Kolumne: 7 Trends, die mich und meine Familie beeinflussen

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Sag nicht, dass es früher besser war, meinte der König Salomo (Prediger 7,10). Dessen eingedenk beobachte ich anhaltend Trends, die mich selbst und meine Familie beeinflussen. Die Krux ist dabei, dass ich selbst ein Kind meiner Zeit bin (und bleibe).

Was ich für (über)morgen erwarteWie ich heute darauf reagiere
Digitalisierung: Selbstverständliche Online-Sozialisierung, insbesondere Verehrung von nicht persönlich bekannten Rollenmodellen; Vorgehensweisen für den Alltag holen (Dr. Google), zusammenhangslose Datenfetzen und GeschichtsvergessenheitVolles Alternativprogramm in der zusammenhängenden Realität (Haushalt, Garten, Musik, Literatur, Beziehungen) in frühen Jugendjahren; begleitete Gewöhnung der Heranwachsenden; Förderung des Zusammenhangswissens
Zerstreuung: Bewegte Stimuli, präpariert als Bildabfolgen mit passenden Geräuschen und Musik; dauernd verfügbar und während 24*7 Stunden konsumiertSelbstführung täglich thematisieren, z. B. Müdigkeit, flacher Atem, Überlastung im Kopf. Tägliches Gebet, dass die mir Anvertrauten inkl. ich selber nicht abirren.
Erkaltete Beziehungen: Kurzfristige Absagen, allein stehen gelassen werden, kaum gemeinnützige Arbeit, dafür «ich nehme mir»-MentalitätKlare Ansagen und Training der Fähigkeit zur Rückmeldung; Augenmerk auf «sich ausnützen lassen»; umgekehrt aktive Beziehungspflege mit Menschen aller Generationen, die dies anders leben
Unverbindlichkeit: Geringer Stellenwert von Versprechen, Gefühlsvereinbarungen dauern so lange wie das Gefühl; grosse Enttäuschung und Verletzung, wenn selbst davon betroffenReduktion des Programms inkl. langfristige Absagen/Abmeldungen; Hingabe an den Moment und bewusste Konzentration in Gesprächen; stehen bleiben und hinsehen, wenn ich Unverbindlichkeit erlebe (Sensibilisierung)
Scham- statt Schuldorientierung:Solange es niemand merkt, ist es ok. Unehrlichkeit auch in den engsten Beziehungen mit dem Resultat der Brüchigkeit. Tägliche Beispiele aufgreifen und erklären; ich setze mich und andere bewusst unangenehmen Situationen aus (z. B. fahren wir fast nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln).
Verachtung des Alters: Alterung muss um jeden Preis gebremst/vermieden/versteckt werden; dementsprechende Kleidung und Tätigkeiten Persönliche Beziehungen zu allen Altersgruppen; Lektüre von Biografien; Auseinandersetzung mit der eigenen Alterung und zunehmenden Begrenzung
Vermögensschere: Die einen können es sich leisten, die anderen nicht; Neid und Missgunst; Überschuldung wegen Status-SymbolenMinimalismus (weglassen, was ich nicht brauche); nur was ich weitergegeben habe, besitze ich wirklich; Sparsamkeit und eigene Projekte