Standpunkt: Echte Männer lesen den Heidelberger!

Passendes Buch:

Blogger Sergej arbeitet sich mit einem Freund durch den Heidelberger Katechismus. Ein Unternehmen, dem sich viele Männer anschliessen sollten!

In Gesprächen mit konservativen Evangelikalen wird deutlich, der HK ist bereits deswegen verpönt, weil er ein „Katechismus“ ist. „Katechismus“ klingt so „katholisch“, fängt schließlich beides mit „kat“ an. Und überhaupt: Kindertaufe? So veraltet und mittelalterlich?
Ehrlich: Es wird Zeit vom hohen Pferd der Selbstzufriedenheit runter zukommen! Seit wann ist Selbstzufriedenheit ein angebrachter Zustand für einen Christen? 

Auch ich bin getroffen durch die wunderbaren Fragen 27 + 28 über Gottes Vorsehung.

Geradezu fasziniert hat uns bisher Fr. 28: Was nützt uns die Erkenntnis der Schöpfung und der Vorsehung Gottes? Ursinus verknüpft die Vorsehung Gottes mit seiner Offenbarung als Vater. Gott drückt nicht einfach ein Knopf und nun läuft ein Programm ab, sondern behütet die Schöpfung so sehr, dass nicht einmal ein „ein-Penny-Vogel“ vom Himmel fällt, ohne dass Gott es will! Wow!

Weiterlesen: Führt die Katechese wieder in Familie und Gemeinde wieder ein!
Wer grundsätzliche Bedenken hat, der führe sich meine Rezension zu “The Creedal Imperative” zu Gemüte. Dort schrieb ich:

Es gibt keine Gemeinde ohne Bekenntnis. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die einen über niedergeschriebene Glaubensbekenntnisse verfügen, die damit öffentlicher Debatte und Evaluation zugänglich sind. Die anderen haben private Bekenntnisse, die ungeschrieben und oft improvisiert sind und darum auch nicht öffentlich zur Debatte stehen können.

Besonders verfänglich ist die Aussage: „Wir stützen uns alleine auf die Schrift.“ Als ob diese je in einem Vakuum gestanden hätte. Es gibt in der Tat niemanden, der nicht auf eine Bibelübersetzung, andere Menschen, Predigten, Bücher oder Bibelkommentare zurückgegriffen hätte.

Ein wichtiger Teil der Vorbehalte gegenüber Bekenntnissen ist – unbewusst – auf zeitgenössische Strömungen zurückzuführen: Erstens eine Abwertung der Vergangenheit, zweitens die Überzeugung, dass Sprache eine ungenügende Transportmöglichkeit für Wahrheit darstelle, drittens der Widerwille gegen jegliche Art von Institutionen.