Narnia zum Siebten: Der letzte Kampf

C. S. Lewis. Der letzte Kampf. In: C. S. Lewis. Narnia-Chroniken. Carl Ueberreuter: Wien, 2005.

Meine Lieblingsstellen aus meinem bevorzugten Buch der Narnia-Chroniken:

Listig, der Affe

Du denkst, Freiheit heisst, du kannst alles tun, was du willst. Da hast du dich aber geschnitten. Das ist keine wirkliche Freiheit. Wahre Freiheit heisst: Ihr müsst tun, was ich euch befehle. (467)

Tirian

Er merkte, wie sie anfingen zu glauben, Aslan und Tash wären ein und derselbe. Das konnte er nicht länger ertragen. … Er wollte fortfahren und fragen, wie der grausame Gott Tash, der sich vom Blut seines Volkes nährte, derselbe sein könnte wie der gute Löwe, der mit seinem Blut ganz Narnia schützte. (468)

Ein erfahrener Krieger und Jäger wie Tirian kann immer zu der Zeit aufwachen, die er wünscht. So nahm er sich neu Uhr abends vor, verbannte alle Sorgen aus seinem Kopf und schlief sofort ein. (477)

Wir müssen ihnen diesen Esel zeigen. Sie sollen sehen, wovor sie sich gefürchtet haben und wem sie gehorchten. (480)

„Tash selbst?“ flusterte Tirian. „Das kann man nicht wissen. Aber nur Mut, Kind, wir sind alle in der Hand des wirklichen Aslan.“ (495)

„Zwerge!“, rief Tirian, „kommt her und gebraucht eure Schwerter, nicht eure Zungen. Es ist noch Zeit. Zwerge von Narnia! Ihr könnt gut fechten, ich weiss es. Kehrt zu eurer Pflicht zurück!“ (500)

Rothaar und Tarkaan

‚Du meinst also‘, fragte Rothaar, ‚solche Wesen wie Aslan und Tash gibt es überhaupt nicht?‘ – ‚Wer aufgeklärt ist, weiss das auch‘, erwiderte der Tarkaan. (485)

(Tarkaan) Der Adler sah, dass Rishda genauso überrascht und erschreckt war wie jeder andere. Da hat einer die Götter gerufen, dachte Weitsicht, an die er nicht glaubt. Wie wird es ihm ergehen, wenn sie wirklich da sind? (498)

Die Hälfte seines Mutes hatte ihn in dieser Nacht schon verlassen, als er ahnte, es könnte wirklich einen Tash geben. Der Rest seines Mutes war jetzt verschwunden. (505)

Aslan

(über die Zwerge) „Seht ihr“, sagte Aslan, „sie wollen sich nicht helfen lassen. Sie haben Misstrauen und Arglist dem Glauben vorgezogen. Ihre Gefangenschaft besteht nur in ihrer eigenen Einbildung, sie bleiben jedoch gefangen, weil sie so denken. Aber kommt, Kinder, ich habe noch anderes zu tun.“ (511)

(zu Emeth) ‚Kind, allen Dienst, den du Tash geleistet hast, rechne ich dir als Dienst an, der mir galt.‘ … Nicht weil Tash und ich eins sind, sondern weil wir Gegenspieler sind, nehme ich die Dienste, die du ihm geleistet hast, für mich an. … Aber ich sagte auch – denn die Ehrlichkeit drängte mich: ‚Ich habe stets Tash gesucht.‘ ‚Geliebter‘, sagte der Ruhmreiche, ‚ohne dein Verlangen nach mir hättest du niemals so gesucht. Denn alle finden, was sie getreulich suchen.‘ (517)

Neues Narnia

(Adler) Narnia ist nicht tot. Das hier ist Narnia. …  (Lord Digory) Aber das war nicht das richtige Narnia. Das hatte einen Anfang und ein Ende. Es war nur ein Schatten oder ein Abklatsch des wirklichen Narnia, das immer hier gewesen ist und sein wird – genauso wie unsere eigene Welt, unser Land und alles Übrige nur ein Schatten ist oder ein Abklatsch von etwas in Aslans wirklicher Welt. …. Natürlich ist es anders, ebenso verschieden wie ein wirkliches Ding von einem Schatten. So verschieden, wie wirkliches Leben sich von einem Traum unterscheidet. … Ihr findet das alles schon bei dem Philosophen Platon, alles steht schon bei Platon. Du lieber Himmel, was lehren sie bloss an diesen Schulen! (519-20)

Das neue Narnia war ein Land mit tieferem Sinn: jeder Felsen, jede Blume und jeder Grashalm sahen so aus, als ob sie noch mehr bedeuteten. (520)

(Einhorn) Nun bin ich doch noch nach Hause gekommen! Das ist meine wahre Heimat. Hierher gehöre ich. Nach diesem Land habe ich mich mein ganzes Leben lang gesehnt. Aber das wusste ich bis jetzt nicht. Warum liebten wir das alte Narnia? Weil es manchmal ein bisschen wie dieses Land aussah. (520)

Das war ein Grüssen und Küssen und Händeschütteln! Alte Spässe lebten wieder auf. (Wer hat eine Ahnung, wie gut ein alter Witz klingt, wenn man ihn nach einer Ruhepause von fünf- oder sechshundert Jahren hervorholt?) (523)

(Aslan) Die Schule ist aus, die Ferien haben begonnen. Der Traum ist zu Ende, der Morgen ist da. (524)

Narnia zum Sechsten: Der silberne Sessel

C. S. Lewis. The Silver Chair. (The Chronicles of Narnia, Book 6) [Kindle Edition; HarperCollins, 2009]. 276 Seiten. 4 Euro.

Meine Lieblingsstellen:

Die Reibereien zwischen Eustace und Jill

  • He meant well, but he did talk rather like someone beginning a lecture. (3)
  • “It’s an extraordinary thing about girls that they never know the points of the compass,” (8)
  • “It’s not my fault he fell over that cliff. If he’d left me alone we should both be all right.” (18)
  • “It’s my fault,” she said in despairing tones. “I—I’d given up repeating the signs every night. If I’d been thinking about them I could have seen it was the city, even in all that snow.”  (122)
  • “So long, Jill. Sorry I’ve been a funk and so ratty. I hope you get safe home,” and Jill said, “So long, Eustace. And I’m sorry I’ve been such a pig.” (201)

Die Stellung von Aslan

  • “You would not have called to me unless I had been calling to you,” (23)
  • “I don’t think Aslan would ever have sent us if there was so little chance as all that.” (75)
  • They never talked about Aslan, or even about the lost prince, now. And Jill gave up her habit of repeating the signs over to herself every night and morning. She said to herself, at first, that she was too tired, but she soon forgot all about it. (95)
  • Aslan’s instructions always work: there are no exceptions. (124)
  • … the voice of Aslan. It was a dark, flat voice—almost, if you know what that means, a pitch-black voice. It said: “What make you here, creatures of the Overworld?” (144)
  • “There are no accidents. Our guide is Aslan; and he was there when the giant King caused the letters to be cut, and he knew already all things that would come of them; including this” (160)
  • “In the name of Aslan,” they said, and began methodically cutting the cords. (176)
  • I’m on Aslan’s side even if there isn’t any Aslan to lead it. I’m going to live as like a Narnian as I can even if there isn’t any Narnia. (191)
  • “Courage, friends,” came Prince Rilian’s voice. “Whether we live or die Aslan will be our good lord.” (224)
  • “…the Lion himself, so bright and real and strong that everything else began at once to look pale and shadowy compared with him. (250)

Die Einstellung  von Puddleglum

  • “He’s always expecting the worst, and he’s always wrong.” (93)
  •  “Both legs broken, I shouldn’t wonder,” shouted Puddleglum. Jill stood up and explained that she was all right, but they’d have to help her out. (101)
  • “We’ve brought the anger of Aslan on us,” he said. “That’s what comes of not attending to the signs. We’re under a curse, I expect…” (132)
  • (Rillian) The blessing of Aslan upon this honest Marsh-wiggle. We have all been dreaming, these last few minutes. (185)
  • “Born to be a misfit, I shouldn’t wonder. Fated. Fated to be Pole’s death, just as I was fated to eat Talking Stag at Harfang. Not that it isn’t my own fault as well, of course.” (229)
  • “Good-bye, dear Puddleglum,” said Jill, going over to the Marsh-wiggle’s bed. “I’m sorry we called you a wet blanket.” (246)
  • “Puddleglum!” said Jill. “You’re a regular old humbug. You sound as doleful as a funeral and I believe you’re perfectly happy. And you talk as if you were afraid of everything, when you’re really as brave as—as a lion.” (246)
  • Puddleglum (whose foot was as good as new in three weeks) often pointed out that bright mornings brought on wet afternoons, and that you couldn’t expect good times to last. (257)

Der Einfluss der Hexe

  • (Rillian unter ihrem Einfluss) “Her word shall be my law, even as my word will be law to the people we have conquered. … I am well content to live by her word, who has already saved me from a thousand dangers…” (166)
  • All these years I have been the slave of my mother’s slayer. (194)
  • (als der Duft der Hexe die Wahrnehmungsfähigkeit der drei Befreier betörte) “… all through the conversation which followed, that smell grew stronger, and filled the room, and made it harder to think. (181)
  • “There never was any world but mine,” said the Witch. (184)
  • There is no Narnia, no Overworld, no sky, no sun, no Aslan.  (189)
  • (Das Bekenntnis des Gnoms) “…we were all going about our work—her work, I should say—sad and silent, same as we’ve done any other day for years and years.” (211) “…we’re all poor gnomes from Bism whom the Witch has called up here by magic to work for her. But we’d forgotten all about it till that crash came and the spell broke. We didn’t know who we were or where we belonged. We couldn’t do anything, or think anything, except what she put into our heads. (212)

Narnia zum Fünften: Die Reise auf der Morgenröte

C. S. Lewis. Die Reise auf der Morgenröte, in C. S. Lewis, Die Narnia-Chroniken. Carl Ueberreuter: Wien, 2005.

Meine Lieblingsstellen aus der fünften Folge:

Eustachius

Seine Eltern nannten ihn Eustachius und seine Lehrer nannten ihn Knilch. … Seinen Vater und seine Mutter nannte er nicht ‚Vater‘ und ‚Mutter‘, sondern Harold und Alberta. Sie waren sehr moderne und fortschrittliche Leute. Sie waren Vegetarier, Nichtraucher und Antialkoholiker und sie trugen eine besondere Art Unterwäsche. In ihrem Haus gab es sehr wenig Möbel, auf den Betten lagen sehr wenig Decken und die Fenster waren immer offen. (293)

Im Geheimen liebte er es, andere herumzukommandieren und zu schikanieren; und obwohl er ein schwächlicher kleiner Kerl war … so wusste er doch, dass es Dutzende von Möglichkeiten gab, andere zu ärgern, wenn man bei sich zu Hause war und die anderen nur auf Besuch. (293)

(Narnia) Er dachte natürlich, sie hätten sich alles nur ausgedacht; und weil er selbst viel zu dumm war sich etwas auszudenken, gefiel ihm das überhaupt nicht. (294)

Es geht ihm nur schlechter, wenn man versucht nett zu ihm zu sein. (298)

Obwohl ihn keines der Schulfächer von der Sache her interessierte, so interessierte er sich doch sehr für seine Zensuren. (301)

‚Ich habe kein Schwert‘, entgegnete Eustachius. ‚Ich bin Pazifist. Ich halte nichts vom Kämpfen.‘ … Eustachius war (natürlich) in einer Schule, wo es keine körperliche Züchtigung gab… (303)

Eustachius hatte keines von den richtigen Büchern gelesen. (319)

(als Drache) Er wollte ihr Freund sein. Er wollte zu den Menschen zurück, mit ihnen reden und lachen und alles gemeinsam mit ihnen erleben. Er begriff, dass er ein Ungeheuer war, das keinen Zugang zur menschlichen Gesellschaft hatte. Eine furchtbare Einsamkeit überfiel ihn. (321)

Die für ihn ganz neue Erfahrung, von den anderen gemocht zu werden – und, was noch wichtiger war, andere zu mögen -, hielt Eustachius davon ab, zu verzweifeln. (324)

Es wäre schön, wenn man sagen könnte, dass E. von dieser Zeit an ein anderer Junge war, aber entspräche nur fast der Wahrheit. Wen man ganz genau sein will, so begann er ein anderer Junge zu sein. Doch er hatte Rückfälle. (327)

Die Einsamen Inseln

Zu dieser Zeit wurde auf den Inseln alles auf eine nachlässige und schlampige Art und Weise erledigt. (309)

Sklavenhandel … ein wesentlicher Bestandteil der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Inseln… (310)

Lucy

(Das Buch des Zauberers) Es ist mir egal. Ich werde es tun. Sie dachte es ist mir egal, weil sie das starke Gefühl hatte, dass sie es nicht tun durfte. … Der Löwe knurrte und man konnte fast alle Zähne sehen. Sie bekam furchtbare Angst und blätterte sofort um. (341)

‚Bitte, Aslan“, sagte Lucy. ‚Was nennst du bald?‘ ‚Ich nenne jegliche Zeit bald‘, erklärte Aslan. Im selben Augenblick verschwand er und Lucy blieb mit dem Zauberer allein zurück. (343)

‚Alsan, wenn du uns je geliebt hast, dann schick uns Hilfe!‘ (350)

Die Tölpelbeiner

‚Hört, hört!‘, sagten die Einbeiner. ‚Das stimmt, Fräuleinchen. Wir sehen sehr hübsch aus. Ein hübscheres Völklein gibt es nicht.‘ Das sagten sie ohne jegliche Überraschung und es schien ihnen nicht aufzufallen, dass sie vorher genau das Gegenteil behauptet hatten. (346)

Riepischiep

Ich segle mit der Morgenröte so weit wie möglich nach Osten. Wenn die Morgenröte nicht mehr weiterkann, werde ich in meinem Weidenboot nach Osten weiter paddeln. Sollte dieses Boot sinken, so werde ich mit meinen Pfoten nach Osten weiterschwimmen. Und wenn ich nicht mehr schwimmen kann und Aslans Land noch nicht erreicht habe und noch nicht in einen riesigen Wasserfall über den Rand der Welt gestürzt bin, dann werde ich mit der Nase in Richtung des Sonnenaufgangs untergehen, und Riepischiep wird der Herrscher der Sprachenden Mäuse von Narnia werden. (359)

Aslan

Warum sollten wir nicht das östliche Ende der Welt erreichen? … Der grosse Löwe kommt immer von Osten her zu uns, übers Meer. (298)

Das Land Aslans … liegt hinter dem Ende der Welt und ist unerreichbar. (312)

(Eustachius) Aslan … ich hatte das Gefühl – ich weiss nicht -, ihn zu hassen. Aber damals habe ich ja alles gehasst. Übrigens möchte ich mich entschuldigen. Ich fürchte, ich war sehr unangenehm. (328)

Kaspian

Es ist tatsächlich richtiges Trinkwasser. Ich weiss noch nicht, ob ich daran sterbe. Aber dies wäre der Tod, den ich mir wünschte – könnte ich ihn mir aussuchen. (364)

Mein Zorn und meine Prahlerei haben zu nichts geführt. Aslan hat zu mir gesprochen. (368)

Blogjubiläum (22): Haltung und Handwerk – Prinzipien der Schweizer Ein-Mann-Uni

„Ich mag die Begriffe Theorie und Praxis nicht besonders, ich spreche lieber von Denken und Handeln.“ Dieser Satz stammt von Hanniel. Er steht bezeichnend für eine Grundhaltung, welche wider falsche Alternativen strebt und den dritten Weg sucht. Denken und Handeln sind keine Gegensätze. Beide sind von Gott gegeben und bedingen einander. Wer handelt, muss denken und wer denkt, handelt (oder sollte es zumindest). Hanniel hält die Dinge zusammen: Er schreibt und spricht über Themen wie Denken und Handeln, Glauben und Lernen, Glauben und Denken, Heiligkeit und Liebe, Wahrheit und Liebe, Souveränität und Verantwortung, Christentum und Kultur. Diese Spannungsfelder sind seine Heimat, die Heilige Schrift seine Autorität und Quelle der Harmonisierung der genannten Bereiche. Was das angeht ist, Hanniel für mich ein kleiner Daniel. Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Hanniel und Daniel ist das Gebet. Hanniel betet. Wenn ich ihn digital oder real treffe, spielt sich folgendes Muster ab. Am Ende eines Gesprächs voller Verständnis, Inspiration und Ermutigung stelle ich mich mental auf den Abschied ein, worauf ich von Hanniel folgende Worte vernehme: „Wollen wir noch beten?“ – Und wir beten!

Diese geistliche Haltung geht bei ihm einher mit großer Produktivität. Er liest und schreibt viel (vielleicht zu viel?). Bei diesem massiven In- und Output bleibt die Qualität seltsamerweise (oder göttlicherweise?) immer hoch. Das Handwerkzeug ist und wird von ihm gemeistert. Wie macht er das eigentlich, mag sich mancher (inklusive mir) fragen. Und was macht Hanniel, während wir uns noch fragend den Kopf kratzen?

Der liest und schreibt und betet und arbeitet und predigt und bloggt und lehrt und liebt seine Familie und hält immer noch Denken und Handeln, Glauben und Lernen, Glauben und Denken, Heiligkeit und Liebe, Wahrheit und Liebe, Souveränität und Verantwortung, Christentum und Kultur durch Gottes Gnade/Kraft, mit der offenen Bibel in der Hand, zusammen, als sei nichts gewesen.

Wer war nochmal Francis Schaeffer?

Lars Reeh (27) ist Lehrkraft im Vorbereitungsdienst und geht in die BERG in Giessen. Er interessiert sich für die Überschneidungsfelder von Theologie und Kultur (besonders Apologetik und Pädagogik). Hier geht es zu seinen kurzen, prägnanten Beiträgen auf josiablog.de.

Blogjubiläum (21): Bekenntnisse aus den theologischen Hilfswissenschaften

In meiner eigenen Erfahrung entstehen die meisten Werke in den Bibelwissenschaften im Spektrum zweier Extreme. Auf der einen Seite findet sich ein noch immer dominantes Überbleibsel der Moderne: der sogenannte Historismus. Auf der anderen Seite begegnet man immer häufiger postmodernen hermeneutischen Theorien, welche die Bibel in eine Vielzahl von beliebigen Situationen sprechen lassen. Das 2013 erschienene Werk “New Meanings for Ancient Texts”[1] listet hier z.B. “Ecological Criticism”, “Post-Colonial Biblical Criticism”, “Queer Criticism” und “The Bible and Popular Culture”. Während man im Historismus eine gewisse Obsession entwickelt, hat die Beschäftigung mit der Bibel auf rein historische und literaturwissenschaftliche Fragestellungen zu reduzieren, dient die Postmoderne Hermeneutik vor allem dazu, die Schrift möglichst viele “Stories” (oftmals vollkommen losgelöst von jeglichen historischen Fragestellungen) erzählen zu lassen.

Im Oktober 2014 postete Hanniel ein Zitat aus dem Einleitungskapitel der systematischen Theologie von John Frame, welches mich seitdem sehr oft zum Nachdenken anregte:

I think … that theology today has become preoccupied with these auxiliary disciplines to the extent of neglecting its primary responsibility: to apply Scripture itself.

Als Altorientalist und Semitist, der zuvor Theologie studiert hat und sich den Bibelwissenschaften widmen will, gehöre auch ich einer solchen theologischen Hilfswissenschaft an, obgleich die Situation in der Dogmatik eine freilich andere ist. Wie kann auch ich meiner Hauptaufgabe nachgehen: to apply Scripture itself?

Diese Frage bringt mich zurück zu den oben genannten Extremen der Bibelwissenschaft. Beide haben eine dominante Gemeinsamkeit: Sie unterwerfen die Schrift dem primären Interesse der Exegeten und nehmen ihren wahren Charakter als Gotteswort und Offenbarung kaum ernst. Dabei stehen auch die konservativen Christen und Theologen oftmals in der Gefahr die Bibel im einen Extrem entweder als Objekt der Geschichtswissenschaft zu betrachten (durch eine gefühlte Literaturgattung “Zeitungsbericht” in den historischen Büchern) oder im anderen als immer wiederkehrende Bestätigung der eigenen theologischen Vorstellungen (die Bibel erzählt nur die “Story”, die ich ich hören möchte).

Als Anhänger einer theologischen Hilfswissenschaft versuche ich mich daher auf einen anderen Aspekt zu konzentrieren: Die Bibel ist Gottes Offenbarung, hineingesprochen in die Geschichte und Kultur bestimmter Menschen, übersteigt sowie transzendiert diese jedoch weit. Um der Gefahr vorzubeugen die Bibel lediglich eine beliebige “Story” erzählen zu lassen, müssen wir sie in ihrem Kontext verstehen. Genauso gilt: Um der Versuchung zu widerstehen die Schrift nur geschichtlich zu betrachten, müssen wir sie theologisch lesen, also mit einem Glauben der zu verstehen versucht.

Zu Genesis 1-11 z.B. schreibt Gordon Wenham:

The discovery of yet more ancient texts paralleling Gen 1-11 (Sumerian King List, Flood Story, and the Atrahasis epic, among others) has led to the recognition that Genesis is not simply reproducing the ideas of surrounding cultures. At least at the theological level, it is contesting them fiercely. [2]

Wer sich mit den Mythen und Epen der Israel umgebenden heidnischen Kulturen befasst, wird einiges erkennen können: Götter, die sich wie kleine Kinder aufführen und ihre Aktionen nicht bis zum Ende durchdenken können; Menschen, die als Arbeitssklaven der geringeren Götter geschaffen wurden; oder Geschichten darüber, wie selbst die Gottheiten ins Dasein kommen müssen. Wenn man Genesis 1-11 nun mit den Augen eines antiken Israeliten liest, dann ist es weit mehr als nur ein historischer Bericht über die Anfänge der Welt: Es ist die Umkehrung eines existierenden Weltbildes. Doch auch heute kehrt Gott durch sein Wort unser Weltbild um, denn auch heute noch hängen wir Götzen nach, die erst geschaffen werden mussten, und vertauschen dabei die Herrlichkeit des Ungeschaffenen mit der Herrlichkeit der Schöpfung.

Die Bibel in den richtigen Blickwinkel zu rücken hilft die beiden Extreme hinter sich zu lassen und der Hauptaufgabe eines Theologen nachzugehen: Die Schrift anzuwenden.

[1] McKenzie, Steven und John Kaltner (Hrsg.), New Meanings for Anicent Texts. Louisville: Westminster John Knox, 2013.

[2] Wenham, Gordon, Genesis. In: Theological Interpretation of the Old Testament. Kevin J. Vanhoozer (Hrsg.). 2. Aufl. Grand Rapids: Baker, 2009. S. 31.

Mario Tafferner ist 26 Jahre alt und verheiratet mit Elsbeth. Er beendet momentan sein M.A. Studium der Semitistik und Altorientalistik und wird voraussichtlich ab Herbst ein Doktorand der Theologie im Grenzbereich Altes Testament und Alter Orient werden.

Blogjubiläum (20): Gesundes Denken prägt gesundes Handeln

Ich heiße Simon Arnold und bin seit zwei Jahren mit Rebekka verheiratet. Ich gehöre zur Christengemeinde Ulm (DE, Baden-Württemberg, nahe Bayern), leite dort auch einen Bibelkreis, bin Betreiber eines christlichen Blogs und u.a. eines Youtube-Kanals. Ab und an übersetze ich dabei Predigten und Vorträge aus dem Englischen ins Deutsche. Neben der Beschäftigung mit der christlichen Weltanschauung schaue ich mir die Welt gerne mit Hilfe bestimmter Optiken an, die vor die Bild-Sensoren von Kameras geschraubt werden.

Ich bin unregelmäßiger Leser von Hanniel Strebels Blog. Ein wesentliches Ziel, das sich Hanniel dabei meines Erachtens gesetzt hat, besteht darin, sich damit zu beschäftigen, was es bedeutet, die christliche Weltanschauung, die sich aus der Bibel speist und die Bibel als Ganzes ernst nehmen möchte, im alltäglichen Leben umzusetzen (siehe z.B. hier).

Dies halte ich für sehr wichtig und auf diesen Aspekt hin konnte ich den Blog mit großem Gewinn lesen. Ich finde es wichtig, hier besonders herauszuarbeiten, dass ein gesundes Denken, das von Gott tief geprägt ist, die Grundlage für ein gesundes Handeln legt. Unser Denken kann nur dann tief von Gott geprägt sein, wenn wir sein Wort, seine Botschaft wirklich ernst nehmen. Ernst nehmen können wir es nur, wenn wir es aufmerksam lesen und es wirklich verstehen wollen, auch wenn es uns Mühe und Zeit kostet.

Wir nehmen Gottes Wort auch nur dann wirklich ernst, wenn wir uns aufrichtig bemühen, das Verstandene in Bezug zu unserer eigenen Lebenswirklichkeit zu setzen. Wenn ich z.B. anhand der Bibel erkenne, dass Gott groß ist, dann muss ich das in Beziehung zu mir und zu meinen Mitmenschen setzen: „Gott ist groß. Ich bin – verglichen mit ihm – sehr klein, winzig, machtlos, schwach, bedeutungslos. Um meine Mitmenschen steht’s nicht besser.“ Eine gesunde Schlussfolgerung (unter Berücksichtigung vieler anderer Aussagen der Bibel) daraus wäre: „Ich brauche mir nichts auf meine Fähigkeiten einbilden. Ebenso taugen meine Mitmenschen zu nicht viel. Gott ist so viel mächtiger, weiser und vertrauenswürdiger als ich selbst oder andere Menschen. Wenn ich also auf irgendjemandem in diesem Leben meine Hoffnung setzen kann, dann auf Gott.“

Das erkannt zu haben, wäre schon viel. Aber erst im nächsten Schritt, zeigt sich, inwiefern ich diese Erkenntnis wirklich verinnerlicht habe, denn die Frage, die uns die Bibel stellt, ist: Handle ich entsprechend dieser Erkenntnis? Das heisst diese Erkenntnis muss sich sichtbar zeigen. Sie kann sich z. B. sichtbar zeigen, indem ich bete. In einer Notsituation erkenne ich, wie klein ich bin und, dass mit meiner Kraft nichts getan ist. Daher bitte ich Gott darum, dass er mir zu Hilfe kommt. Es verhält sich ein wenig anders in einer Situation, in der ich keine Not leide, sondern materiellen Überfluss habe. Dann nämlich muss mir bewusst werden, dass alles, was ich habe, mir von meinem großen Gott anvertraut worden ist und dass ich auf meine materiellen Möglichkeiten nicht mein Vertrauen setzen kann. Sie können mir niemals eine umfassende und vollkommene Absicherung in dieser Welt (und noch weniger darüber hinaus) geben. Auch hier sollte mich meine Erkenntnis ins Gebet führen, um Gott dafür zu danken, dass er mir diesen ganzen materiellen Segen gegeben hat und ihn zu bitten, mir zu helfen, mit diesen materiellen Möglichkeiten so umzugehen, wie es ihm gefällt.

Die obigen Ausführungen sind ja nichts Neuartiges, sie sind aber ganz wesentlich. Theologisches Wissen, Bibelwissen muss angewandt werden. Es tut nicht gut, Reden zu schwingen ohne Bereitschaft, das Gesagte zu tun. Ich bin sehr dankbar, wenn sich jemand über diese Fragen viele Gedanken macht und viele Denkanreize gibt, die andere dabei unterstützen können, unseren Gott mehr zu erkennen, mehr zu lieben und zu achten und dieser Liebe und Achtung konkret und praktisch Ausdruck zu verleihen. Ich selbst habe in dieser Hinsicht noch enorm viel zu lernen.

Lieber Hanniel, ich bin Gott dankbar für deinen Blog und deine hilfreichen Gedanken. Schön, dass du das nun schon fünf Jahre lang tun konntest. Ich wünsche auch weiterhin die Möglichkeit dazu.

Blogjubiläum (19): Unser tägliches Lob gib uns heute – wie entgehe ich als Christ der Narzissmus-Falle?

Charles Simeon (1759-1836) war ein englischer Prediger. Als er mit dreiundzwanzig in seiner Kirche eingesetzt wurde, widersetzte sich die Kirchgemeinde. Bei seinen Predigten wurden die Kirchtüren geschlossen, sodass die Kirchgänger auf der Strasse bleiben mussten. Später blieben die Türen zwar offen, aber die Kirchbänke wurden abgeschlossen, so dass die Menschen in den Gängen stehen mussten. Klappstühle, welche Simeon aus dem eigenen Sack angeschafft hatte, wurden auf den Friedhof geworfen. Diese Situation dauerte ganze zehn Jahre, aber Simeon gab nicht auf! Heutzutage, wenn ein Christ Schwierigkeiten hat in seiner Gemeinde, dann hält er keine zehn Jahre aus. Er sagt sich: »Wenn ihr so mit mir umgeht, dann gehe ich halt!«, und schon ist er in einer anderen Gemeinde. Der Grund ist, dass die heutige Generation grosse Mühe hat mit Kritik umzugehen. Sie erwartet, dass die Gemeinde einen konstanten Fluss an Lob und Mitgefühl aufbringt. Versiegt diese Quelle, wird eine neue Gemeinde gesucht, in der Hoffnung, die Quelle sei da vorhanden.

Dieses Problem heisst Narzissmus und wird im Buch “Die narzisstische Gesellschaft” von Hans-Joachim Maaz treffend beschrieben (ich habe hier eine Besprechung zum Buch geschrieben):

Der narzisstische Mensch ist im Kern ein um Anerkennung ringender, stark verunsicherter Mensch. So tut er alles, um die Bestätigung, die er zum Leben braucht, zu erhalten. Wir alle sind in diese sündige, lieblose Welt hineingeboren und haben darum eine tief sitzende Verunsicherung, welche wir kompensieren wollen.

Maaz beschreibt in seinem Buch viele Arten, wie diese Kompensation aussehen kann. Eine davon ist das ständige Ringen um Lob, besonders sichtbar bei Menschen, die Karriere machen wollen. Es geht ihnen gar nicht so sehr um die Sache, sondern nur um die Anerkennung anderer Menschen: “Die werden staunen, wenn sie sehen, dass ich wieder befördert wurde”.

Auch als Christen sind wir vor Narzissmus nicht sicher. Als Worship-Leiter und Prediger bin ich damit recht stark konfrontiert: Damit ich am Sonntag meine “Dosis Lob” erhalte, muss ich mich jedes Mal steigern. Bliebe ich bloss konstant, würde sich die Gemeinde an das Niveau gewöhnen und das nächste Mal nichts mehr sagen. Daher muss ich mich stetig steigern, indem ich immer grössere Anstrengungen mache. Dabei vergesse dabei völlig, was mein ursprünglicher Auftrag war. In diesem Moment bin ich ganz in der Narzissmus-Falle gefangen.

Nochmals ein Zitat von Maaz:

[Der Narzisst] richtet sich mit seinem Wollen und Nichtwollen nach den Reaktionen anderer und weiß am Ende gar nicht mehr, wer er wirklich ist und was er will.

Ein Prediger/Worship-Leiter der so endet, ist bloss noch ein Echo der Erwartungen der Gemeinde.

Wie entgehe ich dieser Falle?

Die Schwierigkeit ist tatsächlich, dass Narzissmus in der Welt so verbreitet ist, dass ich ihn bei mir selber gar nicht als Fremdkörper wahrnehme. Also kann ich auch als Christ sehr narzisstisch veranlagt sein und gar nicht gross auffallen, da eben alle so sind. Doch wie ist Charles Simeon dieser Falle entkommen? Wie konnte er zehn Jahre lang Ablehnung durchhalten? John Piper beschreibt in seiner Predigt, was Simeons Schlüssel dazu war:

1. Gebet: Simeon hat oft am Morgen vier Stunden lang gebetet und die Bibel gelesen. Das war das Geheimnis seiner Gnade und seiner geistlichen Stärke.

2. Demut: Entgegen dem populären Ratschlag, am Selbstwertgefühl zu arbeiten (“du musst Dich selber annehmen, Dir selbst vergeben”) hat Simeon sich selber nicht vergeben, sondern hat sich seine Sündhaftigkeit wieder und wieder vor Augen geführt, um sie dann von Gottes Gnade verschlingen zu lassen. Er hat sich gesagt “ein zerbrochenes Herz wird Gott nicht verwerfen” und hat sich in in dieser Zerbrochenheit Zuflucht gesucht, um die Gnade, Annahme und Herrlichkeit Gottes umso zu erfahren. Er konnte manchmal nach längerem Gebet nur noch “Herrlichkeit, Herrlichkeit!” sagen, da er so sehr von Gottes Gnade erstaunt war.

Wie entgehen meine Kinder dieser Falle?

Doch es geht noch weiter. Wenn schon ich mich selbst davon bewahren muss, um dem Narzissmus zu verfallen, dann ist doch meine Aufgabe als Vater auch, meine Kinder davor zu bewahren. Denn auch hier gilt: Wenn ich meinen Kindern allzu viel Lob gebe, werden sie von mir abhängig. Sie handeln nicht mehr danach, ob etwas wertvoll ist oder nicht, sondern richten sich nur noch danach, ob ich sie dafür lobe. Ich habe diesen Beitrag von Hanniel wertvoll gefunden, da er mich dessen bewusst gemacht hat.

Es erscheint mir eine grosse Aufgabe, meine Kinder darauf vorzubereiten, dass sie abgelehnt werden (und das werden sie, denn es liegt in der Natur der Christen, dass sie Verfolgung erleiden). Und ich erweise ihnen einen Bärendienst, wenn ich ihnen nur Lob zuteil kommen lasse. Denn so werden sie dies als “Normalität” betrachten und jeder Situation ausweichen, wo es nicht so ist. Auch sie müssen lernen, dass die Gnade Gottes unser Motor ist. Doch das kann ich ihnen nur dann erklären, wenn ich schon selbst am Morgen mit dieser Gnade in Berührung gekommen bin.

Philipp Keller ist Worship-Leiter und Prediger in der Pfingstgemeinde Kloten. Dank sei hier an Hanniel, der ihm die Gemeinde empfohlen hat. Sein Credo ist: Das Wort Gottes nicht nur lesen, sondern auch bewundern. Er bloggt auf philippkeller.com. Auf Twitter ist er erreichbar unter @philippkellr.

Blogjubiläum (18): Konzentration auf das geschriebene Wort

Ich heisse Bernice Zięba, lebe mit meiner Familie in der Schweiz und bin Katechetin. Bei uns zuhause im Bücherregal steht Hanniels Buch Home Education, das ich grösstenteils  gelesen habe. Als Mutter von sechs Kindern, wovon drei Homeschooler sind, habe ich das Buch Kinder brauchen keine Schule – Das Handbuch für Homeschooling geschrieben, das demnächst im Tologo Verlag erscheinen wird. Daher war mir sein Buch von besonderem Interesse. Etwas, das mir daraus geblieben ist und Eindruck gemacht hat, ist seine Feststellung, dass wir als Eltern nicht nur befähigt und berechtigt sind, unsere eigene Kinder zu bilden, sondern, zumindest was die Weitergabe des Glaubens betrifft, dazu auch verpflichtet sind.

Langweilige Ökumene ist nichts für mich. Seichter Einheitsbrei und das rasche Wegwischen von Unterschieden in den Konfessionen zeugen meines Erachtens von religiöser Oberflächlichkeit. Eben das finde ich bei Hanniels Blog glücklicherweise nicht. Wer seine Konfession ernst nimmt, kommt auch ohne künstliche Ökumene auf Gemeinsamkeiten, die bedeutsam sind. So teilen die gläubigen Christen der diversen Konfessionen gemeinsame wichtige Werte, wie die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens, der Ehe und der Kernfamilie.

Auch wenn ich ursprünglich reformiert aufgewachsen bin, bekenne ich mich heute zur katholischen Kirche. Aber das ist für mich kein Grund, Menschen mit anderen Überzeugungen auszuweichen. Ich befinde mich gelegentlich auf Hanniels Blog, komme aber zugegeben nicht dazu, alle seine interessanten Beiträge zu lesen. Was ich bisher feststellen kann, ist sein tiefgründiges Aufspüren der Wahrheit, die letztendlich alles und alle verbindet. Wer aufrichtig auf der Suche nach der Wahrheit ist, sieht den andern stets als ebenbürtigen Menschen, auch wenn dieser andere Überzeugungen hat. So entdeckte ich einmal den Beitrag zum Lehrschreiben des Papstes zur Freude des Evangeliums, in dem Hanniel sich ehrlich mit dem Thema auseinandersetzt.

Ich vermute, dass Hanniel auf seinem Blog keinen Bildersturm gemacht hat. Aber mir fällt auf, dass sein Blog praktisch ohne Bilder auskommt. Gut geeignet für Menschen, die sich auf das geschriebene Wort konzentrieren wollen und können! Eine bilderfreie Zone bringt visuelle Ruhe und schafft Raum für ablenkungsfreies Nachdenken. Natürlich haben Bilder oft auch ihre Berechtigung. Z.B. dort wo biblische Geschichten sichtbar und vielleicht dadurch auch verständlicher gemacht werden. In der Gestalt Jesu Christi, finden wir das vollkommenste „Bild“ überhaupt, denn mit Ihm ist Gott selbst für uns sichtbar geworden.

Nun möchte ich Dir, Hanniel, zu Deinem fünfjährigen Blog-Jubiläum herzlich gratulieren! Ich wünsche Dir weiterhin gutes Gelingen und alles Gute sowie Gottes reichen Segen, Dir und Deiner Familie!

Blogjubiläum (17): Ein vom Wort Gottes geprägtes Leben

Ich kann mich nicht erinnern, wie ich auf den Blog von Hanniel gestoßen bin. Vermutlich war es ein Artikel zum Thema Homeschooling, dass mich seinerzeit beschäftigt hat. Seitdem folge ich besonders den Buchbesprechungen und Hanniels „Tagebucheinträgen als Vater von fünf Jungen“ (aktuelle Serie hier). Ich stoße regelmäßig auf kluge Impulse und lasse sie bei der Erziehung unserer beiden Kinder einfließen. Es gibt (soweit mir bekannt) nur wenige christliche Blogs, die so beständig mit neuen und lesenswerten Inhalten bestückt werden wie hier bei hanniel.ch. Und noch weniger gibt es zum Thema Kindererziehung.

Jeden Tag sind wir durch Medien und Mitmenschen widergöttlichen Vorstellungen ausgesetzt. Unsere Sicht auf Gott, der Blick auf den Menschen, der Umgang mit Medien, Kindererziehung, die Rollen von Mann und Frau, es gibt keinen Bereich, der unbeeinflusst bleibt. Wer sich nicht bewusst dagegen wehrt, wird den Denkweisen dieser Welt erliegen. Der Schaden kann bei uns selbst, als christlichen Eltern, schon groß genug sein. Noch weit schwerer wird dieser bei unseren Kindern wiegen.

Was (wir) evangelikale Diener der Gemeinde, Ehemänner und Väter brauchen, ist ein von Gottes Wort geprägtes Leben und ein festes theologisches Fundament. Die Blogbeiträge hier im Blog helfen mir dabei, von der Gesellschaft übernommene Handlungen und Gedanken zu überdenken und meinen Blick im biblischen Sinn zu schärfen.

Fünf Jahre gibt es diesen Blog. Fünf Jahre mit Hunderten wertvollen Beiträgen für die christliche Bloggerszene und darüber hinaus. Ich wünsche mir, dass dieser Blog noch viele Jahre und Jahrzehnte geführt wird. Und dass noch viel mehr Web-Nutzer hanniel.ch für sich entdecken und regelmäßige Leser werden.

Alexander Rempel (1986), verheiratet mit Jennifer, ein Sohn und eine Tochter. Liebhaber christlicher Medien, Blogger auf nimm-lies.de, eBook-Fan und Gründer des ersten christlichen eBook-Verlags, Folgen Verlag.

Kommentar: Ohne Wahrheit lässt es sich nicht lange leben

Ron Kubsch hat einige Werke des Neuen Realismus vorgestellt. Sein prophetisch anmutender Kommentar ist es wert wiedergegeben zu werden.

Wir dürfen uns darüber freuen, wenn das Pendel nach diesem heftigen Ausschlag in das Subjektive, in das Expressionistische, in das Gefühl, nun allmählich wieder umschlägt. Überraschend ist das nicht. Ohne Wahrheit, auch ohne „falsche Wahrheit“, lässt es sich nicht lange leben. Im Schatten des „Jeder hat seine eigene Wahrheit“-Lebensgefühls verstecken sich Angst, Unsicherheit oder Herrschsucht und warten auf den Moment, übernehmen zu können.

Gründe und Argumente werden in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen. Das Gefühlige löst sich schleichend auf. Die soziologische Rechtfertigung des Glaubens wird trivial.

Allerdings sollten wir uns nichts vormachen. Der Realismus der Zukunft will Gott nicht. Er wird dazu neigen, mit guten Gründen zu verbannen, was nicht zum „Realen“ gehört, irgendwann möglicherweise recht absolutistisch auftreten. Ich glaube, dass die Sympathien für den Marxismus unter den jungen Intellektuellen Boten sind. Gehört nicht der religiöse Fanatismus, der beispielsweise bei Enthusiasten eines Gottesstaates zu erkennen ist, auch irgendwie dazu? Vielleicht kommen Zeiten, in denen wir uns gern an die Vorzüge des gesellschaftlichen Pluralismus erinnern.

Gemäß dem christlichen Glauben ist uns etwas von Gott (durch die Schöpfung und ihre Ordnung) vorgegeben, zugleich wird uns die Freiheit zur Gestaltung geschenkt. Leider wird diese wunderbare Ausgewogenheit von Ordnung und Freiheit wenig geschätzt. Wir sollten sie uns nicht nehmen lassen.

Post Navigation