckt von den äusseren Gegebenheiten. Sie scheinen gleichgültig und abgewandt.

Ich erachte das Werk «Glauben wozu» als Kellers wichtigste Veröffentlichung. Andreas Münch hat sie hier rezensiert. Vor etlicher Zeit habe ich die englische Version besprochen.