Systematische Theologie für die Familienandacht: Einleitung

Kurze Regieanweisung: Ich sitze mit der Familie am Tisch. Selten vor, meistens während dem Essen, baue ich einige Minuten Andacht ein. Ich habe die besten Erfahrungen gemacht, solche Inhalte im Frage-/Antwortstil durchzugehen: Auf welche Weise können wir die Bibel kennenlernen? Man kann dann beliebig erweitern: Wie war es für dich mit der ersten Kinderbibel? An welche Geschichten kannst du dich erinnern? Diese Einleitung umfasst schon 500 Worte. Man kann sie gut in zwei Einheiten einteilen.

Wir können die Bibel auf ganz unterschiedliche Weise kennenlernen.

Die meisten Kinder bekommen eine Kinderbibel vorgelesen. Diese Bibel trifft eine Auswahl biblischer Geschichten. Ich kann mich gut erinnern, dass ich es als Kind schätzte, wenn ich einmal eine andere Kinderbibel zu Gesicht bekam, in der weitere Ereignisse erzählt wurden.

Die natürlichste Weise besteht darin, die Bibel von vorne nach hinten zu lesen. Manche beginnen im Neuen Testament. Ich habe sogar jemanden getroffen, der ganz hinten bei der Offenbarung angefangen hat.

Manche Menschen schätzen es, die Bibel in ganz kleinen Ausschnitten zu lesen. Sie benützen dazu die Losungen oder einen Abreisskalender. Hier besteht die Gefahr, dass man sich mit einigen Happen begnügt und den Gesamtzusammenhang aus den Augen verliert.

Man kann sich der Bibel auch in einem "Überflugmodus" widmen. Man fliegt wie ein Flugzeug in grosser Höhe über die einzelnen Bücher und über die Testamente. Auf diese Weise gewinnt man einen Eindruck von der gesamten Geschichte aus Gottes Perspektive (Heilsgeschichte).

Seit Jahrhunderten wurden Kinder und Erwachsene durch Katechismen gelehrt. Katechismus bedeutet "Unterweisung". Die wichtigen Themen sind in Fragen und Antworten verpackt.

Dann gibt es noch eine weitere Form: Man kann die biblische Lehre ganz strukturiert darstellen. Das geht tiefer als der Katechismus. Natürlich stellt sich die Frage, wie man da vorgeht. Zum Beispiel so:

Zuerst muss man klären, wie Menschen überhaupt etwas über Gott wissen können. Hier geht es um den Stellenwert, welchen wir der Bibel zumessen.

Dann beschäftigt sich die Theo-logie, wie es der Name schon sagt, mit Gott selbst. Wir beobachten, wie Gott sich in der Bibel vorstellt in seinen Namen, Eigenschaften und Handlungen.

In einem nächsten grossen Teil geht es um das, was Gott geschaffen hat: Die Schöpfung und ganz besonders den Menschen. Wie wurde der Mensch ursprünglich geschaffen? Warum ist er nicht mehr so wie am Anfang?

Hier setzt die Auseinandersetzung mit Gottes Sohn, Jesus, ein. Wie war es, bevor er Mensch wurde? Warum wurde er Mensch? Wie hat er hier gelebt? Was hat es mit dem Kreuz und dem Erlösungswerk auf sich, das er vollbracht hat? Warum ist er auferstanden? Was tut er jetzt?

Das wiederum hängt ganz stark mit der dritten Person des dreieinigen Gottes, dem Heiligen Geist, zusammen. Alle drei Personen der Gottheit wirken bei allen wichtigen Ereignissen zusammen: Der Schöpfung, bei Menschwerdung, Dienst, Tod und Auferstehung des Gottessohnes, bei der Erlösung von Menschen und dem Sammeln der weltweiten Gemeinde durch die Zeiten und schliesslich beim Gericht am Ende der Zeit. Wir fragen uns: Wie wirkt der Heilige Geist? Was sind seine Aufgaben?

Damit kommt man fast automatisch auf die Veränderung, die durch die Wiedergeburt mit einem Menschen geschehen. Die Bibel nennt dies Heiligung. Wie wirkt sich dieses neue Leben aus? Was heisst das für die verschiedenen Lebensbereiche: Gemeinde, Familie, Arbeit, Staat? Was ist seine Rolle, die gute Botschaft der Erlösung anderen Menschen weiterzugeben (Mission)?

An letzter Stelle können wir uns fragen: Was hat Gott über die Zukunft gesagt? Wie wird es sein, wenn er zurückkommt? Warum wird er Gericht halten? Wie steht es um Himmel und Hölle?

Buchbesprechung: Eine systematische Theologie für Familienandachten und Hauskreise

J. I. Packer. Concise Theology. A Guide to Historic Christian Beliefs. Online-Download.

Der Autor

J. I. Packer (* 1926) gilt als einer der tiefgründigsten systematischen Theologen des 20. Jahrhunderts. Er hat in seinem über 60-jährigen Dienst über 300 Bücher und eine ähnliche Zahl von Vorworten für Bücher verfasst. Die ersten 25 Jahre wirkte er innerhalb der theologischen Bildung der Anglikanischen Kirche in Grossbritannien, ab 1979 lehrte er Systematische Theologie am Regent College (Vancouver, Kanada). Packer hatte stets den christlichen "Laien" bzw. die Kirchgemeinde im Blick, wenn er schrieb und sprach. Die gilt besonders für diesen

Führer zu den Grundlagen des christlichen Glaubens

Ursprünglich für eine Studienbibel verfasst, geht sie in vier Teilen und insgesamt 95 Einheiten thematisch geordnet durch die christliche Lehre. Auf jeweils 2-3 Seiten, überschrieben mit einem passenden Bibelzitat, wird ein Thema in 3-5 Unterpunkten, ergänzt mit zentralen Bibelstellen entfaltet. Eigentlich handelt es sich um eine Systematische Theologie für Laien.

Das Essentielle

Die vier Teile führen den offenbarenden Gott als Subjekt im Titel. Dieser offenbart sich als Schöpfer, Erlöser, Herr der Gnade und des Schicksals (destiny). Die Vorrede beschreibt den Ausgangspunkt für die Erkenntnis über Gott, nämlich die Heilige Schrift als Gottes Wort. Daran schliessen einige Überlegungen zur Auslegung der Bibel (Hermeneutik) an, dem inneren Zeugnis des Heiligen Geistes, der Autorität der Bibel, der Beziehung von Erkenntnis und Glaube sowie der Unterscheidung zwischen Allgemeiner Offenbarung Gottes für alle Menschen und der Speziellen Offenbarung, die Gott den Erlösten schenkt.

In der Gotteslehre präsentiert Packer den Ewigen als Schöpfer, in seinen Namen, seiner Selbstexistenz, als Geist, in der Dreieinigkeit, mit seinen in den Bibel beschriebenen Eigenschaften, in seiner Vorsehung und seiner Herrlichkeit. Wir reagieren mit Anbetung oder Götzendienst. Dann wird seine Schöpfung thematisiert: Engel, gefallene Engel und Menschen.

Der zweite Teil beginnt mit dem Sündenfall, der biblischen Lehre von der Ursprungssünde und dem göttlichen Werk des Gnadenbundes. Die Rolle des göttlichen Gesetzes wird beschrieben. Daran schliesst sich die Lehre über Christus an: Seine zwei Naturen, Menschwerdung, Dienst, Tod, Auferstehung, Erhöhung und sein Wirken zur Rechten Gottes. Packer beendet den Teil mit einem Blick auf das durch Christus geschaffene Werk der Versöhnung.

Der dritte Teil beginnt mit dem Wirken des Heiligen Geistes und einer Darstellung der wirksamen Berufung der Erlösten. Das gesamte Werk der Erlösung und Heiligung wird dargestellt. Daran schliessen sich einige Abschnitte zum christlichen Leben (Reich Gottes, Kirche, Mission, Familie, Dienst in der Welt) an.

Der letzte Teil behandelt die Lehre der Zukunft: Das Geschenk des Ausharrens, Wiederkunft, Gericht und Auferstehung der Toten. Packer schliesst mit Himmel und Hölle.

Empfehlung

Es gibt mittlerweile verschiedene Hilfsmittel für den Unterricht von Kindern und Erwachsenen im christlichen Glauben. Neben der Katechese empfehle ich den Durchgang dieser Themen für Familienandachten, Hauskreise, Sonntagschule und theologische Ausbildung von Mitarbeitern. Es fehlt an gründlicher Einweisung und Verankerung in einer gesunden Theologie. Packer erinnert im Vorwort an seine seiner meist geäusserten Aussagen: Theologie ist Doxologie – sie dient der Verherrlichung Gottes!

Buchbesprechung: Was Christen von Muslimen lernen können

Peter Kreeft. Between Allah & Jesus: What Christians Can Learn from Muslims. IVP: Nottingham, 2010. 188 Seiten. 9 Euro (Kindle-Version).

Eine fiktive Diskussion

Wer mit Kreefts Büchern vertraut ist, wird schnell erkennen, dass hier wiederum ein sokratischer Dialog geführt wird. Das heisst, es gibt Gespräche mit Fragen, Antworten, Argumenten und Gegenargumenten, mit Zwischenresultaten und Einsichten. Das Ziel besteht darin zur Wahrheit vorzudringen, nicht den „Gegner“ zu erniedrigen. Durch unser Dogma des neuen Pluralismus kennen wir eine solche Art von Gesprächskultur kaum mehr.

Gesprächsteilnehmer sind Isa, ein ehrgeiziger, überdurchschnittlich guter, mutiger, geradliniger Muslim; Libby, eine sarkastische, schwarze, feministische, liberale Studentin (ich übernehme die Charakterisierung von Kreeft); Evan Jellema, ein sehr direkter Student aus der Ecke des Dutch Calvinism; Vater Heerema, Isas Philosophieprofessor, sowie zwei weitere Mitglieder des Lehrkörpers, davon ein Freigeist. Isas Charakter sticht von allen heraus, natürlich mit Absicht von Kreeft so arrangiert.

Drei inhaltliche Bedenken

Lass mich vorab gesagt sein: Das Buch rief bei mir inhaltlich drei grosse Bedenken hervor.

Erstens: Müssen Muslime und Christen einen gemeinsamen Kulturkampf – eine Art ökumenischer Dschihad – führen? Meine Antwort lautet: Nein.

Zweitens: Ich teile das inklusivistische Heilsverständnis von Kreeft (das sich übrigens mit der aktuellen katholischen Lehre deckt) keineswegs. Es mag zwar philosophisch konsistent begründet werden, findet jedoch keinen Rückhalt in der Bibel. Hier sind zwei Schlüsselaussagen durch den Mund von Heerema:

We do believe in hell. How could there be a ‘Last Judgment’ if there is no hell? But we don’t believe that only Christians can go to heaven. (Pos. 1359-60)

Everybody knows God because God created everybody with a reason and a conscience. And reason and conscience know something of the mind of God. And when they know that, they are knowing Jesus, because Jesus is the Mind of God, even though they don’t know that. (Pos. 1370-72)

Drittens war ich ob der Vermischung zwischen Gesetz und Evangelium irritiert. Gott zeigt im biblischen (Moral-)Gesetz auf, dass wir vor dem heiligen Gott nicht bestehen können und eine Rettung von ausserhalb benötigen. Der Katholizismus trifft diese Unterscheidung nicht im gleichen Ausmass, was im interreligiösen Gespräch zur Verwirrung führt. Zum Beispiel mit einer Aussage wie dieser:

I think a Christian saint and a Muslim saint are very similar—far more similar than a Christian theologian and a Muslim theologian. (Pos. 1542-43)

Bereichert mit vielen Argumenten

Darüber hinaus wurde ich durch das Buch bereichert. Es fanden sich zahlreiche bedenkenswerte Argumente. Auch wenn ich Satan, Selbstsucht und Säkularismus nicht als „gemeinsamen Feind“ von Christen und Muslimen betrachte, schärfen die Argumente Isas die Sicht für Schwächen Europas, sprich moralischen Pragmatismus, Hedonismus, Utilitarismus, Subjektivismus, Relativismus – um einige -ismen zu nennen.

Vier Gruppen

Noch ein letztes zum besseren Verständnis des Buches: Kreeft teilt die Christen und Muslime jeweils in zwei Unterkategorien auf. Der Islam des Korans entspricht nicht dem Islam der Mörder; das modernistische Christentum widerspricht dem Christentum des NT. Folglich sieht Kreeft eine Konfrontation zwischen

  1. dem terroristischem Islam und dem NT-Christentum: Schwert/Kreuz, Mord/Opfer (sacrifice), falsches/echtes Martyrium
  2. dem Islam des Koran und dem modernistischem Christentum: Überzeugung/Relativismus, Ehre/Schamlosigkeit, echte/falsche Gerechtigkeit

Realer Dialog sei nur zwischen dem Islam des Korans und dem NT-Christentum möglich.

Argumente an die Adresse des Westens

Vergleich: “Suppose you came to a Muslim country and enrolled in a Muslim university. Would you be offended by the quotations from the Qur’an in Arabic that you might see on the walls?”
Definition von Fortschritt: Progress means an increase in something good or a decrease in something bad.
Eine grosse Familie zu haben bedeutet: Having big families takes spiritual power because it means being willing to sacrifice selfishness, sacrifice present goods, material comforts and wealth, for future goods, for family. It’s an investment in the future.
Zu viel Freiheit: I’m not saying that slavery is good, or that freedom is bad. I’m just saying you can have too much of it. That you do have too much of it.
Vom Aussterben bedroht: You’re having fewer and fewer children, and you kill a third of them by abortion. You’re havein fewer and fewer marriages, and you kill half of them by divorce.
Mord durch Abtreibung: The murderers are not Muslim men but American women, who pay hired assassins who call themselves doctors to kill their own sons and daughters in their own wombs.
Mangelnde Ehrfurcht: If I believed what you say you believe, that God himself was there in person right in front of my eyes—I can’t imagine myself ever getting up again.
Strafe für den Westen: God is rewarding Muslims for their obedience and punishing Christians in the West for their disobedience.
Warum ist Muhammed für Christen kein Prophet? We accept your Jesus as a great prophet; why do you not accept our prophet Muhammad?
Bibel hatte früher grösseren Einfluss. Your old King James Bible: everyone read it and loved it and knew it and believed it and memorized it and preached from it and recited it.
Romantisierung der Liebe. There are many Christians who think of love as a feeling, a sentiment, and they give us Muslims good reason to be suspicious of making love the center of morality.
Die Freude der Unterwerfung. You don’t understand the secret joy of surrender and submission and obedience, the joy of walking right outside your own will into the will of Allah.
Ein Problem mit der Unterwerfung unter Gottes Willen. Why do you have more of a problem with surrender and submission to God than we do? It should be easier for you than for us if you believe God is so much closer.”
Selektion der Medien: Your media is in love with loud noises. Especially explosions.
Verachtung der Mutterschaft. You don’t respect motherhood any more. You don’t respect what a woman is for.
Inhalte von Fernsehsendungen: Can you imagine your prophet Jesus watching your MTV and saying it was ‘cool’ instead of ‘decadent’?
Promiskuität vs. Enthaltsamkeit. The deepest pleasure in sex is the bonding.
Situationsethik: You change the rules so you don’t have to change your lives.

Argumente an die Adresse des Islams

Religion passt nicht zur menschlichen Natur: Your religion is just too inhuman to be a good sell. It just doesn’t fit human nature.
Der Koran sagt, dass das NT von Gott sei. You just said that the Qur’an says they are both from God. So the Qur’an must be wrong.
Argumentumkehr:  Suppose I said that your Qur’an got it wrong about Muhammad. Suppose I said that your original Qur’an was very different from the Qur’an you have now, and suppose I said that in this original Qur’an Muhammad never actually claimed to be a prophet at all. What would you say to that?”
Prüfkriterium. You are judging scriptures by prophets. We judge prophets by scriptures.
Analogie zur göttlichen und menschlichen Natur Jesu (himmlischer und irdischer Koran). “So the same Qur’an is both earthly and heavenly.” “But it is the same Qur’an, one Qur’an, not two—one truth, not two—one divine Word, not two.”
Der Mensch braucht Rettung! Your story of God becoming a man and dying to save man from sin sounds quite crazy to us.

Fragezeichen

Kein Zwang in religiösen Angelegenheiten: Allah tells the Prophet Muhammad (peace be upon him!) that his only duty is to preach the Word of God, and that he must not force anyone to accept it, and not to grieve over anyone’s rejecting it.”
Der Koran verbietet Aggressionskriege: I certainly don’t defend terrorism or starting wars of aggression. The Qur’an forbids that.
Aristoteles und die Gotteserkenntnis. Aristotle? You said he got about as far as unaided human reason ever got in understanding God—as one and spiritual and eternal and lacking all imperfections?
Keine falsche Theologie? If you respect Islamic motives and Islamic spirituality, how can that come from false theology?” “It can’t. It can only come from true theology, from the true knowledge of God that you do have.
Staatsverständnis: We believe the ideal state is one that follows God’s laws.
Verständnis des Gesetzes. We think the law should be like a teacher, not a tyrant.
Gottes Güte: God has mercy on Hagar and on Ishmael and on his descendants—on us. That’s our hope of heaven: God’s mercy.
Trennung zwischen Religion und Politik. Your era of toleration came only in a post-Christian era, of secularism and the Enlightenment, an era where reason trumped faith.

Fazit

Pater Heerema versichert, dass es ihm nicht darum gehe, Proselyten zu machen, sondern beim respektvollen Zuhören bleibe. Respektvolles Zuhören – unbedingt ja; Proselyten machen – nein; doch wenn es um die Frage um Leben und Tod geht, darf es nicht dabei bleiben. In diesem Punkt überzeugt mich das an anderer Stelle besprochene Buch „The Gospel for Muslims“ ungleich mehr.  Für mich bleibt die Frage offen, ob dieses Buch verrät, wie sich der Islam „von innen her anfühlt“.

20 Zitate aus … Wie man ein Mann wird

Bob Schultz. Wie MAN ein MANN wird. CMV: Bielefeld, 2015. 192 Seiten. 6 Euro.

Der einfachste Weg aus unseren Schwierigkeiten ist, unsere Fehler zu bekennen. (17)

Wenn du gut in Mathe sein möchtest, denk nicht darüber nach, wie dick das Buch ist, erledige einfach die heutigen Aufgaben gut. (28)

Sei bereit, deine Richtung sofort zu ändern, wenn du merkst, dass du auch nur einen Grad vom Kurs abgewichen bist. (31)

Meide nicht die Anstrengung, wende dich ihr zu; sie ist Gottes Gabe. (32)

Jedes Mal, wenn du eine Pflicht des Alltags als deine persönliche annimmst, machst du einen Schritt hin zur Männlichkeit. (35)

Unzufriedene Leute leben in einer selbst gemachten Finsternis. (40)

Wenn du etwas nimmst oder behältst, was nicht dir gehört, dann denke daran: Du bist gerade dabei, etwas zu verlieren, das einen viel höheren Wert hat. (49)

Nicht unsere Hartnäckigkeit und Stärke bringt Überwindung. Sie kommt einfach dann, wenn wir tun, was Gott sagt. (53)

Viele Männer liegen immer einen Schritt hinter den Ereignissen des Lebens zurück. (59)

Ein reifer Mann bringt sein Unrecht in Ordnung – und zwar sofort. (65)

(Über die jüdischen Christen in der Anfangszeit des Christentums) Es gab keinen Platz in dieser Welt, zu dem sie hingehen konnten, um wirklich dazu zu gehören. (76)

Eine vollbrachte Aufgabe ist Hönig für die Seele. (82)

Ein ungerechter Junge glaubt, dass jeder ihm etwas schuldet. Er ist häufig aufgebracht, wenn er darüber nachdenkt, was er nicht bekommen hat. (94)

Viele Menschen verbringen ihre Zeit damit, anderen beim Leben zuzuschauen, anstatt sich aufzumachen und selbst zu leben. (111)

Ein Mann überwindet durch das stille Vertrauen auf Gott und indem er geduldig denen Gutes tut, die ihn missverstehen. (125)

Wenn eine Gesellschaft mehr Nehmer hat als Geber, dann verliert sie ihre Ruhe und ihren Frieden. (130)

Schmerz ist oft ein Wegbereiter zur Weisheit, Stärke und Geschicklichkeit. (140)

Man kann die Echtheit einer Umkehr zu Gott immer daran erkennen, wie gross der Hunger nach der Bibel bei dem Menschen ist. (154)

Es ist sehr ratsam, einen Menschen, der 10 bis 20 Jahre älter ist als man selbst zu fragen, wie er aus seiner jetzigen Sicht sein Leben gestalten würde, wenn er so alt wäre, wie du jetzt bist. (170)

Wir leben in einer Zeit, in der es Menschen leichter fällt, ein ungeborenes Baby zu töten, als eine kranke Maus im Keller. (177)

Bevor du merkst, bist du erwachsen und tust immer noch die Dinge, die du als Junge getan hast. (191)

Input: 50 philosophische Fragen zu Tolkiens „Herr der Ringe“

Justin Taylor hat aus Peter Kreefts Buch "The Philosophy of Tolkien" 50 philosophische Fragen zusammengestellt. Das Verfolgen einzelner Fragen gibt dem Lesen zusätzliche Tiefe.

1. Metaphysics

1.1. Metaphysical realism: that reality is more than appearance, more than our consciousness, and more than our expectations

1.2. Supernaturalism: that reality is more than the natural (matter, time, and space)

1.3. Platonism: archetypes

2. Philosophical Theology

2.1. God

2.2. Divine providence (especially providential timings and “coincidences”)

2.3. Fate (or predestination, or destiny) and free will

2.4. Religion

3. Angelology

3.1. The reality of angels

3.2. The task of angels: guardians

3.3. Elves as halfway between the human and the angelic

4. Cosmology

4.1. The beauty of the cosmos

4.2. The personality of things in the world

4.3. Magic in the world and man

5. Anthropology

5.1. Death

5.2. Romance

5.3. The perilous status of selfhood; the flexibility of the self

5.4. Sehnsucht, longing (especially for the sea)

6. Epistemology

6.1. Knowledge is not always good

6.2. Knowledge by intuition

6.3. Knowledge by faith (trust)

6.4. Truth

7. Philosophy of History

7.1. Teleology, story, purpose, “road”

7.2. Tradition, collective memory, legends

7.3. The freedom and unpredictability of history

7.4. Devolution, pessimism

7.5. Eucatastrophe, optimism

8. Aesthetics

8.1. Formality, “glory,” height

8.2. Beauty and goodness

9. Philosophy of Language

9.1. Names and language in general

9.2. Proper names

9.3. The magical power of words

9.4. Music

10. Political Philosophy

10.1. Populism, “small is beautiful”

10.2. Peace and war

11. Ethics

11.1. Spiritual warfare

11.2. The power of evil and the evil of power

11.3. The weakness of evil

11.4. The strategy of evil; the mechanism of temptation (especially the Ring)

12. Ethics: The Hard Virtues

12.1. Duty versus utility

12.2. Courage

12.3. Hope versus despair

12.4. Obedience to authority

12.5. Honesty, truthfulness, keeping promises

13. Ethics: The Soft Virtues

13.1. Friendship, fellowship

13.2. Humility, “hobbitry”

13.3. Gifts

13.4. Pity

13.5. Charity; the gift of self

14. The Fulfillment of All the Points: Christ

Input: Was heisst „Gott segne dich?“

Mario Tafferner hat sich gefragt, was hinter dem "Zauberwort" des Segens liegt. Es ist mehr als ein therapeutisches Zureden.

Mir kommt bei all den Segenswünschen und Karten allerdings oftmals die Frage auf, was Christen nun eigentlich denken, wenn sie einander Gottes Segen wünschen und zusprechen. In bestimmten christlichen Buchhandlungen findet man mittlerweile ja auch Steine mit der Aufschrift „Gott begleite dich in diesem Stein“. Im schlimmsten Fall ist der Segen in einigen Mündern daher zum Talisman oder zur reinen Floskel verkommen. Dann wäre er eine Art ernst gemeintes, in religiöse Sprache verpacktes gutes therapeutisches Zureden. Vielleicht ist der Segen auch in einigen Buchläden im Sog des Kitsches ertrunken und dabei einen sattgrünen (oder auch wahlweise mit hebräischen Buchstaben verzierten) Tod gestorben. Wenn ich aber ehrlich mit mir selbst bin, war ich auch der mehr oder minder psychologisch-magischen Vorstellung vom Segen verfallen. Diese Vorstellung war psychologisch, weil der ausgesprochene Segenswunsch bei mir regelmäßig ein schönes „alles-wird-schon-irgendwie-gut“ Gefühl verursachte. Die magische Komponente kam dann noch hinzu, als der Segen (zumindest in meinen Gedanken) dann schon zu wirken schien, wenn man ihn einfach aussprach. Als ob Gott sich hier einem von mir diktiertem „wenn…dann“ Zusammenhang hingeben müsste: „Wenn ich meinem Freund Gottes Segen zuspreche, dann macht Gott schon irgendwie was.“

Guter Beitrag auf Josiablog.de.

20 Zitate aus … Answering Jihad

Nabeel Qureshi, in den USA gross gewordener Muslim, Kind pakistanischer Einwanderer, schildert in seinem Erstling,  seiner sorgfältigen, gut lesbaren Biografie "Allah gesucht, Jesus gefunden" seinen Weg zum christlichen Glauben. Nun hat er ein weiteres Buch "Answering Jihad" herausgegeben.

Hier sind einige Zitate aus dem neuen Werk:

There is too much confusion, too much misdirected anger, too much misinformation, too little balance, and too little grace to remain silent any longer. 11

There is a great deal of violence in Islam, even in the very foundations of the faith, and it is not all defensive. 16

(A)s long as Islam is practiced in a way that calls Muslims to return to its foundations, violence will follow. 19

(T)he Christian teaching of loving one’s enemies, even in the face of death, might perhaps be the most powerful answer to jihad at our disposal today. 20

Apart from the first thirteen years of Islamic history, when there were not enough Muslims to fight, Islam has always had an elaborate practice or doctrine of war. 31

The scope of violence has no clear limits; it’s fair to wonder whether any non-Muslims in the world are immune from being attacked, subdued, or assimilated under this command. 52

The jurist must give primacy to the Quran, then consider the actions (sunnah) and sayings (hadith) of Muhammad, followed by reviewing the consensus of Islamic scholars, or ijma, before using his own reasoning (qiyas). 57

Not only is Islam not a faith that upholds the sufficiency of scripture alone, the complexity of its foundations virtually necessitates a reliance on jurists and scholars for proper practice. 59

What they may not realize is that radical Islam is the Islamic reformation. 75

ISIS is the realized dream of many radical Muslims to reestablish an Islamic state with a caliphate. 85

Islam is proclaimed to be a religion of peace almost entirely by modern Muslims in conversation with Westerners. Yet from the very earliest era of Islam until at least the nineteenth century, Muslim theologians were largely comfortable with violence, even systematizing and codifying it. 89

The Internet has made the traditions of Muhammad readily available for whoever wishes to look them up, even in English. 97

“If you want to follow the biblical model of attacking a land, the first thing you have to do is wait 400 years.” 121

Jesus commanded no such thing as the Crusades, neither in principle nor in reality. (132)

Some leaders have asserted that radical Islam has nothing to do with Islam, while others have seemed to assume that radical Islam is the only form of Islam. Both are dangerous responses. (143)

Predigt: Das Wunder der Bekehrung des Kerkermeisters

Herman Hooksema (1886-1965), Pastor, Theologe und Begründer der Protestant Reformed Churches (PRC), ist einer der Theologen, die meines Erachtens mehr gelesen werden sollten. Vor einiger Zeit habe ich eine Buchbesprechung zur theologischen Biographie von Patrick Baskwell verfasst.

C. L. hat eine Predigt von Hoeksema in die deutsche Sprache übersetzt. Es lohnt sich, einen ruhigen Ort aufzusuchen und die Predigt in Ruhe zu lesen. Ein Auszug:

Es ist wirklich befremdlich, dass immer wieder versucht wird, dieses so einfache Evangelium unseres Herrn Jesus Christus zu verdrehen, es so zu verdrehen, dass irgendwie der Mensch hineinkommt, dass der Mensch irgend etwas tun muss, dass der Mensch irgendwelche Bedingungen erfüllen muss, und sei es nur die Bedingung des Glaubens. Ich finde das befremdlich, obwohl es zweifellos unserer sündigen, menschlichen Natur entspricht, so zu denken. Es ist zweifellos Ausdruck unseres sündigen Stolzes, etwas mit der eigenen Erlösung zu tun haben zu wollen, etwas zur eigenen Erlösung beitragen zu wollen. Aber solche Ansichten bleiben befremdlich, weil die Heilige Schrift etwas ganz anderes aussagt. So ist es auch in unserem Text. Diese ganze Geschichte vom Kerkermeister ist ein einziges grossartiges und wunderschönes Beispiel für die Wahrheit, die wir in Epheser 2,8 lesen: «Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es.» Diese ganze Geschichte von der Bekehrung, oder besser: von der Berufung des Kerkermeisters ist ein einziges grosses Wunder! Es ist nichts anderes als ein Wunder, von Anfang bis Ende, ein überwältigendes Wunder. Davon ist dieser ganze Bericht bestimmt.

Die gesamte Predigt kann hier herunterladen werden. Die PRC-Homepage enthält weitere Predigten von Hoeksema.

Kolumne: Wie wird mein Kind zum Narzissten? 15 Hinweise

Diese Woche druckte die FAZ ein Interview mit einer Therapeutin ab. Die Schlagzeile: „Viele Kinder von heute werden totale Narzissten“. Die Prognose: Das wird gravierende Folgen für das spätere Zusammenleben und die zukünftige Gesellschaft haben.

Hier ist meine Best of-Liste, wie wir Eltern dieser Entwicklung Vorschub leisten können.

  1. Frage jeden Tag 100-200 Mal in Details, was das Kind will.
  2. Füge dich den Launen des Kindes.
  3. Halte es in einer Scheinwelt, in dem es keinen Widerstand in Kauf nehmen muss.
  4. Räume ihm hinterher auf.
  5. Sorge vor, dass es in Pannen nie selbst die Konsequenzen tragen muss.
  6. Versorge es überreich mit billigen Spielzeugen.
  7. Wenn es dir in die Komfortzone geht, dann betäube es mit Online-Spielen.
  8. Behüte dein Kind vor Dingen, die es schon verstehen würde.
  9. Applaudiere bei Leistungen, die keine Anstrengung erforderten.
  10. Bestätige es jedes Mal, wenn es sich deiner Gegenwart entzieht und bei Gleichaltrigen das sucht, was du ihm geben könntest: Schutz, Raum und Halt.
  11. Ermutige es, die besten Jahre Lebenszeit im Ausgang zu vernichten und sich regelmässig zu betäuben.
  12. Lass es zu, dass es deinem Ehepartner frech kommt und ziehe dich in solchen Momenten zurück.
  13. Mach deinem Kind klar, dass deine eigenen Ressourcen für alle Engpässe ausreichen.
  14. Stürze dich in die Arbeit, wenn es in anstrengenden Entwicklungsschüben steckt.
  15. Wiederhole möglichst oft, dass Gott das Kind genauso liebt, wie es ist.

Buchbesprechung: Dooyeweerd-Kenner wirft neues Licht auf inhaltliche Wurzeln der neo-calvinistischen Bewegung

Ich habe mich durch den ersten Drittel von Glenn Friesens neuem Werk gearbeitet. Den vierten, längsten Teil habe ich nur angelesen. Dort geht der Autor ausführlich durch seine 95 Thesen – eine "Taschenausgabe" von Herman Dooyeweerds Werk – und weist die starken inhaltlichen Bezüge zur Theosophie Baaders nach.

Meine Beobachtungen habe ich auf Amazon eingestellt.

Das Buch lässt sich gut in Etappen lesen. Es hilft, dass der Anfang das ganze Programm einschliesst und die weiteren Teile immer umfassendere Auslegeordnungen derselben Ideen enthalten. Insgesamt ist der Befund des Autors nicht von der Hand zu weisen. Er hat ihn sorgfältig dargelegt und minutiös entfaltet. Ich halte das Werk als eine wichtige Ergänzung für die Forschung des Neo-Calvinismus. Unabhängig davon, aus welcher Quelle die Grundideen eines Autors bzw. einer Bewegung schöpfen, stellt sich jedem christlichen Leser, aus welchem Fachgebiet er auch immer kommt, stets dieselbe Aufgabe. Er hat das Fundament den Aussagen der Bibel, Gottes Selbstoffenbarung, gegenüberzustellen. Nicht die Bibel muss sich einem philosophischen System unterordnen, sondern das System umgekehrt der Bibel. Eine Anschlussaufgabe würde also darin bestehen, die Grundideen ' auch wenn sie aus theosophischer Quelle kommen ' biblisch-systematisch aufzuarbeiten.

Dazu kurz einige Anhaltspunkte: Die Aufteilung in eine überzeitliche und eine irdische Zeit ist spekulativ. Die daraus entstehende Idee des Herzens als überzeitlichem Zentrum des Menschen ist sorgfältig mit dem Befund der Bibel zu vergleichen. Ebenso ist festzuhalten, dass Vollenhoven lebenslang mit der Frage rang, ob die Seele unsterblich sei. Hier wich er klar von der orthodoxen biblischen Lehre ab. Dooyeweerd entwickelte durch sein Konzept der Sphären eine Philosophie, die ihn von einer orthodoxen Lehre der Autorität und Inspiration der Bibel wegbrachten. Das trübt den Gesamteindruck erheblich. Es wäre jedoch falsch, ihr Grundanliegen, nämlich das ganze Leben unter die Herrschaft Christi (zurück)zubringen einfach zu verwerfen. Ebenso haben beide Denker sich intensiv mit dem (Neo-)Kantianismus auseinandergesetzt und ihn an wichtigen Stellen kritisiert. Sie befassten sich auch intensiv mit der Phänomenologie und den wichtigen europäischen Philosophen Husserl, Jaspers und Heidegger. Diese Denkarbeit muss respektiert werden, ebenso wie ihr Grundanliegen, die längst auseinander divergierten Stränge von Religion und Wissenschaft, Glaube und Denken wieder in eine christliche Weltsicht zurückzubringen.

 

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