Buchbesprechung: …und er schweigt nicht

Nimm & lies hat die Buchbesprechung zum dritten Teil der Trilogie Schaeffers “… und er schweigt nicht” gepostet.

Die Frage der Erkennt­nis­theo­rie ist so aktu­ell wie 40 Jahre zuvor. Der Skep­ti­zis­mus ist unge­bro­chen. Er durch­dringt ins­be­son­dere die Geis­tes­wis­sen­schaf­ten. Wenn wir Chris­ten uns doch mehr der herr­li­chen Alter­na­tive einer bib­li­schen Welt­an­schau­ung bewusst wären! Schaef­fer umreisst diese Sicht auf weni­gen Sei­ten. Auch wenn ich in der Zwi­schen­zeit eine Menge ande­rer Bücher gele­sen habe — die­ses Buch half mir vor Jah­ren, den Ein­stieg zu fin­den. Ich emp­fehle die­ses Buch wie die ganze Tri­lo­gie zur Lektüre.

P. S. Besonders wichtig ist ein solches Buch für Studenten der Geisteswissenschaften.

Aus den Medien: Nebentöne, Öde, Neugier, Aufregung

Nicht auf die Afrikaner hören?

Nebentöne an der katholischen Bischofssynode: ZENIT hat in einem (von Kardinal Kasper später dementierten Interview) den emeritierten Kurienkardinal mit folgenden Sätzen über afrikanische Bischöfe zitiert: „Sie sollen uns nicht zu sehr erklären, was wir zu tun haben“. Die Meldung und das Dementi.

221 Minuten Fernsehen pro Tag

Man muss sich das einmal ausrechnen: Geschlagene dreieinhalb Stunden pro Tag läuft die Kiste bei den Deutschen! Was man in dieser Zeit alles tun kann. Eine Tragödie!

Nancy Pearcey spricht in der grössten Pfinst-Baptistengemeinde Brasiliens

Hoffnungsvolles Publikum:

The church where I spoke is the largest and most influential in Latin America. It is a pentecostal Baptist church, but many (especially the university students) are reaching out for more than the experiential, emotional aspect of worship and are hungry for biblical worldview principles to answer the secular theories they must deal with in the classroom. The students have a wonderful balance of devotional fervor combined with intellectual curiosity.

Aufregung in Houston: Pastoren, zeigt eure Predigten!

Das ist schon dicke Post, auch wenn es abgeschwächt wurde.

Input: Van Tils Kritik an Karl Barth

Ich bin kein Barth-Kenner. So weit ich es abschätzen kann, ist die von John Frame zusammengefasste Kritik Cornelius van Tils berechtigt.

  1. Barth’s view of the ‘indirect identity’ between revelation and Scripture permits human beings to disagree with the teachings of Scripture, contrary to Scripture itself.
  2. Barth’s doctrine of God is irrationalist (or ‘nominalistic’, as Van Til sometimes says): God, for Barth, is ‘wholly other,’ able to change into the opposite of himself. It is also rationalistic: God is wholly revealed in Christ.
  3. Barth’s view of the ‘indirect identity of all men in and with God in  Christ as Geschichte’ has pantheistic overtones, although Barth seeks to guard against them. The same is true of his doctrine of ‘participation’, although Barth uses it to avoid the idea of a direct identity between man and God.
  4. His identification of Christ with his work of saving all men has an inescapable universalistic implication, even though Barth seeks to avoid that by an (irrational) appeal to the freedom of God.
  5. Salvation actually occurs not in events of calendar time such as the crucifixion and resurrection of Jesus, but in Geschichte, in which temporal distinctions do not exist. Calendar-time history partakes of Geschichte as an aspect of it and a pointer to it, but events in that history do not themselves bring salvation.
  6. To speak of God as both ‘hidden’ and ‘revealed’ in revelation is to deny to revelation any clear content to which human beings are unambiguously subject.
  7. Contrary to Barth, Scripture does teach that God determines the final destinies of human beings through his eternal decrees. To say this is not to think of human destiny apart from Christ. Christ is both the Savior of the elect and the ultimate judge of the wicked. One cannot state a priori that grace will save all people.
  8. To speak of the ‘ontological impossibility of sin’ and ‘sin as chaos’ (das Nichtige) turns ethics into metaphysics, the problem of reconciliation into the problem of overcoming finitude.
  9. Barth’s Gospel is essentially different from that of Scripture: Barth would announce to men that they are already in Christ, rather than urging them to repent and believe as God’s grace remove them from the sphere of wrath to the sphere of grace.

John M. Frame. Cornelius Van Til. An Analysis of His Thought. P & R: Phillipsburg, 1995. (364-365)

Gebet: Von Jugend auf war es mit uns jämmerlich

Gebet vor der Predigt

Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi. Gott aller Gnade und aller Barmherzigkeit! habe Du Lob und Dank für Deine gewaltige Gnade, welche Du erweisest Deinem Volk, daß Du Dein Wort wahr machst, das steinerne Herz aus dem Menschen wegzunehmen, wie Du gesprochen: Ich will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. Reich bist Du doch an Erbarmen! Von Jugend auf war es mit uns jämmerlich, Du schontest unser, sonst wären wir verloren. Wie bist Du immerdar der Erste, um uns von der Gewalt des Satans zurückzuziehen, daß wir einen Schrecken bekommen vor Deinem Zorn, – und uns zu erfüllen mit Deiner Gnade, so daß wir es erfahren, daß Vergebung von Sünden für uns da ist, indem Du den Glauben an Deinen lieben Sohn schaffst. Ja, habe Dank für alle solche Güte und Gnade! Wie es auch mit uns steht, Du bleibst doch immerdar derselbige. Nein, Du lässest nichts unversucht, um uns zu rufen und uns zu bringen auf die Wege des Heils! Ach, gib uns Ohren, um zu hören, was der Geist zu der Gemeine spricht, und Hände, um es anzunehmen, was Du uns gibst! Amen.

Schlußgebet

Gott alles Heils, verherrliche Deine Gnade an uns! Gib uns Gnade, daß wir das Wort aufbewahren in einem ehrlichen Herzen und unser Heil erwarten durch Deine Gnade in Deinem lieben Sohne Jesu Christo, Segne uns, daß wir Deine Gnade fest halten. Amen.

Hermann Friedrich Kohlbrügge, 9. Juni 1873, Gebetsbuch hier.

Zitat der Woche: Systeme des Scheins

Vaclav Havel schreibt in seinem Essay „Versuch, in der Wahrheit zu leben“ (Rowohlt: Hamburg, 1989) über die Funktionsweise eines posttotalitären Systems. Mitten im sich damals abzeichnenden Umbruch in seinem Heimatland und seiner erneuten Haftstrafe schrieb er seine scharfsinnigen Beobachtungen auf.

Natürlich kann man nicht alles eins zu eins in eine andere Welt transferieren. Doch es gibt manche Parallele zur Funktionsweise von Systemen, seien das Familien, Unternehmen, Kirchgemeinden oder NPO. Wie viele Menschen führen ein Leben in Lüge um eines ruhigen Lebens willen!

Eine scheinbar belanglose Handlung

Ein Leiter eines Gemüseladens placierte im Schaufenster zwischen Zwiebeln und Möhren das Spruchband „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ (14)

Was dahinter steckt

… Wenn er es nicht getan hätte, könnte er Schwierigkeiten bekommen; man könnte ihm Vorwürfe machen, dass er keine ‚Dekoration‘ hat; irgend jemand könnte ihn sogar der Illoylität bezichtigen. Er hat es deshalb getan, weil es ‚dazu gehört‘, wenn man im Leben durchkommen will; weil das eine von Tausenden ‚Kleinigkeiten‘ ist, die ihm ein relativ ruhiges Leben ‚im Einklang mit der Gesellschaft‘ sichern. (14)

Was die Botschaft wirklich bedeutet

… Diese Parole hat die Funktion eines Zeichens. Als solches enthält sie eine zwar versteckte, aber ganz bestimmte Mitteilung. Verbal könnte man sie etwa so formulieren: Ich, der Gemüsehändler XY, bin hier und weiss, was ich zu tun habe; ich benehme mich so, wie man es von mir erwartet; auf mich ist Verlass, und man kann mir nichts vorwerfen; ich bin gehorsam und habe deshalb das Recht auf ein ruhiges Leben. Diese Mitteilung hat selbstverständlich ihren Adressaten: Sie ist ‚nach oben‘ gerichtet, an die Vorgesetzten des Gemüsehändlers, und ist zugleich ein Schild, hinter dem sich der Gemüsehändler vor eventuellen Denunzianten versteckt. (14-15)

Wenn die wirkliche Botschaft ausgehängt würde

… Beachten wir: Würde man dem Gemüsehändler befehlen, die Parole ‚Ich habe Angst und bin deshalb bedingungslos gehorsam‘ in das Schaufenster zu stellen, würde er sich ihrem semantischen Inhalt gegenüber bei weitem nicht so lax verhalten. Obwohl eben dieser Inhalt sich mit der verborgenen Bedeutung des Spruchbandes im Schaufenster diesmal absolut deckt. Der Gemüsehändler würde sich wahrscheinlich weigern, eine so unzweideutige Nachricht über eine Erniedrigung im Schaufenster auszustellen, es wäre ihm peinlich, er würde sich schämen. (15)

Sich den Spielregeln anschliessen

…Wir haben gesehen, dass die eigentliche Bedeutung des Spruchbandes des Gemüsehändlers überhaupt keinen Zusammenhang mit dem Text der Parole hat. Trotzdem ist diese eigentliche Bedeutung absolut klar und allgemein verständlich. Das ergibt sich daraus, dass alle den gegebenen Code kennen: Der Gemüsehändler deklarierte seine Loyalität … auf die einzige Art, auf die die gesellschaftliche Macht hört: Nämlich so, dass er das vorgeschriebene Ritual akzeptierte, dass er den ‚Schein‘ als Wirklichkeit akzeptierte, dass er sich den ‚Spielregeln‘ angeschlossen hat. (18)

Das Leben in der Lüge als Panorama des Alltags

… Das Erfordernis, dass sich der Gemüsehändler öffentlich äussert, scheint sinnlos zu sein. Es ist aber nicht sinnlos. Die Menschen beachten zwar seinen Slogan nicht, sie beachten ihn aber deshalb nicht, weil solche Parolen auch in anderen Schaufenstern, auf Dächern, auf Masten – einfach überall hängen; weil sie so etwas wie das Panorama ihres Alltags bilden. Dieses Panorama als Ganzes ist ihnen freilich sehr gut bewusst. Und der Slogan des Gemüsehändlers ist nichts anderes al ein kleiner Bestandteil von diesem grossen Panorama. (23)

Der gegenseitige Zwang den Spielregeln zu gehorchen

…. Ihre gegenseitige Gleichgültigkeit den Parolen gegenüber ist nur Trug. In Wirklichkeit zwingt einer den anderen durch sein Spruchband, das vorgegebene Spiel zu akzeptieren und dadurch auch die gegebene Macht zu bestätigen, einer hält einfach den anderen in Gehorsam. (24)

Die individuelle Motivation für das Leben in Lüge

… Sehr vereinfacht könnte man sagen, dass das posttotalitäre System auf dem Boden der historischen Bewegung der Diktatur mit der Konsumgesellschaft gewachsen ist. Hängt nicht die Tatsache, dass sich die Anpassung an das ‚Leben in Lüge‘ so allgemein und die gesellschaftliche ‚Autototalität‘ so leicht verbreitet haben, mit der allgemeinen Unlust des Konsummenschen zusammen, etwas von seinen materiellen Sicherheiten zugunsten seiner geistigen und sittlichen Integrität zu opfern? Mit seiner Bereitschaft, angesichts der äusserlichen Verlockung der modernen Zivilisation auf einen ‚höheren Sinn‘ zu verzichten, mit seiner Aufgeschlossenheit den Verlockung der herdenhaften Unbekümmertheit gegenüber? (26)

Die Konsequenzen des Ausstiegs

Stellen wir uns jetzt vor, dass sich unser Gemüsehändler eines Tages auflehnt und aufhört, Spruchbänder auszustellen, die er nur ausstellte, um sich Liebkind zu machen; dass er aufhört, zu Wahlen zu gehen, von denen er weiss, dass es keine sind; dass er anfängt, bei Veranstaltungen das zu sagen, was er wirklich denkt und genug Kraft findet, sich mit denen zu solidarisieren, mit denen sich zu solidarisieren ihm sein Gewissen befiehlt. Durch eine solche Rebellion wird der Gemüsehändler aus dem ‚Leben in Lüge‘ austreten, das Ritual ablehnen und die ‚Spielregeln‘ verletzen. Er wird wieder seine unterdrückte Identität und Würde finden, seine Freiheit zu verwirklichen. Seine Rebellion wird ein Versuch um das Leben in Wahrheit sein.

Die Rechnung wird ihm schnell präsentiert werden: Er wird seinen Posten verlieren und zum Beifahrer eines Lieferwagens degradiert werden. Sein Gehalt wird herabgesetzt. Seine Hoffnung, eine Urlaubsreise nach Bulgarien zu machen, wird er aufgeben müssen. Die weitere Schulausbildung seiner Kinder wird bedroht. Die Vorgesetzten werden ihn schikanieren, und seine Mitarbeiter werden sich über ihn wundern. (26-27)

Wer die Spielregeln verletzt

… Das System muss es tun, von der Logik seiner ‚Eigenbewegung‘ und Selbstverteidigung ausgehend: Der Gemüsehändler beging nämlich nicht nur irgendein individuelles, in seiner Einmaligkeit abgeschlossenes Vergehen, sondern er hat etwas unvergleichlich Gewichtigeres getan: Dadurch, dass er die ‚Spielregeln‘ verletzte, hat er das Spiel als solches abgeschafft. Er hat entlarvt, dass es nur ein Spiel ist. Er hat die Welt des ‚Scheins‘ zerstört, die Grundlage des Systems; er hat die Machstruktur dadurch verletzt, dass er ihre Bindungen durchlöchert hat; er zeigte, dass das ‚Leben in Lüge‘ ein Leben in Lüge ist. Er hat die Fassade des ‚Erhabenen‘ durchbrochen und enthüllt die wirkliche, das heisst ‚niedere‘ Basis der Macht. (27-28)

Die Macht des Lebens in Wahrheit

… stützt sich auf keine eigenen Soldaten, sondern sozusagen auf die ‚Soldaten ihres Feindes‘, nämlich auf alle, die in der Lüge leben und zu jeder Zeit – zumindest theoretisch – von der Kraft der Wahrheit ergriffen werden könnten…

Fazit

2014 sind viele alte Tabus gefallen. Dafür wurden eine Menge neuer geschaffen. Das Spiel geht weiter.

Narnia zum Vierten: Prinz Kaspian von Narnia

C. S. Lewis. Prinz Kaspian von Narnia. Carl Ueberreuter: Wien, 2005. (212-286)

Prinz Kaspian

(Onkel Miraz zu K.) Lass dich niemals wieder von mir dabei erwischen, dass du über diese dummen Geschichten sprichst oder auch nur nachdenkst. Es gab niemals solche Könige und Königinnen. … Und es gibt auch kein Wesen namens Aslan. (228)

(Doktor Cornelius) Und doch haben wir in all diesen Jahren unser eigenes Volk und all die anderen glücklichen Geschöpfe von Narnia so wenig vergessen wie die lang verlorenen Tage der Freiheit. (231)

„Eure Hoheit spricht, wie man es Euch gelehrt hat“, sagte der Doktor. „Aber das sind alles Lügen. …“ (232)

Sehr vieles lernte Kaspian, weil er seine eigenen Augen und Ohren kräftig gebrauchte. (232)

(Trumpkin) „Wer glaubt denn sonst heutzutage an Aslan?“ „Ich tue es“, erklärte Kaspian. „Und wenn ich bis jetzt nicht an ihn geglaubt hätte, so täte ich es jetzt. …“ (237)

Nikabrik

„Glaubst du an Aslan?“ fragte Kaspian Nikabrik. „Ich glaube an jeden oder jedes“, erklärte Nikabrik, „der oder das diese verfluchten Barbaren von Telmarern in Stücke schläge oder sie aus Narnia hinaustreibt. An jeden oder jede, Aslan oder die Weisse Hexe, verstehst du?“ (239)

„… Wir haben keine Hilfe erhalten. Du, der grosse Lehrer, du Meisterzauberer, du Alleswisser, verlangst du immer noch, dass wir unsere Hoffnungen auf Aslan und König Peter und die Übrigen setzen?“ (266)

„… Er (Aslan) verschwindet einfach aus der Geschichte. Wie erklärt ihr euch das, wenn er wirklich ins Leben zurückkam? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass die Geschichten nichts von ihm berichten, weil es nichts mehr zu berichten gab?“ (268)

Trumpkin

„… Mir ist es gleich, ob Eure Majestät in das Horn bläst oder nicht. Nur bestehe ich darauf, dass das Heer nichts davon erfährt. Es ist nicht gut, Hoffnungen auf Zauberhilfe zu erwecken, die sicherlich enttäuscht werden.“ (245)

„Ich denke, du hast kein Vertrauen zu dem Horn, Trumpkin?“, fragte Kaspian. „Das habe ich auch nicht, Majestät. Aber was hat das damit zu tun? Ich kann geradeso gut auf der Jagd nach Luftschlössern untergehen wie hier sterben. Ihr seid mein König und ich weiss, wann ein Rat gegeben und wann ein Befehl befolgt werden muss. Meinen Rat habt Ihr gehabt und jetzt ist die Zeit für Befehle gekommen.“ (246)

Lucy

Sie rannte auf ihn zu. Ihr Herz – das fühlte sie – würde bersten, wenn sie nur einen Augenblick zögerte. Und alles, was sie dann wusste, war, dass sie ihn küsste, dass sie ihre Arme, so weit es nur möglich war, um seinen Nacken schlang und dass sie ihr Gesicht in der wundervollen, mächtigen Seidenweiche seiner Mähne verbarg. (259)

„Und ich war so froh dich wieder zu sehen. Und ich glaubte, ich dürfte bei dir bleiben. Und ich dachte, du kommst brüllend an und schlägst alle Feinde in die Flucht – wie damals. Und jetzt wird alles so schrecklich.“ „Es ist schwer für dich, Kleines“, sprach Aslan. „Aber nichts wiederholt sich. Es war für uns alle in Narnia bis jetzt schwer.“ Lucy verbarg ihren Kopf in seiner Mähne um sich vor seinem Blick zu verstecken. Doch in seiner Mähne muss Zauber gewesen sein. Sie fühlte, wie Löwenstärke in sie hineinströmte. (260)

So kam es endlich zum Aufbruch. Lucy ging als Erste, biss sich auf die Lippen und versuchte zu unterdrücken, was sie am liebsten zu Suse gesagt hätte. Aber sie vergass es als sie ihre Augen auf Aslan richtete. (262)

(Suse zu Lucy) „Aber ich bin viel schlechter gewesen, als du denkst. … oh, ich weiss nicht mehr. Was soll ich ihm (Aslan) nur sagen?“ „Vielleicht brauchst du gar nicht viel zu sagen“, meinte Lucy. (263)

Aslan

Alle Bäume der Welt schienen auf Aslan zuzueilen. Aber je näher sie kamen, umso weniger sahen sie wie Bäume aus. (264)

„Erfrischungen! Zeit für Erfrischungen!“ … Als Lucy genauer hinsah, entdeckte sie, dass es eine ganze Weintraube war. Danach waren überall Weintrauben – oben, unten und rundherum. (265)

Dann brach die ganze Gesellschaft unter Aslans Führung auf. Bacchus und seine Mädchen sprangen und schlugen Purzelbäume und die Tiere hüpften um sie herum. (277)

Sobald der Atem des Löwen den Mann gestreift hatte, trat ein anderer Ausdruck in seine Augen – aufgeschreckt, aber nicht unglücklich -, als versuche er sich auf etwas zu besinnen. (285)

Die Liebe als einzige Trumpfkarte der Evangelikalen

Die “Liebe” ist in den Augen vieler Evangelikaler die einzige Trumpfkarte, die sie auf dem Jahrmarkt der Religionen noch zum Ausspielen haben, das letzte, was vielleicht in den Augen der Welt den entscheidenden Impuls ausmachen könnte, sich für den Gott der Bibel anstatt für die Götzen der Welt zu entscheiden. Und diese Trumpfkarte spielen sie ad nauseam in allen Variationen aus, bis vom Bild des lebendigen Gottes vor lauter Liebestollheit nichts mehr übrig ist. Et voila!  Der “Liebesgötze” ist geschaffen, ein Gott der für seine Liebe alles kompromitiert – seine Heiligkeit, seine Gerechtigkeit, seine Unwandelbarkeit, seinen Zorn und seine Herrlichkeit, damit er den Menschen ja gut gefällt. Diesen Gott gibt es nicht, er ist eine Vogelscheuche im Gurkenfeld, die nicht helfen und nicht verderben kann. Und die Evangelikalen geraten in Verzückung, wenn sie verkünden können, dass “Gott” alle und jeden so sehr liebe.
Damit eines klar ist: Gott “liebt” seinen Sohn und alles, was seinem Sohn gleich ist und sonst nichts. Unsere Botschaft ist nicht, dass Gott alle liebt. Unsere Botschaft ist, dass Gott den Sündern zurecht die Pest an den Hals hängen will, aber dass es durch Gottes Werke möglich ist, dem Sohne gleich zu und somit gleich ihm geliebt zu werden.

VD: OS

Buchpublikation: Ein Leben zur Ehre Gottes

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Ich freue mich sehr, eine neue Buchpublikation anzukündigen, an der ich selber mitgewirkt habe: “Ein Leben zur Ehre Gottes”Aus dem Cover-Text:

Du brauchst dieses Buch. Dieses Buch will dir dienen, damit du lernst, zu dienen. Nimm und lies; lerne ein Leben zur Ehre Gottes zu führen. Ehre Ihn in den Bereichen, auf die es ankommt: In der Ehe oder als Single, in der Heiligung, in deinen Entscheidungen, auf der Arbeit, in der Schule, im Gespräch mit Andersdenkenden und in der Gemeinde.

Um was geht es?

Was bedeutet es, ein Christus-zentriertes Leben zu führen in der Verbindlichkeit zu einer Gemeinde, im Lernprozess in Schule oder Universität, auf der Suche nach einem Ehepartner, im Gespräch mit nicht-christlichen Freunden oder in einem Augenblick der Versuchung allein vor dem Computer?

In der Leseprobe ist zu erfahren, was für mich selbst Auslöser für dieses Buch war.

Zum Inhalt

  • Der Christ und die Ehe (Ludwig & Katharina Rühle)
  • Der Christ und die Pornographie (Benjamin Tom)
  • Der Christ und das Gesetz (Simon Schuster)
  • Der Christ und der Wille Gottes (Jochen Klautke)
  • Der Christ und die Arbeit (Rudi Tissen)
  • Der Christ und die Bildung (Hanniel Strebel)
  • Der Christ und die Apologetik (Lars Reeh)
  • Der Christ und der Islam (Mario Tafferner)
  • Der Christ und die Gemeinde (Johannes Müller)

Die Autoren

sind zwischen 20 und 35 Jahre jung (mich als “Dino” ausgenommen).

Der Aufbau

Jedes Kapitel ist zwischen 10 und 20 Seiten kurz und schliesst mit einigen Fragen und zwei, drei Literaturempfehlungen.

Input: Der perspektivische Ansatz von John M. Frame

Seit einigen Jahren arbeite und denke ich öfters mit Hilfe des tri-perspektivischen Ansatzes von John M. Frame. Hier hat Frame eine Einführung geschrieben. (In Fussnote 3 weist er auf seine exegetische, epistemologische und ethische Ausarbeitung in seinen Werken hin.)

Warum Perspektiven?

  • Gott verfügt über eine unbeschränkte Perspektive.
  • Unsere menschliche Perspektive ist hingegen stets eingeschränkt.
  • Wir können unsere Perspektive durch andere Menschen erweitern.
  • Es bleibt uns die Grenze, dass wir immer durch unsere Sinne wahrnehmen werden.
  • Wir können in gewissem Mass eine eingeschränkte Sicht von Gottes Perspektive erlangen, etwa durch sein Wort.
  • Unsere endlichen menschlichen Perspektiven sind interdependent, das heisst hängen gegenseitig voneinander ab.
  • Um zur Wahrheit vorzudringen, müssen Gottes Gedanken “nachgedacht” werden.
  • Wir werden nie eine vollkommene Perspektive der einen Wahrheit erhalten, doch diese stückchenweise ausbauen.
  • Gott Wort beschreibt dieselben Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (vier Evangelien, Könige/Chroniken, Geschichtsbücher/Psalmen, zweimal die Zehn Gebote etc.).
  • Die Zehn Gebote geben zehn verschiedene perspektivische Zugänge zum Leben.

Drei Perspektiven

  1. Das Geheimnis der heiligen Dreieinheit: Drei Personen, ein Gott. Sie sind voneinander unterschieden, es sind jedoch alle Personen in eine Handlung involviert. Die drei Personen sind mehr als drei Perspektiven, aber nicht weniger. Jede Person ist göttlich und verfügt über dieselben göttlichen Eigenschaften.
  2. Die göttliche Herrschaft (“Divine Lordship”): Innerhalb von Gottes erlösendem Wirken (redemption) können wir zwischen den drei Aspekten Kontrolle, Autorität und Gegenwart unterscheiden. Er kontrolliert alle Dinge durch seine Macht, spricht mit absoluter Autorität, Gehorsam fordernd, und offenbart sich seinem Volk durch “Bundesnähe” (covenant intimacy). Jeder der drei Aspekte beinhaltet den anderen, es sind stets alle drei beteiligt.
  3. Die drei Ämter: Die drei Aspekte der göttlichen Herrschaft widerspiegeln sich in den drei Ämtern Priester, König und Prophet.
  4. Drei Aspekte der Erlösung: Die drei Aspekte der göttlichen Herrschaft widerspiegeln sich in der Erlösung, durch welche Gott mächtig in der Geschichte handelt (Kontrolle), sein autoritatives Wort verkündigt (Autorität) und unter bzw. in seinem Volk wohnt (Gegenwart).
  5. Drei Aspekte der Erkenntnislehre (Epistemologie): Die von Gott geschaffene Welt ist das Objekt. Die Norm ist Gottes autoritative Offenbarung. Das Subjekt ist die Person, die vor Gott Angesicht lebt. Davon leiten sich drei Perspektiven der Erkenntnis ab: Die normative (“was vermitteln uns Gottes Normen?”), situative (“was sind die Fakten?”) und existenzielle (“welche Überzeugung ist die befriedigendste für ein glaubendes Herz?”).
  6. Drei Aspekte der Ethik: Die säkulare Ethik trennt zwischen existenzieller (grundlegende ethische Entscheidungen aufgrund von Gefühlen), teleologischer (auf das Glück ausgerichtete) und deontologischer Ethik (fokussiert auf Pflichten). Die biblische Ethik integriert die drei Sichtweisen perspektivisch.

Evaluation

Frame selber schwankt zwischen der Auffassung, dass dieser tri-perspektivische Ansatz die Struktur unseres Universums widerspiegelt und der (bescheideneren) Ansicht, dass sie eine didaktische Hilfestellung bietet.

Kolumne: 13 integrative Hinweise für frisch gebackene Eltern

Für die “Freie Welt” habe ich diese Kolumne geschrieben.

Nach über 10 Jahren Vaterschaft kann ich verraten, welche hilfreichen Hinweise mir für die Akzeptanz im Kollegenkreis schon nahe gelegt wurden. (Das ist kein Scherz.)

Einem Kommentatoren stimme ich mit Schmunzeln zu: Kinderlose Lehrer brechen den Empfehlungsrekord.

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